Class A bzw. A/B Sound

von Th3 4rzt, 26.12.07.

  1. Th3 4rzt

    Th3 4rzt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.12.07   #1
    Hi,
    wollte ma fragen wo genau der klangliche Unterschied zwischen Class A und Class A/B liegt?



    Mfg

    Th3 4rzt
     
  2. warwicki

    warwicki Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.12.07   #2
    Naja, eigentlich bezieht sich die Bezeichnung Class A u, Class A/B garnicht auf den Sound, sondern auf den Arbeitspunkt, auf den die Röhre eingestellt ist!
    Ein Röhrenamp mit zB einer EL84 (1!) in der Endstufe im sog. Single Ended Betrieb läuft auf Punkt "A", das heisst dass der Arbeitspunkt bzw die Verstärkung in der Mitte des Kennlinienfeldes liegt, so, dass die negative wie positive Halbwelle des Signal verstärkt wird.
    Wenn eine sog. Push Pull Endstufe vorliegt mit zB 2 EL84 dann arbeiten diese Röhren im A/B Betrieb, dieser Punkt liegt fast (!) ganz unten im Kennlinienfeld, eine Röhre kümmert sich um die positive Halbwelle die andere um die negative...am Ende wird das Signal wieder zusammen geführt.
    Ja, man sagt natürlich immer diese verschiedenen Arbeitsbetriebe hätten unterschiedlichen Sound. Das definiert jeder für sich selbst, geh am besten in den Laden und spiel einen kleinen Class A Amp an, die meisten mögen diesen Typ, weil man eine Endröhre sehr schnell in die Endstufenverzerrung schieben kann, aufgrund der geringen Leistung, die Röhren verhält sich anders, mehr Kompression und so Sachen, bei einem A/B Amp muss man diesen schon ziemlich weit aufdrehen damit man diesen Effekt erhält.

    Ich hoffe ich konnte weiter helfen ;)

    MfG
    Andy
     
  3. Granufink

    Granufink Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.12.07   #3
    Der Class-A-Betrieb ist verzerrungsärmer und wird daher bei HiFi-Verstärkern oft bevorzugt - die erzeugten Klirrkomponenten sind eher geradzahliger Ordnung, was als angenehmer empfunden wird. Allerdings haben sie meist eine geringere Leistung.

    Gegentaktendstufen (Class-A/B und B) löschen bei richtiger Konstruktion nahezu alle geradzahligen Klirranteile im Ausgangsübertrager aus und erreichen erheblich höhere Leistungen und Wirkungsgrade als Class-A.

    Fazit: Class-A dürfte wärmer, angenehmer klingen, kommt aber früh in Sättigung. Das ist aber auch sehr pauschal, weil der tatsächliche Sound vom gesamten Verstärkeraufbau abhängt.
     
  4. the_priest

    the_priest Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.12.07   #4
    :screwy:
    wiedersprichst du dir nicht grad selbst?? für mich zerrt ein Class-A immer früher als ein Class-A/B verstärker, begründet sich doch schon immer höheren arbeitspunkt der röhre?! aber vielleicht liege ich auch mal wieder falsch.

    das mit dem wärmeren klang ist auch so eine sache: der berühmte fender-clean, der ja als brilliant und warm beschrieben wird, ist meist mit Class-A/B-endstufe. auch wenn ich mir einen mesa anhöre, ist da nix mit Class-A und trotzdem ein "warmer" klang vorzufinden. mit solchen aussagen wäre ich vorsichtig. und angenehmer ist ja noch schwammiger.

    man sagt Class-A-verstärkern eine größere dynamik nach, was allerdings auch nicht zwingend zutreffend ist, da es auch Class-A/B-verstärker mit fantastischer dynamik gibt (fender).

    als wesentlichen unterschied würde ich tatsächlich den großen leistungsunterschied ansehen. Beispiel: ein marshall dsl100 hat 4 EL34, ein AC30 ebenfalls, der vox hat allerdings nur eine leistung von rund 30watt (genaugenommen etwas mehr), der marshall aber 100watt; verursacht durch den unterschiedlichen aufbau der endstufe.

    gruß
     
  5. OneStone

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    Erstellt: 26.12.07   #5
    Eine Anmerkung am Rande: Class A kann auch bei Gegentaktendstufen angewandt werden und bewirkt hier auch eine Veränderung des Klirrspektrums wie bei AB/B...

    Falls der Arzt auf eine Antwort ala "der Vox AC30 klingt nach Class A, der Rectifier nach AB" abzielt: Das ist Unsinn, da der AC30 ebenfalls ein Class AB Verstärker ist.
     
  6. Kramusha

    Kramusha Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.12.07   #6
    Stimmt leider nicht :( Der AC30 hat EL84 in der Endstufe, die deutlich weniger Leistung machen ;)

    Lg Stefan :)
     
  7. the_priest

    the_priest Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.12.07   #7
    ach mist. hast ja recht. da hat man das ding selbst zu hause stehen und weiß nicht, was für
    röhren drin sind.:bang:
    danke
    auch wenn das beispiel schlecht gewählt ist, dürfte der sachverhalt trotzdem stimmen.
     
  8. Granufink

    Granufink Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.12.07   #8
    Hallo,

    ein Verstärker verzerrt immer - nur liegen diese bei niedriger Auslastung unter der Wahrnehmungsschwelle. Dazu kommt eben die Art der Klirranteile - die ungeradzahligen Anteile (K3, K5, usw.) sind schon bei geringem Anteil deutlich wahrnehmbar und werden als unangenehm empfunden - geradzahlige Komponenten (K2, K4,...) werden erst als Klangfärbung wahrgenommen und überdecken (aus hörpsychologischer Sicht) ganz nebenbei den ungeradzahligen Klirranteil ein wenig.
    Es geht also nicht nur um die bloße Übersteuerungsgrenze.

    Class-A kommt trotzdem (messtechnisch) eher in den Begrenzungsbereich, weil diese Technik einfach eine geringere Leistungsabgabe bei gleicher Bestückung erzielt (Beispiel: Aus zwei EL 34 kann ich im Class-A 20 Watt, mit Class A/B 50 Watt, mit Class-B 100 Watt rausprügeln, je nach Wahl des Arbeitspunktes usw.).

    Wie ich aber schon schrob:
    Es wird viel zu sehr mit bestimmten Verstärkermodellen assoziiert, Class A/B=Marshall, Class B=irgendwelche MusicMan-Teile, usw.
    Letztendlich braucht das auch niemanden groß zu interessieren, denn man wird die Endstufen eher selten voll aussteuern. Ich behaupte mal, im Teillastbetrieb hängt der Klang nahezu vollständig von der Vorstufe ab, was ja auch aus technischer Sicht einleuchtet.
     
  9. rübchen

    rübchen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.12.07   #9
    Der Vox AC 30 ein Class AB Verstärker? WTF?! Jetzt bin ich total verwirrt... Der Vox AC 30 ist doch der bekannteste Class A Amp? Also was denn jetzt?
     
  10. OneStone

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    Erstellt: 26.12.07   #10
    Das stimmt aber nicht, auch der AC30 geht bei Nennausgangsleistung in den B-Betrieb über. Diverse Messungen incl. Oszillogrammen beweisen das.
     
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