Dreiklänge,Quint- und Terzverwandschaften...

von Marshmellow64, 10.07.08.

  1. Marshmellow64

    Marshmellow64 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.08   #1
    Hallo an alle,

    das Theoriesorgenkind meldet sich mal wieder.

    Nachdem ich nun hoffentlich das Thema Intervalle einigermaßen hinter mir habe,stehe ich schon vor neuen Problemen beim Thema Dreiklänge,genauer gesagt Stufendreiklänge...

    Ok,das System der Stufenbildung habe ich wohl verstanden (hoffe ich) ,ich baue auf der C-Dur Tonleiter jeweils die entsprechenden Akkorde auf den Tönen auf und habe dann in der 1,4 und 5 ten Stufe Dur Dreiklänge,in der 2,3 und 6 ten stufe Moll und in der 7ten einen Verminderten Akkord.

    So ,ich hab nun auch verstanden das die 1,4 und 5 te Stufe die bezeichnungen Tonika,Subdominante und Dominante tragen.
    Und tatsächlich,beim spielen dieser Akkorde stelle ich fest:Höhrt sich äußerst passend und rund an.

    Aber dann steht im Haunschild:

    "Diese 3 hauptakkorde sind miteinander quintverwandt,was bedeutet,dass sie zueinander im Abstand einer Quint liegen und miteinander über den gemeinsamen Ursprung aus der Dur-Tonleiter verwandt sind."

    Nun ja bei Tonika und Dominante kann ich das noch nachvollziehen,bei der C-Dur Tonleiter wäre die Tonika ja c,e,g und die Dominante fängt ja dann bei der Quinte der Tonika an,also g,b,d.

    Aber die Subdominante macht da irgenwdie keinen Sinn,hier gibt es keinen Quintabstand zu den anderen Akkorden,oder bin ich nur zu blind ihn zu sehen? Oder verstehe ich das Thema "Quintverwandschaft" völlig falsch?


    Mein nächstes Problem ist folgendes.Kurz darauf steht unter dem Thema: Funktionen und Schlüsse:"...Diese Spannung kommt vor allem durch den im Dominant Septakkord erhaltenen Tritonus zwischen großer Terz und kleiner Septime des Vieklangs zustande..."

    Ich frag jetzt mal lieber nicht warum man hier schon mit Vierklängen bombadiert wird wenn wir uns noch eindeutig im Thema Dreiklänge befinden...mein eigentliches Problem:
    Was zur Hölle ist ein Dominantseptakkord.Er wird (auch laut Index`s des Buches) dort zum ersten mal erwähnt,ohne irgendwelche erklärungen (ein grund warum ich dieses Buch so hasse :( ) und man wird im Regen stehen gelassen.Auch später wird nirgendswo erklärt was es damit auf sich hat.

    Meine Theorie war ,das man nach der Quint eines Dreiklangs noch die Septime dazu nimmt,also noch mal ne Terz draufknallt.Problem an der Theorie :Es erklärt nicht das Wort Dominant in der bezeichnung,und ich wüsste auch nicht ob große oder kleine Septime.
    Außerdem sieht es mir so aus als wäre die Methode mit der zusätzlichen Terz nichts weiter als ein Vierklang (kommt ja ein Kapitel später,wird da so etwa erklärt,soweit man das als Erklärung bezeichnen kann) und ich wüsste nicht woran man einen standartvierklang von einem Dominant Septakkord unterscheiden kann.


    Ich glaube die Frage was es mit den Terzverwandschafften auf sich hat (bei den Nebendreiklängen z.b) spar ich mir mal bis ich eindeutig weiß was erstmal ne Quintverwandschafft bedeutet.



    Ich hoffe ihr habt die geduld mir das ausführlich zu erklären,und nebenbei wieder die Frage ob es nicht eine Alternativ zu Haunschilds neuer Harmonielehre gibt,die Themen auch wirklich erklärt...
     
  2. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 11.07.08   #2
    Schaue dir einfach mal den Quintenzirkel an. Die Tonika steht dort in der Mitte. Die Oberquinte ist die Dominante, die Unterquinte die Subdominante. Die Tonika wird von den beiden Akkorden eingerahmt.
    F <=Quinte=> C <=Quinte=> G​

    Du kannst alle Stufenakkorde so anordnen, daß sie im Quintfall zueinander stehen. Es entsteht so die Vollkadenz (C-Dur):
    C => F -> Bo => Em => Am => Dm => G => C
    reine fallende Quinte: =>
    verminderte fallende Quinte: ->​


    Zum Dominantseptakkord - da hat Haunschild wohl vorgegriffen.

    Zum Begriff: Fügst du den drei Hauptstufen in Dur eine leitereigene Septime hinzu, erhältst du unterschiedliche Akkorde. Imaj7, IVmaj7 und V7. Tonika und Subdominante bekommen eine große Septime, die Dominante eine kleine Septime. Der Begriff "Dominantseptakkord" bezeichnet also immer einen Durdreiklang mit kleiner Septime.

    Die Spannung der Dominante in Dur wird durch dieser leitereigenen Septime verstärkt. Zwischen Terz und Septime entsteht der sogenannte Tritonus. Der Dominantseptakkord enthält so schon seine Spannung, wenn er isoliert gespielt wird. Leider ist so noch nicht erklärt, wie die Spannungen zwischen den Akkorden bei einfachen Dreiklängen entstehen...


    Um einen Dreiklang als Dominante zu hören, muß erst die Tonart etabliert werden, z.B. über eine Kadenz.

    Hört man z.B. nur die beiden Akkorde G C, kann das Dominante - Tonika in C-Dur oder auch Tonika - Subdominante in G-Dur sein. Diese beiden Akkorde kommen in diesen beiden Tonarten vor.
    Hört man stattdessen G7 C, ist die Tonart klar etabliert. Diese Kombination gibt es nur in C-Dur.
    Auch die Akkorde F G legen C-Dur nahe. Auch hier ist der gleiche Tritonus f-b enthalten wie im G7, allerdings auf beide Akkorde verteilt.

    Die Spannung von Subdominante und Dominante wird oft über Leittönen erklärt. Das sind die Töne, die nur einen Halbtonschritt neben einem Tonikadreiklangston liegen - die Terz der Dominante und der Grundton der Subdominante. Damit man das so hören und erklären kann, muß natürlich auch hier die Tonika, und damit die Tonart, etabliert sein.

    Die Dominante hat ein höhres Spannungsniveau als die Subdominante. Vermutlich liegt das daran, daß die Subdominante den Grundton der Tonika und damit mehr Ruhepotential enthält (?).

    Ein Dominantseptakkord enthält alle beide Leittöne. Sie bilden den Tritonus. Dadurch hat diese Dominante viel mehr Spannung als ein einfacher Dreiklang.


    Ich weiß nicht, wie genau meine Erklärungen sind. Es sind eben nur meine Erklärungen...



    Gruß
     
  3. voice7

    voice7 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.07.08   #3
    Hab mir deinen Beitrag durchgelesen und empfinde es größtenteils auch so wie von dir beschrieben.
    Besonders interessant finde ich folgende Absätze:
    "Die Dominante hat ein höhres Spannungsniveau als die Subdominante. Vermutlich liegt das daran, daß die Subdominante den Grundton der Tonika und damit mehr Ruhepotential enthält (?)."

    "Auch die Akkorde F G legen C-Dur nahe. Auch hier ist der gleiche Tritonus f-b enthalten wie im G7, allerdings auf beide Akkorde verteilt."

    Da gilt es sich (ich mir) mal genauer Gedanken darüber zu machen. Ich werde mal darüber ein par Tage meditieren, vor allem wegen deiner Feststellung bezüglich der Subdominante; hoch interessant!

    Gruß
     
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