Doppeln beim Singen/Rappen

von cpunktlpunkt, 21.03.17.

  1. cpunktlpunkt

    cpunktlpunkt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.17   #1
    Hey Leute,
    ich frage mich schon seit längerer Zeit, was heutzutage mehr Sinn macht beim Abmischen... Wenn ein Sänger/Rapper den Text ein weiteres Mal performt und so beim Mixen zwei kaum unterscheidbare Haupt-Stimmen kreiert werden (eine links, eine rechts) oder wenn der Produzent gleich die am besten aufgenommene Hauptstimme verdoppelt und dann eine nach links und rechts regelt. Wie wird dabei auf die Lautstärke der beiden Stimmen geachtet?
    Wie ich auf diese Frage komme? - Alle meine Lieblings-Sänger oder auch Lieblings-Rapper hören sich so an, als hätten sie nur einen Take benutzt und nicht zwei unterschiedliche. Bisher habe ich beim Aufnehmen immer zweimal eingerappt und die beiden Takes dann jeweils links und rechts ins Spektrum gelegt. Das klingt aber meinem Gehör nach immer unprofessionell...

    Ich würde mich über eine kleine Erklärung freuen, die mir erklärt, wie ich die Hauptstimme (im Hinblick der Lautstärke, des Stereo-Effekts etc.) abzumischen habe.

    :D
     
  2. Vinterland

    Vinterland Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.17   #2
    Hallo cpunktlpunkt

    Mit dem "Verdoppeln" meinst du bestimmt, die Vocalsspur einfach kopieren oder ?.
    Den einzigen Effekt, den du damit erreichst ist, das die Vocals nur lauter werden sonst nichts. Es macht meines Erachtens mehr Sinn, die Vocals wirklich mehrfach einzusingen und dann
    eventuell mit einem Pitchshifter die beiden anderen Vocals etwas in der Tonhöhe zu verändern.

    Kann sein, aber kann ich mir kaum vorstellen. Wahrscheinlich hört sich das für dich so an, weil der Sänger die anderen Spuren wirklich Tide einsingt.

    In welcher Hinsicht, hört sich das für dich unprofessionell an ??.
    Mich würde mal ein Hörbeispiel interessieren.
     
  3. Olli G

    Olli G Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.17   #3
    Bin zwar nicht so im Rap-Genre zu Hause, habe aber auch gehört, dass die meisten Ihre Vocals mehrfach einsingen. Das Schwierige daran ist, und da trennt sich die Spreu vom Weizen, die einzelnen Takes wirklich so tight einzusingen, dass es als eine Performance wahrgenommen wird.

    Wenn du deine beiden Takes mono übereinander legst, sind sie dann als zwei Takes hörbar? Sprich: hört man Unterschiede bei Tempo, Timing, Betonung, Tonlage, etc? Wenn ja, dann müsstest du an deiner Performance eventuell noch arbeiten. Kleinere Unterschiede im Timing und Pitch kann man sicher mit Hilfsmitteln korrigieren. Das ist allerdings kein Allheilmittel.
     
  4. _pole

    _pole Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.17   #4
    Ich will demnächst auch ein bisschen Vocal Production machen, deswegen hab ich jetzt mal nach Tutorials dafür gerade gesucht. Dieses scheint mir ganz vernünftig zu sein:



    Kurz zusammengefasst:
    - Vocals doppelt aufnehmen
    - eine Spur als Hauptspur verwenden (den besten Take)
    - die andere, unterstützende Spur editieren, so dass nur die tatsächlichen Vocals gedoppelt werden, und nicht z.B. das Atmen und andere Nebengeräusche
    - unterstützende Spur leiser drehen und frequenzmäßig ausdünnen (Bass abschneiden, Höhen absenken) und mit Kompressor weniger dynamisch machen
    - evtl. noch die unterstützende Spur noch einmal doppeln, links/rechts pannen und eine davon zeitlich leicht nach hinten schieben (das macht der im Video mit einem Plugin, kann man auch direkt in der DAW machen)

    So ähnlich hatte ich es schon mal irgendwo gehört und werds mal dementsprechend versuchen. Was man noch machen könnte, ist in der unterstützenden Spur die Transienten rauszufiltern, so dass die Konsonanten im Endregebnis relativ natürlich bleiben, aber die Vokale verstärkt sind. Das könnte dann auch leichte Timing-Ungenauigkeiten ausbügeln. Ist zumindest meine Theorie. Wie gesagt, muss ich selbst mal ausprobieren. Good Luck. :great:
     
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  5. cpunktlpunkt

    cpunktlpunkt Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.17   #5
    Super Video! Genau sowas habe ich gesucht. Er hat es auch perfekt beschrieben. Wenn man es nicht so oder auf eine andere Weise bearbeitet, hört es sich einfach unnatürlich (nicht menschlich) an.
    Danke, wünsche dir auch viel Erfolg! :)

    Um jetzt nochmal alles zusammenzufassen... Also nehme ich zwei Takes (die zwei besten) und davon wähle ich den besten aus. Der wird in der Mitte vom Soundbild bleiben, der andere aber erstmal auch (?). Dann wird die unterstützende Spur so bearbeitet, dass sie unter dem (besten) Take liegt und es sich nicht unnatürlich anhört. Wird dann die unterstützende Spur einfach verdoppelt (also nicht nochmal eingerappt/eingesungen)?
    Wie sieht das dann mit den Adlibs aus? Wo panne ich die ins Soundbild? Werden die auch nochmal gedoppelt?
    Und als letzte Frage: Brauche ich betonte Endungen eines jeden Verses beim Rap aufnehmen oder sind diese unwichtig?
     
  6. _pole

    _pole Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.17   #6
    Genau, in dem Video hat er quasi die unterstützende Spur dupliziert, eine davon nach links gepannt, die andere nach rechts. Und dann eine davon zeitlich nach hinten geschoben. Nur dass er das eben alles mit einem Plugin gemacht hat, das ihm die manuelle Arbeit erspart (und das Projekt übersichtlicher hält). Du kommst also mit zwei guten Takes aus.

    Wenn du damit solche Sachen meinst wie "Yeah yeah", "Ah","Oh" etc, dann kannst du dir eventuell das Doppeln sparen. Klingt sonst vielleicht albern, aber ist auch Geschmackssache.

    Das ist halt so ein Stilmittel... keine Ahnung. Wenn man die Endungen und damit die Reime besonders betonen will, kann man das vielleicht mit noch mehr gedoppelten und gedreifachten Spuren machen. Kannt du ja mal probieren. Du findest ja quasi gerade deinen Stil, was Vocalproduktion angeht. Da ist Ausprobieren angesagt. ;)
     
  7. Zelo01

    Zelo01 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.17   #7
    Ich hab den Eindruck, dass du "kopieren" und "doppeln" durchenander bringst. Das sind zwei grundverschiedene Dinge!
    doppeln = mehrfach aufnehmen (kleine Unterschiede in der Aufnahme)
    kopieren = absolut identisch

    was _pole vorgeschlagen hat, ist eine Mischung aus beidem. Du hast bei ihm wohl überlesen, dass er die Spur zeitlich versetzt. (kleine Unterschiede entstehen dadurch). Das allein wird aber zu extremen Kammfiltereffekten führen, die keiner haben will. Daher muss das kopierte Signal auch noch in der Tonhöhe ein paar Cent verpitcht werden. Damit das einigermassen wird... (ein neues Signal ist geboren, das ist nun keine einfache Kopie mehr)
    Naja also eine echte Dopplung (mehrfach Einsingen) würde ich vorziehen, ich finde diese kopier/verschieb/verpitch Vorgehensweise nicht das gelbe vom Ei.
     
  8. _pole

    _pole Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.17   #8
    Ja, das ist schon wichtig. :D Was sonst passiert ist nämlich... gar nichts. Zwei identische Monospuren, die nach links und rechts gepannt sind, sind Mono. Das gleiche, was die DAW mit einer Monospur macht. So wird Mono in einer Stereoumgebung wiedergegeben. ;)

    Japp, da stimme ich dir zu! Es gibt zwar extra Plugins, die das machen, aber der Königsweg sind sie sicher nicht. Es wird immer künstlich klingen. Man dachte ja auch mal, mit eine "Chorus" kann man einen ganzen Chor simulieren.

    Und ja, Begriffe sind auch wichtig. cpunktlpunkt, du verwendest das Wort "Soundbild", als wenn das ein Fachbegriff wäre. Dabei hast du dir den mehr oder weniger ausgedacht, oder irgendwo aufgeschnappt und falsch einsortiert. Damit tust du dir keinen Gefallen ;) Bei "Panorama" oder "Stereopanorama" wissen alle, was gemeint ist.
     
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  9. Zelo01

    Zelo01 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.17   #9
    genau:D naja es wird etwas lauter aber das ist der einzige Unterschied. Was du erreichen möchtest, liegt ja grad in den kleinen Unterschieden die Dopplungen haben. Es ist vielleicht etwas verwirrend, wenn wir hier sagen: "Die Dopplung muss extrem tight sein. Achte darauf dass du immer genau gleich singst." Damit meinen wir, halt so genau wie möglich. Wir sind nunmal alle nur Menschen, und eine exakte Kopie kann keiner zwei mal singen. Das ist unmöglich. Genau diese kleinen Unterschiede muss man halt künstlich erzeugen wenn man es nur kopiert.. Daher der Zeit- und Tonhöhenversatz bei der Kopie. Den einzigen Vorteil bei dieser Vorgehensweise, sehe ich darin, dass man sich ein wenig Arbeit einsparen kann, weil man es dann nur einmal singen und editieren muss. Naja muss man für sich entscheiden, wie man über die Qualität/Quantität seiner Mixe denkt;)

    Ja, die gibt es! Ich denk jedoch, dass die genau nach diesem Prinzip arbeiten. Zeitlicher Versatz und Tonhöhenversatz. Dafür benötigt man nur ein normalen Pitchshifter wie er vermutlich in Grundpaket jeder DAW standardmässig enthalten ist. Zeitlich verschieben geht ganz ohne Plugin.. Das Geld kann man sich sparen;)
     
  10. Waljakov

    Waljakov Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.17   #10
    Was man ihmo sehr oft hört, ist, dass nicht der ganze Text gedoppelt wird, sondern nur einzelne Wörter; insbesondere das Ende einer Punchline oder halt Wörter/Silben, die besonders betont werden sollen. So wie ein Backgroundrapper das auch machen würde.
     
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