Chromatische Fortschreitung

von SagEsHalt, 07.09.16.

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  1. SagEsHalt

    SagEsHalt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.16   #1
    Hallo zusammen,

    bei Wikipedia steht, dass es sich bei der Chromatik um eine "Umfärbung" einer "diatonischen Tonstufe" durch Veränderung um einen Halbton handelt.

    Zudem wird geschrieben, dass man die chromatische Fortschreitung daran erkennt, dass der Name des Tons den gleichen Anfangsbuchstaben behält.

    Dann wird für eine diatonische Fortschreitung das folgende Beispiel genannt: fis - > g

    Dies verstehe ich nicht. Es handelt sich dabei doch um einen Halbtonschritt. Zudem kann man es doch auch so schreiben: ges - > g

    Ich würde mich sehr über eine eindeutige Defintion der chromatischen Fortschreitung freuen.

    PS. falls es einen Sammelstrang zu solchen relativ kleinen Fragen gibt, bitte ich um einen Link.
     
  2. dubbel

    dubbel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.16   #2
    *edit* auf welchen wiki-beitrag beziehst du dich genau?
    die formulierung hab ich anders gelesen.
     
  3. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 07.09.16   #3
    Diatonisch bedeutet, dass die Töne zu einer Tonart gehören - fis & g sind dann diatonisch, wenn beide Töne z.B. zur Tonart G Dur gehören.
    ges & g kann man dann eben nicht sagen, weil ges die chromatische Tiefalteration (= Erniedrigung um einen Halbton) von G bezeichnen würde, nicht den (im Beispiel G Dur) siebten Ton der Tonleiter.

    Die Dur Tonleiter leitet sich immer von der sogenannten Stammtonreihe ab:
    c d e f g a h c
    Die Abfolge der Töne ist in einer Durtonleiter ab dem Grundton immer:
    Ganztonschritt (c - d), Ganztonschritt (d - e), Halbtonschritt (e - f),
    und dann einen Ganztonschritt weiter:
    Ganztonschritt (g - a), Ganztonschritt (a - h), Halbtonschritt (h - c)
    Du merkt den symmetrischen Aufbau der Abfolge in den beiden Zeilen? Diese Tonfolge einer Zeile nennt man Tetrachord.

    Nach diesem Muster kann man jede Durtonleiter konstruieren, Beispiel G Dur:
    g a h c d e fis g
    Ganztonschritt (g - a), Ganztonschritt (a - h), Halbtonschritt (h - c),
    und dann einen Ganztonschritt weiter:
    Ganztonschritt (d - e), Ganztonschritt (e - fis), Halbtonschritt (fis - g)

    Chromatisch sind Halbtöne, die nicht diatonisch sind, also zur "Färbung" des Klanges gerne vor "wichtigen" Tönen gespielt werden. Wichtige Töne sind meist Akkordtöne, die geschmackvolle Umspielung macht sie umso interessanter und schmeichelt dem Ohr.
    Du kannst einmal deine Akkordtöne chromatisch von unten und diatonisch von oben anspielen, oder auch erst den unteren chromatischen Ton, dann den oberen diatonsichen Ton und dann den Zielton (z.B. Akkordton).
    Diieses einfache Umspielungsprinzip ließe sich natürlich noch weiter aufbrezln und mit Skalenfragmenten oder Arpeggios kombinieren. Das ergibt dann beliebte Bausteine der Improvisation.

    Gruß Claus
     
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  4. SagEsHalt

    SagEsHalt Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.16   #4
    Danke, Claus. Dann heißt das, dass bei der Tonart Fis Moll die Fortschreitung fis-> g chromatisch ist, obwohl sich der Anfangsbuchstabe der Note verändert? G ist ja nicht Teil dieser Tonart.

    Auf diesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Chromatik
     
  5. SagEsHalt

    SagEsHalt Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.16   #5
    Dieser Typ hier spricht genau mein Beispiel und meine letzte Frage an:

    :)
    Es würde sich um eine chromatische Fortschreitung handeln und g würde dann f ## (double sharp) heißen.

    Super, habe alles verstanden.
     
  6. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 07.09.16   #6
    Im Prinzip ja.
    Bitte sage mir doch den genauen time code im YT Beispiel (00:00), dann muss ich mir nicht alles anhören.

    Gruß Claus
     
  7. SagEsHalt

    SagEsHalt Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.16   #7
    Klar, gerne: ab 3:26
     
  8. Claus

    Claus MOD Brass&Keys HCA Tp Moderator HCA

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    Erstellt: 07.09.16   #8
    Ok, Beispiel 1 ist wie oben erklärt, das diatonische fis wird zum g aufgelöst.
    In Beispiel 2 wird im selben (angenommenen) harmonischen Zusammenhang aus dem diatonischen fis durch Halbtonerhöhung ein chromatisches fisis, das enharmonisch mit g verwechselt werden könnte (= gleiche Taste auf der Klaviatur).
    Warum die Töne fisis für uns g gleich klingen und nur noch musiktheoretisch unterscheidbar sind, hat mit unserer gleichstufigen Stimmung zu tun - früher war das anders.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichstufige_Stimmung


    p.s., ich höre mir sonst schon mal einen 5 Minuten Vortrag an, aber der Typ ist schrecklich aufgenommen und seine Stimme klingt entsprechend anstrengend für mich. Er hätte seine Beispiele außerdem auch in einem musikalischen Zusammenhang demonstrieren können.

    Gruß Claus
     
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  9. SagEsHalt

    SagEsHalt Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.16   #9
    Danke für alle Infos! :)
     
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  10. chaos.klaus

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    Erstellt: 08.09.16   #10
    Hm. Man muss aber auch bedenken dass man es in der Praxis oft auch schlicht mit falschen Notationen zu tun hat. Einfach nur von der Wahl der Notation darauf zu schließen ob eine Fortschreitung diatonisch oder chromatisch ist reicht manchmal nicht.
     
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