Effizienz des Gesangsunterrichts

von Socraton, 21.03.08.

  1. Socraton

    Socraton Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.08   #1
    Hallo liebe Leute,
    bin ganz neu hier...und habe schon 1000 Fragen. Aber erstmal n bisschen was zur info: Ich bin 20 Jahre, Stimmlage Bariton mit Bruststimmengrenze G momentan, habe jahre im chor gesungen, singe in einer acapellagruppe (da als Tenor wegen hohen falsets) und in einer Coverrockband mit queen, blink und solchen scherzen, hatte erst eine stunde gesangsunterricht (habe aber vor mehr zu nehmen, nur momentan stimmbandentzündung), gesangstechnik gar nicht vorhanden (singe voll durch den hals)...jetzt zu meinen Fragen.
    1. Mein gesangslehrer meint, bis zum b könne ich in der bruststimme bei genug training kommen. ist das realistisch?
    2. wie trainiere ich die Mischstimme und bekomme es hin, dass sie auch voll klingt?
    3. was sollte ich während eines auftritts trinken (singe 35 songs pro abend)?
    4.wie verbesser ich meine gesangliche ausdauer?
    5. kann ich bei kontinuierlichem atemtraining und dem versuch mehr durch die maske zu singen in nem halben jahr starke verbesseungen sehen?
    6. ist dieses singen durch die maske auch für leute erlernbar, die sich generell mit sämtlichen techniken schwer tun?ich glaube nämlich nicht, dass ich die jemals erlerne!
    7. was kann ich noch tun, um meiner stimme gutes zu tun?
    Das sins jetzt viele Fragen und wie gesagt ich bin auf dem gesanglichen gebiet eher halbamateur als alles andere (Ich treffe zwar alle töne und hab ein gutes gehör, aber technisch wie ein 5jähriger fussballer)...aber ich bin bereit zu lernen, zu trainieren und hoffe ihr könnt mir realistische dinge in aussicht stellen. achja, hier ein link, damit ihr seht wie gut oder schlecht meine stimme ist (Bin der solist): http://youtube.com/watch?v=65eVTDMEpr0&feature=related
    danke für eure hilfe...wünsch euch allen frohe ostern,
    lg tobi
     
  2. SingSangSung

    SingSangSung Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.08   #2
    Hi,

    1. Ja - wenn der Lehrer es drauf hat
    2. Wenn Du die Bruststimme so schlank machst, dass Du zum B kommst, ist das Mischstimme - denke ich (das definiert jeder anders)
    3. Individuell unterschiedlich, ich würde sagen Leitungswasser
    4. Viel Singen
    5. Wenn Du alles richtig machst, ja (mit der Einschränkung, dass Du eh schon ganz gut singst, bei einem echten Anfänger wären die Fortschritte sicher größer).
    6. Das sollte nicht schwierig zu erlernen sein. Das mit der Maske ist nur ein Bild, und wenn das bei Dir nicht klappt, sollte Dein Lehrer eine andere Vorstellung nehmen, die gleich funktioniert
    7. Erst wieder singen, wenn die Stimmbandentzündung ganz weg ist (wo hast Du die her) und bei den Coverstücken aufpassen, dass sie nicht zu hoch sind.

    Mit Queen-Covers kenne ich mich gut aus. Ich muss die Lieder aus den 70ern einen Ganzton runtersetzen, die aus den 80ern eher eine große Terz. Selbst wenn man ein B dann stemmen kann (was ich kann), kann ein Queen-Lied, das bis zum B geht, trotzdem zu hoch sein, weil die Tessitur so hoch ist (also der Bereich, in dem die meisten Töne sind).
    Der Trick ist: Es muss schon noch hoch sein, also nicht zu bequem - sonst fehlt die Energie. Aber etwas transponieren kann entscheidend zu besserer Stimmhygiene und einem besseren Gesamteindruck beitragen!

    Ach ja, Dein Video: Sehr schön! (Nur die Performance, leider nicht das Video). Warum singst Du nicht Billy Joel? Da brauchst Du Deine Stimme nicht zu verbiegen! Passt super (passt bei mir übrigens auch eigentlich besser als Queen).

    Gruß,

    SingSangSung
     
  3. Socraton

    Socraton Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.08   #3
    Hey singsangsung,
    danke für die antwort...
    1. Meines erachtens hat ers ziemlich drauf, is selbst bariton, hat früher musical gesungen und kann echt ziemlich gut singen!Über das lehren kann ich nach so kurzr zeit nix sagen
    2.dazu sollte ich mir die nötige theorie aneignen, trotzdem danke.
    3.ok, leitungswasser wer ich probieren...
    4. tu ich sowieso, nur leider mit der falschen, da eben gar keiner technik...nur durch den hals und das ist nicht gut (-->stimmbandentzündung) Überlastung und so..
    5. is richtig machen eher ne frage des talents oder des trainings? wie gesagt, im techniken lernen bin ich nicht gerade ein weltmeister...
    6.des mit der maske sollte ich mir auch mal genauer anschauen...
    7.die coverstücke sind meistens zu hoch...aber es müsste mir doch möglich sein ( jetzt noch nicht), auch hohe stücke mit der sog. mischstimme singen zu können, so dass sie einigermaßen authentisch klingen...
    Danke für das Lob, ja, billy Joel liegt mir schon n bisschen besser als die coverrocksachen, aber die muss und will ich halt auch singen. Aber die Grenzen der genetik werde ich wohl anerkennen müssen, also höhentechnisch! Kannst du mir eine bestimmte literatur empfehlen, die mir einen theoretischen Überblick über die gesangstechnik verschafft?
    danke, lg tobi
     
  4. moniaqua

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    Erstellt: 22.03.08   #4
    Kannst auch Tee trinken, manche trinken Fruchtsaft(schorle), nimm was Dir halt gut tut.
    In einer Stunde kriegt man keine Technik gelernt, ich finde, es braucht beides - das Verstaendnis (nicht Talent - da ist jetzt Dein Lehrer gefordert, dass er es Dir so verklickern kann, dass Du es umsetzen kannst) und Training.
    Literatur gibt's hier im Vocaleck einen Thread, guck mal bei den FAQs.
    Die Performance find ich gut, zum Video - sag, hat der, der das aufgenommen hat nicht bald Geburtstag, dass Ihr im ein Stativ schenken koenntet? ;)
    Hohe Stuecke singen ist halt anstrengend, vor allem, wenn es am oberen Rand vom Stimmumfang kratzt, da wirken ein oder zwei Toenchen runtertransponiert oft mal Wunder. Ist ja bei a capella weiter kein Problem. ;)
     
  5. Basselch

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    Erstellt: 22.03.08   #5
    Hallo,

    nettes Video, auch wenn man da bald seekrank werden kann ;) . Nein, mal im Ernst: Stimme gefällt mir gut, da ist bestimmt mit Unterricht noch einiges rauszuholen. Zur Frage, ob in 6 Monaten deutliche Fortschritte erzielbar sind: Das hängt auch von Dir selbst ab. Manche brauchen wenig Zeit, andere länger, um Sachen aus dem Unterricht zu verinnerlichen und umzusetzen. Nicht zuletzt hat auch der/die Gesangslehrer/in sicherlich Einfluß - wenn der "Lehrstoff" nämlich gut und verständlich vermittelt wird. Regelmäßiges Üben setze ich dann mal voraus, auch da mußt Du Deine persönliche Strategie entwickeln (wie oft, wie lange, was üben?). Blinder Übereifer schadet eher, als er nützt...
    Wenn es mit der Stimme erkältungsbedingt mal nicht klappt, gibt es hier auch einen Thread mit gesammelten Erkältungstips. Und sogar bezüglich der Frage nach Essen und Trinken gibt es hier was nachzulesen, der Thread ist noch gar nicht sooo alt.
    In diesem Sinne: Mach was draus - viel Spaß dabei!

    Viele Grüße
    Klaus
     
  6. SingSangSung

    SingSangSung Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.08   #6
    Hi nochmal,

    in dem Video machst Du jedenfalls nicht viel falsch. Bei den Coverrocksachen ist das sicher was anderes, ich nehme an, dass Du die Stimmbandentzündung eher davon bekommen hast als vom Chor-Solo-Singen.

    Jetzt mal zu der "Mischstimme": So weit ich weiß, wurde dieser Begriff ja im Wesentlichen von Seth Riggs (Speech Level SInging, SLS) geprägt und heißt dort "Mixed Voice". Er entspricht dem, was die Klassiker als "Passaggio" bezeichnen und ist etwas anderes als die "voixte mixte", die in der französischen Gesangspädagogk wohl so etwas wie beigemischte Luft bedeutete (mist, ich hab das mal irgendwo gelesen, finde aber keinen Beleg!).

    Man erreicht diese Stimme durch so ein "Stöhngefühl", etwas "Jammeriges" im Ton. Ich hab das mal in einem anderen Thread vorgemacht:

    https://www.musiker-board.de/vb/gesangstechnik/258225-kopfstimme-helium.html#post2826731

    (lies Dir vielleicht den ganzen Thread durch, ich mache das gezielt in Hinsicht auf das vorliegende Stück vor)

    Aaaber: Mag ja sein, dass ich ein schlechter Sänger bin, aber auch das ist anstrengend und schwer in der Höhe! Ich schaffe so sicher ein a, als isolierte Spitzentöne auch ein b oder sogar gelegentlich ein hohes c. Trotzdem klingen bei mir Queen-Stücke sehr viel besser, wenn ich sie zumindest etwas heruntertransponiere.

    Das man jetzt ausgehend vom Falsett das Ganze so mischt, dass es immer noch so einfach ist wie im Falsett und aber nach Bruststimme klingt, habe ich jahrelang versucht, das klappt (bei mir jedenfalls) nicht.

    In der "Complete Vocal Technique", über die ich in ca. 4 Wochen mal ein Review schreiben werde, nennt sich diese Art der Stimmeübrigens "Curbing". Da ich das gar nicht als "Mischung" empfinde, finde ich das passender.

    Was coverst Du denn von Queen?

    Gruß,

    SingSangSung
     
  7. IcePrincess

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    Erstellt: 23.03.08   #7
    Die Klassiker kennen die Voix Mixte durchaus auch als die Mischung aus Kopf- und Bruststimme. Da in der Klassik aber andere Klangakzente gesetzt werden, klingt das halt anders als bei Musical-/Pop-Leuten.

    Aus meiner Erfahrung kann ich zum Thema "schön laut mischen" sagen, dass der Ton lautstärketechnisch aber so was von knallt, wenn die Technik erst mal sitzt. Bis dahin kann es aber dauern, und zu Anfang funktioniert die Technik wirklich nur leise gut.
     
  8. Socraton

    Socraton Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.08   #8
    Also von Queen momentan nur We will rock you; das stellt auch kein Problem dar. Aber ich würde gerne Don´t stop me now singen und das ist für mich schon dreckig hoch...
    Danke für die vielen Antworten, ich werde mich jetzt erst mal theoretisch und praktisch bilden, um dann mit weiteren Fragen über euch herzufallen...
    Alles Liebe,
    tobi
     
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