Das Phänomen "versteckte Vernachlässigung": Anzeichen, Erkennung, Konsequenzen

von Akkordeonengel, 06.06.18.

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  1. Akkordeonengel

    Akkordeonengel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.06.18   #1
    Liebe Leute,

    In den letzten Jahren bin ich auf ein neues Phänomen gestoßen, das ich vorher nicht und nie kannte. Zuerst bitte zwei Beispiele:

    1/ Der bekannte tschechische Akkordeonist Vojtěch Szabó erinnert sich an seine Akko-Lehrerin an der Musikgrundschule. Sie hatte eine laxe Herangehensweise an das Unterrichten. Nach seiner Zulassung zum Konservatorium seine Professorin alles wieder von vorne zu lernen hatte. Einschließlich des richtigen Haltens des Akkordeons.

    2/ Meine Freunde haben eine Tochter. Sie hat musikalisches Talent und lernt Violine zu spielen. Der Vater wollte ihr ein Meister-Instrument kaufen. Die ganze Familie war auf dem Prüfstand neues Meisterinstruments anwesend. Verkäufer - ein erfahrener Profi hat festgestellt, dass die Mädchen die Violine falsch hielt. Deshalb hat er ihr den richtigen Griff gleich gezeigt. Das Mädchen gab vor, dass ihr Lehrer sie genau so unterrichtet hatte. Die Antwort des Meisters war sehr überraschend. Er sagte:"Ich weiß, dass er es so lernt... Dein Lehrer versuche, auf diese Art und Weise den zukünftigen Konkurrenten und Fach-Gegner zu eliminieren…" Der Lehrer war ein Freund der Familie, um so größer war der Schock der Eltern!...

    Wenn jemand schlecht angezogen wird, so kann jeder sehen, dass es vernachlässigt ist. Zum Beispiel obdachlos. Aber was im Fall einer eng spezialisierten Studium, z.B. in der Musik?

    Das Phänomen "versteckte Vernachlässigung" weist die folgenden Merkmale und Ausdrücke auf:
    • Es handelt sich jeweils um die Bildung von Kindern, bzw. seine bewusste oder unbewusste "Sabotage". Nicht bewusste "Sabotage" – z.B. sog. "Burn-Out“, bzw. versteckte pathologische Merkmale des Psychoprofils des "Täters" (Minderwertigkeitskomplexe). Eine bewusste "Sabotage": z.B. Angst vor mehr talentierte und begabte neue Konkurrenz.
    • Es ist (Gott sei Dank!) selten (zumindest in unserem Land -in der Slowakei - ich bin Slowake)
    • Dieses Phänomenon ist nur für Personen sichtbar, die in einem engen Studienbereich ausgebildet sind. Gebildete Eltern (Ärzte, Rechtsanwälte), die eine Oboe oder ein Klavier spielen, können Vernachlässigung Ihres Kind im z.B. Akkordeon-Unterricht leider nicht merken.
    • Dieses Phänomen aufzudecken ist immer schwierig und kontrovers. "Täter/in" hat meist freundschaftliche Beziehungen mit dem Kind ("Opfer") und den Eltern.
    • Behinderte ("Kinderopfer") wird oft bewundern sein Lehrer, da sie nie einen rechte Lehrmetode kennengelernt haben.
    • Derjenige, der das Phänomen offenbart, wird daher gewöhnlich als böse und voreingenommen wahrgenommen
    • Dieses Phänomen kann nur durch Langzeitbeobachtung einer größeren Anzahl von Schülern festgestellt werden. Vorzeitige Schließungen können durch die Art der Kinder negativ beeinflusst werden, oder andere Umstände.

    Ich war erstaunt, dieses Phänomen im Falle einen Person auf dem Gebiet zu sehen, in dem ich beruflich tätig bin (Biomedizin). Aber Biomedizin ist nicht mehr die Frage unseres Forum … Haben Sie bitte solche oder ähnliche Erfahrungen? Wenn ja, würden Sie bitte bereit sein, mit Ihrer Erfahrungen zu teilen und schreiben, was Sie denken darüber?

    Viele Grüße, Vladimir
     
  2. Jenzz

    Jenzz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.06.18   #2
    Moin .-)

    Ich halte den Gedanken, dass ein Lehrer einen Schüler bewusst 'falsch' unterrichtet, weil er dadurch einen späteren 'Konkurrenten' ausschalten will, für sehr weit hergeholt. Klingt ja fast nach Verschwörungstheorie....:gruebel:

    Jenzz
     
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  3. WilliamBasie

    WilliamBasie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.06.18   #3
    sehe ich auch so!
    Leider gibt es viele Fehler/Fehlhaltungen im Musikunterricht, die passieren aber in der Regel aus Nachlässigkeit bzw. der Lehrer weiß es auch nicht besser, oder es ist ihm scheißegal, solange er bezahlt wird.

    Die Ausschaltung von Konkurrenz passiert viel später, mehr oder weniger subtil bis heimlich - und meist von Kollegen und seltener vom "Lehrer".
     
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  4. Akkordeonengel

    Akkordeonengel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.06.18   #4
    Guten Abend!

    Bitte um Entschuldigung. Ich würde mir nie erlauben, unbestätigte Tatsachen hier zu schreiben! Vor allem in einem Forum, das meiner geliebten Musik gewidmet ist. Ich möchte niemanden verletzen oder beleidigen. Und ich habe gar nicht die Absicht, kontroverse und unsinnige Fragen überhaupt zu stellen. Ich war nur von der gegebenen Erfahrung sehr, seeehr überrascht. Ich habe nur meine ungewöhnliche Erfahrung beschrieben. Nichts mehr und nichts weniger. Ist es wohl aufgrund einer bestimmten Umgebung, Landschaft oder Gesellschaft möglich? Ich weiß es nicht...

    Viele Grüße, Vladimir
     
  5. WilliamBasie

    WilliamBasie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.06.18   #5
    Hallo Vladimir, zumindest ich zweifele überhaupt nicht an, daß das alles so stattgefunden hat wie Du das beschreibst !!!

    ...nur die Motivation sehe ich anders - ich hab das früber gelegentlich erlebt, als ich mit Schlagwerkern auf deren Aufnahmeprüfung an die Hochschule hingearbeitet habe und da waren zum Teil gavierende techn. Mängel vorhanden. Die eigentlich nach so langer Zeit nicht mehr hätten sein sollen.

    Überwiegend waren das Kollegen, die nie den Lehrer gewechselt hatten, aber das war kein Ausschalten von Konkurrenz, das war einfach furchtbarer Schlendrian ohne jegliche Reflexion während der Ausbildung.


    Die Fälle, die Du beschrieben hast, passen ja in das Schema: den kennen wir persönlich, den nehmen wir als Lehrer - leider war er halt nicht der beste...
     
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  6. Amateurdiva

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    Erstellt: 06.06.18   #6
    Dass ein Lehrer Schüler bewusst schlecht unterrichtet, um sich künftige Konkurrenz fernzuhalten, glaube ich nicht. Und nur aus den einzelnen Episoden ist das für mich auch nicht erkennbar. Zum Lernprozess gehören meiner Meinung nach immer auch Übergeneralisierungen oder auch didaktische Reduktionen - zumindest für einen gewissen Zeitraum. Dazu kommt, dass du nur die Schilderung einer und nicht beider beteiligter Personen kennst. Jeder versteht nur das, was er verstehen kann oder will.
    --- Beiträge zusammengefasst, 06.06.18, Datum Originalbeitrag: 06.06.18 ---
    Gebildet heißt nicht automatisch musikalisch. Klar sind die Eltern nicht Experten auf dem Instrument des Kindes, das ist aber meiner Meinung nach auch nicht nötig. Eine Person mit aufmerksamen, musikalischen Ohr kann dennoch - in gewissem Rahmen - gute Arbeit an anderen Instrumenten erkennen.
     
  7. CampFire Hero

    CampFire Hero Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 07.06.18   #7
    Sorry, aber ohne BEIDE Seiten zu dem Fall, so er einer ist, gehört zu haben, würde ich mich mit Urteilen sehr zurückhalten. Gerade bei den klassischen Instrumenten gibt es im Unterricht die verschiedensten "Methoden" oder "Schulen".

    Ziemlich harter Tobak
    Würde sagen Rufschädigung oder üble Nachrede wären da durchaus im juristischen Sinne drinnen.
     
  8. Lukredcred

    Lukredcred Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.06.18   #8
    Ich habe dazu mal eine Frage an TE, weißt du ob der Lehrer selbst die Violine auch so hält? Ich meine wenn der Lehrer das schon falsch gelernt oder es sich so angeeignet hat, dann kann er das doch nur so weitergeben?
    Denke nicht, das es ein böser Akt von ihn war, gerade weil er ein Freund der Familie ist und es sowieso die nächste Generation ist. Ist doch dann gut, wenn sein Schüler sehr gut wäre, würde seine musikalische und pädagogische Befähigung zeigen.
     
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  9. x-Riff

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    Erstellt: 07.06.18   #9
    Unbeachtet der Motive oder Gründe könnte man nach Lösungsmöglichkeiten schauen.

    Zumindest bei ambitionierten Schülern und Schülerinnen kann ich mir beispielsweise vorstellen, eine "Zweitmeinung" einzuholen, womöglich in einer größeren Stadt, das Hinzuziehen oder eine Teststunde bei einer Lehrkraft einer anerkannten Akademie oder ähnliches.

    Zumindest grobe Fehler und Versäumnisse im Unterricht müßten dort auffallen, möglicherweise würde auch das Talent des Schülers oder der Schülerin anders eingeschätzt.

    Das wäre jedenfalls auch eine nützliche Investition ab einer bestimmten Zeit bezahlten Unterrichts: mal zu schauen, ob man auf dem richtigen Weg ist und dazu eine zweite und vor allem fundierte Meinung einzuholen.

    x-Riff
     
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  10. Akkordeonengel

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    Erstellt: 07.06.18   #10
    Guten Morgen!

    Vielen Dank für Ihre Meinungen und Mühe!

    Nein. Ich kenne diese Episode nur aus den Gesprächen des Vaters. Vater sagt, dass die Tochter mit verändertem Griff leichter spielt. Leider spiele ich nicht Violine. Ich kann es nicht objektiv überprüfen.

    Ja, es grenzt schon an einen Rechtsverstoß. Es ist traurig.

    Genau eine solche Ansicht teile ich auch.

    Viele Grüße, Vladimir
     
  11. Jenzz

    Jenzz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.06.18   #11
    Moin .-)

    Ich will auch nicht komplett ausschließen, das es so etwas tatsächlich gibt.

    In der Tat erlebe ich etwas ähnliches in meinem beruflichen Sektor (im weitesten Sinne Klavierbau, Rhodes / Wurlitzer / Clavinet -Werkstatt) mit 'Kollegen' aus dem 'richtigen' Klavierbau, besonders mit der dortigen - wenn man so sagen will - 'Alten Grade'.

    Ich erlebe es oft, das dort eine gewisse 'Geheimniskrämerei' um die eigenen Reparatur- oder Stimmmethoden gemacht wird, also eine Art 'Geheimwissen' aufgebaut wird, welches der 'Wettbewerb' auf keinen Fall erfahren darf... Die sind dann immer ganz erstaunt, wenn ich 'frei von der Leber weg' über meine Vorgehensweisen berichte...

    Jenzz
     
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  12. WilliamBasie

    WilliamBasie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.06.18   #12
    ja gut..., das gibts in allen Branchen und ich finde das auch nicht verwerflich, das ist einfach ein Wissensvorsprung, der das eigene Unternehmen, die eigene Tätigkeit (zumindest noch eine Zeitlang) sichert gegen Konkkurenz.

    Ein Extrembeispiel: Ich kannte einen einfachen "Grobschlosser", der eine fantastische Idee hatte, wie man Pumpen für radioaktive Flüssigkeiten abdichtet.
    Und ich kannte den Anwender, der von diesen Pumpen 250-300 Stück pro Monat gebraucht hat. Der Lieferant hat die genial abgezockt, der wußte ganz genau, daß es nur eine Frage der Zeit ist, bis das ein anderer nachbauen kann.

    Wie es letztendlich ausgegangen ist, weiß ich gar nicht, aber nach vier Jahren hatten die Pumpen eine Preissteigerung vom 200-fachen !!!!! erfahren gegenüber dem Einstiegspreis. Der gute Mann konnte gewiss seinen Laden schließen und mußte niemals mehr arbeiten.
    War ein nettes Schlitzohr, ich habs ihm gegönnt.
     
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  13. Fastel

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    Erstellt: 25.06.18   #13
    Ich habe tatsächlich mal soetwas erlebt. Eine Probestunde in einer neuen Groß-Stadt - ich (gerne selbst auch mal Lehrer) wollte den Unterricht und die Musikschule mal auschecken. Bassunterricht - natürlich bekam ich einen Gitarristen der auch Bass spielt.
    Nachdem die Tips zum Thema Improvisation schnell gegeben waren ("Pentatonik." - "Äh ok") haben wir uns ein bisschen unterhalten. Kontrabass wäre ja auch toll, ich sagte, dass ich sogar einen rumstehen hätte. Er sagte er spiele mit seinem KB Flamenco und ich (ehrlich und aufrichtig) sowas wie: "Cool, das interessiert mich"... Er meinte aber, dass er mich darin nicht unterrichten würde, da ich ihm sonst die Jobs wegnähme...

    Tja...

    Dann noch das was @x-Riff gesagt hat, mit der 2. Meinung.
    Ich denke: wenn man an seinem Instrument wirklich gut geworden ist, aller, aller, aller spätestens, wenn es in Richtung Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule geht, dann sollte man wirklich mal den Lehrer wechseln. Ein guter Pädagoge sagte zu mir, dass auch gute Lehrer sich nach Jahren in die Fehler ihrer Schüler reinhören würden. "Das macht er eben so". Grade Sänger sind gut daran beraten alle 2-3 Jahre mal (nicht nur für eine Stunde) den Lehrer zu wechseln.
    Das muss aber nichts mit dem eingangs geschriebenem Fall zu tun haben. Bei einem Kind ist das ja immer anders.
     
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  14. saitentsauber

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    Erstellt: 25.06.18   #14
    Es kann natürlich sein, dass es sowas gibt. Oft gibt es aber auch mehr als nur einen Weg von A nach B, aber keine eindeutigen Kriterien, die beweisen, dass der eine Weg der einzig richtige ist (Beispiel: Ein Bekannter von mir sollte operiert werden. Nachdem ihm der Arzt gesagt hatte, wie er bei der Operation vorgehen wollte, kamen dem Bekannten Zweifel, ob er bei diesem Arzt bleiben sollte, er hatte nämlich gehört, dass es neuere ("sanftere") Methoden gibt. Mein Bekannter erkundigte sich bei einer anderen fachkundigen Person, die ihm sagte, es stimme, dass es neuere Methoden gebe, aber deshalb sei die des Arztes nicht "falsch" - die richtige Lösung sei die, dass der Arzt nach der Methode operiere, von der er überzeugt sei).

    Was heisst hier "festgestellt"? Der - möglicherweise auch erfahrene - Lehrer hätte vermutlich gesagt (bzw. "festgestellt"), dass der Verkäufer die Violine falsch hält.

    Das geht jetzt noch einen Schritt weiter: Es wird eine ganz bestimmte Absicht unterstellt, anscheinend, ohne dass es dafür Beweise gibt. Falls(!) der Lehrer tatsächlich eine nicht optimale Haltung vermittelt, kann es dafür viele Gründe geben - z.B. den, dass er es nicht besser weiss, weil er selbst auch so unterrichtet wurde. Wer behauptet, den einen und einzigen Grund zu kennen - was der Verkäufer anscheinend getan hat - sollte das hieb- und stichfest begründen können.
     
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  15. Akkordeonengel

    Akkordeonengel Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.06.18   #15
    Guten Morgen!


    Fastel, saitentsauber, vielen Dank für Ihre Meinungen und Gedanken. Wissen Sie, was zu heute traurig ist? Die Menschen haben gelernt, automatisch böse Absicht anzunehmen... Ich denke, wenn Menschen Güte in den Anderen erwarten waren, hätten wir sicher eine bessere Zeiten! Wir - Lebende in Osteuropa haben uns ganz naiv gedacht, dass das Ende der Totalität bessere Zeiten bringen wird. Völlig falsch! Der Wert jeder Epoche besteht immer in den Individuen, die es machen. Menschen gleich bleiben, wie sie vorher waren…

    Der Nachteil von Musik ist, dass sie in der Maslowsche Bedürfnishierarchie ("Maslow Pyramide") viel höher liegt als die Grundbedürfnisse. Brot oder Butter kann man nicht illegal kopiert werden. Selbst das Auto kann noch nicht auf einem 3D-Drucker gedruckt werden. Zumindest für den Moment. Bei Musik ist das anders. Es ist nicht unbedingt notwendig für das Leben der meisten Sterblichen und kann es ganz gut kopiert werden. Vielleicht dies ist der wahre Grund. Wer weiß?

    Na ja. Das macht nichts. Das Leben geht weiter. Ich gehöre wahrscheinlich nicht zu den meisten Sterblichen. Für mich ist Musik lebenswichtig ;).

    Liebe Grüße, Vladimir
     
  16. LoboMix

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    Erstellt: 26.06.18   #16
    Möglicherweise hat der Verkäufer recht, wenn er die Haltung der Geige bei dem Mädchen als falsch kritisiert und möglicherweise ging seine Korrektur in die richtige Richtung. Möglicherweise.
    Vielleicht ist seine Analyse aber auch grundfalsch und in Wirklichkeit ist er es, der dem Mädchen eine für sie falsche bzw. unpassende, bzw. eine ihrem Entwicklungsstand nicht angemessene Haltung / nicht angemessene Griffe gezeigt hat.
    Das Thema ist zu komplex, um hier sozusagen als Ferndiagnose zu sagen, was denn nun richtig oder falsch war in der beschriebenen Situation. "Richtig" und "Falsch" sind in diesem Kontext eigentlich ohnehin relative Begriffe. Wie sich jemand mit und an seinem Instrument bewegt, wie seine individuelle Instrumentalmotorik sich ausprägt hat auch viel mit der individuellen Anatomie zu tun, z.B. mit dem Bewegungsvermögen in den Gelenken usw.

    Was für mich den Verkäufer allerdings stark disqualifiziert, ist seine äußerst arrogante, ja schon fast rufschädigende Aussage über den Lehrer des Mädchens.
    Derartiges "Revierverhalten" habe ich selber schon öfter mitbekommen, also dass sich jemand als den eigentlichen großen Experten darstellt, den "Allwissenden", dessen Aussagen quasi ein gesetzmäßiges Gewicht zuzumessen sei.
    Bei näherer Betrachtung haben sich aber alle diese "Experten" als großspurige und arrogante Besserwisser heraus gestellt, die selber nur "mit Wasser kochen", und im Gegenteil, mit ihrer überheblichen Arroganz nur ihre tatsächliche Inkompetenz zu verdecken suchen.

    Ich rate deshalb, die Äußerungen dieses Verkäufers mit größtem Misstrauen zu begegnen!
     
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  17. rw

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    Erstellt: 26.06.18   #17
    Volle Zustimmung zu @saitentsauber.

    Wir machen beim Spielen gleichzeitig so viel falsch, dass die besten LehrerInnen immer nur bestimmte Aspekte korrigieren können. Und auch ich als (Nicht Musik-) Lehrer kann nicht alles gleichzeitig korrigieren. (Sehen kann ich es, aber Unterricht ist ein Kompromiss der auch motivationale Aspekte beinhaltet.)
     
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