Erfahrungen zu Stereo Effekten

DH-42
DH-42
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
12.07.21
Registriert
20.03.17
Beiträge
1.375
Kekse
8.366
Ort
Stuttgart
Ich beschäftige mich gerade mit dem Aufbau eines Stereo Setups. Als alleiniger Gitarrist in der Band und Zuhause finde ich das spannend. Klar ist, dass man zwei Endstufen und Boxen bzw. beides in Stereobauweise benötigt. Oder man nimmt sogar zwei komplette Verstärker. Damit es richtig Spaß macht, sollen auch die Effekte Stereo unterstützen. Und da bin ich jetzt am Sammeln.

Ich sehe zurzeit 4 Typen an Stereo FX Effekten / Pedalen :

A - Dual Mono
Das Signal von Input L geht mit FX an Output L, das von Input R an Output R. Hier könnte man stattdessen auch zwei Mono Effekte verwenden.

B - Mono/Stereo
Ein Mono Signal wird mit Stereo Effekte versehen und an Output L /R geschickt. Praktisch am Anfang der Signalkette.

C - Pseudo Stereo
Die Dry Signale gehe L/R durch. Für den Effekt werden sie aber gemischt und verarbeitet wie bei B.

D - True Stereo
Das Signal von Input L erzeugt einen Effekt in Output L und R. R genau so. Dry geht wie bei C durch.

Leider erfährt man meist nicht, welchen Typ ein Stereo Pedal hat. A kann man erkennen, die anderen testen. Und dann ist da noch die Frage, wie weit / stark der Stereo Effekt ist und ob man ihn regeln kann.

Welche Effektpedale kennt ihr da? Welcher Typ sind sie und wie sind eure Erfahrungen damit?
 
Eigenschaft
 
InTune
InTune
Helpful & Friendly User
HFU
Zuletzt hier
30.07.21
Registriert
04.07.11
Beiträge
5.456
Kekse
32.252
Ort
Süd Hessen
So richtig viel helfen kann ich hier nicht. Meine "Stereo-Zeiten" liegen Jahre zurück. Aber ich war total "besessen" davon, mir ein Stereo Rig aufzubauen (...und dann ernüchtert darüber, wie viel Aufwand das ist und wie wenig das letztlich bringt....)

Angefangen habe ich mit einem 2 Kombo Setup aus einem Cube Chorus und einem beliebigen anderem Amp (Jazz Chorus, normaler Roland Cube, Echolette B40,...irgendetwas was clean laut machte.)
Das war also ein Dry/Wet System und die Soundverbreiterung kam nur durch Auslöschungen des Signals mit Chorus und dem reinen Dry Signal. Das funktionierte sogar überraschend gut!
Ping Pong Delay hat mir nie wirklich gefallen. Das war für mich zu "durcheinander". Reverb stereo zu fahren war (mir) damals nicht möglich (Tank Reverb im Cube..)

Als ich dann beschloss, mir eine komplette Rack Anlage aufzubauen, war ich in der glücklichen Lage an ein Roland Dimension D Chorus zu kommen. Hat zwar gerauscht, wie ein Wasserfall aber einen geilen (echten) Stereo-Sound produziert. Auch hier habe ich dann mit dem Chorus für "Breite" gesorgt, Delay und Reverb aber weiter mono über beide Kanäle betrieben.
Irgendwann konnte ich dann (eigentlich bis heute), das schwurbelnde Chorus, was doch immer viel an Definition und Klarheit nimmt, einfach nicht mehr hören und habe mein Setup wieder auf mono und sehr wenig Effekte zurück gebaut.

Heute nutze ich nur bei Aufnahmen einen echten Stereo Reverb, um den Sound etwas dicker und in die Breite zu bekommen, aber ohne dass er dabei an Präsenz verliert.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Pie-314
Pie-314
Moderator E-Gitarren
Moderator
HFU
Zuletzt hier
30.07.21
Registriert
24.10.14
Beiträge
4.479
Kekse
88.800
Ort
Eichstätt / Bayern
Aber ich war total "besessen" davon, mir ein Stereo Rig aufzubauen (...und dann ernüchtert darüber, wie viel Aufwand das ist und wie wenig das letztlich bringt....)

Ich kann den kompletten Satz zu 100% unterschreiben.

Ich wollte ja ursprünglich ein Dry / Wet System aufbauen (also nicht ganz dasselbe), aber auch hier die Erkenntnis, dass der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen stand.
Stets zwei Boxen herumschleppen, bei Gigs zum Beispiel auf Stadtfesten Gemecker seitens der FoH, weil zwei Abnahmen aufgebaut und abgemischt werden müssen, und im Publikum hat's eh keiner bemerkt.
Aber wie gesagt, das ist eine Erkenntnis, die ich für mich selbst getroffen habe, das muss für Dich natürlich nicht zutreffen. :)

Meine Erfahrungen mit Stereo Effekgeräten verbleibt allerdings komplett bei Multieffektgeräten im 19" Format, da willst Du vermutlich eh nicht hin. :)
 
micharockz
micharockz
Helpful & Friendly User
HFU
Zuletzt hier
29.07.21
Registriert
29.10.06
Beiträge
2.866
Kekse
15.563
Ort
Varel
Ich habe es auch mal kurz in Stereo probiert, dann war es mir aber schnell zu friemelig, immer zwei Volumepotis für kleine Korrekturen abstimmen zu müssen.

Als Box hatte ich als kompakte und trotzdem vollwertige Stereo-Lösung eine [url=http://www.syrincs-audiotechnik.de/new/index.htm?gm412.htm]Syrincs Guitar Mate GM412[/URL]. Die unteren beiden Speaker geben die räumliche Mitte wieder, während die oberen Speaker leicht seitlich abgewinkelt sind und mit einem schaltungstechnischen Kniff die Stereobreite bis außerhalb der Box verbreitern. Das alles mit einer normalen Stereoendstufe (bei mir damals ein Engl Rackhead). Wegen der oft mangelnden Mittenlokalisation haben viele Profis ein Wet Dry Wet System mit dem uneffektierten Signal in der Mitte. Die GM412 löst das Problem und klang mit meinem Setup super, auch in Mono.

Das nervige war halt das mit der Lautstärkeanpassung und dass im Nutzbereich ein halber Millimeter Potidrehung schon einen kräftigen Pegelsprung ausmachte. Heute hätte ich wahrscheinlich den Preamp leiser ausgepegelt, damals bin ich nicht darauf gekommen. Und bei den Gigs, die wir hatten, wäre der Stereosound eh nicht im Publikum gelandet - also habe ich es kurz und schmerzlos simpel gehalten.

Ach ja, falls du neugierig geworden bist - die Syrincs Box gibt es ab und an gebraucht. Die Produktion wurde eingestellt, weil sich die Herstellungskosten nicht gedeckt haben. Meine habe ich nach dem Band-Aus zugunsten eines Kombos verkauft.
 
Stratspieler
Stratspieler
Helpful & Friendly User
HFU
Zuletzt hier
30.07.21
Registriert
04.03.09
Beiträge
6.820
Kekse
62.094
Ort
Ländleshauptstadt
Mein VOX TonelabLE gibt das Signal links und rechts auf die PA. Insbesondere die Modulationseffekte klingen dadurch recht eindrucksvoll wabernd oder räumlich. tief. Das bedeutet für mich bezüglich des Aufwandes genau ein Klinkenkabel mehr im Vergleich zum Mono-Betrieb.
 
Alex_S.
Alex_S.
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
30.07.21
Registriert
18.05.18
Beiträge
762
Kekse
8.401
B - Mono/Stereo
Ein Mono Signal wird mit Stereo Effekte versehen und an Output L /R geschickt. Praktisch am Anfang der Signalkette.

Am Anfang der Signalkette sehe ich das nicht unbedingt.
Eine normale E-Gitarre, da kommt man Mono raus (kommt natürlich drauf an, woher das Signal kommt. Anders wäre das z.B. wenn man bereits Stereo aus der Gitarre kommt, ist aber eher exotisch).
Dann würden da in Mono die Verzerrer, Dymamik und Filtereffekte kommen (Wah, Overdrive, Distortion, Fuzz, Compressor). Eventuell ein Ampmodeller.
Dann kommt z.B. ein Chorus, der das ganze von Mono auf Stereo bringt. Z.B. EBS Red Twister, machen aber die meißten anderen Chorusse auch so.
Dann kann man z.B. ein Boss PN-2 für Panningeffekte benutzen, der lässt die beide Signale rechts und links.
Danach TC-Electronic Flashback und EBS Dynaverb/TC-E HOF und man ist ab dem Chorus die ganze Zeit Stereo.
Raus geht man dann an 2 Amps oder Stereo an die PA (bei Benutzung eines Modellers am Ende des Mono Teils).

Und dann ist da noch die Frage, wie weit / stark der Stereo Effekt ist und ob man ihn regeln kann.
Die Stärke des Stereoeffekts regelt man beim Pedal und/oder der Mixer macht noch etwas draus (schaltet es wahrscheinlich wieder Mono ;) ). Wobei extreme Stereo Effekte Live eher ungünstig kommen, denn es gibt da in der Regel schon genug Sound-Matsch, da braucht man nicht noch rechts und links Verwirrung.

Welcher Typ sind sie und wie sind eure Erfahrungen damit?

Ich würde damit nur aufnehmen bei Verwendung eines Modellers. Da nimmt man dann eine Stereospur inis Aufnahmegerät. Aber lohnt auch hier nur dann, wenn die Qualität der Pedale besser ist, als die Möglichkeiten der Aufnahmesoftware. Denn: Nachbereitung mit Stereoeffekten ist flexibler als wenn man alles gleich fix einspielt. Weiterhin wird das Signal mehrfach Digital-Analog gewandelt, soweit man Digitaleffekte und Doigitalrecording benutzt. Tut dem Signal nicht unbedingt gut (es sei denn man will genau das).

Live wäre das nichts für mich. Nachteil ist, dass man da vom Mixer abhängig ist und von der Qualität des Monitoring. Mit InEar sollte das zwar ganz gut gehen, aber der Nutzen ist da im Verhältnis zum Aufwand imo zu vernachlässigen, jedenfalls im Hobby und Semiprobereich.

Mit 2 Verstärkern (z.B. 2 Combos) spielen ist dann die Alternative, ist aber unpraktisch und das Publikum merkt sicher kaum bis gar nichts davon.

Wenn man sich dessen aber bewusst ist, und nicht zu viel Live usw. erwartet, kann das sehr inspirierend sein. Einfach probieren.
 
Benson
Benson
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
25.07.21
Registriert
10.09.08
Beiträge
1.133
Kekse
5.123
Welche Effektpedale kennt ihr da? Welcher Typ sind sie und wie sind eure Erfahrungen damit?

Ich habe daheim ein EHX Stereo Pulsar, das gehört ganz klar zur Kategorie B. Mono Input, Stereo Output.
Bei der Stereo-Anwendung pannt das Tremolo immer von links nach rechts und zurück. Sehr räumlicher Effekt, klingt super. Man kann den Stereo-Anteil allerdings nicht regeln.

Dann hab ich ein Neunaber Immerse, das zu Kategorie D gehören dürfte. Es hat zwei Mono Inputs und Outputs.
Bei Stereo-Betrieb ergibt sich ein noch breiterer Hall. Es scheint so, als ob die leichten Modulationen des Halls zwischen L und R pannen, aber der Grundsound zwischen L und R identisch ist.
Stereo-Anteil lässt sich nicht regeln.

Als Delay nutze ich ein Line6 M5, das auch zu Kategorie D gehören dürfte. Es hat zwei Mono Inputs und Outputs.
Da lassen sich diverse Stereo-Delays realisieren (Ping Pong, verschiedene Delayzeiten oder Repeats für L und R,..). Der Stereo-Anteil lässt sich also "indirekt" regeln.
Im M5 wären auch noch einige Stereo-Modulationseffekte vorhanden, aber die haben mich nach ein paar Minuten immer "genervt".


Ich nutze das Stereo-Setup nur zuhause, weil es einfach Spaß macht.
 
micharockz
micharockz
Helpful & Friendly User
HFU
Zuletzt hier
29.07.21
Registriert
29.10.06
Beiträge
2.866
Kekse
15.563
Ort
Varel
Mein VOX TonelabLE gibt das Signal links und rechts auf die PA. Insbesondere die Modulationseffekte klingen dadurch recht eindrucksvoll wabernd oder räumlich. tief. Das bedeutet für mich bezüglich des Aufwandes genau ein Klinkenkabel mehr im Vergleich zum Mono-Betrieb.
Eine All-In-One Lösung ist natürlich praktisch. Schwieriger wird es, wenn man ein Pedal der Kategorie B mit Mono-Input am einer bestimmten Position der Effektkette einbinden möchte. In diesem Fall sind Kompromisse nötig.

Wobei extreme Stereo Effekte Live eher ungünstig kommen, denn es gibt da in der Regel schon genug Sound-Matsch, da braucht man nicht noch rechts und links Verwirrung.
Für den Bühnensound kann das ja schön sein, wenn man die Kontrolle und Ortung behält. Man hat aber keinen Einfluss darauf, wie weit der Mischer das Frontsignal auf die Seiten dreht. Und wenn er das täte, wäre der Sound für alle Zuschauer, die zu weit von der Mitte zwischen den Boxen entfernt tanzen, suboptimal oder sogar mit Aussetzern versehen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer

Ähnliche Themen

Neue Themen

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Oben