Das Große Geheimnis der Brass Section...

von Schulti, 24.07.08.

  1. Schulti

    Schulti Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    20.08.04
    Zuletzt hier:
    9.08.16
    Beiträge:
    111
    Zustimmungen:
    3
    Kekse:
    10
    Erstellt: 24.07.08   #1
    Hallo Leute,

    zu erst möchte ich sagen: diesen (https://www.musiker-board.de/vb/plauderecke/153004-bl-ser.html) Threat kenne ich. Allerdings ist er schon sehr alt. Ich glaube aber nicht, dass es dazu nicht wesentlich mehr zusagen gibt, als da steht!!!

    Es geht um Folgendes:
    Seit Jahren versuche ich mich immer wieder daran mit Samples eine Brass Section zu "bauen". Diese soll NICHT aus irgendwelchen Riffs bestehen, sondern aus Einzeltönen und Live über ein Masterkeyboard dynamisch spielbar sein.

    Ich habe durchaus schon was hinbekommen, womit man vielleicht zufrieden sein kann, aber ich bin der Meinung, das es noch besser gehen muss !!!


    Deshalb dachte ich, ich frag mal in die Runde:
    - Wer hat mit sowas Erfahrung?
    - Wer hat wertvolle Tips/Tricks?
    - Wer hat Ideen wie man Effekte so einsetzt, dass es am realistischten klingt?
    - Tips zum Mapping u.s.w.


    Ich bin mir sicher, dass das nicht nur für mich eine sehr interessante Frage ist!

    Über Antworten freue ich mich sehr!!!
    Grüße
    derschulti
     
  2. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

    Im Board seit:
    03.03.05
    Zuletzt hier:
    10.04.14
    Beiträge:
    4.890
    Ort:
    Recklinghausen
    Zustimmungen:
    750
    Kekse:
    29.296
    Erstellt: 24.07.08   #2
    Lass doch mal hören, was du hinbekommen hast. Dann hört man auch, welchen Stil du überhaupt anstrebst und welches Klangideal. Du kannst auch ein paar Worte dazu schreiben, denn einen TOP-Bläsersatz nachzubilden ist was vollkommen anderes als einen Bläsersatz in z.B. einer Volksmusikkapelle. Also: was hast du stilistisch genau vor?

    Ich bin selbst Posaunist+Keyboarder und habe in diversen Bands beides gespielt, Posaune auch innerhalb einer Brass-Section; als Musiker in so einer Section optimiert man natürlich seine Spielweise am musikalischen Gesamtergebnis (bzw. verwendet verschiedene Techniken). "Den" Brass-Section-Sound zu bauen ist also sowieso ein Ding der Unmöglichkeit.

    Die Standard-Tips der Instrumentation: lege eine Besetzung fest, verwende möglichst natürlich klingende Samples, sorge für korrekte Tonumfänge, spiele bläsersatztypische Voicings, verwende in sehr engen Grenzen zufällige Verstimmungen.

    Welche Besetzung willst du denn bisher nachprogrammieren?

    Naja, sicher wollen viele Keyboarder ähnliches, und ich bin von den Brass-Sounds meines (neuen :-)) Fantom G sehr positiv überrascht. Aber: Bläser denken in Phrasen, nicht in Einzeltönen. Wenn du also Einzeltöne programmierst und auf dem Keyboard abrufst, wirst du beim genauen Hinhören auch immer nur nachprogrammierte Einzeltöne hören. Wenn du einem echten Bläsersatz zuhörst, wirst du immer musikalische Zusammenhänge hören, weil sich da echte Musiker bemühen.

    Als Bläser bewerte ich Töne unterschiedlich, je nachdem, welche Rolle sie innerhalb einer Phrase einnehmen: Spitzentöne werden akzentuierter+lauter gespielt, bei Wechselnoten meist die Hauptnote lauter und die Nebennote leiser, allgemein setze ich alle verfügbaren Techniken ein, um den vom Komponisten/Arrangeuer geplanten Phrasenaufbau zu erkennen und zu unterstützen.

    Es hat ja schließlich auch seinen Grund, daß so viele Sample-CDs mit fertigen Bläser-Licks angeboten werden, das ist einfach sehr schwer auf einem professionellen Level zu imitieren.

    Harald
     
  3. Dana.

    Dana. Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    29.05.07
    Zuletzt hier:
    18.12.09
    Beiträge:
    599
    Zustimmungen:
    8
    Kekse:
    1.585
    Erstellt: 25.07.08   #3
    Auch für die Posaunen? :D *duck & run* :eek:

    Liebe Grüße

    Dana
     
  4. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

    Im Board seit:
    03.03.05
    Zuletzt hier:
    10.04.14
    Beiträge:
    4.890
    Ort:
    Recklinghausen
    Zustimmungen:
    750
    Kekse:
    29.296
    Erstellt: 25.07.08   #4
    Bei Posaune auch regelmäßig größere Verstimmungen :)

    Naja, im Ernst: geringfügig falsch intonierte Töne kommen überall vor und tragen ja viel zum Live-Charakter bei. Gerade bei der Posaune kann es bei schnellen Passagen schon mal vorkommen, daß man ein paar Millimeter (oder Zentimeter...) neben der optimalen Zugposition liegt oder die Lippenspannung nicht perfekt mitspielt. Macht im Regelfall auch nix, solange die Phrase drumherum grundsätzlich stimmt.

    Ich würde mir eigentlich mal einen Klangerzeuger wünschen, der möglichst genau einstellbar spielerische Unsauberkeiten simuliert. Den könnte man beim Arrangieren z.B. für Laien-Blasorchester oder Posaunenchöre vom Notensatzprogramm aus ansteuern und ein viel realitätsnäheres Ergebnis zum Kontrollhören bekommen. Mit einem Spektrum von "Notenlegastheniker" über "Intonationschaot" bis "Dynamikignorant". So glattgebügelt und steril-perfekt, wie es die "normalen" Klangerzeuger von PSR-175 :) bis VSL liefern - das ist doch fern aller Realität, wenn man für Laien schreibt.

    Harald
     
  5. richy

    richy HCA Soundprogrammierung HCA

    Im Board seit:
    12.10.04
    Zuletzt hier:
    2.05.12
    Beiträge:
    2.384
    Zustimmungen:
    43
    Kekse:
    3.169
    Erstellt: 25.07.08   #5
    Das gibt es fuer Pitch auf Workstations wenigsten grob schon lange. Im Pitch oder Commen Menue der Parameter Random.
    Dabei wird der Ton bei jedem Anschlag zufaellig verstimmt.
    Leider benutzen den wohl die wenigsten. Dreht man Random Pitch voll rein hat man eine prima Guggenmusik. Bei moderaten Werten klingt es einfach etwas natuerlicher als ohne.
    @Harald
    Kannst du die Tonumfaenge von Posaune und Trompete mal hier posten ?
     
  6. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

    Im Board seit:
    03.03.05
    Zuletzt hier:
    10.04.14
    Beiträge:
    4.890
    Ort:
    Recklinghausen
    Zustimmungen:
    750
    Kekse:
    29.296
    Erstellt: 25.07.08   #6
    Ja, "zufällig" geht schon lange. Ich meine aber eine Funktion, die die instrumententypischen spieltechnischen Unsauberkeiten simuliert - also nicht zufällig verstimmt, sondern so, daß die spieltechnischen Schwierigkeiten einer (z.B.) Posaune simuliert werden. Z.B. Töne auf Zugposition 5 sind bei Laien oft schlechter intoniert als auf den übrigen Positionen, weil 5 seltener drankommt. Oder so, daß tiefe Saxophontöne schwerer ansprechen als mittlere, hohe aber eher quietschen - wie es eben bei echten Laienmusikern klingt.

    Aber ehrlich gesagt, muß das nicht sein :)... mir reichen meine Klangerzeuger auch so schon aus - früher beim Arrangieren lernen hätte ich sowas gebraucht, denn die spieltechnischen Schwierigkeiten zu berücksichtigen sind das Zeichen eines guten Arrangements.

    Welche Trompete und welche Posaune? Ich nehme mal die bekanntesten:
    • Trompete in Bb: klingend mindestens e-g2, je nach Fähigkeit des Spielers auch höher, im Regelfall e-c3
    • Tenorposaune: mindestens E-f1, je nach Fähigkeit des Spielers auch höher, oft E-c2
    Daneben gibt's natürlich noch Piccolotrompeten und Alt- und Baßposaunen und alle möglichen Spezialinstrumente.

    Harald
     
  7. richy

    richy HCA Soundprogrammierung HCA

    Im Board seit:
    12.10.04
    Zuletzt hier:
    2.05.12
    Beiträge:
    2.384
    Zustimmungen:
    43
    Kekse:
    3.169
    Erstellt: 26.07.08   #7
    Hi Harald
    Da stimme ich dir voll zu. Wir hatten das Thema auch schon mal - Z.b. auch das
    diskretisierte Pitch Bending einer Trompete.
    Ebenso, dass PHYSIKAL Modelling hier wenigstens die instrumententypische Seite am besten abdeckt. Sicherlich koennte man hier auch mit einem Rompler einiges emulieren. Wobei der Ton wohl auch vom vorher angeblasenen abhaengig ist
    und da ist beim Rompler dann Ende. Hmm vielleicht beherrscht das ein Karma ?

    Ganz lustig ist es auch in einem Multisound die Instrumente teilweise monophon zu halten. Mit lowest highest last Note Prioritaet kann man dann wenigstens erreichen, dass in einem Akkord zwei Instrumente monophon unterschiedliche Eineltoene spielen.
    Es lassen sich damit nette Effekte erziehlen, herade im Legato Mode, mehr aber auch nicht.

    Ohne Kenntnisse der Charakteristik dieser Instrumente geht gezielt leider wenig.
    Ausser das bekannte P Tex gebrubbel beim Saxophon oder eben den Brass Fall.
    Oder dass der Ton gerne ueber Filter z.B. wieder anschwillt.

    Ich hab von Tuten und Blasen z.B. leider keine Ahnung.
    Naja dafuer hoere ich dann auch weniger wenn etwas nicht stimmt und bin leichter
    zufrieden zu stellen. Dieses zufaellige Verstimmen bring aber wenigstens schon ein bischen etwas. Und meine Lieblingsbesetzung ist einfach
    Posaune Section + Trompete Section. Wenn dass zu duenn ist auch Saegezahn + Puls.

    Trumpet Fall blende ich einfach ein Sampel ueber Velocity switch ein.
    Oder mache als Pitch Bender Ersatz ein ganz kurzes Glissando. Oder Bender + Glissando

    Gruesse
    Danke fuer die Ranges der beiden Instrumente.
     
Die Seite wird geladen...

mapping