Capo-Dellen am Hals reparierbar?

von p125x, 23.06.16.

  1. p125x

    p125x Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.06.16   #1
    Hallo allerseits!

    Seit Montag bin ich in Besitz einer Guild D-1212e. Ein wirklich tolles Instrument, für das ich monatelang gespart habe und dessen Niveau mein Können wahrscheinlich um Welten übersteigt.

    Wie dem auch sei, mir wurde beim Kauf geraten, ich könne meinen regulären Capo ohne weiteres auf der 12-Saitigen probieren, bevor ich mir einen größeren für 12-Saiter zulege.
    Gepasst hat er ja eigentlich ohne weiteres, aber wie sich heute gezeigt hat, hat er auf der Rückseite des Halses kleine Dellen hinterlassen (gegenüber dem 1., 3. und 5. Bund). Dem Capo fehlt die "Gummiauflage", die normalerweise den Hals schützen soll - bis jetzt hat das meinen anderen Gitarren nicht geschadet, aber hier war es wohl dumm von mir, ihn so zu verwenden.

    Die Dellen sind winzig klein, nur wenn man es weiß zu spüren und nur bei einem gewissen Lichteinfallswinkel zu erkennen. Ähnlich wie ein leichter Hagelschaden am Auto. Wie mir scheint, ist auch nur das Finish, nicht jedoch das Holz (Mahagoni) selbst betroffen. Es ist auch kein Riss im Lack vorhanden oder ähnliches, wirklich nur minimale Beugungen.

    Kann mir jemand sagen, ob diese Makel zu beheben sind? Sie stören beim Spielen nicht, aber ich bin zu sehr Perfektionist, als dass sie mir jetzt nicht bei jedem Mal in die Hand nehmen ins Auge fallen würden. Es muss auch nicht selbst machbar sein, da ich in ungefähr einem halben Jahr eh zum gratis nachjustieren zum Gitarrenhändler fahren werden.

    Danke schon im Voraus für eure Hilfe!
     
  2. ratking

    ratking Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 23.06.16   #2
    Ist denn wirklich nur das Finish betroffen, oder eher das Holz leicht eingedrückt? In ersterem Fall könnte eine Teillackierung (am besten vom Fachmann) Abhilfe schaffen, in letzterem Fall kann man die Holzfaser mit einem nassen Tuch und einem Bügeleisen vooooorsichtig(!) wieder aufstellen. Da gibt's etliche gute yt-Tutorials zu, einfach mal suchen.

    Aber wenn Du aber eh zum Fachmann gehst damit, lass' den doch erst mal drüber kucken am besten!
     
  3. p125x

    p125x Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.06.16   #3
    Danke schon einmal, das gibt Hoffnung. Zum Gitarrenhändler komme ich leider wirklich dann erst Ende des Jahres, der ist recht weit entfernt. Ich werde es zwar wirklich erst dann anschauen lassen, aber brauchte irgendwie bis dahin entweder die Hoffnung, dass man es richten kann, oder die Gewissheit, dass ich die Gitarre schon nach drei Tagen beschädigt habe :(
     
  4. saitentsauber

    saitentsauber Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 23.06.16   #4
    Fachmann kann Gitarrenhändler heissen, muss es aber nicht. Vielleicht gibt es ja einen Gitarrenbauer (m/f) in der Gegend?
     
  5. p125x

    p125x Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.06.16   #5
    Danke für den Hinweis, ich werde mich in diese Richtung einmal umsehen!
     
  6. Zergio

    Zergio Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.06.16   #6
    Ich kann dir keinen Tipp zum ausbessern deiner Gitarre geben, aber zum ausbessern deines seelischen Schadens, den du damit davon getragen hast. :rolleyes:
    Selbst bin ich nämlich in dieser Hinsicht auch Perfektionist und mir ging es mal ähnlich. Vor 3 Jahren habe ich mir von meinem lang angespartem Azubigehalt eine Taylor gekauft. Sie war makellos, absolute Perfektion, wunderschön! Ich hätte sie mir meiner Freundin ohne zu zögern vorgezogen :D ... Natürlich nicht, aber du weißt was ich meine. Ich habe sie angefasst wie ein rohes Ei, sie gehegt und gepflegt, ja sogar immer den Schweiß und die Fingerabdrücke nach dem spielen abgewischt. Wie auch immer, irgendwann kam durch einen blöden Umstand der erste Kratzer... Da bin ich fast ausgeflippt, habe ich auch einen Thread hier aufgemacht und war bereit viel Geld für die Ausbesserung ausgegeben. Nach einigen Tagen habe ich damit leben können als ich gemerkt habe, dass sie doch eigentlich genauso so ist wie vorher. Ich bin nicht zum Gitarrenbauer gegangen. Immer wieder kam ein Kratzer dazu und mit der Zeit habe ich verstanden und akzeptiert dass ein Instrument, so schön und kunstvoll es auch sein mag, einfach ein Verschleißgegenstand ist. Mittlerweile habe ich sogar mit perkussivem spielen angefangen und dabei brauche ich mich echt nicht über Kratzer beschweren. :engel: Natürlich ist es furchtbar ärgerlich dass das gleich nach paar Tagen passiert, aber was solls? Wenn es erst nach vielen Monaten passiert ist es genau so schlimm, gerade weil du schon so lange durchgehalten hast - war bei mir genauso. Wenn man die Gitarre benutzt ist es einfach UNMÖGLICH sie über einen längeren Zeitraum makellos zu halten. Mit der Zeit wird dein Gitarrenhals durch Schweiß, herumrutschen und auch Kapos mit Gummi nicht mehr so aussehen wie vorher. Auch das Holz wird sich automatisch mit der Zeit verfärben, außer man schützt sie vor UV Licht...

    Für so Lackier/Polierarbeiten wird ein Gitarrenbauer 100€ aufwärts berechnen. Je nachdem was er macht vielleicht auch weniger, aber günstig wird es auf keinen Fall! Was ich dir damit sagen will ist dass du erstmal paar Nächte darüber schlafen solltest, bevor du nochmal so viel Geld in die Hand nimmst um etwas rückgängig zu machen, was irgendwann eh passieren wird. :great:
     
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  7. bastian a.

    bastian a. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.06.16   #7
    Seh ich auch so. Ist zwar ärgerlich, aber lass erst mal ein bisschen Zeit ins Land gehen, dann siehst Du das vielleicht nicht mehr so eng. Mehr Macken und Kartzer kommen von selbst ...
     
  8. GeiGit

    GeiGit Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 24.06.16   #8
    So wie Du es beschreibst @p125x sind das leichte Dellen, die im Holz entstanden sind. Der Lack ist relativ flexibel und geht mit. Um das Holz wieder "auszudehnen" kann man mit einem nassen weißen Baumwolllappen und einem Bügeleisen auf höchster Stufe ("Leinen") die Dellen wieder ausdämpfen wenn der Lack den Dampf zum Holz durchlässt. Dazu müssten kleine Risse in dem gedellten Lackbereich sein, was bei leichten Dellen nicht unbedingt sein muss.

    Reparatur:
    Nasser Lappen auf die Stelle
    Heißen Bügeleisen fest auf die Stelle drücken (ohne neue Macken zu machen)
    Es zischt und dampft, das muss genau so sein, damit die zusammengedrückten Holzfasern sich durch den Wasserdampf und die Hitze wieder ausdehnen.
    Spätestens nach 5 Sekunden aufhören, damit der Lack nicht zu heiß wird.

    Aber auch ich denke, dass die ersten Macken sehr ärgerlich sind, aber immer mehr dazu kommen werden.
    Meine (teure) Lowden S22, die ich mir 1991 mit Ferienjobs und dem Erspartem mehrerer Jahre geleistet habe, hat mittlerweile doch wirklich einige Dellen, Maken, Kratzer und Dellen im Griffbrett vom Spielen:
     
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  9. BlakeWilder

    BlakeWilder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.06.16   #9
    ....und so ist es eben: der Mensch hinterläßt Spuren, egal in welcher Art. Natürlich habe ich die Erfahrung der ersten Kratzer auch schon gemacht (vor allem beim ersten echt teuren Instrument), aber genau das sind ja die Spuren, die man hinterläßt - was auch gar nicht schlimm ist, denn: jeder Kratzer, jede Riefe, jeder Ding und Dong erzählt vom Leben mit dem Instrument.
    Ich habe mir vor ungefähr zwei Jahren eine Gibson Les Paul Deluxe von 1976 gekauft, sie hat sehr viele Spuren, der Vorbesitzer hat sie sogar mal durch den Proberaum geschmissen (!) und sie auch nicht besonders pfleglich behandelt. Sie ist schon sehr abgerockt, aber: sie klingt unglaublich gut und läßt sich fantastisch spielen! Diese Gitarre war eine der besten Entscheidungen meines Lebens ;)

    Greetz,

    Blake

    PS @GeiGit: hübsche Gitarre!
     
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  10. p125x

    p125x Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.07.16   #10
    So, jetzt hab ich mir aber doch etwas Zeit gelassen mit meiner Antwort, entschuldigt bitte!

    Ich möchte mich herzlich bedanken für eure Tipps und aufmunternden Worte. Und wie ihr gesagt habt, nach ein paar Wochen tut es schon nur noch halb so weh. Es macht unglaublich Spaß, diese Gitarre zu spielen und mit ihr vertraut zu werden. Dazu gehören definitiv auch Macken und Striemen, das macht sie dann auch erst zu meiner Gitarre.

    Ärgerlich war in diesem Fall einfach der frühe Zeitpunkt, dass es nicht "Spielschäden" an sich, sondern pure Unachtsamkeit war (ich dachte mir noch, dass das ganz schön streng geht, hätte mir aber nicht gedacht, dass der Capo stärker als die Gitarre sein würde) und ganz einfach der Umstand, dass ich mir aus Geiz die paar Euro für einen 12-Saiten Capo ersparen wollte. Mit dem Bügeleisen trau ich mich noch nicht ran, aber der Besuch beim Händler zum gratis nachjustieren kommt ohnehin (außerdem hat sich eine der bereits aufgezogenen Saiten in die Bridge gefressen -> Garantiefall?), da werd ich mal nachfragen, was das kosten würde und euch dann ggf. auch nochmal informieren.

    Nochmal Danke für die Tipps und den Trost ;) :)
     
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