Erfahrungsaustausch für Gitarristen mit Hyperkeratose

von Absint, 26.03.20.

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  1. Absint

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    Erstellt: 26.03.20   #1
    Da wir gerade ja alle dazu angehalten sind, uns regelmäßig und ausführlich die Hände mit Seife zu waschen, manche sogar mit Desinfektionsmittel arbeiten, müssen manche Menschen gerade besonders darauf achten, dass ihre Haut nicht austrocknet. Das betrifft eigentlich fast jeden Otto-Normalbürger, aber insbesondere uns mit Hyperkeratose.

    Für die Uneingeweihten: Es handelt sich dabei um eine Erberkrankung, bei der der Körper dazu neigt, an bestimmten Stellen mehr Keratin in den oberen Hautschichten zu bilden. Man spricht dabei auch von besonders dicker Hornhaut. Stellt euch das vor, was sich an den Fingerkuppen nach langen Jahren Gitarrenspielen bildet, nur eben über die gesamten Hand- und Fußflächen verteilt.

    Bei mir ist diese Hyperkeratose (genauer: Diffuse epidermolytische Palmoplantarkeratose, immerhin klinisch bei ~5% der Bevölkerung nachgewiesen) zum Glück nicht so stark ausgeprägt, sondern wirkt sich lediglich so aus, dass die Haut meiner Hand- und Fußflächen eben dicker und rauer ist, als bei gesunden Menschen. Allerdings führt das auch dazu, dass ich diese regelmäßig mit Bimsstein abtragen muss und häufig Gefahr laufe, rissige Schrunden zu bekommen.

    Das nervt natürlich im normalen Alltagsleben ohnehin schon (auch wenn ich besser Kastanien oder Glasscherben aufsammeln kann als andere, das tut eben nicht so schnell weh und mein Verletzungsrisiko ist geringer), aber beim Gitarrespielen bringt das auch so seine Probleme mit sich:

    - Zum einen ist da das Problem mit dem Hautabrieb - die sprödere Hornhaut reibt sich stärker ab, weswegen meine Griffbretter nach jedem längeren Spielen wirklich übermäßig dreckig aussehen, wenn ich sie nicht alle paar Tage sorgfältig reinige und pflege, und bei jedem Saitenwechsel eine Totalüberholung brauchen.
    - Dann ist da das Problem mit dem Handschweiß, der sich zusammen mit den Hautschuppen zu einer ziemlich hartnäckig die Saiten angreifenden Lösung verbindet, die bei unbeschichteten Saiten schonmal einen wöchentlichen Saitenwechsel erzwingt. (Ihr macht euch keine Vorstellung, was beschichtete Saiten für ein Segen für jemanden wie mich sind!) Und fragt mich nicht erst, was mit dem Material von Brücken und Tonabnehmer-Pins ist. Wenn irgendwo "rostfrei" draufsteht, ist das garantiert gelogen.
    - Und dann kommen eben solche Phasen wie jetzt gerade, wo insbesondere die Übergänge zwischen Hornhaut und regulärer Epidermis (also quasi der Übergang Hornhaut zu Oberhaut an den Rändern der Handflächen) so ausgetrocknet sind, dass sie notwendigerweise rissig werden. Dann schmerzt jedes Palm-Mute.

    Rein statstisch müssten wir ein paar Menschen mit Hyperkeratose hier im Forum haben, deswegen wollte ich diese mal fragen, wie eure Erfahrungen damit sind, ob ihr besondere Probleme damit habt oder ob ihr vielleicht sogar schon Tricks entwickelt habt, wie ihr euch diese Probleme leichter macht?
     
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