CD Produktion mit nichtkommerziellen Bands

von ChrisK, 17.07.05.

  1. ChrisK

    ChrisK Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.07.05   #1
    Hi Leute,

    ich bin "Revoltic Music" Projekleiter. Weitere Infos zum Projekt findet ihr unter www.Revoltic.de (Music). Zur Zeit knüpfe ich Kontakte zu diversen nichtkommerziellen Bands, mit denen wir zusammenarbeiten wollen. Es handelt sich hierbei um reine Amateurbands, die teilweise auch noch selbst recorden bzw. ihre Musik vertreiben. Ich möchte mit Revoltic Music eine CD aus Songs verschiedener Künstler zusammenstellen und für einen geringen Betrag verkaufen! Meine rechtlichen Fragen:

    - reicht eine Zustimmung der Künstler aus, um die CD dann auch verkaufen zu dürfen?
    - wie ist es möglich, eine selbst erstelle CD in diverse Läden zu bekommen? Ist es für einen "Normalsterblichen" überhaupt drin?
    - wie geht man eine solche CD-Produktion am sinnvollsten an?

    Sollte jemand Interesse an der Zusammenarbeit mit Revoltic Music haben bzw. evtl. sogar bei dieser CD mitwirken wollen, meldet euch einfach bei mir! (christian_klerner@gmx.de)

    Danke euch schonmal!

    Grüße,
    Chris
     
  2. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 18.07.05   #2
    Weil das Thema Record-Company mehr als umfassend ist, bieten wir dazu ein viertägiges Kompaktseminar an. Ist wegen der Übernachtung und Vollverpflegung aber nicht ganz billig - andererseits: man geht das Geschäft ja auch an, um Geld zu verdienen.

    Infos dazu unter www.allmusic.de ( Rubrik "Record-Company") oder direkt unter http://www.allmusic.de/tool.php?too...iv_1=6023&navibis=1&setaktiv_2=0&setaktiv_9=0

    Für etwas weniger Geld realisieren wir im Herbst wieder Abendworkshops in 22 bayerischen Städten. Eine Übersicht der Städte und Themen findest Du unter: http://www.allmusic.de/tool.php?too...iv_1=4013&navibis=1&setaktiv_2=0&setaktiv_9=0

    Deine Fragen werden im Thema "CD-Produktion & STudiotipps" behandelt.

    Zur allgemeinen Info: das Rock.Büro SÜD ist eine gemeinnützige Einrichtung, die überwiegend staatlich finanziert ist.

    Falls Du keine Zeit oder Kohle hast, darf ich es ganz grob mal mit Antworten versuchen:

    Zustimmung der Künstler:
    Die sogenannte Titelfreigabe erfolgt durch den KÜnstler i.d.R. schriftlich entweder gegen Abgeltung einer pauschalen Lizenzgebühr oder unter vertraglicher Fixierung einer entsprechenden Beteiligung am HAP (Händlerabgabepreis). Die Tantiemen (für die GEMA-Mitglieder) fließen parallel an die Autoren ohne dass Du Dich darum kümmern musst. Du hast "lediglich" die GEMA-Lizenzgebühren für den Tonträger abzuführen.

    Tonträger in die Läden bekommen:
    Bei vielen Läden scheitert dieser Versuch heute bereits an den fehlenden Codes (BarCode etc.). Sprich: das Teil kann nicht über die Scanner-Kassen geschoben werden. Dementsprechend weigern sich viele Läden - insbesondere die Ketten - diese Tonträger zu listen. Trotzdem gibt es noch die kleinen Nettigkeits-Inseln, sprich die Läden (es sind aber sehr wenige), die auch noch kleine "Szene-Ecken" haben (ich kenne sogar Media-Markt-Läden, die das aus Verbundenheit zu lokalen Bands noch anbieten).

    Wie geht man eine solche CD-Produktion am sinnvollsten an?
    Oh ja, wenn ich jetzt anfange, dann wird das ein Roman. Der o.g. Abendworkshop dauert in der Regel 4 bis 5 Stunden (je nach Fragebedarf der Teilnehmer). Individuelle Fragestellungen und Problemlösungen stehen aber massiv im Vordergrund.

    Viele Grüße
     
  3. strassi

    strassi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.07.05   #3
    dazu muss ich einfach mal was loswerden:

    wenn ich sowas vorhabe, dann habe ich mich mit der Materie bzw. mit dem Thema vorher ausgiebig befaßt. Fragen sind immer gut. Wie aber von rockbuerosued schon deutlich gemacht, gibt es mehr als nur eine handvoll Fragen.

    Wie kann ich vermeiden, einen Kurs zu besuchen oder warum auch immer ich das nicht mache?
    Indem man das Internet nutzt und sich mit dem Thema ausführlich beschäftigt! Dazu gehören die Seiten der GEMA wie GVL, diverse Homepages wie z.B. www.allmusic.de, Forenbesuche usw.

    Genau das mache ich nun schon weit über ein Jahr und bin dadurch in der Lage, Projekte anzugehn, ohne jedes Detail einzeln zu erfragen. Das Thema ist so umfassend, dass man jederzeit auf neue Fragen stoßen kann, die man auch gern beantwortet.

    Nimms mir bitte nicht übel, aber man kann auch nicht mal eben Kaufmann werden, ohne eine Ausbildung zu absolvieren oder sich eben halt das Wissen aus Lehrbüchern usw. anzueignen.
     
  4. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 18.07.05   #4
    @strassi
    habe leider eine etwas andere Meinung zu dem, was Du etwas abfällig als "Kurse" bezeichnest.

    1. ) ich bin z.B. nicht gerade ein Laie in Punkto Veranstalter (z.B. für einen Sponsor 151 Club-Festivals in 140 deutschen Städten mit rund 600 Live-Bands an nur 5 Veranstaltungswochenenden). TROTZDEM setze ich mich seit 14 Jahren zweimal im Jahr in unsere viertägigen Veranstalterseminare - und lerne jedes Mal hinzu!

    Die Veranstalterbranche ist ähnlichen Fluktuationen und Updates unterworfen wie (noch mehr) der Tonträgermarkt. Nur wer die Antennen ständig auf Empfang stehen hat, gerät nicht ins Hintertreffen.

    2. ) oftmals tauchen Fragen erst im Dialog mit einem Praktiker auf! Da kommt man über eine ONline-Recherche selten hin bzw. - im worst case - erst dann, wenn es schon Geld gekostet hat.

    3) Kontaktpflege/-anbahnung: dass Kontakte in der Musikbranche das A und O sind (viel wichtiger als die Musik selbst!!) predigen wir Bands seit ewiger Zeit. Beispiel aus der eigenen Arbeit: ich fahre zu Seminaren mit interessanten Referenten aus dem Firmenbereich der DAX-Unternehmen, um mit diesen Leuten ins Gespräch zu kommen und ggf. unsere Projekte dort anbieten zu können. Eine Blindbewerbung würde beim Kulturchef eines Konzerns oftmals gar nicht auf dessen Schreibtisch landen, weil die Sekretariats- / Referentenfilter viel zu engmaschig (geworden) sind.

    Das kannst Du auch auf Kontakte zu Labelleuten übertragen. Blindbewerbungen werden in fast jedem Label nur noch von Praktikaten "erstgehört". Zum eigentlichen A&R-"Pförtner" kommen nur noch die wenigsten vorgefilterten Demos.

    lg
     
  5. strassi

    strassi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.07.05   #5
    warum abwertend? Ob Kurs, Lehrgang oder Seminar war mir eigentlich im Moment unwichtig. Ich habe ja nur das bestätigt, was du schon angedeutet hast.
    Mir ist das schon vollkommen klar, deshalb schrieb ich ja oben, dass trotz allem immer wieder Fragen auftauchen werden. Mir ging es ja in der Hauptsache darum, dass es nicht völlig unvorbereitet sowie ohne jegliche Kenntnisse funktioniert. Einen Kurs ähm... ein Seminar (steckt halt so bei mir drin :-( ) kann sich halt nicht jeder leisten.

    Auch wenn im Netz nicht alles zu finden ist, es gibt auf jeden Fall eine Menge an Informationen, die man gut verwenden kann, was durchaus auch ausreicht, um die notwendigen Kenntnisse für eine Produktion zu bekommen. Es ist natürlich klar, dass man die Kontakte nicht so leicht bekommt. Da muss man halt dran arbeiten.

    Ich meine es auch nie persönlich, wenn ich so reagiere. Es ist halt meine Meinung. Ein Seminar hat schon seine Vorteile :-)
     
  6. ChrisK

    ChrisK Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.07.05   #6
    Es ist ja nett das ihr euch in den Sachverhalt so hineinversetzt, jedoch war meine Frage viel simpler:

    Wenn ich mir 10 Amateurkünstler hole, jeder mir 2 Songs zur Verfügung stellt (kostenlos) und ich daraus eine CD brenne. Diese CD (Covergestaltung etc. alles "self made) dann verkaufe. Ist das legal?
     
  7. Moes

    Moes Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.07.05   #7
    Ja ist es. So lange die Bands nicht bei der GEMA angemeldet sind (denn dann dürfen die gar nix mehr ohne die GEMA machen). Es gibt genug Amateurbands die ihre eigenen CDs bei Konzerten verkaufen. Wir zumindest hatte auch noch nie Probleme die Scheiben bei den kleineren CD-Läden unterzubringen. Bei den großen Ketten ist es, wie schon gesagt, am fehlenden BarCode gescheitert.

    In wie weit die Bands aber dir kostenlos ihr Material überlassen und du damit was verdienst is ne andere Geschichte. Würd ich als Band jedenfalls nicht machen.

    Gruß
    Andreas
     
  8. Boomshop

    Boomshop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.07.05   #8
    Hallo zusammen.
    Es ist bestimmt egal, ob die Musiker GEMA-Mitglieder sind oder nicht. Denn wenn die CD verkauft wird, dann werden ganz einfach (und auch schon von Bernd erklärt) die entsprechenden GEMa-Tantiemen an die Künstler fällig, die dann über den entsprechenden Verlag abgerechnet werden.

    Dazu benötigst Du allerdings tatsächlich die Freigabe der Bands und... die Pressung wird ebenfalls mit GEMa behaftet. ...oder willst Du die tatsächlich brennen? Wirkt unprofessionell, finde ich.

    Gruss... Martin

    Ach ja: Mit den Einverständnissen ist es legal!
     
  9. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 22.07.05   #9
    Kann ich nur unterstreichen!!!!!

    Wenn Du gute Bands haben willst, dann kostet das auch! Zu Recht! Warum sollen die Ihr Produkt für lau zur Verfügung stellen!

    Legal ist es mit Titelfreigabe (s.o.) allemal! Sofern kein urheberrechtlich geschütztes Material auf der CD veröffentlicht wird, hat auch die GEMA keine Ansprüche. Nur muss man das (sofern bei einem Presswerk in Auftrag gegeben - und da stimme ich Boomshop in Punkto professioneller Außenwirkung 105prozentig zu) halt über die GEMA-Meldung und den Freistellungsantrag ganz regulär nachweisen.

    Selbstgebrannte Tonträger von No-name-Bands wird man kaum los! Selbst wenn es ein stilistisch kompaktes Nischenprodukt ist. Zumindest nicht zu einem adäquaten Preis, der sowohl dem "Produzenten" als auch den Bands noch etwas Income garantiert. Und als Promo-Produkt? Na ja, fragt sich zu welchem Zweck! Oder macht der "Produzent" das nur deshalb, weil er ein "guter Mensch" ist der viel Zeit übrig hat?

    lg.
     
  10. Jens_84

    Jens_84 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.05   #10
    Hallo Chris,

    es gibt schon diverse Möglichkeiten eigene CDs zu verkaufen.
    Was mit Sicherheit ganz interessant sein dürfte (weil gerade da nur unbekannte Musiker oder Newcomer sind) ist www.cdeal.de.
    Leider kann ich dir sonst auch nicht weiter helfen, hoffe das ist ein Anfang.

    Gruß Jens
     
  11. ChrisK

    ChrisK Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.08.05   #11
    Habe mir die Seite mal angeschaut, sehr hilfreich! Danke dir...
     
  12. Whych

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    Erstellt: 31.08.05   #12
    Wieso sollten Tantiemen an die Gema faellig werden wenn die Bands nicht in der Gema sind ? Genauso was Pressung angeht. Da wird vorher die Gema-Freistellung ausgefuellt und gut ist.

    Edit: Upss wurde ja schon aufgeklaert. :o
     
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