Die ewige Frage des Sustains

von Harlequin, 05.02.07.

  1. Harlequin

    Harlequin Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 05.02.07   #1
    Da in letzter Zeit viele Reviews hier im Forum auftauchen und dort immer von einem so langen Sustain gesprochen wird, stellen sich mir verschiedene Fragen.

    Ich habe mal ein wenig gegoogelt und dabei diese Arbeit gefunden, die sich jedoch eher um A-Gitarren dreht.
    http://iem.at/projekte/acoustic/musik/fehler/winkler.pdf

    "Speziell auf der Gitarre ist die selektive Dämpfung unterschiedlicher
    Frequenzbereiche stark ausgeprägt. Die Ausklingzeiten in der unteren
    Oktave betragen hier 10-20 Sekunden, in der hohen Lage etwa 5
    Sekunden und um 2000 Hz (also im Obertonbereich) nur 2-3 Sekunden."

    Wenn man das mal so annimmt - ich wüsste keine genauen Sustainzahlen. Vielleicht hat Ray noch welche von seinen Testreihen mit den Deadspots - dann fände ich es schwer - in erster Linie in den oberen Lagen - von einem langen Sustain zu sprechen. Ob nun 5 oder 4 Sekunden, das wäre nun nicht so dramatisch wie ich finde. Wäre das unter diesem Niveau von vielleicht 4 Selunden, dann ginge das ja beinahe schon auf Deadspotniveau, also vielleicht 2 Sekunden oder 1 1/2 Sekunden (Auch wenn ein Deadspot anders ausklingt).

    Bei den tieferen Saiten dürfte das wohl eher hörbar sein mit den unterschiedlichen Sustainausprägungen. Da fände ich mal interessant, inwiefern das praktisch wahrnehmbar ist bei verschiedenen Konstruktionen.
    Beispielsweise meine ich gelesen zu haben, dass bei einer Les Paul durch nur einen Cutaway an den Diskantsaiten die tiefen Saiten länger schwingen würden da durch den mangelnden Cutaway an deren Seite das Holz die Schwingungen besser aufnimmt und überträgt. Oder befinden wir uns dann auch hier wieder auf Graswachsenhörenniveau?:confused:

    Wäre demzufolge es nicht so, dass man Sustainunterschiede aufgrund verschiedener Konstruktionen in erster Linie bei Leersaiten bzw. den tiefen Saiten bzw. bis vielleicht zum 12. Bund hört. Also die Unterschiede beispielsweise bei einer Fender Strat mit geschraubtem Hals und einer Les Paul mit geleimten Hals sowie einer Superstrat mit durchgehendem Hals sich im Bezug auf das Sustain sich in den oberen Lagen vielleicht Differenzen von 6 auf 5 oder 4 1/2 Sekunden ausmachen lassen, was absolut gesehen für meine Begriffe nicht so viel ist (von der praktischen Seite), in Relation natürlich schon einiges sind, und zwar bis 30%. Diese Relation - wenn diese dann beispielsweise bei 30% läge - würde sich dann in erster Linie in den tieferen Lagen bemerkbar machen, da 30% von 20 Sekunden wohl doch sehr viel auffallender wären als 30% von 5 oder 6 Sekunden.

    Chaotische Gedankengänge, ich weiß :D Aber irgendwie ging mir das gerade so durch den Kopf, da immer vom langen Sustain geschwärmt wird.
     
  2. Cookieman

    Cookieman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.02.07   #2
    Das Sustain hängt weniger von der Bauweise der Gitarre ab sondern mehr von der Masse des Schwingenden Holzes .Das ne Les Paul solange schwingt liegt mehr daran das der Hals ziemlich breit und dick ist . Außeredem ist Sustain nicht alles !:)
     
  3. Harlequin

    Harlequin Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 05.02.07   #3
    a) Also indirekt von der Bauweise, da eine Les Paul nunmal mehr Masse hat als eine Strat :D
    b) Das mit dem Sustain ist mir auch klar, mir stellte sich die Frage aber einfach mal. Logisch, hier werden ja auch gelegentlich bis häufig geschraubte Hälse von vornerein ausgeschlossen da das Sustain beschissen sei ;)
    Mich interessiert einfach nur, wo man es fest macht, ob eine Gitarre nun viel oder wenig hat. Meine Schlussfolgerung, dass man gravierende Unterschiede im Sustain im Endeffekt nur bei den tiefen Saiten bzw. den tieferen Lagen findet. In den oberen Bünden veschwinden diese Unterschiede zunehmend. Und ich wollte einfach mal ein wenig mehr darüber erfahren, da das einfach ein Thema ist, was immer wieder angesprochen wird.
     
  4. Doogie

    Doogie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.02.07   #4
    N`abend!

    Ich denke das Festmachen ob eine Gitarre nun viel oder wenig Sustain hat ist doch ziemlich stark subjektiv geprägt von demjenigen, der dies beurteilt.
    Aber wie wird das denn beurteilt? Setzt man sich mit der Klampfe hin, schlägt ne Saite an und drückt dann auf die Stopuhr wie lang der Ton klingt:confused: :screwy: - Kann ich mir jetzt nicht wirklich vorstellen. Ich finde am besten kann man das Sustain einer Gitarre "erfahren" wenn man einfach unverstärkt damit spielt. und da klingt jede Gitarre doch irgendwie anders (was jetzt nicht nur das Sustain betrifft). Man hat einfach das Gefühl das die Klampfe superlange klinget und schwinget:)

    Ich verstehe nur nicht warum das Sustain in irgendeiner Art und Weise "gemessen" werden muss. Viel mehr sollte des Feeling des Instrumentes, das Gesamtpaket stimmen, und wenn das stimmt braucht man sich doch keine Gedanken drüber machen ob Ton XY jetzt 5,89 oder doch 5, 88 Sekunden hörbar ist?

    Gruß

    Doogie
     
  5. dasJockAl

    dasJockAl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.02.07   #5
    und nur so nebenbei sei bemerkt das das sustain bei einer neuen tollen gitarre gleich um ein paar sek. länger ist als bei seiner alten gitarre ;) :D besonders bei manchen reviews die ich hier so lese...

    ich kann bei keiner meiner gitarren einen nennenswerten unterschied im sustain in den höhern lagen ausmachen .... und das geht von RR - Strat - Panthera (also ähnlich les paul und noch dazu 7 string also bei der hebst du dir fast einen brucht). Zumindest unverstärkt.... am amp ist das ja doch ziemlich abhängeg welcher pu da davor hängt...

    imo lässt sich der unterschied mehr an der lautstärke des unverstärten tones einer gitarre erkennen als am sustain, weil da sind ordentliche unterschiede erkennbar
     
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