Blockflötenmusik auf CD ... Vorschläge für die Sammlung

  • Ersteller Old Boy
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Öhm, das ist natürlich QUERflöte...
Ja, sorry, hab's nicht extra dabei geschrieben.


Audio-Aufnahmen sind ja so etwas wie in "Stein gemeißelte" Interpretationen, die mit viel Aufwand erarbeitet wurden, sich aber bei jedem Interpreten im Laufe der Zeit ändern können. Ohne dieses Medium wäre es schwer, Interpretationen zu vergleichen und dann darüber nachzudenken, was man gut findet und was nicht und dies dann nicht nur zu begründen, sondern auch zu belegen. Aber all diese Zeugnisse der Musikgeschichte sind nur Momentaufnahmen. Und die Wirkung ist mit dem Moment im lebendigen Konzert nicht vergleichbar. Sergiu Celibidache hat diese Problematik wiederholt diskutiert und seine Gründe dargelegt, warum er gegen diese Art von Vermarktung der Musik war. Zu viele Parameter, die eine Interpretation beeinflussen, sind beim Anhören der CD später nicht mehr nachvollziehbar. Beim Anhören einer CD ist man nicht nur räumlich, sondern auch emotional ganz woanders, als die Musiker und Zuhörer, die bei dieser Aufnahme life dabei waren.

Wenn ich "Seitenhiebe" auf Michaela Petri lese, muss ich oft an Celibidaches Argumente denken. Die bislang gefundenen abwertenden Bemerkungen finde ich in der Regel sehr vage. So wie diese:
Michala Petri wäre jetzt auch nicht unbedingt meine Referenz für Bach und Händel,

Wozu soll eine Kritik gut sein, die ohne nachprüfbare Argumente in den Raum gestellt wird?

Gruß
Lisa
 
Soweit es für Geschmack überhaupt Argumente geben kann, sind Michala (nicht MichaEla!) Petris Interpretationen mir zu modern (im Sinne der Historischen Aufführungspraxis, die sie ausdrücklich nicht praktiziert) und oft viel zu schnell gespielt.
 
Ah! Danke. (Die dänische Schreibweise geht mir immer wieder durch :rolleyes:)
Bei zu hohen Tempi (egal bei wem und bei welchem Instrument) geht mir beim Zuhören oft die Lebendigkeit ab (Ausdruck im weitesten Sinne). Trotz der enormen spieltechnischen "Akrobatik" empfinde solche Vorträge als ausdruckslos und dadurch langweilen sie mich.
Woran machst Du "zu modern" fest und was ist für Dich der Unterschied zur historischen Aufführungspraxis? Hast Du Tipps, welche Aufnahmen man vergleichen kann, um diese Unterschiede zu hören?
 
Die Petri/Jarrett-Aufnahme der Händel-Sonaten mit Dan Laurin oder Marion Verbruggen zu vergleichen wäre sicher sehr aufschlussreich. Wobei mich Jarretts hämmerndes Cembalo-Spiel an der Aufnahme glaube ich am meisten gestört hat.

Michala Petri spielt ja fast nur die großen Hits des historischen Repertoires, da entsteht so ein bisschen der Eindruck, dass sie sich für die Musik an sich gar nicht so interessiert, sondern mehr für die (ohne Zweifel) virtuose Darbietung.

Das wirkt dann oft wie du oben schreibst etwas ausdruckslos.
 
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:):)
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Wenn ich "Seitenhiebe" auf Michaela Petri lese, muss ich oft an Celibidaches Argumente denken. Die bislang gefundenen abwertenden Bemerkungen finde ich in der Regel sehr vage. So wie diese:

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Wozu soll eine Kritik gut sein, die ohne nachprüfbare Argumente in den Raum gestellt wird?

Ich sehe das eher als eine persönliche Meinung an ...
natürlich wäre eine Begründung dazu schön, aber kann ich die erwarten, wo doch alles Zeit kostet, die vom eigenen Flötenspiel abgeht? ... NEIN!

Selber beurteilen muss ich ja sowieso am Ende die verschiedenen Nennungen und das ist ja schon wieder eine ganz subjektive Angelegenheit :good_evil:
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
@Old Boy Der Vollstädigkeit halber:

Das Blockflötenradio von Jo Kunath kennst Du? http://www.recorder-radio.com

Aber sicher ... ist ständig auf dem Monitor zum Anhören parat :)
 
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@Old Boy: Die Händel-Sonaten sind definitiv machbar und machen sehr viel Spaß!
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Die CD ist vor 2 Stunden angekommen... und bereits 2 mal von vorne bis hinten angehört.

PRIMA, die Larghetto Stücke sollten tatsächlich zu packen sein, da hat man ja beim Spiel noch Zeit zu überlegen, welcher Griff als nächstes kommt... damit werde ich starten :great:

Was "The Kings Daughters" geschafft haben, sollten auch "normale Menschen" schaffen, ohne gleich ausgebildete Flötisten zu sein :engel:

Wo ist meine Flöte... gleich mal ein paar Takte nach Gehör versuchen. Die B-Flat Sonaten - HWV 377 haben es mir besonders angetan!
Habe zwar keinen 415Hz Alt (der wird's ja wahrscheinlich auf der CD sein) aber egal, ich fummle das schon hin.
Wie sag ich doch immer: Der Weg ist das Ziel!

Dann muss ich mal sehen, wo ich die Noten zu den Stücken bekomme... es gibt viel zu tun!
Oh man, und für Morgen ist bereits der van Eyck angekündigt, ich gerate am Ende noch in Vollstress :D

Händel :good_evil: van Eyck


Und dann ja sind da ja noch die vielen anderen Nennungen...
 
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Dann muss ich mal sehen, wo ich die Noten zu den Stücken bekomme... es gibt viel zu tun!
Die Petrucci IMSLP Notendatenbank ist immer schon einmal eine ganz gute Anlaufstation. Hier z.b. zum Händel:

http://imslp.org/wiki/Recorder_Sonata_in_B-flat_major,_HWV_377_(Handel,_George_Frideric)

Ausser Faksimile Ausgaben, die doch vom Notenbild sehr gewöhnungsbedürftig sind, findet man auch öfter modernere Notenscans - und alles kostenlos.

Ich liebe Händel, auch schon vor meiner Blockflötenzeit (gehören doch Wasser- und Feuerwerksmusik zu meinen absoluten Lieblingen) - zum Einstieg in die Sonaten wären vlt. die sog. "Kasseler Sonaten" zu empfehlen, die dem "jungen Händel" zugeschrieben werden, und deren Handschrift als die seines Kopisten William Babell identifiziert wurden (Blockflötenliteratur - Diskussion (Erfahrungen/Fragen)), aber von denen sind dann wahrscheinlich schwer CDs oder Videos zu finden.

PRIMA, die Larghetto Stücke sollten tatsächlich zu packen sein, da hat man ja beim Spiel noch Zeit zu überlegen, welcher Griff als nächstes kommt... damit werde ich starten :great:
In meinem Flötenunterricht sind die langsamen Sätze das Anstrengende - nicht nur von der Tonentwicklung und Spannung zu halten, sondern da man ja "viel Zeit" hat, bin ich aufgefordert, mir zu überlegen, wie ich dann die Stücke, insbesondere die Wiederholungen "aufpimpe" - ..und wenn ich ratlos bin, kommt da der schnelle Bleistift meiner Lehrerin und malt mir dann Hieroglyphen in die Noten, ...und da werden diese Sätze dann oft schwieriger als die schnellen.:rolleyes:

Die Verzierungen (also nicht nur Triller) machen dann das Besondere in der Alten Musik aus, für die der ausführende Künstler (Spieler) selbst verantwortlich ist; die Noten bilden nur das Gerüst. Bei manchen Interpretationen ist insbesondere in der Wiederholung nicht mehr viel von den ursprünglichen Noten zu hören (z.B. bei van Eyck in einer Frans Brüggen Interpretation; oder die Oboe, die die Melodiestimme spielt und auch mit Sopranflöte spielbar ist, in Telemanns "Kleiner Tafelmusik" 2 auf youtube).
 
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Die Verzierungen (also nicht nur Triller) machen dann das Besondere in der Alten Musik aus, für die der ausführende Künstler (Spieler) selbst verantwortlich ist; die Noten bilden nur das Gerüst.
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Das gefällt mir, aber ich sehe die Noten sowieso immer nur als "Vorschlag" des Künstlers an und wenn mir etwas "nicht passt" ... mach ich's für mich "passend" :engel: Anfangs betrifft das die flotten Passagen, aber die kann ich ja mit zunehmender Übung dann nach und nach wieder einfügen :embarrassed:

Zugegeben, das ist vielleicht nicht die korrekte Art, mit den alten Giganten der Barock-Musik umzugehen, aber so macht es mir am meisten Spass! Die Herren habe sich auch noch nicht negativ dazu geäussert ;)
Und da ich ja sowieso nur für mich im "stillen Kämmerlein" Flöte...
pfeift sowieso kein Huhn und kein Hahn danach und schon längst kein Kritiker :D


PS
Der Link zur IMSLP Notendatenbank ist interessant ...
danke, da werde ich in der kommenden Zeit sicher reichlich nachforschen :great:
 
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Der Link zur IMSLP Notendatenbank ist interessant ...
danke, da werde ich in der kommenden Zeit sicher reichlich nachforschen :great:

Ja, mach das. Interessant ist z.B. die Rubrik Blockflöte und Continuo, das sind überwiegend Solo-Sonaten unterschiedlichen Schwierigkeitsgrads

http://imslp.org/wiki/Category:For_recorder,_continuo

Für die Händel-Sonate B-Dur würde ich die Bärenreiter-Ausgabe empfehlen (unterster Link):

http://imslp.eu/Files/imglnks/euimg/b/b0/IMSLP315735-PMLP448402-HM269a_HWV_377.pdf
 
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Telemann

Die junge Dorothee Oberlinger und ihr Ensemble 1700 - Harmonia Mundi
Superb! Enthält auch die Partiten aus der "Kleinen Kammermusik", die, ernsthaftes Üben vorausgesetzt, für dich durchaus in Reichweite kommen könnten.
...

Die genannte Oberlinger-CD ist vor gut 2 Stunden hier eingetrudelt und gleich bei "Kammermusik-Lautstärke" angehört... nicht so nebenher, sondern "andächtig" und "mit Genuss" :popcorn2:


Ja, "Die Kleine Kammer-Music" werde ich mir für die Zukunft vornehmen... nicht zu schnell, vielleicht erreichbar.
Und sicher gut geeignet, als eine kleine "große Überraschung" für meine alte Dame zu Weihnachten ...
Ich sagte ja bereits, ich muß Ziele haben :engel:
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Schau mal nach CDs von Stefan Temmingh (The Gentleman's Flute)
...

War ebenfalls dabei, denn der JPC-Versandhandel berechnet bis zum Wochenende keine Versandkosten und die CD kostete keine 3,00 € ... klar dass ich die mit in den Warenkorb gelegt habe.

Der niedrige Preis steht in keinem Verhältnis zur dargebrachten Musik ... und die gefällt mir:great:
Auch die recht umfangreichen Hintergrund-Informationen im Beiheft haben mir einiges an Neuem gebracht... man lernt eben immer noch dazu!


So und jetzt geht's in die 2 Runde :D
 
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