Der allererste Auftritt - Fragen

von TomMag, 10.07.19.

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Gravity Stands
  1. TomMag

    TomMag Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.19   #1
    Hallo,
    nach ca. 18 Monaten des Übens, steht in unserer Anfängercoverband (alle Ü40) der erste Auftritt (Ende September) an. Es werden spielen: E-drum, Stagepiano, E-Gitarre, Bass, Vocals (evtl. 2. Gitarre). Das ganze soll in einem Tennisheim stattfinden. Es gibt keine erhöhte Bühne, der Platz "vor" der Bühne ist nach hinten durch den Tresen beschränkt, das heisst wenn es gut läuft stehen sich Band und Publikum direkt gegenüber. Daraus resultieren einige Fragen:

    Ton:
    1. Stellen wir die Lautsprecher hinten an die Wand oder vor bzw. neben die Band (wäre dann aber mitten im Raum) oder woanders hin? (2 10er Aktivboxen)
    2. wieviele Monitore sollten wir vorsehen?
    3. kommt der Subwoofer unter den Laufsprecher oder irgendwo hinten auf die Bühne? (kleiner Subwoofer)
    4. wie halten wir den Gitarristen im Zaum? D.h. verhindern, dass der Gig zum einstündigen Gitarrensolo wird?

    Licht:
    5. es gibt einen Balken mit 4 Spots => kommt der mittig hinter die Bühne?
    6. wir haben noch 2 kleine Moving Heads, einen Led Bar und ne Nebelmaschine: auf eine erhöhten Bühne würden wir die vorne an den Rand stellen. Aber ohne Erhöhung, wenn die Leute zu nah stehen, verpufft der Effekt oder? Welche Alternativen gibt es hier?
    7. den ganzen Lichtkram würden wir so programmieren, das sie im Soundmodus mitlaufen, dann bräuchten wir für die Pausen zwischen den Stücken eine Einstellung, wo die alle still halten, oder? Das ganze dann per Knopfdruck auf dem Pult umschalten, oder?

    Allg.:
    8. wir spielen Cover (Nettospielzeit unter 1h) => wie läuft das denn mit der Gema?
    9. wieviele Proben haltet Ihr vor Ort für nötig? Wir proben sonst mit anderem Equipment und stehen bei der Probe quasi im Kreis.
    10. wie schlimm ist ein Ipad am Mikroständer als "Eselsbrücke"
    11. gibt es eigentlich auch Workshops für Bühnenperformance? ;-) (und Antilampenfieberworkshops?)


    Sorry für die vielen Fragen. Mein Ziel ist auch ein wenig Überzeugungsarbeit bei den Kollegen zu leisten. ;-)

    VG
    Thomas
     
  2. netstalker

    netstalker HCA Funk- und Netzwerktechnik HCA

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    Erstellt: 10.07.19   #2
    Vor die Band , maximal seitlich vorne.
    Soviele ihr braucht um euch selbst zu hören, im Idealfall für jeden einen.
    Der sollte auf gleicher Höhe mit den Tops stehen - Laufzeit!
    Schwierig - am besten beibringen, dass er Rhythmus spielen soll.....

    Wenn man nicht mehr hat - keine schlechte Idee. Frontlicht (Weiß) wäre wichtig....
    Die Moving Heads auch nach hinten, wenn es Nebel sein soll, von "hinter der Band" nach vorne, sparsam einsetzen....
    Bitte kein Music to light - das ist GRUSELIG!!! Einen Song in Pastellfarben, einen in warmen und einen in kalten Farben. Dazwischen: weiß.
    Da hat die Spielzeit nix mit zu tun, ihr gebt dem Wirt/Veranstalter eine Gema-Liste - der sollte sich kümmern.
    Formblatt gibt es hier: https://online.gema.de/musikfolgen/welcome.faces
    Kommt auf euch an - ihr werdet sicherer sein, wenn ihr 2x dort geprobt habt; i.d.R. proben wir z.B. niemals am Venue.
    Kein Problem - in der Amateurlige macht das fast jeder (und bei den Semi-Pros auch- nur fällt es da niemandem auf, weil der Monitor in einer Monitorbox versteckt ist).
    Ist vielleicht ne Marktlücke - wenn ich mal nicht mehr auf die Bühne komme..... ;)
     
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  3. TomMag

    TomMag Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.19   #3
    wow! Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort.
    Frontlicht wäre dann ein Strahler der am anderen Ende es Raums steht?
    Licht: ok, dann lege ich mal ein paar Szenen an und schalte die dann am Pult durch.
    die Moving Heads, den Nebel und das Licht dann am besten an eine Traverse?

    VG
    Thomas
     
  4. netstalker

    netstalker HCA Funk- und Netzwerktechnik HCA

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    Erstellt: 10.07.19   #4
    Frontlicht (bei kleineren Bühnen) normalerweise am vorderen Bühnenrand in 2-3m Höhe, vor den Musikern von oben, was du /wahrscheinlich) meinst wäre ein Verfolger.
    Nebel sieht von unten kommend am besten aus, wenn man 2 hat von links und rechts.
     
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  5. soundmunich

    soundmunich Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.19   #5
    Ich kann netstalker in allen Punkten zustimmen und zum Punkt 4. ergänzen: Ihr wisst doch sicher, wie Troubadix ruhig gehalten wird :rofl:

    Aber im Ernst: Du schreibst "nach ca. 18 Monaten des Übens". Da sollten doch auch die Solo-Slots (wenn die Solos nicht eh fest einstudiert sind - freie Improvisation kann ich mir bei einer Anfänger...band ehrlich gesagt nicht wirklich glücklich vorstellen) geübt worden sein, oder? Ich meine, die Covers, die Ihr spielt haben doch fest vorgegebene Soli, die auch zum Wiedererkennungseffekt der Songs gehören (ich sag mal das Smoke on the Water Solo von der "Made in Japan" ist einfach klassisch, oder Samba Pa Ti hat auch klare Melodien, oder Comfortably Numb, wenn man da irgend etwas spielt, ist der ganze Song hin). Tja, daran sollte sich der Gitarrist halt halten.
     
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  6. TomMag

    TomMag Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.19   #6
    @soundmunich naja... der Gitarrist ist sicherlich am fittesten von uns und der improvisiert auch frei. Hat aber noch nie in einer Band gespielt. Üben und üben sind halt auch zweierlei. Einen verbindlichen Ablauf für 4 von 12 Stücken haben wir letzten Montag festgelegt. Die anderen kommen erst noch... Das Problem mit der Lautstärke haben wir seid dem ersten Tag, wann das Stück zu Ende ist und wann ich nach dem Solo wieder wieder einsteige mit dem Gesang bekommen wir dann hoffentlich noch über die Abläufe hin... der Gitarrist möchte eher spontan sein... von der Gruppendynamik ist es halt so, dass sich alle anderen schon länger kennen und ich der “Neue” bin

    @netstalker: verstanden, danke.
     
  7. Pfeife

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    Erstellt: 11.07.19   #7
    Der Klassiker: Stell ihm ein Notenblatt hin, wenns nicht ruhiger wird, schreib Noten drauf!
    Wir muggen häufig an akustisch 'interessanten' Orten, und haben uns deshalb angewöhnt, viel Zeit im Vorfeld einzuplanen. Das fängt bei ausreichend Zeit für die Anfahrt an(Raucherpausen einkalkulieren), Zeit in Ruhe das ganze Geraffel aufzubauen, und dann noch min. 1 Stunde Zeit zu haben für einen soundcheck. Danach sollte noch min. 'ne halbe Stunde Zeit bis zur Veranstaltung sein, damit zum einen vor Ort Ruhe ist, undzum Anderen ein jeder nochmal 'meditieren' gehen kann....

    Authentisch sein! Alles Andere wirkt audgesetzt,(was es ja ist).
    Und wenn man mit viel Zeit und Ruhe an die Sache rangeht, fällt schon mal ein Teil des Lampenfiebers ab.
    Ganz darfs nie wegggehen, da wird die Mugge Sche....
     
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  8. Charvelniklas

    Charvelniklas Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.19   #8
    Hehe, gute Frage. :) Mein Tipp wäre: Entspannt euch. Es ist euer erster Auftritt, deswegen: Alles kann, nichts muss. Nehmt es, wie es kommt und macht erstmal eure erste Erfahrung, das wird bestimmt cool! Hinterher habt ihr ne Menge, worüber ihr euch in der Band austauschen könnt und nach dem dritten Mal wird sich schon ein bisschen Routine im positiven Sinne einstellen.

    Mein Umgang mit Lampenfieber lässt sich vielleicht verallgemeinern, vielleicht nicht... mich hat es nie so schlimm erwischt, dass es mich gelähmt hätte. Deswegen ist mein Ansatz: Nervosität in Energie umwandeln! :) Wenn ich mal vorher nervös bin, dann begreife ich das als Vorfreude. Zumindest zum Teil ist es das. Und das ist auch gut so. Deswegen fokussiere ich mich darauf, dass ich richtig heftig Bock habe, zu spielen. Mir hilft das, und vielleicht geht es anderen ja auch so.
     
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  9. dubbel

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    Erstellt: 11.07.19   #9
    4. wie halten wir den Gitarristen im Zaum? D.h. verhindern, dass der Gig zum einstündigen Gitarrensolo wird?
    in jedem song sind x takte fürs solo gedacht. falls er bis dann nicht fertig ist: gnadenlos drüberspielen.
    und das sage ich als gitarrist.
    und sowas sollte auch bestandteil des übens sein.
    das ist das problem. bei der probe für den auftritt sollte der auftritt geprobt werden.
    vergleich: ein fußballer muss gut mit dem ball umgehen können. das sollte er auch üben. aber er kann nicht im spiel versuchen, den ball möglichst lange in der luft zu jonglieren. als guter mannschaftsspieler nimmt er an, schiesst oder passt weiter.


    9. wieviele Proben haltet Ihr vor Ort für nötig? Wir proben sonst mit anderem Equipment und stehen bei der Probe quasi im Kreis.
    bei den proben würde ich zumindest ungefähr so stehen wie beim auftritt. dann würde ich die setlist festlegen, und dann geht's auch schon darum, ob das von der zeit her hinkommt.
    das geht am besten, indem man die einzelnen nummern durchspielt.
    es ist ja genug zeit. aber den ablauf würde ich JETZT festlegen. dann erstens die einzelnen songs üben (d.h. auch -zig mal hintereinander wiederholen), und zweitens mehrmals die komplette liste ohne pause, ohne anzuhalten und wieder anzufangen, ohne gnade durchproben. crash and burn.
    dann merkt man nämlich, wie das mit der planung hinhaut.
    mit anderen worten: eine bestimmte zeit widme ich dem vertiefen von problem stellen oder unklaren wechseln, einen anderen teil widme ich dem grossen ganzen.
    beides gleichzeitig oder eine unklare absprache bei den proben kann schwierig werden.

    das verstehe ich nicht. wie ist das gemeint?

    der gitarrist sollte verstehen, dass er keine solo-performance hinlegt, sondern seine sachen der band und dem song dienlich sein sollen. er kann ja improvisieren, aber nicht den rahmen sprengen.
    wenn ihr die 12 songs habt (haut das überhaupt hin mit den 60 minuten?), dann weiss er auch bescheid.



    10. wie schlimm ist ein Ipad am Mikroständer als "Eselsbrücke"
    imho absolut indiskutabel. aber da scheiden sich die geister.



    das sehe ich zwar grundsätzlich komplett anders, aber das führt am thema vorbei.
     
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  10. the flix

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    Erstellt: 11.07.19   #10
    Achtung bei Nebel, klärt mit dem Veranstalter ab, ob das in dem Raum möglich ist. Rauchmelder lösen bei Nebel gerne mal aus, das kann von störendem Piepsen bis direktem Alarm an die Feuerwehr unschöne Folgen haben.

    Wie ihr eure Licht einsetzen könnt, hängt vom Raum ab. Licht wirkt nur, wenn es dunkel ist, allerdings muss es eine gewissen Beleuchtung für den Tresen geben. Wenn der Raum beispielsweise nur eine gemeinsam schaltbare Neonröhrenbeleuchtung hat, kannst du dir Gedanken übers Licht quasi sparen.
    Grundsätzlich gilt, wie schon erwähnt, Weißlicht von vorne oben, bunt von hinten oder der Seite. Wenn nichts anders da ist, kann man auch mit den Movingheads ein Frontlicht improvisieren. Das Problem ist die Aufstellung. Alles was auf Stativen nach oben soll, hat aus Sicherheitsgründen im Publikumsbereich nichts verloren, gerade wenn es keine richtige Bühne gibt. Habt ihr überhaupt Stative etc. um euer Material zu fliegen?
    Die Nebelmaschine kommt auf den Boden, der Nebel steigt eh nach oben. Mit etwas Gefühl kann man auch Nebelmaschinen so einstellen, dass sie den Gig durch laufen und einen gleichmäßigen Dunst erzeugen, mit einem zusätzlichen Ventilator geht das besonders gut.

    Und wie schon gesagt, Finger weg von sound-to-light. Möglichst wenig Blinken, Farbwechsel und Standardfiguren der Movingsheads ergeben ein wesentlich angenehmeres, atmosphärischeres Licht. Lieber wenig, aber dafür überlegt und gut, das sieht meiner Meinung nach deutlich besser aus. Mir ist sogar eine einzige, gut gemachte Lichtstimmung für ein gesamtes Set lieber, als ein wild vor sich hin blinkendes Setup, das keinen Kontext zur Musik hat und hauptsächlich für bunte Gesichter der Musiker sorgt.
     
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  11. MrC

    MrC Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.19   #11
    Bei Covern sollte eigentlich auch die Länge der jeweiligen Soli klar sein ...

    Ansonsten: auf jeden Fall den Ernstfall, also den Auftritt, gründlich proben. Und das heißt: im Proberaum, wenn möglich, so aufstellen wie beim Auftritt. Und dann die vorher festgelegte Setlist mal runterspielen. Dürfen auch gerne zwei Generalproben sein. Es ist halt schon eine ganz andere Situation, wenn man den/die Kollegen/in auf der anderen Seite des Schlagzeugs nicht mehr sieht ... und wenn das die Person ist, die z.B. durch Kopfnicken o.ä. einen Wechsel oder das Songende anzeigt, wird's unbequem. Daher unbedingt diese Aufstellung proben! Umso mehr, wenn ihr beim Auftritt mit anderem Equipment spielt. Einfach, um die Unwägbarkeiten im Vorfeld zu reduzieren. Und wenn ihr die Aufstellung schon geprobt habt, ist das in der Location wenigstens kein "Neuland" mehr ...

    Und, ja, es gibt auch Workshops für Bands für Bühnenperformance etc.. Einfach mal Tante Gugel fragen ...
     
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  12. TomMag

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    Erstellt: 11.07.19   #12

    mit einem verbindlichen und von allen abgenickten Ablauf, bekomme ich hoffentlich geklärt, dass das Solo z.B. nur 8 Takte dauert und am Ende auch nach dem Outro Schluss ist und der Schlagzeuger nicht mehrfach den finalen Schlag geben muss. ;-)

    Besteht hier eigentlich die Möglichkeit, dass ich mal ein Stück hochlade und nach weiteren Kommentare frage?

    und an alle nochmal vielen Dank! Das hilft wirklich weiter, zu sehen, dass meine Vorstellungen nicht total am Thema vorbei sind und andererseits auch übliche Probleme darstellen
     
  13. startom

    startom Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 12.07.19   #13
    Aufgrund eigener Erfahrungen sowohl als Mitglied diverser Bands sowie als Bandcoach: "Menschliche" Baustellen müssen als Erstes gelöst werden. Egotrips haben keinen Platz in Bands, das sind absolute "Showstopper".

    Kein Zuhörer stört sich an falschen Tönen oder kleinen Rhythmusschwankungen, aber jeder sieht sofort, wenn da zwischen den Bandmitgliedern etwas nicht stimmt und offensichtlich andere Dinge gespielt werden als abgemacht.
    Sprich deine Bedenken so rasch wie möglich bei der nächsten Bandprobe an. Nehmt euch Zeit, um den (möglichen) Konflikt zu lösen. Erst dann wird der Gig zu einem entspannten und entspannenden Erlebnis.
     
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  14. DerZauberer

    DerZauberer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.19   #14
    Ich kann euch nur raten, dass...
    (1) auf einen verbindlichen Ablauf "as soon as possible" (=JETZT) einigt, jegliches Maulen dazu ist einzustellen
    (2) ihr diesen Ablauf übt und nochmal übt und dann durchspielt um ggf. letzte Korrekturen zu machen
    (3) ihr einen Verbindlichen Satz an Lead Sheets mit Tonart/Chords/Ablauf/Text macht, den verteilt, jeder den lernt, und das die einzig wahre Basis ist (der ist auswendigzulernen!)
    (4) ihr die letzte(n) Probe(n) vor dem Auftritt als Generalprobe macht: Das Programm wird durchgespielt wie beim Gig, es wird nicht diskutiert, es wird durchgezogen nach Plan

    Beim Spiel vor Publikum vergessen viele Bands gerne...
    ... dass der Perfekte Ton weniger wichtig ist als ein sauberer Rhythmus und gutes Zusammenspiel ("gemeinsam anfangen und gemeinsam aufhören, das bei jedem Song!)
    ... dass man das Publikum nur dann "kriegt" und "behält". Wenn es nicht minutenlange Pausen bis zum Folge-Song gibt ("das muss kesseln, starte in den nächsten Song bevor der Applaus verklungen ist)
    ... dass eine Setlist mit Songtitel/Tonart am Boden total OK ist (machen auch die ganz großen), aber Notenständer oder Tablets auf die immer gestarrt werden wirklich gar nicht gehen

    Wir haben von diesen "Generalplroben" (mit Ansagen! mit Instrumentenwechseln! mit Nachstimmen!) enorm profitiert, was die Sicherheit angeht - vor allem auch in Bezug auf "Umschalten" zwischen Songs. In der Probe kann man ja mal rumeiern, reden, diskutieren, neu justieren ... live sollte das zackig Schlag auf Schlag gehen, wenn man die Stimmung halten will.
     
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  15. Korki

    Korki Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.19   #15
    Noch ein Tipp: Haltet alles so einfach wie möglich. Wenn das euer erster Auftritt ist, ist es gut möglich, dass an dem Tag / Abend jeder mit sich selbst mehr als genug zu tun hat. Versucht, alle unnötigen möglichen Fehlerquellen einfach im Vorfeld zu vermeiden.

    z.B.
    - Wenn ihr keine Erfahrung mit der Lichttechnik und den Movingheads habt, lasst es weg.
    - Packt keine Technik extra für den Auftritt ein. Nutzt genau das, mit dem ihr sonst immer spielt und mit dem ihr euch auskennt.
    - Wenn ihr einen erfahrenen Tontechniker im Bekanntenkreis habt, bittet ihn, sich um die Technik zu kümmern oder zumindest dabei zu helfen.
    - Wenn ihr immer mit Noten oder Texten geprobt habt, fangt nicht auf der Bühne an, einfach alles wegzulassen. Ein Ipad ist nicht schön und schränkt die Kommunikation mit dem Publikum ein. Unsichere bis panische Musiker und Text- sowie Notenhänger sind aber sicher nicht besser. Arbeitet daran, den Kram auswendig zu spielen. Schätzt aber vorher realistisch ein, ob ihr schon soweit seid. Es gibt sehr viele, auch routinierte, Bands, die mit Noten spielen. Mir persönlich gefällt das nicht, aber es ist definitiv kein Drama.
    - Nehmt Ersatzkabel mit, wechselt vorher die Batterien, baut euch keine Stolperfallen auf der Bühne, testet die Technik vorher und macht euch damit vertraut,...
    - Nehmt euch genug Zeit zum Aufbauen und Soundchecken. Sprecht das und die Zeiten vorher mit dem Veranstalter ab.
    - Nehmt euch Zeit für den Monitorcheck. Es ist sehr wichtig, dass sich alle vernünftig hören.
    - Spielt nicht zu laut. Das gilt insbesondere leider auch für den Schlagzeuger. Egal wie gut ihr seid, wenn es den Leuten zu laut ist, macht es denen keinen Spaß. Guckt euch die Location vorher an und überlegt euch, wie ihr die Lautstärke im angemessenen Rahmen haltet. Da ist auch radikales Dämpfen legitim. Es geht um den Bandsound, der hat oberste Priorität. Es ist egal, wenn einzelne Instrumente alleine fürchterlich beschnitten klingen, wenn das gut für den Mix ist.
    - Spielt zu Beginn ein paar Lieder, die besonders gut und quasi im Schlaf laufen. Das bringt Sicherheit und Spaß.

    Macht alles, was euch Sicherheit auf der Bühne bringt und lasst alles andere.
    Es gibt nichts Schlimmeres, als kurz vor oder während des Auftritts noch auf Fehlersuche zu gehen. Nehmt euch genug Zeit, damit ihr entspannt aufbauen und notfalls noch auf Probleme reagieren könnt.
    Das Wichtigste ist am Ende doch, dass ihr es genießt und Spaß dabei hat. Wäre doch schade, wenn ihr dafür keine Zeit habt. :-)
    Sorgt einfach dafür, dass ihr euch wohlfühlt. Meiner persönlichen Erfahrung nach hilft Vorbereitung dabei ungemein.
     
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  16. Piano1071

    Piano1071 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.19   #16
    Hier meine Tips (learned the hard way)
    1. passt auf mit dem Alk, ganz wenig kann enthemmen, aber viel macht den Auftritt kaputt.
    2. brecht die Stücke nicht ab, wenn was schief läuft. Ausser ihr habt einen routinierten Frontmenschen, der das flockig verpacken kann.
    3. Wenn Notenständer oder Ipadständer, dann stabile Profiteile, nicht die friemeligen aus der Schule. Die fallen immer um..
    4. Blickkontakt mit dem Publikum suchen, wenn man vorn steht.
    5. Wenn keine richtige Bühne da ist: Auf die Kabelage und Abklebung achten. Ein stolpendes Kind kann euch alle Intrumente umreissen, wenn er ins falsche Kabel tritt.
    6. Ein Roadie sagte mir mal: I dont belive in God, but i believe in Gaffa


    Ansonsten was Korki sagt. Grade in diesem Setup können die Drums und Gitarre echt laut werden. Ruhig vorher thematisieren. Decke in Bassdrum und Snare abkleben nicht vergessen.
    --- Beiträge zusammengefasst, 12.07.19, Datum Originalbeitrag: 12.07.19 ---
    Ach ja: Solche Aufritte sind ein hervorragender Lackmustest für die Charaktere der Mitmusiker!
     
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  17. Charvelniklas

    Charvelniklas Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.07.19   #17
    :bad: Kickdrum soweit dämpfen, dass sie klingt, wie sie soll. Kick ist aber eh nie zu laut. Nie. Snare kann natürlich schnell zu heftig knallen. Das ist aber eine Sache, die man nicht mit viel Gaffa löst, sondern Übung... zusammen mit der Snare sind aber wenn dann vor allem die Becken problematisch und spätestens da hört "Gaffa" auf, ein brauchbarer Tipp zu sein. Man kann manche unangenehmen Obertöne loswerden, indem man die Kuppe abklebt (von unten, dann ist es nicht so sichtbar), aber auch das ist mit Vorsicht zu genießen, denn dann hast du den Effekt, dass du zumindest gefühlt Resonanzen bekommst in dem Frequenzereich, wo gerade so noch nichts abgedämpft wird. Das wird dann zwar leiser, aber immer noch nicht wirklich gut. Auch hier ist die einzig echte Lösung, seine Lautstärke an die Gegebenheiten anzupassen.
     
  18. Pfeife

    Pfeife Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.07.19   #18
    Du hast noch nie in Kirchen gespielt... :opa:
    In den meisten Tempeln kannste 'nen Schlüsselbund fallen lassen, und das Geräusch ist nach 3 Sekunden weg, demmelste mal vor 'ne Bank, kannste dir 'nen Kaffee holn, und es dröhnt immer noch.
    Auch wenns widersinnig klingt, beste Variante(für uns) in so extremen Räumlichkeiten:
    Grenzfläche in die Bassdrum, und 'ne Beckentasche davor, um die direkte Abstrahlung übers Resofell zu minimieren. Und dann die Bassdrum über die PA wieder kontrolliert dazumischen.
    :great:
     
  19. Frunsch

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    Erstellt: 15.07.19   #19
    Noch ein Tipp aus eigener Erfahrung: Baut Eure Setlist so, dass die ersten beiden Songs solche sind, bei denen vergleichsweise wenig schief gehen kann. Wenn Ihr durch die dann sauber durch seid, wird viel vom Lampenfieber verschwunden sein. (Es wird ja auch immer empfohlen, bei einer Mathe-Klausur mit der leichtesten Aufgabe anzufangen. Das gibt Selbstvertrauen, wenn man eine Etappe geschafft hat. So unterschiedlich die Szenarien sind, das Prinzip ist das gleiche.)

    Und, ganz wichtig: Präsentiert Euch als Einheit. Der Zuschauer möchte eine Band sehen, keine Ansammlung von Einzelmusikern, die zufällig gleichzeitig auf der gleichen Bühne spielen. Spielt zusammen. Hört aufeinander. Und bringt Eurem Gitarristen rechtzeitig bei, dass endlose Soli nicht in das beschriebene Setting passen. Er ist doch auch keine 16 mehr, oder? ;)

    Viel Spaß und Erfolg!
     
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  20. Frunsch

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    Erstellt: 17.07.19   #20
    Hm ... ich finde, gerade das Stück ist kein naheliegendes Beispiel für festgelegte Soli. Der gute Ritchie Blackmore (mein Idol in Sachen Rockmusik, obwohl ich selbst kein Gitarrist bin) hat das Solo jedesmal anders gespielt. Was festgelegt war, war die Länge. Danach hat sich der Solist zu richten, aber ob er nun ein Solo von einer Fremdvorlage 1:1 kopiert oder lieber improvisiert, würde ich ihm überlassen - favorisieren würde ich sogar letzteres.
     
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