Die 80er - ne verrückte Zeit (nicht nur) für Gitarristen

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RED-DC5

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Die Achtziger ,mit teilweise Plastic Music aber es kamen auch gute Bands
wie die bereits genannten Talking Heads ,oder andere Schiene Ultravox
lieferten mit Vienna und Rage in Eden zwei tolle Alben ab,
Für mich als Hessen gab es da auch noch die Rodgau Monotones ,die da
in ihrer Blüte waren , Auftritt im Rockpalast und bei einem Festival in
Offenbach mit Dylan, Santana und Baez die dann auch Children of the Eighties
sang. ...und ich bekam meinen ersten Verstärker Fender Priceton Reverb II
 
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drul

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Lustig hier! Scheinen ja einige Leute eine Menge zu erzählen zu haben. Find' ich gut! @Admins -bitte nicht einbremsen wegen OT oder so; da ist doch mehr Qualität drin als in so manchem anderen Thread!

Möchte nur kurz - aus Zeitmangel - später ggf. mehr - anklingen lassen:

Ja; die 80s waren die Zeit der 19" Racks
Thomann bestand nur aus einem Haus
es gab tatsächlich noch lokale Musikalienhändler - i.d.R. mit ca. 5 Gitarren an der Wand und wie schon beschrieben i.d.R. irgendwelche Fernost-Kopien
Musik hat man noch von Plattenspielern über endloses Liften und wieder einsetzen der Nadel an den einschlägigen Stellen/Rillen rausgehört und versucht die Licks und Akkorde zu entschlüsseln.

Aber: es gab auch wieder die ersten Retro-Gegenbewegungen: Indie / Grunge! Sonic Youth, Dinosaur Jr, Mudhoney, Lemonheads, Giant Sand, Henry Rollins, Motorpsycho - um nur spontan aus der Erinnerung einige zu benennen. Und ja kaum zu glauben; ich habe Nirvana noch als völlig unbekannten Act in kleinen Clubs in Nürnberg gesehen (2 x). in D Philipp Boa & Voodoo Club, The B'shops, Tom G. Liwa; alles völlig unvollständig jetzt - gerne zu ergänzen! Was hatten alle gemeinsam? KEINE 19" Racks; KEINE JEM oder andere Shreddergitarren. Sondern Rickenbackers, Jazzmasters, Strats & Teles, Les Pauls. Fender-Combos oder Marshall (Half-)Stacks. ein bis drei Bodentreter und ab die Post. Wir wurden damals ziemlich dafür belächelt, "so altes Zeugs" zu spielen. Haben teilweise sogar unsere Blackface Fenders auf Anfrage von deren Agenturen an tourende US-Bands wie die Moe Tucker (ja, DIE Moe Tucker) Band verliehen.

So viele Erinnerungen. Mühsam war's. aber auch: Schön war's!
 
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Dr_Martin

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Ich hab Nirvana live in Köln gesehen als sie noch relativ unbekannt waren:

1989 im Kölner Roseclub vor ca. 100 Leuten:

IMAGE 2021-02-01 17:15:24.jpg


Photo: Dietz Güldner
 
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RED-DC5

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1980, eines der letzten Konzerte von Led Zeppelin in Ffm. ... und ich war dabei, dieser Gitarrist der Band nahm sich zu fast jedem neuen Song eine neue Zigarette und eine andere Gitarre, in der Festhalle haben die Marshall und Orange Halfstacks noch gepasst. Später war dann mit the Firm in der kleinen Kongress Halle wieder mit den gleichen Amps und es gab nur noch schrillen Klangbrei, meistens spielte er auch noch Telecaster
 
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RED-DC5

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Das war einer von den Jimi s , ich glaube er heißt Page
 
Rostl

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siehste geht doch :great:
der geilste Gitarrist aller Zeiten :D
 
RED-DC5

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Tagesform, hing von seinem Drogenkonsum ab.
 
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Martman

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Ich musste mir immer alles selber zusammensparen, obwohl meine Eltern im Vergleich zu meinen Freunden eher zu den Besserverdienern gehörten. Meine Freunde bekamen teilweise alles von ihren Eltern geschenkt, ich nicht, fand das natürlich immer ungerecht. Dafür weiß ich mein Equipment auch zu schätzen. In der Woche Zeitungen austragen, in den Ferien auf dem Bau jobben - so hab ich mir das alles mühsam erarbeitet, denn so war das früher.
Ich glaub, ich kann hier alle toppen. Zu Weihnachten '86 bekam ich eine elektronische Orgel geschenkt. Ich meine, da kostete eine italienische Versandhausorgel der Einstiegsklasse schon Viel Geld™ – oder hätte gekostet, wenn es damals sowas noch gegeben hätte. Aber für mich gab's was Japanisches, und die Dinger waren an sich schon mal teurer als Italo-Orgeln. Noch dazu war das Ding Oberklasse.

Zu dem Zeitpunkt spielte ich erst drei Jahre. Es war trotzdem schon meine zweite Orgel fällig, weil die erste, die ich '84 nach nicht mal einem Jahr Orgelspielen mitfinanziert hatte, ihren Geist aufgegeben hatte. Eine größere Orgel sollte es sowieso sein, weil ich aus der noch mehr rausholen konnte (und wahrscheinlich auch, weil meine Eltern dann noch besser mit mir strunzen konnten).

Nun lag es aber in der Natur elektronischer Musikinstrumente, daß sie gerade in den 80er Jahren rasant veralteten. Keine vier Jahre später hatte Technics derart hochgezüchtete Spitzen-Arranger rausgehauen, daß ich auf meine Orgel gar keinen Bock mehr hatte, weil die mir von den Möglichkeiten her nicht mehr genügte. Ich traute mich aber nicht, meinen Eltern das zu sagen. Vor allem mein Vater hatte wohl geglaubt, die Orgel sei eine Anschaffung für die nächsten Jahrzehnte. Aber gut, meine Eltern verstanden sowieso nicht viel vom Musikmachen – und hätten es auch nicht eingesehen, daß ihr Sohn mal mehr von etwas versteht als sie, bis Ende '91 der erste Computer in der Familie ankam und letztlich ich der einzige war, der ihn benutzte. (Daß ich auch der einzige in der Familie war, der ohne Anleitung einen Videorecorder programmieren konnte – geschenkt.)

Zugegeben, die Gegend, in der ich aufgewachsen bin, war sowieso vor allem damals kulturelle und vor allem musikkulturelle Wüste. Welle Nord a.k.a. Radio Sterbehilfe hatte gefühlt mehr Hörer als alle anderen Radiosender zusammen. Das Verhältnis wäre noch schlimmer gewesen, hätten nicht auch einige junge Leute eigene Radios gehabt, wo sie bestimmen konnten, was gehört wurde. Aber diejenigen, die wirklich was von der großen weiten Musikwelt mitbekamen, hauten letztlich fast alle nach dem Ende der Schulzeit in Großstädte ab.

Der Rest ergötzte sich wöchentlich an der ZDF-Shitparade – die war zwar nach Hecks Abgang von Viktor Worms komplett umgeschmissen worden, um endlich auch Modern Talking einladen zu können, aber man sah sie weiterhin, weil das hatte man ja schon immer so gemacht. Live-Musik kannte man praktisch nur von Alleinunterhaltern – die lokalen waren so scheiße, daß die besseren Musiker, die über größere Distanzen anreisten, nicht nur Touristen anlockten, sondern auch Einheimische –, dem kirchlichen Posaunenchor, der aber auch wirklich noch beim letzten lokalen Blechbläser die Spielweise versaute, und den seltenen Auftritten der grottenschlechten Schulband des lokalen Gymnasiums. Gute Live-Musik kannte man also fast gar nicht.

Das dürfte wohl auch der Grund gewesen sein, warum so viele Kinder Orgel bzw. später Keyboard lernen wollten. Die einzigen nennenswerten musikalischen Vorbilder waren entweder Alleinunterhalter oder andere Kinder/Jugendliche, die auch Orgel bzw. Keyboard spielten. Sonst gab's da ja nix. Zur nächsten Live-Musiklocation fuhr man wahrscheinlich mindestens eine Stunde, wohl eher anderthalb, mit dem Auto und dann auch über mindestens eine Kreisgrenze. So weit mußte man auch fahren, wenn man Musikequipment kaufen wollte, das keine Heimorgel war, und als die weg vom Fenster waren, bekam man gar nix mehr. Es war ja sogar schwierig, Gitarristen zu finden. Oder überhaupt bandtaugliche Musiker.

Ich glaub ja, was dann Anfang der 90er passierte, reichte aus, um zumindest ein bißchen für Veränderungen zu sorgen. Die wohl erste Punkband der Gegend, eine schulische Konzertreihe an den Jahresenden '90 bis '92, zu der auch Bands von Schulen vom Festland dazugeholt wurden, und '92 und '93 dann die Auftritte einer gewissen irischen Familienformation. Die waren zwar vor allem stilistisch mehr als kontrovers, aber bis dahin hatte ja noch nie jemand sowas gehört – und trotz allem waren die musikhandwerklich wohl besser als alles, was es bis dahin in der Gegend gegeben hatte. Wahrscheinlich war das auch wieder verstörend. Aber es war wohl auch inspirierend, denn in den 90ern hatten auf einmal mehr junge Leute Bock auf Musikmachen, weil die sich letztlich auch gegenseitig inspirierten.


Martman
 
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