Ein paar Fragen zur Musiktheorie/Harmonielehre

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Apahdos
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Hallöchen!
Zu aller erst ein frohes neues Jahr euch allen ^^

Ich habe vor kurzem begonnen mir das Klavierspielen selber beizubringen (Mithilfe der endlichen weiten des Internets und einem Querflötenbuch meiner Freundin ^^). Ich komme überraschend gut damit zurecht, habe jedoch mittlerweile das Problem, dass mich das stupide lernen und nachspielen von Liedern nicht mehr ausreichend motiviert. Also habe ich beschlossen mein Lernkonzept zur Abwechslung (zumindest für eine kurze Zeit) umzumodeln und mehr selber herumzuprobieren als Nachzuspielen. Mit dem Ziel mich an das Klavier setzen zu können einfach drauf los zu improvisieren. Ich weiß, ein großer Brocken, aber ich erwarte auch nicht, dass ich morgen direkt die supertollen Melodien daherzauber. Ich gehe es Stück für Stück an und da ich momentan noch ganz am Anfang stehe ist es die Musiktheorie, die ich mir zunächst aneignen muss. Im speziellen die Harmonielehre...Mein Musikunterricht in der Schule ist ein paar Jährchen her, daher habe ich so ziemlich bei null angefangen. Und das Flötenbuch erklärt einem (logischerweise) nicht besonders viel über Harmonie. Ich bin also momentan dabei mir (vor allem durch herumzuprobieren) beizubringen, welche Töne zueinander passen und welche nicht. Ich habe gelernt was Akkorde sind, ich kann Dreiklänge in Dur und Moll zusammenbasteln und dessen Umkehrungen. Ich weiß, dass es noch deutlich mehr gibt, aber da bin ich noch nicht. Ich habe gelernt, dass (die meisten Stücke) in einer bestimmten Tonart geschrieben sind und habe es (hoffentlich) auch richtig verstanden, was das bedeutet:
(Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege) Aber in einer bestimmten Tonart zu spielen, bedeutet doch im Grunde, dass man sich hauptsächlich auf die Tasten der entsprechenden Tonleiter beschränkt. (Dass es da Ausnahmen gibt ist mir auch bewusst). Z.B: Bei einem Stück in C-Dur spielt man hauptsächlich mit den weißen Tasten der Klaviatur (Ausnahmen vorbehalten).
Da käme mir direkt eine kurze (wahrscheinlich doofe) Frage in den Sinn: Verstehe ich es richtig, dass man anhand der Vorzeichen am Anfang einer Zeile in einem Notenblatt erkennen kann, in welcher Tonart ein Stück geschrieben ist?
Weitergehend Frage ich mich mit Hinblick auf die Improvisation: Akkorde..."darf" ich dann auch nur Akkorde spielen, die ebenfalls nur Töne der entsprechenden Tonleiter benutzen? Mit "darf" meine ich so, dass sich das harmonisch anhört.

Mir ist bewusst, dass es Ausnahmen gibt (wie z.B. Leitprinzip usw.) aber man muss beachten, dass ich noch Anfänger bin und es mir momentan ausreichen würde, wenn ich Akkorde und passende Melodien spielen kann ^^

Worum es mir im hauptsächlichen geht: Wenn ich mich jetzt an das Klavier setze um zu improvisieren entscheide ich mich abhängig von meiner Stimmung für eine Art wie ich vorhabe zu spielen (langsam, träumerisch, entspannt oder schnell, aufgeregt, spannend). Dabei bestimme ich eine Tonart in der ich spielen möchte und nutze dann Akkorde und Melodien, die zueinander passen. Was zueinander passt, bin ich momentan am Lernen (Stichwort Quintenzirkel. An den habe ich mich aber noch nicht so ganz herangetraut). Aber mir ist noch unklar: Was "darf" ich spielen, wenn ich mich für eine Tonart entschieden habe, damit es 1. passt und 2. gut klingt. Beispiel: Wenn ich in Fis-Dur spiele und nur die Schwarzen Tasten nutze klingt es mit den richtigen Akkorden sehr entspannend. Aber...Was für Akkorde kann ich überhaupt nutzen? Welche Töne passen dazu...Ich habe vor das vor allem selber herauszufinden, aber vielleicht könnt ihr mir hier ja einen Tipp geben, wie ich das am besten systematisch angehen kann...
Meine Hauptverwirrung (und daher überhaupt die obige Fragen): Mir ist bewusst, dass es einen Unterschied macht, ob man in C-Dur oder A-Moll spielt. Moll sollte/könnte z.B. trauriger/nachdenklicher klingen. Aber: Ich habe hier im Forum einen Thread gelesen, bei dem genau nach diesem Unterschied gefragt wurde und eine Antwort war: Spiel mal Hänschen Klein einmal im Originalen Dur und dann in Moll.
Ich kann verstehen, dass es einen Unterschied beim Komponieren/Improvisieren macht, ob ich mich nun für Moll-Akkorde oder Dur-Akkorde entscheide...Aber ein bereits geschriebenes Stück in Moll zu spielen sollte doch nichts ändern? Konkretes Beispiel an Hänschen Klein:

300727.png


Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das in F-Dur geschrieben (Erkennbar am B). Aber wenn ich es jetzt in D-Moll spiele ändern sich ja keine Vorzeichen...Und die Töne bleiben doch gleich. Also läuft es doch auf das gleiche hinaus? Oder war das auf ein Hänschen Klein mit Akkorden bezogen und man spielt die Akkorde dann anders?
Besagter Thread ist aus 2011, daher wollte ich ihn nicht wieder entstauben und aufgreifen. Ich hoffe es ist ok, dass ich einen eigenen Thread erstellt habe.

Ich hoffe ich kann einigermaßen meine Unklarheit vermitteln. Und dass ihr in der Lage seid mir da etwas weiterzuhelfen (Ich erwarte auf keinen Fall eine Vermittlung von Inhalt eines ganzen Buches! Ich würde mich lediglich über kurzes klären der Unsicherheiten und über Ideen/Ansätze freuen, wie ich selber "spielerisch" ausprobierend an's harmonische Improvisieren komme)

Ich bedanke mich jetzt schon mal dafür, dass ihr euch die Mühe gegeben habt den Text zu lesen und freue mich schon auf eure Antworten!

Lg,

Apahdos
 
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Zu Deinen Fragen bezüglich Tonarten:

Die Wahl einer bestimmten Tonart hat eine noch viel gewichtigere Konsequenz, als die, daß diese oder jene Vorzeichen zu berücksichtigen sind:
Dadurch wird der GRUNDTON bestimmt, auf den sich alles und jedes in der Melodie bezieht. In Deinem Hänschen-Beispiel ist das der Ton F, der Grundton der F-Dur-Tonleiter. Alles steht in Beziehung zum Ton F, und der Ton F ist jener, bei dem alles dann irgendwie zusammenfindet und seine
Ruhe findet. Deswegen enden auch die allermeisten Lieder auf dem Grundton.
Und ja, D-Moll hat den selben Tonvorrat wie F-Dur, und daher auch die selben Vorzeichen, aber eben einen anderen GRUNDTON, um den sich alles dreht. Deswegen kommt in D-Moll ein ganz anderes Klangerlebnis heraus.

Mein Tip am Rande: Daß Du nicht mehr Musik von anderen nachspielen willst ist verständlich, aber nur (!!) das anfängliche (wie lange immer das im Einzelfall dann sein mag) Nachspielen von Musik, das Verinnerlichen dieser (harmonischen und melodischen) Strukturen und Gepflogenheiten, wird Dich auf lange Sicht weiterbringen. Danach wirst Du noch Zeit und Gelegenheit genug haben, Dir Gedanken über Harmonielehre zu machen.

LG
Thomas
 
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Verstehe ich es richtig, dass man anhand der Vorzeichen am Anfang einer Zeile in einem Notenblatt erkennen kann, in welcher Tonart ein Stück geschrieben ist?
Ja, komplett richtig. Dafür ist der Quintenzirkel gut.
Akkorde..."darf" ich dann auch nur Akkorde spielen, die ebenfalls nur Töne der entsprechenden Tonleiter benutzen?
Im Prinzip erstmal richtig, aber ... nur für den Anfang. Je weiter man harmonisch weiterkommt, desto mehr tonleiterfremde Töne kann man verwenden. Und das fängt schon an, wenn man sich mit Moll beschäftigt. Tipp: Erstmal in Dur bleiben. :)
Was "darf" ich spielen, wenn ich mich für eine Tonart entschieden habe, damit es 1. passt und 2. gut klingt.
Stichwort heißt hier nicht Quintenzirkel, sondern Stufenakkorde bzw. Stufendreiklänge. Jeder Ton der Tonleiter ist eine Stufe. (Leitern haben Sprossen, Treppen haben Stufen, nur die Tonleiter hat Stufen :facepalm1:). Auf jeder Stufe kann man einen Dreiklang bauen: Einen Ton spielen, einen auslassen, einen spielen, einen auslassen, einen spielen. Ergibt 3 gespielte Töne, also ein Dreiklang. Man erhält damit 7 Dreiklänge, mit denen man schonmal herumprobieren kann. Hausaufgabe :rolleyes: : Manche von diesen Dreiklängen sind Dur, manche sind Moll. Auf welchen Stufen stehen die Durdreiklänge und auf welchen die Molldreiklänge? Was ist mit dem Akkord auf der 7. Stufe los?

Ich habe hier im Forum einen Thread gelesen, bei dem genau nach diesem Unterschied gefragt wurde und eine Antwort war: Spiel mal Hänschen Klein einmal im Originalen Dur und dann in Moll.
Stimmt, da war doch mal was. Damals habe ich mir einen kleinen (unvollkommenen) musikalischen Scherz erlaubt. Das ist ein guter Anlass, den hier mal zu posten. :D

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Viele Grüße,
McCoy
 
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Beim Komponieren von eigenen Melodien oder ganzen Stücken sollte man verstehen, dass das Konzept Grundtonart und passende Dreiklänge nur eine von vielen Möglichkeiten ist. Aber eine überaus effektive, die schöne und stimmige Songs hervorbringen kann.

Schaff dir diese Theorie ruhig als Basis an, die du auch im Schlaf abrufen kannst. Irgendwann kommt man dann an den Punkt, an dem du da auch mal gezielt ausbrichst. Das gibt den Melodien bzw. Songs die richtige Würze. Z. B. mal von harmonisch Moll nach melodisch Moll wechseln, alles einen Halbton/Ganzton verschieben, chromatische Bassläufe reinzauberm, die Grundtonart modulieren ...

Die Theorie benutzen, aber sich nicht von ihr benutzen lassen :).
 
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Apahdos
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Zu Deinen Fragen bezüglich Tonarten:

Die Wahl einer bestimmten Tonart hat eine noch viel gewichtigere Konsequenz, als die, daß diese oder jene Vorzeichen zu berücksichtigen sind:
Dadurch wird der GRUNDTON bestimmt, auf den sich alles und jedes in der Melodie bezieht. In Deinem Hänschen-Beispiel ist das der Ton F, der Grundton der F-Dur-Tonleiter. Alles steht in Beziehung zum Ton F, und der Ton F ist jener, bei dem alles dann irgendwie zusammenfindet und seine
Ruhe findet. Deswegen enden auch die allermeisten Lieder auf dem Grundton.
Und ja, D-Moll hat den selben Tonvorrat wie F-Dur, und daher auch die selben Vorzeichen, aber eben einen anderen GRUNDTON, um den sich alles dreht. Deswegen kommt in D-Moll ein ganz anderes Klangerlebnis heraus.

Aaaah! Ok! Das mit dem Grundton leuchtet mir ein! Danke! Aber mir ist jetzt noch nicht ganz klar wie sich in meinem Beispiel Hänschen Klein in Moll anders anhören würde. Ich drücke letztenendes doch die gleichen Tasten, richtig? Ich verstehe, dass es einen großen Unterschied macht, wenn ich ein Stück komponiere, weil ich dort ja den Grundton bestimmen und dementsprechende Notenfolgen wählen kann (Das werde ich beim Improvisieren berücksichtigen). Aber mir ist immer noch nicht klar, wie sich ein bereits bestehendes Stück anders anhören soll, wenn genau das gleiche gespielt wird? Oder ändert man dann die Noten/Notenwerte so, dass es hier z.B. auf den Grundton D hinausläuft? Dann würde ich es wieder verstehen, dass es deutlich anders klingen wird, weil andere Tasten gedrückt werden.


Mein Tip am Rande: Daß Du nicht mehr Musik von anderen nachspielen willst ist verständlich, aber nur (!!) das anfängliche (wie lange immer das im Einzelfall dann sein mag) Nachspielen von Musik, das Verinnerlichen dieser (harmonischen und melodischen) Strukturen und Gepflogenheiten, wird Dich auf lange Sicht weiterbringen. Danach wirst Du noch Zeit und Gelegenheit genug haben, Dir Gedanken über Harmonielehre zu machen.

Ich hatte keineswegs vor, ab sofort gar keine Lieder mehr auswendig zu lernen! Das hilft dem Gedächtnis und vor allem sind sie meiner Meinung nach eine super Übung um koordinativ besser spielen zu können! Z.B. Bin ich momentan darin interessiert Always with me (Aus chihiros reise in's zauberland) zu lernen. Ich möchte mich halt nur nicht einzig und allein damit beschäftigen, sonst verliere ich, wie ich mich kenne, unglaublich schnell die Lust daran, mich an's Klavier zu setzen. Mich inspirieren lassen bzw. bereits existierende Lieder "in mich aufzusaugen" ist immer noch eine Sache, die ich tun werde ^^. Ich fände es nur unglaublich interessant zu verstehen, warum ein Lied nun genau diese Töne benutzt (Grundton ist hier schon eine riesengroße Hilfe!). Warum E-Dur verwendet wird. usw. Und natürlich um zumindest ein wenig meinen musikalischen Drang in tatsächliche Töne auf dem Klavier umsetzen zu können -> Improvisation. Aber danke für den Tipp! Ich werde ihn auf jeden Fall berücksichtigen und meine Gewichtung zwischen (auswendig-)nachspielen und herumprobieren vielleicht wieder ein wenig mehr zu ersterem ziehen :)

Stichwort heißt hier nicht Quintenzirkel, sondern Stufenakkorde bzw. Stufendreiklänge. Jeder Ton der Tonleiter ist eine Stufe. (Leitern haben Sprossen, Treppen haben Stufen, nur die Tonleiter hat Stufen :facepalm1:). Auf jeder Stufe kann man einen Dreiklang bauen: Einen Ton spielen, einen auslassen, einen spielen, einen auslassen, einen spielen. Ergibt 3 gespielte Töne, also ein Dreiklang. Man erhält damit 7 Dreiklänge, mit denen man schonmal herumprobieren kann. Hausaufgabe :rolleyes: : Manche von diesen Dreiklängen sind Dur, manche sind Moll. Auf welchen Stufen stehen die Durdreiklänge und auf welchen die Molldreiklänge? Was ist mit dem Akkord auf der 7. Stufe los?

Ahhh. Danke für die Tipps und Ansätze. (Kurze zwischenfrage...ein Dreiklang, besteht der IMMER aus einer Großen und einer Kleinen Terz? Oder gilt die Bezeichnung allgemein für Akkorde mit 3 Tönen? Ich hätte jetzt nach deiner Aussage und allg. logik letzteres gesagt. Möchte aber jetzt auch keine falschen Namensgebung verwenden.)
Nach Erledigung der Hausaufgabe: 1: Dur, 2: Moll, 3: Moll, 4: Dur, 5: Dur 6: Moll 7: Weder noch. Nur zwei kleine Terzen...Uuh das finde ich jetzt spannend...Da werde ich mich mal Zuhause informieren, was es damit auf sich hat ^^
Aber tatsächlich war mir garnicht so bewusst, dass ich mit diesen Stufenakkorden tatsächlich Dur und Moll Dreiklänge erzeugen kann...Aber das ist ja logisch. Wenn ich G-Dur in der 5. Stufe habe, dann habe ich e-Moll auf der 3. Stufe. usw. Dann wäre jetzt meine Frage: Wenn ich nun solche Stufenakkorde spiele, passen dann alle anderen Tasten der Tonleiter dazu? Ich fand das bisher in C-Dur immer etwas schwierig selber herauszuhören. Ich z.B. finde, dass wenn man z.B. nur mit den schwarzen Tasten spielt, dass sich eigentlich fast alles passend und angenehm anhört, während bei C-Dur bestimmte Griffe wieder klingen, als würde ein einzelner Ton aus der Reihe tanzen...Aber dafür habe ich mich noch nicht lange genug hingesetzt und ausprobiert, um da eine geltende Aussage zu treffen, also bitte noch nichts vorwerfen :engel:

Die Theorie benutzen, aber sich nicht von ihr benutzen lassen :).

Ich finde, das ist eine sehr schöne Weisheit und genau das was ich vor habe! Ich fühle mich nur glaube ich momentan noch nicht sicher genug, aus diesem "Rahmen" der Theorie "gezielt auszubrechen" :)

Vielen vielen Dank für eure schnellen Antworten! Ich werde mich natürlich weiterhin gespannt damit beschäftigen ^^
 
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Aber mir ist jetzt noch nicht ganz klar wie sich in meinem Beispiel Hänschen Klein in Moll anders anhören würde. Ich drücke letztenendes doch die gleichen Tasten, richtig?

Die Melodie ALLEINE hört sich natürlich nicht anders an. Aber wenn man Begleitakkorde dazuspielt, dann ist das Gesamterlebnis schon ein ganz anderes. Denn Dort, wo in Dur mit einem F-Dur-Akkord begleitet wird, steht in Moll ein D-Moll-Akkord, und auch die anderen Akkorde werden - je nach Variante - durch Akkorde aus D-Moll ausgetauscht.

(Kurze zwischenfrage...ein Dreiklang, besteht der IMMER aus einer Großen und einer Kleinen Terz? Oder gilt die Bezeichnung allgemein für Akkorde mit 3 Tönen? Ich hätte jetzt nach deiner Aussage und allg. logik letzteres gesagt. Möchte aber jetzt auch keine falschen Namensgebung verwenden.)

Durdreiklang: Große Terz - Kleine Terz
Molldreiklang: Kleine Terz - Große Terz
Verminderter Dreiklang: Kleine Terz - Kleine Terz
Übermäßiger Dreiklang: Große Terz - Große Terz

All das bezieht sich natürlich nur auf die GRUNDSTELLUNGEN der jeweiligen Dreiklänge. Bei Umkehrungen kommen auch Quarten und Sexten dazu.

LG

Thomas
 
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In aller Kürze, da ich gerade nur wenig Zeit habe:
Wenn du nur mit den schwarzen Tasten spielst, dann ergibt sich automatisch eine pentatonische Skala. Da diese keine Halbtonschritte enthält, klingt es sozusagen immer "gut".
Pentatonische Skalen lassen sich aber auch von jedem anderen Ton aus bilden, kann man also auch nur mit weißen Tasten spielen usw.

Suche einfach unter dem Begriff "Pentatonik".
Gerade für den Einstieg in die Improvisation ist Pentatonik sehr gut geeignet.
In der Rockmusik spielen sie auch eine zentrale Rolle.
 
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Die Melodie ALLEINE hört sich natürlich nicht anders an. Aber wenn man Begleitakkorde dazuspielt, dann ist das Gesamterlebnis schon ein ganz anderes. Denn Dort, wo in Dur mit einem F-Dur-Akkord begleitet wird, steht in Moll ein D-Moll-Akkord, und auch die anderen Akkorde werden - je nach Variante - durch Akkorde aus D-Moll ausgetauscht.

Genau nach so einer Antwort habe ich gesucht! Also sind es die Akkorde, die es dann ausmachen! Vielen lieben Dank! Dann ergibt das ganze für mich Sinn :)


Durdreiklang: Große Terz - Kleine Terz
Molldreiklang: Kleine Terz - Große Terz
Verminderter Dreiklang: Kleine Terz - Kleine Terz
Übermäßiger Dreiklang: Große Terz - Große Terz

All das bezieht sich natürlich nur auf die GRUNDSTELLUNGEN der jeweiligen Dreiklänge. Bei Umkehrungen kommen auch Quarten und Sexten dazu.

Perfekt! Dann weiß ich jetzt Bescheid! Erneut danke!



In aller Kürze, da ich gerade nur wenig Zeit habe:
Wenn du nur mit den schwarzen Tasten spielst, dann ergibt sich automatisch eine pentatonische Skala. Da diese keine Halbtonschritte enthält, klingt es sozusagen immer "gut".
Pentatonische Skalen lassen sich aber auch von jedem anderen Ton aus bilden, kann man also auch nur mit weißen Tasten spielen usw.

Suche einfach unter dem Begriff "Pentatonik".
Gerade für den Einstieg in die Improvisation ist Pentatonik sehr gut geeignet.
In der Rockmusik spielen sie auch eine zentrale Rolle.

Reicht mir schon als Antwort! Den Begriff Pentatonik habe ich schon mal gesehen, aber nicht weiter vertieft. Dann wird das mein nächstes Ziel.


Ihr seid echt Klasse ^^ Danke! Ich glaube damit wurde dann so ziemlich alles beantwortet! Weitere Tipps, die mich weiter in die Harmonielehre/Musiktheorie reinziehen könnten nehme ich natürlich trotzdem sehr gerne entgegen! Man kann nie genug dazulernen finde ich, und so sehe ich das auch wenn ich mich an's Klavier setze :)
 
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Weitere Tipps, die mich weiter in die Harmonielehre/Musiktheorie reinziehen könnten nehme ich natürlich trotzdem sehr gerne entgegen!

EINEN - ganz allgemeinen - Tipp habe ich schon noch für Dich:

Paß´ auf, daß bei Deiner Wissbegier nach theoretischem Wissen deine Fähigkeiten im Bereich musikalisches Hören auch immer mit diesem Wissen Schritt halten. Sonst ist es totes Wissen.
Will heißen: Alles, was Du theoretisch lernst, solltest Du auch singen können. In unserer Situation jetzt: Du hast gerade gelernt, was ein Durdreiklang ist, was ein Molldreiklang, und was ein verminderter DK und was ein übermäßiger DK.
Du solltest sie jetzt auch singen lernen und singen können.

LG
Thomas
 
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1: Dur, 2: Moll, 3: Moll, 4: Dur, 5: Dur 6: Moll 7: Weder noch.
Noch ein kleiner Hinweis: Die Stufendreiklänge werden üblicherweise mit römischen Ziffern geschrieben. I. Stufe, II. Stufe etc.

Ein paar Akkordfolgen zum Improvisieren:

I IV V IV
I VI IV V
I V VI IV
In verschiedenen Tonarten üben!

Dann wäre jetzt meine Frage: Wenn ich nun solche Stufenakkorde spiele, passen dann alle anderen Tasten der Tonleiter dazu?
Im Prinzip ja, im Detail nein: Wenn Du z.B. einen C-Dur Dreiklang spielst und dazu in der Melodie ein langes f, dann klingt das eher nicht so dolle. Wenn das f aber nur mal kurz in einem Lauf auftaucht, ist es kein Problem.
Stichwort: Avoid notes.

Viele Grüße,
McCoy
 
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Verstehe ich hier was falsch?
Wenn TE Hänschen klein in d-moll spielen will sind das doch natürlich alles andere Töne als in F-Dur...
 
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Nicht, wenn man die Töne so belässt, wie sie normalerweise (in Dur) sind, und einfach statt der F-Dur-Akkorde die Akkorde aus D-Moll darunterlegt (also in unserem Beispiel Dm, Dm7b5, A7).

Es gibt aber immer zwei Möglichkeiten, Melodien/Lieder zu "vermollen":

1. Die gerade beschriebene, also Melodie lassen, wie sie ist, und nur die Begleitung hin zur parallelen Molltonart auswechseln.

2. Die Intervall-Strukturen der ursprünglichen Melodie beibehalten (Hänschen z.B. fängt mit 5-3-3 an, bezogen auf den Grundton), und in der
gleichnamigen Molltonart bleiben. Dabei muß man aber mindestens etwaige Terz- und Sexttöne auswechseln …

LG

Thomas
 
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Nun - als Melodieinstrumentalist existiert für mich nur Variante 2 ;-)
 
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Das wiederum verstehe ich jetzt nicht … :gruebel:
 
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Nun - als Melodieinstrumentalist existiert für mich nur Variante 2
Verstehe ich auch nicht. Variante 1 ist die Reharmonisierung einer vorhandenen Melodie ohne diese zu ändern, ein Kunstgriff den Arrangeure seit (zumindest fast) hunderten von Jahren anwenden.
 
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Jaja, schon gut... ihr wisst schon was ich meine... Melodie, einstimmig und so ... was kümmern wir uns um Harmonien ;-)

Aber im Ernst jetzt mal für mich Klassiker - was sind denn da typische und bekannte Beispiele für Stücke in Molltonarten mit Melodien in Dur?
 
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Aber im Ernst jetzt mal für mich Klassiker - was sind denn da typische und bekannte Beispiele für Stücke in Molltonarten mit Melodien in Dur?

Die Melodien SIND ja dann nicht in Dur. Sie sind dann eben in Moll.
Das harmonische Umfeld macht den Unterschied.

Zu Beispielen muß ich erst noch nachdenken. Ich kenne das in vielen Songs als takteweisen Effekt, aber ein ganzes Lied, das dafür
beispielgebend sein könnte, muß ich erst noch aus meinem Gedächtnis herauskramen …

Thomas
 
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Bei =0:32 … ist zwar nur 8 Takte lang, aber als Demonstrationszweck sollte es für den Moment reichen.
Anderes Beispiel fällt mir gerade keines ein ….

Thomas
 
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...Spiel mal Hänschen Klein einmal im Originalen Dur und dann in Moll....

Meint die Aussage dann f-Moll oder die Parallele (zu F-Dur) d-moll? Du kannst Hänschen auch in f-Moll spielen (also nicht d-Moll als Parallele), das witzige ist, die Melodie bleibt erkennbar, wird aber trauriger (würde zur Trauer der Mama passen).
 

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