[Effektreview] MOOER Woodverb

von unixbook, 02.12.16.

  1. unixbook

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    Erstellt: 02.12.16   #1
    MOOER Woodverb

    Ausgangssituation

    Die Überlegung war, ein eigenes kleines Akustikboard zu schaffen. Sehr minimal bestehend aus dem Ashdown Acoustic Guitar Preamp Pedal (vgl. https://www.musiker-board.de/thread...wn-acoustic-preamp-pedal.651815/#post-8109499) und einem Hall. Bisher machte den Job das HOF Mini von meinem Camp (vgl. https://www.musiker-board.de/threads/der-camp-ein-diy-projekt.646132/).

    FullSizeRender.jpg

    Ist es sinnvoll zusätzlich zu einem HOF Mini, welches bisher die Verhallung ganz ordentlich erledigt, ein dezidiertes Akustikhallpedal anzuschaffen? Bringt mir das etwas, was das HOF Mini nicht kann? Das war für mich die Frage, als ich mir das MOOER Woodverb ansah.

    Preis

    Das Woodverb kostet knapp 75 €. Ein HOF Mini kostet in etwa das gleiche.



    Aufbau und Verarbeitung

    Das Woodverb kommt in der von MOOER bekannten Bauweise daher. Kompakt, stabil und vernünftig verarbeitet. Generell finde ich es bei dieser Pedalreihe schade, dass die Unterseite nicht plan ist. Durch die nur schmale Ränder belassende Vertiefung macht sich das Anbringen von Häkchenband für das Pedalboard hieran nicht so gut wie es sein könnte.

    Auf der Oberseite gibt es neben einer Status-LED einen True-Bypass-Fußtaster, einen großen Poti für das Decay und zwei kleine Potis für die Mischung aus Original- und Haltsignal bzw., je nach abgerufenem Programm die Klangfarbe, die Rate oder die Range. Zudem findet man noch einen dreistufigen Kippschalter für die Programmwahl zwischen Reverb, Mod und Filter.

    Alle Bedienelemente lassen sich vernünftig bedienen und gescheit ablesen. An diesem Pedal sind auch die kleinen Potis dank entsprechender weißer Markierung gut ablesbar.

    Das Design dieses Pedals gefällt mir gut. Es greift Holz auf, ohne Holz zu imitieren. Das ist wirklich schön gemacht.

    FullSizeRender-1.jpg

    Bei dieser Pedalboardreihe von Mooer ist eine Stromversorgung nur extern möglich, aber das stellt auf dem angedachten Pedalboard kein Problem dar. 9 V kriegt man ran. MOOER gibt den Strombedarf mit 130 mA an (ein HOF Mini begnügt sich mit 100 mA, vgl http://cdn-downloads.tcelectronic.c...ic-hall-of-fame-mini-reverb-manual-german.pdf). Beispielsweise für eine Harley Benton PowerPlant Junior wären 130 mA schon zu viel. Wer sein Pedalboard mit Akkus betreibt, der muss die 130 mA bezüglich der Akkulaufzeit einkalkulieren.

    Die Bedienungsanleitung ist eher überflüssig, denn die Bedienung erschließt sich mit etwas Ausprobieren eigentlich von selbst. Und seien wir mal ehrlich. Wer von uns liest wirklich Bedienungsanleitungen?

    Bedienungsanleitung (Englisch): http://www.mooeraudio.com/upload/manual/micro/EN/MRV3(WoodVerb)_Manual_EN_V01.pdf

    Die drei Modi des MOOER Woodverb - Plattenhall, Plattenhall mit Chorus und ein spezieller Effekt, der Filter genannt wird.

    Mittels des Kippschalters lassen sich die drei Programme des MOOER Woodverb abrufen. Im Modus Reverb wird ein relativ dezenter Plattenhall emuliert. Das Programm Mod mischt dem Plattenhall noch etwas Chorus bei. Bei dem Programm Filter scheint es sich um einen an- und abschwellenden Chorus zu handeln. Leider findet man nirgends dokumentiert, was genau dieser Filter macht.

    Klang

    Das Reverb ist gar nicht schlecht. Voraussetzung ist jedoch, dass man Plattenhall mag. Ich finde den Effekt wirklich gut gelungen. Ich bekam sogar eine spontane optische Vorstellung von den hier arbeitenden Platten. Es ist schon erstaunlich, was auch verhältnismäßig günstige (digitale) Pedale heute leisten. So richtig begeistern kann ich mich für diesen Typus eines Reverbs nicht allerdings nicht. Und bei einer akustischen Gitte schon gleich gar nicht. Eine Raumsimulation (z.B. eine Halle) wäre mir persönlich sympathischer und für mein Empfinden für Western und Konzertgitarren naheliegender gewesen. Aber das ist Geschmacksache. Wenn jemand auf Plattenhall steht, so könnte er hier tatsächlich Freude dran finden. Der Hall ist bis 12 Uhr wirklich sehr fein einstellbar und bleibt gleichermaßen gut wahrnehmbar und doch dezent.

    In Kombination mit dem Chorus in dem Modus Mod klingt der Hall schon weniger dezent und macht etwas deutlicher auf sich aufmerksam. Aber ich bin auch nicht wirklich ein großer Fan des Choruseffekts. Eher noch weniger als von Plattenhall an einer akustischen Gitarre. Ich bin so wenig ein Freund des Choruseffekts, dass ich noch nie wirklich mehr als nur rumgespielt damit hätte. So vermag ich mir auch kein Urteil über die Qualität dieses Effekts zu bilden.

    Das dritte Programm Filter ist schon sehr speziell. Mag sein, dass dies irgendwer gebrauchen kann. Ich gehöre da nicht dazu. Nach meiner Meinung hätte MOOER besser daran getan, dem kleinen Kistchen statt des Filter-Effekts einen zweiten Halltyp (z.B. eine Halle oder einen anderen Raumhall) zu spendieren.
    Rauschen, Brummen oder ähnliches trat bei mir nicht auf.

    Fazit

    Die Idee ein dezidiertes Hallgerät für die Akustikgitarre zu haben könnte mich durchaus begeistern. Aber die Idee muss auch gut umgesetzt sein. Die drei Modi des Woodverb reißen mich alle nicht vom Hocker. Das nur wenige Euro teurere HOF Mini kann sehr viel besser auf die individuellen Bedürfnisse eines (Akustik-)Gitarrenspielers angepasst werden und klingt mindestens genauso gut. Das MOOER Woodverb hat also keinen Platz auf meinem Pedalboard gefunden. Den Job wird bei mir weiter das HOF Mini machen.

    Videos

    Es gibt ein paar sehr schön gemachte Demos auf YouTube zu sehen. Z.B.



    Aber selber unverbindlich probieren können ist eine Segnung des Versandhandels.

    Produktinformation des Herstellers: http://www.mooeraudio.com/?product/201508258311.html
     
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