Empfehlung Knickbassblockflöte

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Hallo zusammen,

derzeit überlege ich, mir eine Bassblockflöte zu zulegen.
Da ich bei meiner Tenorblockflöte gute Erfahrung mit einem Knicktenor gemacht habe, dachte ich auch bei der Bassflöte an ein geknicktes Exemplar. Die Flöte soll aus Holz sein.

Der Mollenhauer Canta Knickbass ist preislich ja interessant, hat da jemand Erfahrung mit? Weiß jemand, wie schnell der heiser wird?
Und hat jemand den Vergleich zu einem Küng-Knickbass?

Über Tipps würde ich mich freuen!
 
Eigenschaft
 
Ich habe gerade diverse Bassblockflöten im Laden verglichen. Ganz klar gesagt: es bleibt Dir nichts anderes übrig, als es selber zu probieren. Jeder Flötenspieler kommt mit seiner speziellen Art des Anblasens usw. mit "seiner" eigenen Flöte am besten zurecht. Das vorab.

Ich persönlich empfand den Küng Superior in Birne am harmonischten. Ein runder voller Klang, eine leichte Ansprache und eine gediegene Qualität. In Kirsche war er deutlich leichter, aber etwas härter im Klang.

Der Mollenhauer fiel dagegen schon ziemlich ab. Besonders der Druck in den oberen Tönen klang beim Küng deutlich weniger angestrengt.

Ein Knickbass ist und bleibt bei der Bassblockflöte die beste Variante nach meiner Meinung. Blasrohre nehmen der Flöte deutlich an Präzision, und wenn man nicht Arme wie ein Orang Utan hat, ist das Spiel mit geraden Bässen nicht gerade angenehm.

Das alles ist mein persönlicher Eindruck, Du musst unbedingt selber einiges anspielen. Bedenke - so eine Bassblockflöte aus Holz kostet einiges, ist dann aber auch etwas für Jahrzehnte.

Und ein Tipp: probier auch mal einen Großbass aus. Ein herrlicher tiefer und voluminöser Klang, wenn auch kein Soloinstrument, und natürlich auch nicht billig.
 
... Ganz klar gesagt: es bleibt Dir nichts anderes übrig, als es selber zu probieren. Jeder Flötenspieler kommt mit seiner speziellen Art des Anblasens usw. mit "seiner" eigenen Flöte am besten zurecht. Das vorab.

:great: Das kann ich nur unterstreichen.

@Oktober
Gönne Dir beim Aussuchen viel Zeit!


Weiß jemand, wie schnell der heiser wird?

Das kann ich Dir leider nicht sagen. Ist aber aus meiner Sicht eine ganz wichtige Frage.

In Stockstadt erfuhr ich, dass es unterschiedliche Methoden gibt, mit denen das "Block-Holz" vorbereitet wird. Manche Methoden sorgen dafür, dass der Block nur noch sehr wenig quillt. Was da genau passiert, habe ich noch nicht recherchiert.
Eine Blockflötenbauerin betonte, dass sie das "Block-Holz" ganz bewußt nicht "töten". In ihren Blockflöten kann das "Block-Holz" quellen. Dadurch verengt sich der Kernspalt und dadurch ändern sich Spielgefühl und Klang. Sollte sich die Blockflöte dann nicht mehr wie gewünscht spielen lassen, wird der Block nachgearbeitet. Das gehört zum Service.
Sinn der speziell ausgesuchten "Block-Hölzer" ist, das sich im Kernspalt absetzende Kondenswasser abzuleiten, um Heiserkeit und "Stopfen" zu verhindern. Bei kleineren Blockflöten kann sich durch das direkte Anblasen ein Schmutz-/Fettfilm auf den Block setzen, der dazu führt, dass das Kondenswasser im Laufe der Zeit nicht mehr so gut abgeleitet wird. Mit entsprechenden Folgen ... Dann sollte der Block gereinigt werden. Ob so etwas beim Knickbass passieren kann, weiß ich nicht.

Ich selber besitze einen Bass mit seitlich angesetztem Anblasrohr. Von daher kann ich leider keine Knickbass-Erfahrungen beisteuern.

Gruß
Lisa
 
In Stockstadt erfuhr ich, dass es unterschiedliche Methoden gibt, mit denen das "Block-Holz" vorbereitet wird. Manche Methoden sorgen dafür, dass der Block nur noch sehr wenig quillt. Was da genau passiert, habe ich noch nicht recherchiert.
Früher wurde das Holz abgelagert, was eine Kunst für sich ist. Manche/r kennt vielleicht die Schätze an Holzvorräten von manchen Geigenbau-Werkstätten.

Was ich durch Anschauung aus dem Fertighausbau kenne ist das industrielle Trocknen.
Dabei kommt das Holz in eine Trockenkammer und man kann einstellen, wieviel Restfeuchte im Holz verbleiben soll. Stabil gegen unerwünschte Verwindungen beim Aufnehmen und Abgeben der Luftfreuchtigkeit (das sog. Arbeiten des Holzes) sind ca. 15% Restfeuchte im Holz.
 
Erstmal Danke für die Antworten!

Inzwischen hatte ich ein paar Bässe in der Hand. Von Mollenhauer habe ich ja den Canta Knicktenor und da dachte ich der Canta Knickbass könnte auch passen. Den fand ich aber eher unangenehm in der Hand.
Beim Mollenhauer Dennerbass mit Anblasrohr dagegen fühlte es sich gut an.

Moeck hatte ich auch in der Hand, da wars gerade umgekehrt. Der Knickbass fühlte sich gut an und der mit Anblasrohr dagegen nicht.

Das hätte ich ehrlich nicht gedacht, dass das so unterschiedlich sein kann.

Dann ich habe mich vor zwei Wochen in Stockstadt spontan in einen Kobliczek Bass in Olive verliebt und freue mich jetzt jeden Tag, wenn ich ihn in die Hand nehme. Es ist übrigens ein geknickter Bass.
 
Ja, Christoph Hammann baut sehr schöne Instrumente. Du meinst sicher Modell Meister. In Stockstadt habe ich mir auch einiges von ihm angesehen und mir fest vorgenommen, ihn mal in seiner Werkstatt zu besuchen.


Dabei kommt das Holz in eine Trockenkammer und man kann einstellen, wieviel Restfeuchte im Holz verbleiben soll. Stabil gegen unerwünschte Verwindungen beim Aufnehmen und Abgeben der Luftfreuchtigkeit (das sog. Arbeiten des Holzes) sind z.B. 5% Restfeuchte im Holz.

So eine Trockenkammer haben wir bei Sonor gesehen. Darin wird das Holz für die Xylophon-Klangstäbe der Meisterklasse getrocknet.
 
@lisa: Ja, Modell Meister.

In seiner Werkstatt würde ich ihn auch gerne mal besuchen, ich fürchte nur, dass ich dann nicht ohne neue Flöte rauskommen würde.
 
Wäre das so schlimm? :D
 
Nein, so schlimm wäre das nicht.

Aber mir würde tatsächlich auch noch ein Großbass gut gefallen, oder so eine moderne Alt, aber dazu müsste ich dann erstmal wieder sparen und keine anderen Flöten kaufen.
Mal schauen
 
Gut Ding will Weile haben.
 
... In seiner Werkstatt würde ich ihn auch gerne mal besuchen, ...

Das habe ich am Montag gemacht. Und es hat sich sehr gelohnt! Kann ich nur empfehlen!
Ich habe Christoph Hammann gleich mit mehreren Wünschen "überfallen". Einer davon war, meine inzwischen ca 25 Jahre alte aber nur selten bespielte Moeck Rottenburgh Bass zu inspizieren. Ich hatte immerzu Probleme, sie nach dem Spielen zu zerlegen. Die Anschlussstücke waren jedes Mal total verklemmt. Außerdem sprachen die tiefen Töne irgendwann immer schwerer an. Das verdarb mir die Freude am Instrument.

Christoph Hammann fand schnell heraus, woran das lag. Als erstes entfernte er das überschüssige Korkfett. Dann spannte er die Flötenteile der Reihe nach ein und zog den Korg mit feinem Schmirgelband ab. Jetzt lässt sich die Blockflöte problemlos zusammen und wieder auseinander drehen. Hach, war das eine Freude für mich. Dann ließ Hammann mich auf der Bass-Blockflöte spielen, damit er meine Anblasprobleme beobachten konnte. Ich wollte von ihm wissen, was ich falsch mache, warum mir die tiefen Töne nach oben weg kippen. Er lächelte: "Sie machen gar nichts falsch. Die Klappen schließen schlecht." :eek: Er zeigte mir, woran man das erkennen kann und woran das liegt. Zum Teil liegt es an der Klappenmechanik selbst. Der Finger drückt auf eine Klappe, die eine andere Klappe auf das Loch drückt. Mit dieser Klappenform hat man keine direkte Krafteinwirkung auf die Grifflochabdeckung. Dadurch ist der Andruck schwächer. Da die alten Klappenpolster noch nicht ganz aber doch ziemlich hart geworden sind, ist es inzwischen unmöglich, die Grifflöcher dicht zu schließen. Hammann erklärte mir, wie man beim Austausch der Klappenpolster vorgeht: Klappen demontieren - alte Polster ablösen - neue Klappenpolster zuschneiden und an die Klappen kleben - Klappen wieder montieren. Das ist aus verschiedenen Gründen eine ziemlich zeitaufwändige, kniffelige Arbeit. Nun überlege ich, ob ich noch Geld in die alte Bassflöte stecken soll oder versuche die Reparatur selbst hin zu bekommen.

Gruß
Lisa
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Lisa,

danke für den ausführlichen Bericht. EIn Besuch bei Christoph Hamann steht auch auf meiner Liste, aber erst mittlefristig.
Hast du dich angemeldet, dass er auch da war, oder bist du so vorbei gefahren?

Gruß
Annette
 
Hallo Annette
Ich hatte den Termin mit Hammann abgesprochen, da er nicht immer in der Werkstatt ist.
Wenn Du etwas Bestimmtes suchst, sprich mit ihm darüber. Wenn Du vorher Deine Spieltechnik gut beobachtest und beschreiben kannst, wie Du auf welcher Blockflöte spielst und damit zurecht kommst oder auch nicht und auch welchen Klang Du magst, dann kann er aufgrund seiner Erfahrung Rückschlüsse ziehen und Dir Blockflöten bereit legen, die Deinen Vorstellungen vermutlich recht nahe kommen.

Wenn Du ein knappes Budget hast, empfehle ich, als erstes die Alt-Blockflöten von Hammann zu testen und die kostspieligere Bass-Blockflöte hintenan zu stellen. Mit der Alt-Blockflöte des Modells Schul-Studium würdest Du ein schlichtes, modernes Instrument zu einem erschwinglichen Preis bekommen, das sich zumindest von meinen Händen sehr bequem greifen lässt. Hammann baut dieses Modell aus verschiedenen Hölzern. Dadurch ergeben sich Blockflöten mit ganz unterschiedlichem Maserungsbild und unterschiedlichem Gewicht. Die Buchsbaum-Flöte ist z.B. deutlich schwerer, als die aus Olivenholz. Kirschbaum ist deutlich leichter als Olive. Wenn Du auf Olive stehst, fragst Du am besten beizeiten, wie da seine Holzvorräte sind. Gutes für den Blockflötenbau geeignetes afrikanisches Olivenholz ist immer schwerer zu bekommen. Hammann experimentiert daher viel mit einheimischen Hölzern. Er hat mir Kanteln von Bäumen gezeigt, deren Namen ich bis Dato noch nie gehört hatte, obwohl es einheimische Hölzer sind!

Der Klang der Blockflöte wird überwiegend von Konstruktionsdetails bestimmt. Wenn die Blockflöte so gut wie fertig ist, wird dem Klang der letzte, Schliff durch die Bearbeitung des Blocks und der davon abhängigen Form und Weite des Kernspalts gegeben. So kann z.B. der Klang der Blockflöte durch die Weite des Kernspalts "rauschig" oder "klar und flötig" eingestellt werden. Wie bereits >hier< geschildert, hält Hammann in seiner Verkaufsausstellung Blockflöten bereit, die ganz bewußt unterschiedlich eingestellt sind, obwohl sie zu einer Blockflötenserie gehören. Trotz dieser individuellen Bearbeitung sind seine Instrumente bezahlbar.

Wenn Du also mittelfristig einen Besuch planst, dann beginne ruhig schon mal, Dir Gedanken zu machen. Je besser Du beschreiben kannst, was Du Dir wünscht und ihm Zeit gibst, für Dich etwas Passendes vorzubereiten, um so größer ist die Chance, bei ihm eine Flöte zu finden, die genau Deinen Bedürfnissen entspricht.

Und wenn Du dann beim Aussuchen der Alt-Blockflöte Erfahrungen mit unterschiedlich eingestellten Blockflöten gesammelt hast, probiere auch gleich noch Bass-Blockflöten aus. So ein Test ist sowohl für Dich als auch den Blockflötenbauer sehr aufschlussreich. Anschließend kennst Du das Ziel, auf das Du hin arbeitest bzw. sparst.

Viele Grüße
Lisa
 
Hallo Lisa,
danke für die Tipps. Allerdings fällt es mir sehr schwer, selber meine Spieltechnik und meine Klangvorstellungen zu beschreiben, daran sollte ich die nächste Zeit vielleicht mal arbeiten.
Da ich ja grade in einenKnickbass von Herrn Hammann investiert habe, würd eich mir dort dann so wie von dir beschrieben eine kleiner Flöte kaufen. Hätte aber eher noch Lust auf eine Sopran.
Bei der Gelegenheit kann ich mir ja dann auch seine größeren Bässe anschauen, falls er welche da hat.
Denke aber, dass das eher Ende des Jahres oder 2016 wird.
 
Hallo Annette
Das macht ja nichts, wenn es bis zum Besuch noch etwas dauert. Es kann aber nicht schaden, ihn vorher schon mal anzurufen und zu fragen, welche Bässe er aktuell in Arbeit hat und welche Hölzer er noch für weitere Bässe vorrätig hat. Ich habe mehrere fertige Bässe und für Bässe vorbereitete Kanteln gesehen. Irgendetwas wird er wohl immer da haben. Bei der Gelegenheit kannst Du mit ihm auch schon über das von Dir bevorzugte Klangbild sprechen auch wenn Du es noch nicht so recht beschreiben kannst.

Was hältst Du von einem Thread, in dem wir Videos sammeln, anhand derer man hört, wie unterschiedlich Blockflöten klingen können?
 
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Hallo Lisa,

was für Videos meinst du? Welche, die sowieso schon im Netz zu finden sind, oder sollen wir welche aufnehmen?
Im Aufnehmen bin ich ganz schlecht.

Im Prinzip finde ich die Idee mit so einem Thread gut, aber dann müsste ich noch an meinen Lautsprechern arbeiten. Der an meinem PC ist ziemlich schlecht.
 

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