Teppich auf der Bühne ist genau eines: peinlich!
Es sei denn du bist David Byrne und barfuss auf ner komplett leeren Bühne mit 12 mobilen Musikern unterwegs.
Oder du machst Musik wie Tangerine Dream (im Schneidersitz auf dem Bühnenboden sitzend, umringt von Synthesizern, die ebenfalls auf dem Boden stehen/liegen).
Oder du
bist Tangerine Dream (wobei auch die damit meines Wissens aufgehört haben).
Was hältst Du von Kabelbrücken?
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Kosten nicht die Welt. Hab kürzlich 4x 1m für unter 40EUR erstanden.
Erstens für meine Zwecke ein bißchen unflexibel von der Länge her. Konsequenterweise im Sinne dieses Threads müßten die genau vom hinteren Bühnenrand a) zu meinem Ultimate und b) zum Rack reichen, um auch ja keinen Zentimeter freie Kabel freizulegen. Aber diese Flexibilität in der Aufstellung hab ich nicht.
Zweitens bauen die zu breit für die Mengen an Kabeln, die ich verlegen muß. Und dann auch noch da, wo ich stehen muß. Ich stehe ja auch nicht immer direkt mittig hinter den Tasten, sondern mal ganz links, mal ganz rechts, mal bewege ich mich hin und her...
Drittens, auch wieder im Sinne dieses Threads, kann der Plastikglanz störend sein.
Viertens: noch mehr Zeug zu schleppen. Meine Bandkollegen waren mir schon dankbar, als ich die riesige Zehnerleiste ausgemustert hatte.
Fünftens: noch mehr Auf- und Abbauzeit.
...Multicore / Loom!
s. hier - das ist in knapp über 10 Minuten aufgebaut und verkabelt - ist mir an manchen Stellen allerdings dann wieder zu unflexibel, wenn man dann mal mit leicht anderem Equipment unterwegs ist. Als Paranoiker könnte man da auch noch mehr verstecken - mir reicht's so.
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Ist mir generell zu unflexibel.
Hätte ich mir vor ein paar Jahren ein teures maßgeschneidertes Multicore machen lassen, hätte ich, nachdem ich die MIDI Clock eingeführt hatte, dieses Multicore wegwerfen und mir ein neues anfertigen lassen müssen, nur um ein zusätzliches MIDI-Kabel zu integrieren. Wenn ich wieder etwas umbauen will, was auch immer das ist, brauche ich wieder ein neues Multicore.
Zweitens bräuchte ich eine riesige Spreizung. Die Audiokabel gehen oben ins Mischpult, die MIDI-Kabel gehen ein ganzes Stück weiter unten in die MIDI-Patchbay, das Stromkabel geht irgendwo dazwischen in den Conditioner, und das "Netzwerkkabel" für die MIDI-Patchbay geht
vorne ins Rack.
Genau genommen müßten die Kabel in der Länge an beiden Enden auf den Zentimeter genau darauf abgestimmt werden, wo genau sie angeschlossen werden – bis hin zum Eingang am Mischpult –, um keine unnötig störenden freien Längen zu haben. Aber jeder Umbau macht das gleich wieder zunichte.
Drittens: Ein Multicore mit einem 230-V-Kaltgerätekabel, das an einem Ende eine Vierfachleiste und am anderen Ende eine Kaltgerätekupplung wie bei einer USV hat, und einem "Netzwerkkabel" in proprietärem Miditemp-Format? Überhaupt mit einem 230-V-Kaltgerätekabel zusammen mit sechs asymmetrischen (!) Audiokabeln? (Oder hat jemand eine Idee, wie ich sechs Lineboxen am Keyboardständer unsichtbar machen kann? Lineboxen, also lineare Übertrager, nicht DI-Boxen.)
Sähe schon besser aus, ist schön flach, ist matt, baut aber bei entsprechend vielen Kabeln auch extrem breit – eigentlich noch breiter als Brücken –, dauert noch länger zu verlegen als Kabelbrücken und ist nicht wiederverwendbar.
Zum Thema Teppich hätte ich noch nachzureichen: Drummer sind u. U. auf einen Teppich angewiesen. Man spielt ja nicht immer auf einem Bühnenboden. Auf Fliesen und Steinboden ist ein Teppich zwingend notwendig, auf Parkett (schon mal von privat gebucht worden?) erst recht. Besser, die "Bühne" sieht scheiße aus, weil unterm Schlagzeug ein Teppich liegt, als wenn hinterher das Parkett von der allmählich nach vorne gewanderten und wieder zurückgezogenen Bassdrum zerkratzt ist.
Martman