Equalizer in der Gitarre?

von Barth Basses, 05.02.07.

  1. Barth Basses

    Barth Basses Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.02.07   #1
    Hi,
    kann man in einer Gitarre anstatt des TONE Potis drei Potis also einen Equalizer einbauen.Welche Potis braucht man da?Gibts da einen Schaltplan?
     
  2. DerOnkel

    DerOnkel HCA Elektronik Saiteninstrumente HCA

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    Erstellt: 06.02.07   #2
    Man kann, allerdings sollte man dann zu einer aktiven Schaltung greifen. Die passiven Netzwerke belasten die Tonabnehmer zu sehr. Eine Möglichkeit besteht in der Verwendung dieser Schaltung:

    [​IMG]

    Es handelt sich in diesem Fall um einen sogenannten "Kuhschwanzentzerrer" (Bass, Höhen) kombiniert mit einem parametrischen Equalizer für die Mitten.

    Für Deine Anwendung würde ich die Einstellung der Mittenfrequenz mit einem Trimmer realisieren und die geeignete Frequenz durch Ausprobieren ermitteln. Dann bleiben drei Potis für Bass, Mitten und Höhen übrig.

    Die Schaltung erfordert eine symmetrische Spannungsversorgung. Für die Anwendung in der Gitarre muß eine Anpassung auf eine unsymmetrische Versorgung erfolgen. Das heißt:
    1. Der Eingang muß auf die halbe Betriebsspannung vorgespannt werden. Gleiches gilt unter Umständen auch für die anderen Operationsverstärker.
    2. Der Eingang muß einen Koppelkondensator zur Abblockung der Gleichspannung erhalten.
    3. Der Eingangswiderstand der Schaltung sollte mindesten 500kOhm betragen.
    4. Der Ausgang muß einen Koppelkondensator zur Abblockung der Gleichspannung erhalten.
    Das Volume-Poti wird dann am Ausgang angeschlossen und sollte niederohmig sein (25kOhm log.)

    Aufgrund der eben genannten Anforderungen sollte der Buffer am Eingang durch die folgende Schaltung ersetzt werden:

    [​IMG]

    Die Dimensionierung ist relativ unkritisch. Hier ein paar Werte:
    • Re1=Re2=1MOhm
    • Ce=100nF (Folienkondensator)
    • Ca=220nF (Folienkondensator)
    • R1=100kOhm (Festwiderstand oder Poti zur Einstellung der Verstärkung)
    • R2=10kOhm
    • CT=1µF (Folienkondensator)
    • OP1= TL061 oder ähnliche
    Die Verstärkung berechnet sich wie folgt:

    v=R1/R2+1

    Hier ist zu bemerken, daß die Verstärkung nie kleiner als 1 werden kann.

    Für einen Buffer beträgt die Verstärkung 1. Man kann daher R2 und CT weglassen und R1 durch einen Kurzschluß ersetzen. Ca kann ebenfalls entfallen.

    Es gab immer mal wieder Versuche, solche Schaltungen in einer Elektrogitarre zu verwenden. Die High-End-Modelle der "Artist" und der "Musician" von Ibanez sind ein gutes Beispiel dafür. Durchgesetzt haben sie sich jedoch nicht und dafür gibt es mehrere Gründe:
    1. Ein vergleichbares Verhalten läßt sich auch durch einen nachgeschalteten Equalizer (Tretmine) erreichen.
    2. Die Schaltung ist so vielfältig in ihren Möglichkeiten, daß es sehr schwierig wird schnell einen bestimmten Sound wiederzufinden.
    3. Viele Gitarristen lehnen eine aktive Schaltung in der Gitarre ab (Vielleicht wegen der leeren Batterien?)
    Ich persönlich würde so eine Schaltung auch nicht einbauen, denn es macht viel mehr Sinn, durch die Veränderung der Lastkapazität verschiedene Tonabnehmer zu emulieren. Wie es geht habe ich sehr ausführlich in Guitar-Letter II beschrieben.

    Ulf
     
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