Distortion/Overdrive - nur ab gewisser Lautstärke möglich?

Hm, mir scheint auf eine bestimmte Frage hier nicht ausreichend eingegangen zu werden: Handelt es sich um einen Bedienfehler?
Meines bescheidenen Erachtens nach: ganz klar ja, sorry.
Wenn einem MG30 bei egal welcher Lautstärke keine verzerrten (bis überzerrten...) Sounds zu entlocken sind, dann liegt ein Bedienfehler vor - oder der Amp ist kaputt (da allerdings beide vorhandenen Amps nicht zum Zerren zu bewegen sind, gehe ich mal davon aus, dass nicht zufälligerweise gleich beide hinüber sind).

Gerade weil der MG ein Transistoramp ist, braucht's keine Endstufensättigung, der Sound wird in der Vorstufe definiert und in der Endstufe lediglich verstärkt.
Wie hier schon x-Mal geschrieben wurde: OD2, Gain aufdrehen und per Master die Lautstärke regeln. Dass hier keine Verzerrung anliegt, kann bei intaktem Amp nicht sein. Sogar wenn eine Akustik-Klampfe angeschlossen wird, zerrt's - klingt schrecklich, aber verzerrt-schrecklich.

Somit ist die Antwort auf die Frage "Ist verzerrt = teuer?": Nein.
Können bestimmte Arten von "verzerrt" teuer sein? Auf jeden Fall.
Klingt ein zerrender Transistor-Amp bei gemäßigter Zimmerlautstärke so gut wie eine Vollröhre in Sättigung mit nem feinen Overdrive davor? Geschmackssache.
Kann man bei gemäßigter Zimmerlautstärke gut klingende Distortion-Sounds erzeugen? Ja. Auch mit einem MG30.
 
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ach so - rein interessehalber: welche Gitarre?
 
Wir(mein Gitarrenduo) beide sind zufällig auch Physiker (also er hat sogar n Doktor und ich unterrichte Physikleistungskurse), [...]

Das kann ich jetzt kaum glauben :eek::rofl: - der Trollverdacht von @Ponti ist da, mit Verlaub, recht naheliegend!


[...], also taucht ruhig gerne in technische Details ein, und das macht für uns so gar keinen Sinn. Töne sind physikalisch gesehen nur akustische Signale im hörbaren Bereich, die vollkommen sinusförmig schwingen. Verzerrte Signale sind halt gestört (mit nicht nur Obertönen der Grundfrequenz) und das geht leise genauso wie laut.

Verstärker an sich...

... haben ja schlicht und ergreifend die Aufgabe, aus einem schwachen Signal ein stärkeres Signal zu machen.

Lineare Verstärkung
Idealerweise geschieht das linear, d. h. ein Sinus bleibt ein Sinus, nur eben mit größerer Amplitude. Das ist das hohe Ziel von Hifi-Verstärkern, denn sie sollen den Original-Klang nicht verfälschen (deshalb heißt es Hifi für "High Fidelity"), sondern "nur" lauter machen.

Wenn man also den Original-Klang von Heavy Metal (mit Verzerrung aufgenommen) linear lauter oder leiser macht, ändert sich nichts am Vorhandensein der Verzerrung.

Nicht-lineare Verstärkung
Gerade bei Elektro-Gitarren spielt aber der genutzte Verstärker eine wesentliche Rolle bei der Klangfärbung - da möchte man keine "langweilige" lineare Verstärkung, sondern hat die eigentlichen Nachteile von Schaltungen (vor allem mit Röhren) liebgewonnen und möchte sie nicht missen.

Deshalb - weil ja offenbar beim TE ein grundlegendes Verständnis fehlt, tatsächlich ein kleiner Ausflug in Mathematik und Physik:


"Nicht-ideale" Eigenschaften von Röhren

Röhren im Grenzbereich (!) verhalten sich aber eben nicht mehr linear, das ist der eigentliche Punkt. Bei Transistoren ist das genauso, klingt nur für unsere Ohren deutlich weniger angenehm.


Wie funktioniert eine Röhre?

Ich komme mir jetzt etwas dumm vor, das einem Physiklehrer zu erklären, aber hier scheint es bei der Übertragung von der Theorie in die Praxis zu hapern.

Durch eine Röhre fließt ein Strom, indem Elektronen durch Glühemission freigesetzt werden und ihr Fluss durch das Anlegen einer Gegenspannung gebremst werden kann (vereinfacht gesagt).
Hier bedeutet: Viele Elektronen: großer Strom, weniger Elektronen: kleinerer Strom.
Zusammen mit einer geeigneten Verstärkerschaltung (siehe Physikunterricht) kann man auf diese Weise starke Signale durch schwache Signale steuern (also quasi die schwachen Signale auf diese Weise verstärken).

Ein Sinus (als prinzipielles Beispiel) erhält also seine Form, solange alles noch im linearen Bereich abläuft und wird ein Sinus bleiben. Nur eben mit entsprechend größerer Amplitude.

Hier ein Beispiel für einen solchen Sinus:

1636189139060.png


Was ist nun das "Problem" bei Röhrenverstärkern und woher kommt die "Verzerrung".
Ganz einfach: es steht ja nur eine gewisse Menge von per Glühemission freigesetzten Elektronen zur Verfügung. Sie können durch Anlegen einer Gegenspannung aufgehalten werden (so steuert man ja die Stärke des Ausgangssignals), aber irgendwann schaffen es alle Elektronen auf die andere Seite und mehr als "alle" geht halt nicht.

Somit kann ab einer gewissen Signalstärke das Signal nicht mehr noch stärker werden, weil bereits der maximal mögliche Strom fließt, denn mehr Elektronen gibt es nun mal nicht.

Dies führt dazu, dass sogar eine schlichte Sinusspannung einfach ab einem gewissen Punkt abgeflacht wird (maximal mögliche Signalstärke) und somit "abknickt" und flach weiterverläuft. Prinzipiell so wie hier: Verstärkung weiter aufgedreht, der Sinus hätte theoretisch die doppelte Amplitude haben müssen, aber ab einem Maximalwert ist die Kurve abgeplattet und es geht nicht mehr noch lauter.
Stichwort "Clipping" aus einem Beitrag, der gerade hinzugekommen ist, während ich hier schreibe.

1636189517344.png


Diese Beispiel ist ein wenig extrem gewählt, soll aber deutlich zeigen, was mit einem Signal geschieht.

An die Physiker: Nun sollte es leicht ersichtlich sein, dass durch diese scharfen Knicke im Signalverlauf hohe Zusatzfrequenzen ins Spiel kommen, die es im Originalsignal nicht gab.
Das Stichwort lautet "Fourier": Wenn man dieses Knick-Signal per Fourier-Analyse in sein Frequenzspektrum umrechnet, wird es völlig klar, dass da starke höherfrequente Anteile hinzukommen.

Das nehmen wir als "Verzerrung" wahr.
Für den Transistor gilt das prinzipiell genauso, klingt aber eben führ unsere Ohren deutlich unangenehmer.


Hier haben ihn also: den Zusammenhang zwischen "Lautstärke" und Verzerrung.
"Lautstärke" ist hier natürlich irreführend, weil dieser Effekt in allen Stufen des Verstärkungsprozesses auftreten kann.
Deshalb ist es möglich, eine Vorstufenverzerrung durch Übersteuerung der Vorstufe zu erreichen, aber dennoch am Ende relativ geringe Lautstärken zu fahren.

Aber ich denke, damit sollte das grundsätzliche (selbst für Physiklehrer scheinbar unerklärliche - ich kann das immer noch nicht glauben!) Phänomen entzaubert sein.
Wenn man - irgendwo im Signalweg - nicht mehr dieses Clipping erreicht, z. B. durch "zu geringe Lautstärke", dann ist man einfach noch im linearen Bereich der entsprechenden Stufe und es findet keine Verzerrung statt.

Wenn man diese eigentlich einfachen physikalischen Gründe kennt und versteht, ist es sehr viel einfacher, zielführend an den diversen Parametern zu schrauben.

Viele Grüße
Torsten
 
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Wir(mein Gitarrenduo) beide sind zufällig auch Physiker
ich versuche in Foren nie "Bauernregeln" zu herauszuarbeiten, sondern will immer lieber eine Sache so tief wie möglich auf den Grund gehen
Soweit ich weiß, fängt das Physikstudium immer mit Experimentalphysik an bevor es an die theoretische Physik ran geht. Es macht also durchaus Sinn erstmal den gewünschten Sound (Zerre) mit "Bauernregeln" hinzubekommen, und sich dann im Anschluss mit der Materie tiefer zu befassen.

es ist mir immer noch unklar, ob leise plus verzerren geht
Geht 100%

wenn ein Pedal nur die gleiche/ähnliche Elektronik wie der Verstärker benutzt, warum sollte ein Pedal dann etwas können, was einige Verstärker nicht können?
Bei gleicher Elektronik können beide das gleiche. In der Kombination presst man noch zusätzlich was raus.

Ist leises Verzerren teuer?

Mit 96€ bist du auf der sicheren Seite

Boss MT-2 Metal Zone Distortion

Denn mit Gitarren Volume runtergedreht gibt es keinen/kaum verzerrten Klang.
Das Ergebnis mit dem MT-2 ist garantiert. Auch mit Gitarren Volume auf 1 kann man Metal spielen, auch mit Single Coils, auch in Position 2 und 4 auf einer Strat. Clean ist ausgeschlossen.

Daheim kann man NIEMALS dieses Zerren hinbekommen, welches ein Ergebnis von Schallpegel, Schalldruck, Feedback ist, welches man auf einer Bühne / Location erzeugt.
Das Problem: der TE bekommt anscheinend gar keine Zerre. Es geht ihm nicht im die Qualität des Sounds.

der Trollverdacht von @Ponti ist da, mit Verlaub, recht naheliegend!
Sorry, muss leider auch bestätigen. Zwei PhD der Physik sollten das Grundprinzip der Funktionsweise eines Gitarrenverstärkers (also eines Gerätes aus den 1930er) verstehen können, vor allem nach allem, was hier bereits geschrieben wurde. Allgemeine Recherchemethoden sollten bei dem akademischen Niveau auch geläufig sein.

Aber niemand ist perfekt und ich kann mich auch irren, also ist vielleicht die Frage doch ernst gemeint. In dem Fall: "Metal Zone" benutzen. Ernsthaft! Die Zerre ist garantiert!
 
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Sorry, muss leider auch bestätigen. Zwei PhD der Physik sollten das Grundprinzip der Funktionsweise eines Gitarrenverstärkers (also eines Gerätes aus den 1930er) verstehen können, vor allem nach allem, was hier bereits geschrieben wurde. Allgemeine Recherchemethoden sollten bei dem akademischen Niveau auch geläufig sein.
Da komm ich auch nicht mit. Man muss tatsächlich kein "Gelehrter" sein, um aus den ersten Post bereits zu erkennen, wie und was man machen muss.
Wenn man Physiker ist, hat man ein Grundverständnis vermittelt bekommen, denn Elektronik ist auch Physik.
Soweit muss man aber auch gar nicht in die Physik eintauchen. Es gibt zwei bis drei Potis, nach 5 Sek weiss man doch, wann es zerrt oder nicht.
 
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Wir(mein Gitarrenduo) beide sind zufällig auch Physiker (also er hat sogar n Doktor und ich unterrichte Physikleistungskurse),
Echt jetzt? Physiker? Die Story, die du auftischst, ist in etwa so wie: "Wenn ich Metallica höre und ich dreh' die Lautstärke auf Schlafzimmerniveau, sind die Gitarren plötzlich clean!" +1 für Trolle!
 
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Fühle mich hier nicht verstanden...

Allerdings ist mein Thema eher, wie - Details: nicht bloß Transistor und Kondensator, sondern welche Kapazitäten, welche Art von Kopplung, wie viele Schwingkreise sind beteiligt - wird im Verstärker verzerrt. Dann kann ich mir selbst zusammen reimen, welches Problem der Peavey Verstärker hat.
Du schreibst doch, dass Du bei allen Verstärkern incl. Deines Marshalls die gleichen Beobachtungen machst, nicht nur mit dem Peavey. Es ist wohl hochgradig unwahrscheinlich, dass die alle den gleichen Defekt haben (einfache Logik) ;)
Deine genannten E-Technischen Details sind bei der Sache nicht zielführend und wirr. Aber wenn Du die Schaltung verstehen möchtest, schau doch einfach hinein, so komplex ist die Sache nicht.
Weiterhin viel Erfolg, aber ich kann kaum glauben, dass dieser Thread mit dem doch sehr weltfremden Geschwurbel kein Getrolle ist :hat:
 
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Es gibt zwei bis drei Potis, nach 5 Sek weiss man doch, wann es zerrt oder nicht.
Das Problem ist, dass alle diese Knöpfe (gain, vol, master) das Ganze auch leiser machen. Ich vermute nämlich, dass hier das Problem liegt.
 
Mir scheint da bissi viel Hang zur Theorie vorhanden zu sein. Einfach mal mutig sein. :D

Theorie is wenn mal alles weiss, aber nichts klappt. Praxis is, wenn alles klappt und keiner weiss warum. In diesem Thread sind Theorie und Praxis vereint: nix klappt und keiner weiss warum.

Mal ernsthaft, jeder 8-jährige ohne Physikkenntnisse käme auf die Idee es mal anders rum zu probieren. Alles auf eleven und dann mit hörbarer Zerre einen Regler nach dem anderen runterdrehen bis Mama/Papa nicht mehr aus den Ohren bluten. Nur Mut! :D
 
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Also sozusagen das Gegenteil von dem hier:

3DC7391C-4BFE-411C-9B51-B086F4B03382.jpeg
 
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Das Problem ist, dass alle diese Knöpfe (gain, vol, master) das Ganze auch leiser machen. Ich vermute nämlich, dass hier das Problem liegt.
Ich schreib gleich mal eine Doktorarbeit darüber:rolleyes:
 
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Es ist doch gar nicht so schwer/kompliziert.
Verzerrung oder „Overdrive“ ist der Sound, der entsteht, wenn eben Sinusschwingungen nicht mehr in der Amplitude lauter verstärkt werden können, weil mindestens eine Verstärkungsstufe an ihre Leistungsgrenze kommt und „überfahren“ wird, d.h. mehr Input-Amplitude bekommt, aber nicht mehr Verstärkung liefern kann. Dann werden Sinuswellen zu Rechteck-„Wellen“, weil die Amplitudenspitzen gekappt werden.
(wie da im Detail das „Clipping“ passiert, ist dann dafür entscheidend, ob eine Verzerrung gut/harmonisch oder fies und ätzend kling.)
Wenn man jedoch das verzerrte Signal wieder weiterverstärke oder auch absenkt, kann man dass auch in jeder Lautstärke wiedergeben.
Der Signalfluss bei einem E-Gitarren Setup ist grob:
E-Gitarren Signal -> Vor(stufen)verstärkung -> End(stufen)verstärkung.
(Insbesondere in der Vorstufe wird oft mit mehreren, kaskadierten Verstärkungsstufen gearbeitet)

Bei der Vorverstärkung wird idR. über „Gain“ der Input der Vorverstärkungsstufe eingestellt. Sehr viele (aber nicht alle) Gitarrenverstärker sind so designed, dass man weit mehr Signal in die Vorstufe(n) speisen kann, als die verstärken und man so bewusst „Verzerrung“ provozieren kann.
Genau dieses Signal wird dann in die Endstufe gegeben und dort wird über „Master“ geregelt, mit wie viel Leistung das an die Lautsprecher gegeben wird. Erst wenn auch die Endstufe mehr Signal bekommt, als die verstärken kann, beginnt auch die Endstufe zu clippen. (Frequenzen sind unterschiedlich energiereich und so clippen tiefe Frequenzen früher, als hohe…)

Im Prinzip können somit alle Verstärker, bei denen die Vorstufe vom Design her übersteuert werden kann, das auch weitgehend unabhängig von der Lautstärke! (in den Grenzen, was der Lautsprecher umsetzen kann, weil der braucht letztlich auch eine gewisse Mindestleistung um (vernünftig) Schall erzeugen zu können.)

Wie schon erwähnt kann man die Verzerrung auch schon vor dem Verstärker, mithilfe eines Pedal erzeugen. Auch da werden im Pedal Verstärkungsstufen überfahren und die „rechteckigen“ Signale mit gewünschtem Pegel (Level) an den Verstärker gegeben.

Das „Geheimnis“ Sound ergibt sich dann aus den unendlichen Möglichkeiten, welche Bauteile/„Technik“ in den Verstärkungsstufen verwendet wird und wie weit die ins Clipping gebracht werden.

Alte Röhren- und viele Transistor-Gitarren-Verstärker sind tatsächlich nicht dafür gemacht oder gedacht um übersteuert zu werden. Bei der Konstruktion dieser alten Röhrenteile kannte man den Reiz dieser Spielart noch garnicht und wollte eine möglichst unverfälschte, „saubere“ Wiedergabe. Diese Verstärker muss man sehr laut fahren, um sie zum clippen zu bringen, eben oft viel lauter, als für eine „typische“ Anwendung nötig.
Im Falle von Transitorverstärkern sind/waren die typischen Schaltungsvarianten, die z.B. in den 70ern für den Hifi-Bereich entwickelt wurde ziemlich ungeeignet, Überfahren zu werden, weil der resultierende verzerrte Sound eher unangenehm klingt. Hier waren die Ampdesigner gut beraten, ein Übersteuern von Vor- und Endstufen gar nicht erst zuzulassen (Transistorendstufen mögen es auch überhaupt nicht zu clippen, und quittieren das auch gerne mit dem Durchbrennen die Leistungstransistoren.
Bei modernen Transistor Verstärkern werden jedoch Clipping Stufen in die Vorstufe integriert, wie sie auch in Overdrive Pedalen verwendet werden, um auch hier Sounds ähnlich der Röhrenverstärker erzeugen zu können.

Dann strahlt hier noch etwas das Thema, wie unterschiedlich hören wir bei unterschiedlichen Lautstärken, mit hinein. Auch das Ohr „verzerrt“ mit zunehmender Lautstärke, weil das Trommelfell nur begrenzt ausschwingen kann! Auch dieser Effekt führt dazu dass „Laut“ grundsätzlich komprimierter und “verzerrter“ wahrgenommen wird.
 
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Ich lasse hier noch der vollständigkeitshalber paar Basics stehen

 
Mal nüchtern anhand des Startbeitrags und nicht physikalische, sondern nur erfahrungsmässige Beobachtungen nutzend:

1. Ausgangslage
solls net ganz so laut sein.
Der Verstärker wird entsprechend leise gedreht
O.K. verstanden - ist völlig konsequent :).

2. Vermittelte Massnahme zur Erzielung der unter 1. gewünschten Amp-/Sound-/Klang-/Lautstärke-Reaktion:
Volume, Gain und/oder Master runter
Da geht's dann los. Gem. Formulierung wird in jedem Fall "Volume" herunter geregelt. Für Regelung von Gain/Master ergeben sich folgende Situationen:
  1. Volume "unten" und Gain "unten"
  2. Volume "unten" und Gain unten und Master unten
  3. Volume "unten" und Master "unten"
Dies
Das Problem ist, dass alle diese Knöpfe (gain, vol, master) das Ganze auch leiser machen.
berücksichtigend, ergäbe sich für mich:
  • Im 1. Fall verhalten sich die vom TS getesteten Amps "regelkonform", was Lautstärkerückgang und Zerrgradverlust angeht. Jedoch kann es sein, dass die Zerre durch verringertes Volume nicht mehr die "Effektivität", (schwer zu beschreiben - Physik, Psychoakustik?) behält, aber dennoch nach wie vor gegeben ist.
  • Im 2. Fall ist diese "Regelkonformität" ebenfalls vorhanden, allerdings wird eine noch geringere Lautstärke (Master und Volume "unten") erzielt.
  • Im 3. Fall würde mich am ehesten der Eintritt eines Zerrgradverlusts zum Grübeln bringen, denn hier sind nur die "Lautstärke bestimmenden" Reglerstellungen verändert worden, der Regler für den Zerrgrad ist dagegen offensichtlich unverändert geblieben.
Die in dieser Diskussion bereits mehrfach gestellte und nicht beantwortete Nachfrage, wie denn nun die Reglerstellungen tatsächlich vorgenommen wurden/werden, scheint mir daher essentiell für weitere Ursachenforschung zu sein :gruebel:.

3. Bzgl. der Aussage
...geht irgendwie immer die Verzerrung flöten....stets keine Verzerrung.
als Fazit aus allen getesteten Konfigurationen (1., 2., 3.), muss daher insbesondere wegen des "immer....stets keine" der Verdacht eines "Bedienungsfehlers" nicht zwingend ausgeschlossen werden ;).

LG Lenny
 
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Danke für die mehr oder weniger... freundlichen Antworten.
Ich mag mich hier nicht als möchte-gern-Physiker-Depp darstellen lassen. Es liegt wohl immer noch ein Missverständnis vor:
Mein Hinweis, das ich "zertifiziert" mit Physik vertraut bin, ist NICHT so gemeint, dass ich BEREITS über all diese Sachen Bescheid weiß. Sondern so gemeint, dass ich gerne Hinweise EMPFANGE, wie man das (auch) physikalisch erklären kann. Auch ich muss dann erst ANFANGEN, mich darein zu denken. Aber sehe halt die Hoffnung, es NACHvollziehen und es auch INTERESSANT und ERGIEBIG finden zu können.

Konkret: Ich wusste tatsächlich nicht, dass Dioden für die Verzerrung verantwortlich sind (es gibt VIELE Möglichkeiten elektrische Signale zu manipulieren). @Be-3 Danke, durch diesen Hinweis kann ich nun versuchen nachzuvollziehen, was ein periodisches "Abschneiden" des Wechselstromes und/oder der nicht konstante Widerstand der Diode mit dem elektrischen Signal macht.

@ Be-3: Wenn ich es richtig verstehe, erläuterst Du, dass die "Ablöserate" von Elektronen beim Glühdraht/Glühelektrischen Effekt begrenzt ist, daher kann ich ab einer bestimmten Beschleunigungsspannung Elektronen nur schneller fließen lassen, aber halt nicht MEHR Elektronen pro Zeit fließen lassen (die räumliche Dichte der Elektronen entlang der Beschleunigungsstrecke nimmt ab). Strom und Spannung sind bei hoher Spannung nicht mehr proportional zu einander, also auch kein linearer Zusammenhang mehr. OK, das kann ich nachvollziehen. Danke.

Ich werde jetzt erst mal a bissl PRAKTISCH rumprobieren mit dem hier empfohlenen. Und schreibe dann meine "experimentellen Befunde" hier rein. Bis dahin: bitte verschont mich mit "Mobbing-Attacken", auch wenn dies einigen anscheinend Spaß macht.
 
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Ich werde jetzt erst mal a bissl PRAKTISCH rumprobieren mit dem hier genannten.
Gute Idee. An den Knöpfen drehen hat schon so manch guten Sound ganz ohne Physikhintergrund (was Elektronen, Maxwellsche Gleichungen und Fouriertransformation betrifft) ergeben. Deine Einstellung bzgl. Gain/Volume/Master bist du trotzdem noch schuldig, das könnte das Mysterium nämlich recht schnell lösen ;)
 
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Ich habe meinen Peavy Studio Pro zur Zeit verliehen, aber ist es nicht so das man ohne Fuß-Schalter nicht in den Leadkanal kommt?
...
 
Hmmm... also beim besten Willen: "Mobbing-Attacken" kann ich hier nicht im Entferntesten feststellen, und das macht mit Sicherheit auch niemandem hier Spaß.
Die AW auf Deine Eingangs-Frage wurde schon mit den ersten Beiträgen geliefert: Es scheint ein Verständnis-Problem bezüglich der Handhabung des bzw. der Amps zu geben - ansonsten müssten alle der von Dir/euch getesteten Amps defekt (gewesen) sein.
Die folgende Physik-Diskussion hat mit den initialen Problem rein gar nichts mehr zu tun, ist zwar nice to know, das eigentliche Problem wäre aber recht simpel zu beheben: Amp anwerfen, die vorgeschlagenen Settings testen und - vermutlich - feststellen: Ui, dat kann ja verzerren, dat Dingen.

Alternativ die beleidigte LWurst spielen ist natürlich auch ne Möglichkeit...

Nix für ungut - viel Spass beim Praxistest!
:prost:
 
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Ich werde jetzt erst mal a bissl PRAKTISCH rumprobieren mit dem hier empfohlenen
Klingt gut. Wir sind gespannt.

Bis dahin: bitte verschont mich mit "Mobbing-Attacken", auch wenn dies einigen anscheinend Spaß
Ich kann dir garantieren, dass keiner hier im Musikerboard Mobbing betreibt (ist mir zumindest noch nicht aufgefallen). Alle versuchen so gut wie sie können zu helfen, mal besser mal mit weniger Erfolg, aber immer mit guten Absichten. Hier liegt ein Missverständnis: "wir" füllen uns "getrollt" (aus oben bereits erwähnten Gründen).
 
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