Jed
Registrierter Benutzer
- 27.10.26
- 18.11.13
- 934
- 5.917
Hallo,
Ich bin nun eine Weile beim Board dabei und habe viel Interessantes und NĂŒtzliches gelesen. Besonders das Sub "Eigene Texte ..." finde ich toll. Als Schreiberling ist man ein biĂchen Betriebsblind und kann oft nicht selber einschĂ€tzen, ob die neuesten ErgĂŒsse Meisterwerk oder Mist sind. In dem Subforum bekommt man die Antwort - und nicht nur das, sondern auch VerbesserungsvorschlĂ€ge, stilistische Hinweise, Grammatikunterricht (besonders bei fremdsprachigen Texten - es findet sich immer einen Muttersprachler, der seinen Senf dazu gibt). Es wird oft Seitenweise um ein Wort, ja eine Silbe gefeilscht; es werden Metafer beurteilt und verbessert; es werden ĂŒberflĂŒssige Stellen identifiziert, und, und, und ...
Neulich fragte ich mich, ob wir diese Genauigkeit nicht zu ernst nehmen.
Ich hatte gerade in YouTube gestöbert und die vielen Versionen des alten Klassikers "St. James Infirmary" angehört. Von den alten, schwarzen Jazzern der 1930er Jahre bis zu jungen SÀngerinnen von heute - sogar vom Silkroad Ensemble (eine Weltmusik-Gruppierung).
Und eins wurde mir klar: keine zwei Versionen waren Textgleich!
Nicht nur, dass hier und da ein anderes Wort verwendet wurde! Ganze Strophen wurden umgetextet. Und noch mehr: manche Strophen erschienen in einer Version, aber in der anderen Version nicht, was zu einer Verschiebung der "Story" fĂŒhrt. Manchmal waren die Strophen fast gleich, aber in einer anderen Reihenfolge, was zu einer ganz anderen Dramaturgie fĂŒhrt.
"St. James Infirmary" ist und bleibt jedoch ĂŒber die Generationen hinweg ein Bringer!
Was mir die Frage aufdrĂ€ngt: ist der genaue Wortlaut der Lyrics ĂŒberhaupt fĂŒr die Rezeption des Songs von Bedeutung - oder geht die Faszination von der schlichten MusikalitĂ€t des Originals, welche enorme interpretatorische Freiheit zulĂ€sst?
Wer Englisch versteht möge einfach "St. James Infirmary" in YouTube suchen und sich anhören, was da kommt!
Und wo ihr dabei seid, versucht es auch mit "Wayfaring Stranger!"
Cheers,
Jed
Ich bin nun eine Weile beim Board dabei und habe viel Interessantes und NĂŒtzliches gelesen. Besonders das Sub "Eigene Texte ..." finde ich toll. Als Schreiberling ist man ein biĂchen Betriebsblind und kann oft nicht selber einschĂ€tzen, ob die neuesten ErgĂŒsse Meisterwerk oder Mist sind. In dem Subforum bekommt man die Antwort - und nicht nur das, sondern auch VerbesserungsvorschlĂ€ge, stilistische Hinweise, Grammatikunterricht (besonders bei fremdsprachigen Texten - es findet sich immer einen Muttersprachler, der seinen Senf dazu gibt). Es wird oft Seitenweise um ein Wort, ja eine Silbe gefeilscht; es werden Metafer beurteilt und verbessert; es werden ĂŒberflĂŒssige Stellen identifiziert, und, und, und ...
Neulich fragte ich mich, ob wir diese Genauigkeit nicht zu ernst nehmen.
Ich hatte gerade in YouTube gestöbert und die vielen Versionen des alten Klassikers "St. James Infirmary" angehört. Von den alten, schwarzen Jazzern der 1930er Jahre bis zu jungen SÀngerinnen von heute - sogar vom Silkroad Ensemble (eine Weltmusik-Gruppierung).
Und eins wurde mir klar: keine zwei Versionen waren Textgleich!
Nicht nur, dass hier und da ein anderes Wort verwendet wurde! Ganze Strophen wurden umgetextet. Und noch mehr: manche Strophen erschienen in einer Version, aber in der anderen Version nicht, was zu einer Verschiebung der "Story" fĂŒhrt. Manchmal waren die Strophen fast gleich, aber in einer anderen Reihenfolge, was zu einer ganz anderen Dramaturgie fĂŒhrt.
"St. James Infirmary" ist und bleibt jedoch ĂŒber die Generationen hinweg ein Bringer!
Was mir die Frage aufdrĂ€ngt: ist der genaue Wortlaut der Lyrics ĂŒberhaupt fĂŒr die Rezeption des Songs von Bedeutung - oder geht die Faszination von der schlichten MusikalitĂ€t des Originals, welche enorme interpretatorische Freiheit zulĂ€sst?
Wer Englisch versteht möge einfach "St. James Infirmary" in YouTube suchen und sich anhören, was da kommt!
Und wo ihr dabei seid, versucht es auch mit "Wayfaring Stranger!"
Cheers,
Jed




.... genau.. ein Stylist! 
Intuition besitzen und nutzen alle Menschen! Intuition bedeutet letztlich, gefĂŒhlsmĂ€Ăig entscheiden zu können. Ich kennen meinen Schreibbeginn so gut, dass ich blitzschnell entscheiden kann, womit ich als erstes beginne. Und wenn der erste Versuch scheitert, weiĂ ich, wie ich den nĂ€chsten Versuch starte! Hast du schon mal Rapper freestyle sehen? Denen bleiben auf der BĂŒhne nur wenige Sekunden Zeit, um auf eine Ansage mit einem lyrischen Feuerwerk zu antworten. Verkopft wirken die Typen nicht gerade...;-)