CORT SUNSET NYLECTRIC Review

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CORT SUNSET NYLECTRIC Review

Für alle, die auch mit dem Gedanken spielen, sich eine „klassische Bühnengitarre“ zuzulegen, möchte ich gerne meine Erfahrungen mit der CORT SUNSET NYLECTRIC mit Euch teilen. Ich spiele sie, je nach Lied im Wechsel mit einer Ovation Balladeer und habe mit diesen beiden Gitarren, MEINE Gitarren gefunden. Es gibt keine Probleme mit Rückkopplungen!

Ich gehe auch auf das Modell CORT SUNSET NY ein, da ich beide Modelle zum Ausprobieren hatte. Ich schildere hier MEINEN persönlichen Eindruck und ein paar Tipps für diese Gitarre. Auf eine Wiederholung der „technischen Daten“ möchte ich hier verzichten, die kann man sich auf der Homepage von Cort ansehen. Hier gibt es auch Fotos und ein Video http://www.cortguitars.com/de/product/product_view.asp?idx=731

MuBo_Reviews_bwc_Cort-SunsetNY.jpg


NY oder NYLECTRIC
Etwa verwirrend und nicht so einfach zu erkennen, ist die Tatsache, dass es diese Gitarre im Prinzip zweimal gibt. Im Jahre 2013 wurde sie als Sunset NY vorgestellt und im Jahre 2016 dann nochmals als Sunset NYLECTRIC. Also ein erster Tipp „Aufpassen“ was die Händler anbieten. Es sind noch jede Menge NY im Angebot. Selbst CORT verwendet auf seiner Homepage die beiden Modellbezeichnungen so, als sei es dieselbe Gitarre. Auch bei den Bildern wird alt und neu gemischt.
Der Unterschied dieser beide Modelle liegt in der Hauptsache in dem verbauten Vorverstärker. Bei der NY war es ein B-Band A11, in der NYLECTRIC ist es der VTB von Fishman. Der verbaute Sonicore Piezo-Tonabnehmer ist in beiden Modellen von Fishman. Welche jetzt der bessere ist, dazu später mehr. Ein weiterer Unterschied ist das Binding beim Naturmodell; bei der NY ist es braun, bei der NYLECTRIC weiß – halt Geschmacksache (auf der Homepage sieht man noch beide Varianten). Die Gitarre gibt’s auch in schwarz, wobei ich nicht weiß, ob es die NY auch schon in schwarz gab. Alle Gitarren, die mit einer 16... oder 17... bei der Seriennummer beginnen, dürften NYLECTRICs sein. Auf der Rückseite steht auch NYLECTRIC und nicht nur NY.

Erster Eindruck
Die Gitarre ist handwerklich super verarbeitet. Tadelloser Lack, keine Läufer oder sonstigen Mängel, da gibt's nichts zu mäkeln. Der Korpus und die Vorderseite der Kopfplatte sind glänzend lackiert, der Halsrücken satiniert. Saitenlage optimal eingestellt, alles passt. Meine „kleine Schwarze“ sieht einfach super aus und lässt sich super spielen und klingt auch akustisch (sehr) gut.
Lediglich die beiden E-Saiten habe ich an der Kopfplatte anders „aufgewickelt“, da sie beide mit etwa 45 Grad zu den Mechaniken „abbogen“.
Mit nur 5cm Korpustiefe sicher nicht für einen rein akustischen Auftritt gedacht, macht sie aber auch ohne Verstärker eine ordentliche Lautstärke zum Üben, vlt. sogar für mehr. Dadurch, dass es ich nicht um einen Solidbody handelt, sondern um einen Hohlkörper (sozusagen mit Resonanzkammern), bekommt man beim Spielen die entsprechende „Rückmeldung“ in Form von Vibrationen – ich mag das.

Wichtige Details
Da ich eine Ovation mit bekanntlich schmalem Sattel spiele, habe ich mich auch deshalb für diese Gitarre entschieden, da sie eben (nicht wie bei einer Klassikgitarre üblich) nur eine Sattelbreite von 46mm hat. Cort wirbt auch damit „die Klassikgitarre für den E-Gitarrenspieler“.
Um hier Diskussionen bzgl. Sattelbreiten vorzubeugen „ICH habe mich entschieden“, da ich beim ständigen Wechsel der beiden Gitarren einfach besser klarkomme. Auch die Halsform unterstützt dies noch einmal. ICH fühle mich bei dieser Gitarre wohl.

Elektrik
Zuerst hatte ich das Modell NY mit Fishman Piezo und B-Band A11 Vorverstärker. Der Vorverstärker lag wohl lose in der Gitarre und machte entsprechende Geräusche; hätte man sicher einfach beheben können. Was ich aber leider feststellen musste, war ein für mich zu starkes Rauschen, auch schon bei geringen Lautstärken. Im Internet findet man entsprechende Beschwerden von anderen Nutzern, die es als „Zischen“ beschreiben, also wohl kein Einzelfall. Um ein ordentliches Signal in den Verstärker zu bekommen, musste man den Volumeregler der Gitarre bis zum Anschlag drehen. Ohne Noisegate, so für mich nicht nutzbar. Es war der Grund, dass ich diese Gitarre zurückgegeben habe.

Das Model NYLECTRIC hat einen Fishman Piezo mit einem Fishman Vorverstärker. Und hier scheint es zu passen. Ich nutze einen Fender Acoustic zur Verstärkung - Nebengeräusche oder Rauschen nicht vorhanden; Klang toll (aus meiner Sicht). Volumeregler der Gitarre steht auf ¾, mit dem Bass- und Trebleregler an der Gitarre kann man den Klang so einstellen, wie man es mag - von etwas dumpfer bis leicht klirrend, je nach Lied oder Geschmack.
Alles passt.

Oh, da war noch was
Alles passt – "jetzt" müsste man sagen. Beim „elektrischen Teil“ gibt es zwei bekannte Probleme, die man auch bei anderen im Internet nachlesen kann. Das Beheben der Probleme ist einfach, erfordert aber etwas Erfahrung und das mehrmalige Lösen der Saiten und Herausnehmen des Stegs. Deshalb, wer hier keine Erfahrung hat, dem kann ICH nur empfehlen, ab ins Musikgeschäft deiner Wahl und die Gitarre, die du mitnehmen willst, am Verstärker ausprobieren.

Durch, sagen wir mal, ein unsauberes Bearbeiten der Fräsung in dem der Steg sitzt, kommt es zu zwei Problemen:
1. Die Öffnung ist zu breit und der Steg „kippt“ beim Aufziehen der Saiten in Richtung Griffbrett, mit dem Ergebnis, dass der Druck auf den Piezo entsprechend abnimmt und das Ausgangssignal fast halbiert wird. Wir sprechen hier vlt. von einem 1/10mm ??? Von meiner Ovation hatte ich noch „hauchdünne“ Plättchen zum Einstellen der Saitenlage. Hier hilft ein kleines Stück in der Mitte des Stegs (fast nicht sichtbar) und das Problem ist behoben. Erkennen kann man das Problem, wenn man seitlich auf den Steg schaut.

2. Das zweite Problem ist die unterschiedliche Lautstärke der abgenommenen Saiten. Bei mir war es die D- und G-Saite. Man kann dies im Musikgeschäft einfach testen, wenn man mit dem Fingernagel von einer zur anderen Seite auf den Steg klopft. Das Klopfen muss immer gleich laut sein. Keine Angst, man hört dies direkt; bei mir gab es fast kein Geräusch bei diesen beiden Saiten.
Der Hintergrund ist wohl eine nicht plane Fräsung, in der der Piezo liegt. Im Gegensatz zu meiner Ovation ist dies kein fester Tonabnehmer, sondern der Fishman sieht aus wie ein abisoliertes Gitarrenkabel (man sieht das Drahtgeflecht) und ist auch so flexibel. Bei einer unsauberen Fräsung entsteht so kein gleichmäßiger Druck von allen Saiten. Man muss die Saiten lösen, so dass man den Steg entfernen kann. Dann nimmt man den Piezo vorsichtig heraus und „unterfüttert“ die Stelle der Saiten, die leiser sind. Das Problem ist wohl bekannt, denn man findet in der Fräsung bereits solche Ausgleichsteile. Evtl. reicht ein Verschieben, bei mir war ein zusätzliches Teil (wiederum das Plättchen von meiner Ovation) unter der D- und G-Saite nötig. Nach 4 Versuchen habe ich nun ein perfektes Ergebnis. Trotz dickem CHECK-Aufkleber des deutschen Vertriebes, scheint man bei der Kontrolle dieses Problem wohl zu ignorieren.

Fazit
„Müsste ich auf eine einsame Insel, würde ich genau diese Gitarre mitnehmen“ schreibt ein Nutzer im Internet. Ja, dem kann ich zustimmen. Eine wirklich schöne Gitarre, die sich gut spielen lässt, einen schönen verstärkten (und auch akustischen) Klang hat und in einem bezahlbaren Rahmen von 450-500 Euro liegt. Ich denke, es ist ein wirklich guter Kompromiss zu einem Billigmodel (mit entsprechenden nicht lösbaren Problemen) und den doppelt so teuren Godin-Gitarren. Für MICH die richtige Entscheidung. Ok - meine Ovation würde ich auch noch mitnehmen.
 
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peter55
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Ein paar Bilder wären noch schön ... :)
 
C_Lenny
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Unter dem angegebenen Link der Herstellerseite gibt es schöne Bilder der Gitarre
76D50884-7D83-4DA5-B2F5-F990E22C7ADF.png
 
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Ben zen Berg
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@bwc: Bist Du sicher, dass es sich nicht um einen Solidbody handelt, sondern um einen Hohlkörper? Auf der englischsprachigen Website steht bei den Specs: 'BODY: Chambered Mahogany'. Das wird meist zur gewichtsreduzierung gemacht und so steht's auch auf der deutschsprachigen Seite. Ich hatte bisher vier Solid Body Acoustics, drei davon waren chambered. Unter der Brücke war bei allen dreien kein Hohlkörper. Nur die Yamaha AEX 500N hatte eine frei schwingende Fichtendecke. Die drei mit Massivholz unter der Bridge klangen unplugged wie das rein akustische Pendant, nur viiiieeel leiser. Die Yamaha war deutlich lauter (immer noch leiser als eine Konzertgitarre) - sie klang aber unverstärkt wie eine Blechbüchse.
 
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@Ben zen Berg
Wenn du den Body abklopft oder eine Saite anschlägst, spürst Du deutlich den schwingenden Teil, etwa ab der engen Stelle nach hinten. Auch die Brücke schwingt mit, der Ton verändert sich, wenn du auf die Brücke drückst. Im Prinzip so wie bei einer Akustikgitarre. Die Gitarre ist natürlich viel leiser, klingt aber auch unverstärkt noch ordentlich zum Üben.

Hab nachgesehen :) . Das Batteriefach (liegt direkt neben der Brücke) rausgeschraubt und man sieht den Hohlraum. Du kannst in die Gitarre „reinschauen“.
 
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