Bulgarische Frauen und ihre Stimmen

von BenVoss, 25.02.06.

  1. BenVoss

    BenVoss Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.02.06   #1
    Hallo,
    hat jemand von euch Erfahrung mit bulgarischem Chor-Gesang und kann mir erklären, wie man so singt? Gibts für Männer auch solche Techniken? Bis jetzt hab ich immer nur Frauen so singen gehört.

    Ben
     
  2. Elisa Day

    Elisa Day Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 25.02.06   #2
    :confused: :confused: :confused:
    Bitte wovon redest Du?
    Als völlig Unwissende im Bereich Bulgarischem Frauen Chorgesang brauche ich wohl Nachhilfe. :cool:
    Elisa
     
  3. BenVoss

    BenVoss Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.02.06   #3
    Hallo Elisa

    Bulgarische Frauen singen sehr "kehlig" mit metallischem Klang. Kannst ja mal probieren bei Amazon "Le Mystere des Voix Bulgares 2" zu finden. Sind tolle Hörbeispiele dabei; "More zajeni se ghiouro" (Nummer 4) ist zwar harmonisch etwas eigenartig, aber vom Klang und von der Dynamik her sehr beeindruckend. Ich würde auch gerne so singen können (hab aber von bulgarischer Musik für Männer noch nie was gehört), obwohl es schädlich für die Stimme sein soll.

    Ben
     
  4. braindarnoc

    braindarnoc Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.02.06   #4
    von schädlicher bulgarischer stimmakrobatik würde ich, glaube ich, grundsätzlich abraten. aber die shouter der "modernen" emocore-bands halten sich ja auch nicht ans schweigegebot. :-) vielleicht gibt es ja auch ne gesunde variante: evtl. obertongesang. aber ob das wirklich gesund ist, weiß ich auch nicht.

    viel glück noch.
     
  5. Dachshound Rider

    Dachshound Rider Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.02.06   #5
    Hallo!

    Erstmal vielen Dank, daß ich jetzt weiß, wo diese Chormusik herkommt. Ich habe sie schon öfter ausschnittsweise gehört, aber niemand konnte mir bis jetzt sagen, was das ist.
    Ich finde die auch total super!

    OK, nach mehrmaligem Anhören und Nachahmversuchen ;-) denke ich, daß diese Frauen in den normalen "Höhen" (also nicht, wenn sie so quieken) in Bruststimme singen und zwar ziemlich so, wie auch Kinder singen würden: unverfälscht mit ziemlich Druck, vor allem wenn es höher wird, also "straight" raus aus dem Mund.
    Der metallische Klang kommt daher weil gepreßt wird und zwar etwa wie in der Technik, wenn man Distortion in die Stimme bekommen will.
    Ich weiß jetzt leider nicht, ob diese Art von Distortion hier im Forum als Scream bezeichnet wird, jedenfalls gehts so:
    man ahme eine knarrende Türe nach und erhöhe den Druck (Stütze) so, bis aus dem Knarren ein harter Klang geworden ist. Das hört sich jetzt etwas wie eine Hexe an ;-)
    Und wenn man dann nicht ganz so hexisch singt, sollte es so klinge wie bei diesem Frauenchor.
    Probiers mal aus, ist lustig!
    Grüße!!!
     
  6. Elisa Day

    Elisa Day Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 26.02.06   #6
    Da muß ich mal nach suchen. Ihr habt mich neugierig gemacht.
    LG
    Elisa
     
  7. dirk

    dirk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.02.06   #7
    Dieser Frauen - Sound ist schon etwas spezielles! Das ist eine alte Volksmusik-Tradition, die heute in Bulgarien immer noch gelehrt und gelernt wird, und zwar auf richtigen Konservatorien. Die Männer in Bulgarien singen übrigens gaaanz anderns, nämlich so, wie man es aus dem orthodoxen Kirchengesang kennt (wenn man´s kennt): weich und klangvoll, bisweilen stark abgedunkelt, jedenfalls die Bässe.
    Auffallend an dieser Gesangstechnik sind geringer Tonumfang und geringe Dynamik, verglichen mit der mitteleuropäischen/ital. Technik!
     
  8. BenVoss

    BenVoss Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.06   #8
    Hallo...war ne woche weg...deswegen schreib ich jetzt erst

    Ich hab mal ein bisschen versucht... den Sound bekomm ich ungefähr hin (soweit das sein SängER hin bekommen kann). Aber ich hab versucht mit nem Aufnahmegerät mal dreistimmig was einzusingen...aber irgendwie reiben sich die Harmonien nich so toll...
    Ich bin weiter am experimentieren
     
  9. Midimaster

    Midimaster Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.03.06   #9
    Grundsätzlich würde ich sagen, dass du im selbststudium nicht in der Lage sein wirst, Dir diese Singtechniken anzueignen. Abgesehen mal davon, dass du diese knalligen gesänge der Bulgarischen Frauen mit einer Männerstimme wohl kaum hinbekommen wirst.:screwy:

    Grundsätzliuch ist aber der Gesamte Bereich des Obertongesanges hochinteressant. ich würde Dir zum ersten kontakt vor allem mal in die Gesänge der Tibetanischen Mönche und der mongolen empfehlen, dann bekommst du mal so einen eindruck, welche Auswirkungen das obertonsingen auf die männlichen Stimmlagen hat.
    Wenn Du Dich wirklich an die materie heranwagen willst und vom konsum zur produktion dieser art des singens übergehen willst, wirst du wohl nicht umhinkommen eine Jahrelange wallfartstur durch die Welt starten zu müssen um überhaupt meister zu finden, die dir das Singen auf diese Art und weise näherbringen können, mein junger Padawan.. :rolleyes:

    Um wirklich in der Lage zu sein einzelne obertöne einzeln herauszukristallisieren zu können bis zu dem Tag hin an den Du diese auch noch gezielt treffen kannst werden auch jahrelanges trainig von nöten sein, denn schliesslich musst Du das singen praktisch neu erlernen..
     
  10. Dachshound Rider

    Dachshound Rider Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.06   #10
    Moin!

    @ Midimaster: oft gehört, nie verstanden: was ist denn Obertongesang?
    Du scheinst da ja Ahnung zu haben. Kannst Du bitte den Unterschied zum normalen Gesang erklären?
    Danke!

    Grüße!!!
     
  11. Midimaster

    Midimaster Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.06   #11
    Jeder ton von instrumenten oder Stimmen erzeugt, besteht aus einer vielzahl übereinanderliegenden und sich teilweise überlagernden tönen und Frequenzen, was ja unter anderem zu der Musikalischen vielfalt führt.

    Beim obertongesang nun wird durch bestimmte Stellungen des Mundraumes und Kehlkopfes der Klangraum so verändert, das neben einem Grundton nun einzelne obertöne aus dem gesamten spektrum hörbar gemacht werden, was zu einer art zweistimmigkeit führt, da nun neben dem gesungenen Grundton der herausgefilterte Oberton zu höhren ist. Der Sänger ist dann in der Lage auf einem Grundton mehrere Obertöne "schweben" zu lassen. Die Obertöne sind in etwa so zu begreifen, wie wenn man bei einer Instrumentenseite den finger nur leicht auflegt und dann an bestimmten stellen der Seite die Seite wieder einen ton produzeiert. Oder vielleicht kennst du noch aus der kindheit diese Singenden Rohre, die man wild gedreht hat und dann kamen da je nach geschwindigkeit des drehend verschiedenhohe töne heraus.

    Mann möge mich bitte korrigieren, wenn ich was falsches gesagt habe...:eek:

    Hier noch mal das ganze in expertendeutsch mit Klangbeispielen (hab ich gerade ergooglelt.... :D

    http://oberton.org/
     
  12. Dachshound Rider

    Dachshound Rider Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.06   #12
    Moin!

    Ich habe mir mal http://oberton.org/ angeschaut.
    vielen Dank an Midimaster!
    Ich bin vollkommen weg und, naja, entzückt! Dachte immer nur Elfen könnten mehrstimmig singen :D

    Die Erklärung auf der Homepage (s. o.) ist sehr gut und ich denke ein gutes Physikbuch hilft noch mehr, Stichwort: die schwingende Saite

    Dann hab ich auch noch weitergeschaut und eine Onlinelernanleitung gefunden:


    http://www.obertoene.com/Obertongesang/Obertonkurs/obertonkurs.html

    Ich probier das auf jeden Fall mal aus!

    Doch zurück zum eigentlichen Thema: bulgarische Frauen
    ich habe mir auch einige Klangbeispiele von Frauen anghört, die Obertöne singen. Die bulgarischen Frauen machen das aber nicht, oder? Die singen doch richtig Texte und das ist mit dem Obertongesang nicht möglich.
    Oder verhöre ich mich da jetzt total falsch?

    Im Grunde genommen ist das ganze Gebiet super interessant, also das Erzeugen von Gesängen, wie man sie hierzulande eben nicht im klassischen Sinn lernt.
    Finde es faszinierend, daß verschiedene Volksgruppen so komplett anders singen als wir hier.

    Beste Grüße!
     
  13. jemflower

    jemflower Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.06   #13
    Ich besitze schon seit einigen Jahren zwei "Mystere de Voix bulgar" Platten und konnte, vom Technischen her, so besonderes daran nicht entdecken, ausser dass es irgendwie archaisch und geheimnisvoll klingt. Das kliegt m.E. auch daran, dass die Gesänge in sehr hallenden Räumen aufgenommen worden sein müssen.
    Der andere Aspekt ist eine gewisse, sehr rauhe Schönheit, die diesem Gesang innewohnt. Im Zeitalter perfektionierter, auf Sexappeal ausgelegter und computernachbearbeiteter Einheitslalastimmchen eine angenehme Abwechslung auf jeden Fall.
     
  14. cooxie

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    Erstellt: 08.04.06   #14
    Guten Tag:)

    Ich komme aus diesem geheimnissvollem Land namens Bulgarien und möchte euch mitteilen wie die Technick erzeugt wird:)Und zwar, zieht man mit 9 Jahren aus dem eigenem Haus aus, wenn man gut genug ist und aufgenommen worden ist an einer der 2-3 Schulen,wo das angeboten wird und geht erstmal ein paar jährchen nicht raus.Die Schulen sind logischerweise im Gebirge und etwas....altmodisch.Das Singen ist überhaupt nicht schädlich,ich habe nie gehört, dass irgendeine Folkssängerin operiert worden ist und die bleiben meistens berühmt bis sie sterben,weil sie ja so wenig sind. Nur wir,normal sterbliche, können das nicht und ich finds ja auch normal.
    Was ich cool finde ist, dass es ganze Chöre in Japan und Dänemark gibt, die sich auf bulgarische Folksmusik spezialisiert haben.Und dass ihr euch dafür interessiert ist auch super :D
    liebe Grüße:)

    PS Stimmt, die Männer haben nichts mit der Gesangstechnik zu tun.Und stimmt- die hören sich wie Bischofe an:))
     
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