[Deutscher Text] Stadt Pt.1

von the_priest, 29.03.08.

  1. the_priest

    the_priest Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #1
    hallo liebe forumsgemeinde,
    nach längerer zeit nun auch mal wieder ein text von mir, zur feier des tages auch mal in deutsch. wie sich aus dem titel ablesen lässt, ist das erstmal nur ein Teil, da das ganze länger konzipiert ist, teilweise auch noch nicht fertig und so die übersichtlichkeit des threads verbessert werden soll (inwiefern das bei der länge des textes klappt, wird sich zeigen:rolleyes:). ich habe die einzelnen untergliederung nicht als einzelne songs verpackt, da sie meiner ansicht nach dafür zu kurz sind, zudem geht einzeln der sinn und zusammenhang verloren.
    die worte in klammern sind noch unsicher: eigentlich will ich sie nicht verwenden, aber zum besseren verständnis sind sie irgendwo notwendig.


    Auf den Straßen Pt.1

    Dunkles Licht, flackernde Schatten;
    Brennende Leiber erhellen die Nacht.
    Die Sicht trübt sich im Stimmengewirr.
    Und die Nacht wird zum Tag, doch der Tag ist verflucht.

    Grauer Beton mit Rost und Stahl,
    Rasendes Leuchten, quer durch den Leib.
    Verwirrt am Tag, verlassen in der Nacht,
    Doch der Tag wird zur Nacht und die Nacht ist kalt.

    Hektisches Blut durchfährt den Giganten,
    Verstopft die Adern, Zeichen des Lebens;
    Tag wie Nacht irren Seelen durch sie,
    Deren Herzen im Pulsschlag stumm bleiben.

    Pathos

    Der Moderne modernder Pathos schwebt zwischen den Häusern,
    Jeder trägt ihn mit sich fort, fort durch die Schluchten aus trübem Glas:
    Gutes wird verkannt, Bewährtes verneint, Altes muss vergehen,
    Denn Stillstand ist der Tod.

    Stur revolutioniert die Revolution sich selbst, verändert ohne Ziel
    - hatte sie je eines ? - und ihre Kinder, frisst die eigene Ideologie:
    Altes wird verbannt, Bewährtes vergessen, Gutes muss vergehen;
    Sie zerstört die Idee.
    (Wir ändern zum Besten.)

    Auf den Straßen Pt.2

    Der Nebel verhängt die klare Sicht
    Auf die vorbeirauschenden Visagen,
    die doch nichts verraten, nichts sagen.
    Anonym bleibt, wer still ist,
    Nur die Lauten werden gehört.

    Der Regen spült das Trübe dahin,
    durch die kanalisierten Bäche.
    Das Wasser ist durch Seelen ersetzt,
    doch die Bilder gleichen sich:
    Eine Masse ohne Gesicht.

    Die Neonsonne bleibt ungesehen,
    am einfarbigen Himmel,
    Der weder Tag ist, noch Nacht.
    Tausend Fassaden fluten die Kanäle
    In denen das Leben gerichtet strömt.


    Kleine Welt


    (Kleine Welt,)
    Fühlst du den Puls dieser Stadt?
    Fühlst du dich selbst?
    Fühlst du den Puls dieser Stadt?
    Fühlst du deines Gleichen?

    Die kleine Welt dreht sich
    Vor Neugier um sich selbst,
    bewundert das eigene Wesen
    und begreift es doch nicht.

    Versteift sich gegen sich selbst,
    Wie gegen ihr Gegenüber,
    Die kleine Welt hat verlernt
    Über sich selbst hinaus zu blicken.

    Fühlst du den Puls dieser Stadt?
    Fühlst du deines Gleichen?
    Fühlst du den Puls dieser Stadt?
    Fühlen hast du eigentlich verlernt.


    ist erstmal ein kleiner brocken, aber ich hoffe ihr könnt ihn verdauen.
    musikalisch is noch nix vorhanden, aber die konzeption weist in richtung prog rock (auch wenn die band dazu fehlt).
    freue mich auf euer feedback.:)

    gruß
     
  2. KingConci

    KingConci Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #2
    die texte gefallen mir sehr gut. gerade Auf den STraßen Pt. 1 & 2 sind sehr expressionistisch. Stadtmotiv 20er Jahre. top. mag ich. Kleine Welt find ich persönlich jetzt nciht ganz so gut wie den rest, dafür fehlt mir irgendwie die düsterkeit im text :)
    ansonsten würden sich die texte auch sehr gut für emopunk o.ä. machen.
    vergleich ea80 - Häuser
     
  3. Bergly

    Bergly Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #3
    "Kleine Welt" gefällt mir auch nicht so. Die anderen sind echt gut aber in songs kann ich sie mir nur geshoutet vorstellen.
     
  4. the_priest

    the_priest Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.08   #4
    danke schonmal für die Kommentare.
    ist sehr interessant, was für musikalische Assoziationen der Text aufwirft:) ich hatte da ganz andere ideen, eher in richtung einiger Pink Floyd songs (Another Brick in the Wall Pt.1, Welcome to The Machine, etc.), Genesis und A Change of Seasons von Dream Theater, was meiner meinung nach recht düster geraten ist, mit einigen großen einflüssen aus Jazz, die ersten teile aber durchaus düster gehalten.
    Kleine Welt ist in gewisserweis ein gegensatz und sollte es auch sein, weil es den zuhörer direkt ansprechen soll. zudem habe ich zu der zeit grad Comfortably Numb gehört:rolleyes:;)
    sollte auch musikalisch dann etwas aufheiterndes sein, mit einprägsamer melodie, nur nicht zu doll.
    da der text aber noch nicht fertig ist werde ich wohl auch wieder in die düstere Welt des Themas verfallen.

    gruß
     
  5. willypanic

    willypanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.08   #5
    Hallo priest,
    das ist alles sehr stilsicher formuliert. Und es ist alles richtig und deprimierend traurig.
    Es ist nur nicht neu und nicht innovativ.
    Hatten wir das in dieser Form nicht schon zu oft?
    Du hast doch das dichterische Talent dazu, die Dinge abstrakter und eigenartiger zu beschreiben.
    Mir sind viele Formulierungen zu ausgelutscht und zu wenig echte Highlights wie z.B.:
    "Brennende Leiber erhellen die Nacht".
    Für mich ist zuviel Pathos drin.
    Grüße
    willy
     
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