Einwachsen

von Ippenstein, 19.10.08.

  1. Ippenstein

    Ippenstein Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.10.08   #1
    Werte Mitspieler,

    heute habe ich mir ein anderes Barcarole-Akkordeon angesehen und wollte gerade die Stimmplatten mit meinen vergleichen. Dabei fiel mir nun auf, daß bei ein paar Stimmplatten nicht sauber genug gewachst wurde, weshalb da Luftspalten sind, die natürlich die Tonansprache verschlechtern. Daher möchte ich nun selbst nachwachsen. Was gibt es beim Kauf des Wachses bzw. beim Schmelzen im Wasserbad besonderes zu beachten. Muß man am Stimmstock noch eine Vorbehandlung machen oder einfach drauf mit dem heißen Wachs?
    Gibt es heutzutage noch unterschiedliche Wachssorten oder ist das alles ein "Einheitsbrei"?

    Viele Grüße

    Andreas
     
  2. Musikatz

    Musikatz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.10.08   #2
    Hallo Ippenstein

    Speziellen Wachs beim Fachhandel beziehen (z.B. HAtools / Akkodoc)

    Wichtig: Nicht nur „Nachwachsen“, weil der Wachs ev. unkontrolliert verfließt und innenliegende Stimmzungen oder Ventile verkleben kann !

    Also: Vor dem Einwachsen die fehlerhafte Stimmplatte entfernen und säubern.
    Auch Auflageflächen säubern, Kontrolle ob Nachbarplatten dicht sind (Wachsauflage)

    Das Einwachsen einzelner Platten geht am besten so:

    Feinlötkolben mit Thermostatregler auf ca. 180°C einstellen (nicht zu heiß einstellen)
    Lötspitze in Meisselform 2 - 4 mm
    Ganz dünne „Wachswurst“ zuschneiden und an die Lötspitze halten
    Langsame Einwachsbewegung entlang der Kanten
    Mit Lötspitze den Wachs nochmals fein nachziehen und glätten

    Wichtig: Wenig Wachs an Lötkolben anlegen, gleichmäßige Bewegung
    Wichtig: Kein Wachs an Stimmzunge oder Ventil, sonst sofort entfernen

    Trost: Wenn´s beim ersten Mal nicht klappt - nochmals Entfernen und Arbeit wiederholen
    „Learning by doing“ - viel Erfolg !

    Gruß von Musikatz
     
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  3. t-tris

    t-tris Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.10.08   #3
    Noch ein Tip meinerseits- schmelzen im wasserbad bringt das Wachs nicht genug auf temperatur- muss so 130° haben also am besten auf ner herdplatte erhitzen oder auf nem umgedrehten Bügeleisen...
     
  4. heidac

    heidac Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.08   #4
    Hallo!

    Eine Seite, die recht informativ ist, wenn es um Reparaturen geht, findest du hier: www.talkingreeds.co.uk/index. Da steht auch was übers Wachsen, z.B., dass eine Mischung aus Kolophonium und Bienenwachs benützt werden kann. Alles allerdings auf Englisch.

    Grüße heidac
     
  5. Ippenstein

    Ippenstein Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.09   #5
    Kann mir jemand mal bitte die Wachsmischung der englischen Seite übersetzen? Ich bekomme nämlich morgen auch ein Uraltakkordeon, das wohl von Grund auf aufgebaut werden muß und will mich da mal probieren. (Bei 4,90 Euro Einkaufspreis kann man ja nicht viel falsch machen :D )

    Weiß jemand, was für ein Kleber bei den Ventilen verwendet wird?

    Viele Grüße

    Ippenstein
     
  6. !Ambrosius!

    !Ambrosius! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.09   #6
    Im Ebay-Shop stringsandboxes68 habe ich mal Ventilkleber bekommen.
     
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  7. Musikatz

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    Erstellt: 31.01.09   #7
    Hallo Ippenstein

    Meinst Du diesen Teil: „No problems have been encountered with a 50/50 mix of beeswax and resin (or 'rosin') with a few drops of linseed oil added“

    > 50 % Bienenwachs / 50 % Kolophonium / ein paar Tropfen Leinsamenöl dazu

    Ventilkleber: Kontaktkleber, z.B. Pattex-Kraftkleber

    Am besten ist: Kauf beim Fachhandel (s. mein Beitrag vom 19. Oktober)
    Gilt sowohl für Wachs als auch für den Kleber.
    (Habe damit beste Erfahrungen gemacht)

    Gruß / Musikatz
     
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  8. JoLala

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    Erstellt: 31.01.09   #8
    Hallo Ippenstein,
    fertigen Wachs in unterschiedlichen Mengen und auch Ventilkleber findest Du z.B. bei bekabremen http://stores.ebay.de/A1-Medien

    Die Lösung mit der Herdplatte find ich brandgefährlich, da das heiße Wachs leicht entzündlich ist, vor allem bei ungewollter Überhitzung. Wenn man das öfter machen will, empfiehlt sich vielleicht die Anschaffung eines Wachsschmelzers, wie er z.B. unter dem Namen „tixor malam“ von der Firma ABIG hergestellt wird. Das Teil hat einen Überhitzungsschutz. Ist eigentlich für Batik-Arbeiten gedacht und standardmäßig auf eine Höchsttemperatur von ca. 135 Grad eingestellt. Diese Temperatur ist aber zu niedrig für Stimmplattenwachs, die Idealtemperatur wäre 155 - 165 Grad. Als ich mir meinen Schmelzer gekauft habe, hab ich mir das von ABIG so einstellen lassen. Der Schmelzer kostet ca. 75€, z.B. bei http://www.gerstaecker.de/ABIG Wachsschmelzgeraet "tixor malam"-batik.htm

    Man braucht dann noch einen Wachslöffel (Bauanleitung bei bekabremen) und evtl. Batik-Pfännchen.

    Die im Thread erwähnte Lötkolbenvariante ist eher problematisch. Ich sehe sie nur als provisorische, schnelle Notlösung für Unterwegs, wenn sich mal eine Platte gelockert hat und eine Fachwerkstatt nicht greifbar ist. Die Temperatur des Lötkolbens entspricht keinesfalls der Temperatur des abtropfenden Wachses! Falls man es trotzdem damit macht, sollte anschließend zuverlässig neu eingewachst werden. Unbedingt mit kontrolliert richtiger Wachstemperatur. Falsche Temperaturen führen entweder zu sprödem Wachs oder zu mangelnder Haftung. Mehr zu dem Thema findest Du auch in der Literatur von Toni Schwall.

    Viel Spass beim Experimentieren . . . :great:

    Gruß, JoLala
     
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  9. Musikatz

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    Erstellt: 31.01.09   #9
    Da ich mit dem Elektroniklötkolben bisher sehr gut gefahren bin, kann ich die Bedenken nicht bestätigen.

    Die Lötkolben-Methode bietet nach meiner Erfahrung folgende Vorteile:
    - Temperaturregulierung stufenlos, also optimale Wachstemperatur sehr gut einstellbar
    - Der Wachs läuft in gezielten (kleinen) Mengen genau dorthin wo ich will
    - Ich kann ruhig arbeiten, keine Form voller Wachs die beim langsamen Arbeiten erkaltet
    - Fließende Wachsmenge sehr fein dosierbar
    - Schmelzen und Fließen in einem Guss, Temperatur bleibt konstant i.O.
    - Nacharbeit jederzeit möglich (nochmals fein mit der Lötspitze nachfahren)
    - Fehler sind fast nicht möglich .....

    Habe übrigens diese Methode einem „alten Hasen und Profi“ abgeschaut.
    Bisher nix mit „sprödem Wachs oder mangelnder Haftung“ gemerkt

    Gruß / Musikatz
     
  10. Ippenstein

    Ippenstein Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.09   #10
    Ich hab mal auf Ebay nachgesehen. Da werden im Niedrigpreissegment Lötstationen mit 8 Watt oder 48 Watt angeboten. Sollen jeweils 100-450 Grad stufenlos einstellbar sein. Welche wäre da denn empfehlenswerter?
     
  11. JoLala

    JoLala Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.02.09   #11
    . . . naja, kann ja auch jeder so machen wie er will.
    Aber vermute ich richtig, dass Du die Wachslöffel-Methode vielleicht gar noch nicht ausprobiert hast? Ich meine nur wegen der vielen Vorteile die Du beim Lötkolben siehst :D

    Nur, wie wird’s beim wirklichen Profi, beim Hersteller gemacht? In den 7 Jahren, die ich beim Hohner in Trossingen geschafft habe, hat man dort zum Einwachsen der Stimmplatten jedenfalls mit dem Wachslöffel gearbeitet. Ist zwar schon einige Jahre her, ich meine aber gehört zu haben, dass man das auch heute noch so macht. Würde mich echt wundern, wenn die zum Einwachsen jetzt auf Lötkolben umgestiegen sind. Übrigens, ob das Wachs spröde oder unzureichend haftend ist, merkt man meist erst nach Jahren . . . :mad:

    Gruß, JoLala
     
  12. sobby

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    Erstellt: 01.02.09   #12
    In Klingenthal werden nach wie vor die speziell geformten Wachslöffel verwendet, die einen geraden, sauberen Strich" sichern. Wichtig ist das gleichmäßige Ziehen, damit kein "Abbruch" passiert, der dazu fühen kann, das es undichte Stellen gibt. Das Wachs wird von unseren Reparateuren individuell gemischt, da läßt sich auch keiner gern in die Karten schauen.
    Hut ab, vor dem, der seine Stimmplatten selbst wachst. Ich hab schon reichlich vermurkste Wachsarbeiten gesehen, die mein Reparateur wieder gerichtet hat.
    Schönen Sonntag
    Sobby
     
  13. Ippenstein

    Ippenstein Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.02.09   #13
    Hat der Wachslöffel diese Halbmondform?
     
  14. sobby

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    Erstellt: 01.02.09   #14
    U-Form, spitz zulaufend, abgeschrägter Holzgriff , wollte grad einen malen und bin wieder mal über eines meiner diversen Mankos gestolpert.
    Werd ev. Anfang der Woche mal n Foto machen und es hier reinstellen.
    Sobby
     
  15. Ippenstein

    Ippenstein Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.02.09   #15
    Das erinnert mich an einen Holzfüller, den ich mal gebastelt hatte... also quasi sowas wie ein größerer Füller, bei dem dann langsam das Wachs auf der Führung runterrinnt?
     
  16. Musikatz

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    Erstellt: 01.02.09   #16
    Dass Ihr mich richtig versteht: Die Hersteller und Profis kennen sicher die beste Methode, da besteht kein Zweifel und dem stimme ich zu.

    Für mich war es so, dass ich den Lötkolben (30 Watt / 150° - 450 ° var.) aus meiner Hobbywerkstatt verwenden kann. Also musste ich nur Wachs besorgen - alles andere war schon vorhanden. Wachslöffel oder andere Dinger kenne ich bisher nicht, doch habe ich nach dieser Diskussionsrunde echt Interesse daran, diese Methoden auszuprobieren.

    Langzeiterfahrung habe ich noch keine, meine „älteste Einwachsung“ mit dem Lötgerät habe ich ca. vor 1 Jahr durchgeführt. Bisher sieht alles i.O. aus - mehr kann ich dazu nicht sagen.

    Gruß / Musikatz
     
  17. sobby

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    Erstellt: 01.02.09   #17
    aber natürlich andersrum, also die offene Seite des U's nach oben
    Sobby
     
  18. Ippenstein

    Ippenstein Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.02.09   #18
    Das ist klar, da sonst das Wachs nach unten wegtropfen würde... Dann könnte ich ja hier meinen alten "Wachslöffel" etwas aufboren und modifizieren und dann müsste das nach meinen Bastlerkenntnissen funktionieren :)
     
  19. Ippenstein

    Ippenstein Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.08.09   #19
    Wachsen und Stimmzungenreaktion:

    Nachdem ich hier ein paar Ausschußstimmplatten habe und natürlich auch ein bißchen dran herumzupfe, zeigte sich, je kräftiger und an mehreren Stellen ich die Stimmplatte gehalten habe, umso besser schwingen die Zungen. Halte ich das Stimmplatte nur ganz leicht und an wenigen Punkten, schwingen die Zungen nur kurz und schlecht.

    Nun kommt die Frage: Reicht das Einwachsen aus, um alles aus der Stimmplatte herauszuholen oder würde ein zusätzliches Verschrauben da noch Reserven herausholen?

    Und andersrum gefragt: Wieso klingen die Scandallis mit aufgeklebten Stimmplatten unschön? Sind die Stimmplatten schlecht oder die Klebelösung für den Klang schlecht?
     
  20. maxito

    maxito Akkordeon-Mod Moderator HFU

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    Erstellt: 31.08.09   #20
    Das würde ich nun eindeutig mit einem "Ja" bejahen!

    Denn ganz grundsätzlich bleibt mehr Schwingungsenergie in der Stimmplatte, je weniger Dämpfung die Platte durch die Aufhängung erfährt - was heißt, je massiver das Teil gelagert wird und je massiver und steifer die Platte an sich ist, desto mehr Sound.!

    Drum sind ja unter anderem Bajan Bassstimmplatten gerne als Mehrfachstimmplatten aufgebaut, um mehr schwingungsrsistente Masse zu erzeugen, damit der Bass kräftiger wird. Eine direkte Auflage der Stimmplatte auf dem Stimmstock bringt auch schon etliches, wenn die Platte noch zusätzlich noch angepresst wird, durch Plattenägel oder Schrauben -dürfte der Sache ebenso zuträglich sein.

    Aber das sollte man nicht übertreiben und Stimmplatten, die eigentlich nicht zum Verschrauben vorgesehen sind massiv an den Ecken zu Verschrauben, denn sonst kann es leicht passieren, dass man die Stimmplatte verspannt und die nur in den Ecken richtig aufliegt und der Rest hohl liegt - das wäre nun absolut kontraproduktiv. Und es besteht dabei die Gefahr, dass die Stimmplatte dabei auch irreparabel beschädigt wird.

    Die Stimmplatte an sich ist aber nur ein Teil des gesamten Tonerzeugungssystems. Hierzu gehören genauso möglichst steife Stimmstöcke, am besten Massiv aus Stahl und ein Resonanzboden - am besten aus Stahl oder Marmor, möglichst dick, um es schwingungssteif zu bekommen. Selbst mit wenig Fantasie, kommt man schnell drauf, dass auch hier gewisse Kompromisse notwendig sind. In dem Punkt sind unsere heutigen Akkordens denke ich schon recht gut optimiert, aber bei der Befestigung der Stimmplatte, da kann man m.E. schon noch ein paar Prozent optimieren.

    Was man aber auch zumindest im Hinterkopf präsent halten sollte, ist auch der Umstand, dass eingespannte Schwingungssysteme die Eigenfrequenz ändern - was bedeutet, dass eine zu starr fixierte Stimmplatte, die nicht auf der ganzen Fläche gleichmäßig an den Stimmstock angepresst wird, z.B. durch Temperaturänderung sich anders verspannt und sich dann die Frequenz der Zunge etwas ändern kann.

    Deshalb ist die obige Überlegung an sich schon richtig, aber man sollte nicht einen Effekt auf Kosten anderer optimieren wollen - nur das beste Gesamte bringt das beste Klangresultat - technischer Fortschritt ist nur dann erreicht, wenn man Fehler ausmerzt, ohne neue einzubauen.

    Gruß,
    maxito
     
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