Erste Eindrücke vom Leslie 3300

von M_G, 26.03.07.

  1. M_G

    M_G Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.07   #1
    Hallo zusammen,

    wie angekündigt meine ersten Eindrücke vom Samstag (Proberaum):

    Erster Eindruck
    Nach langer Wartezeit (November bestellt und monatlich vertröstet) steht es nun endlich da: schwarz, auf Rollen und etwas "moppelig" wirkend. Massiv und stabil verarbeitet ist zweifellos, die Schalengriffe auf dem Prospekt sind stabilen Klappgriffen gewichen, die Rollen sind über ein zusätzliches stabiles Holzbrett montiert, einzig die Lackierung will mich nicht so recht ansprechen. Der schwarze Strukturlack ist sehr rau und führt beim Vorbeistreifen recht leicht zu unschönen Streifen, da wäre mir eine Polymerbeschichtung wie bei PA-Lautsprechern lieber gewesen. Nichtsdestotrotz erweckt die Verarbeitung den Eindruck mein "Musikerdasein" zu überstehen.
    Kompakt ist es durchaus, allerdings nicht klein und zu zweit geht es gut zu tragen, alleine keine Chance, zumindest nicht für meine Konstitution.
    Die Bedienelemente sind ins Gehäuse zurückversetzt, die Potis ragen somit nicht über den Rand raus und sind mit der Blende verschraubt, wo sinnvoll mit Mittenrastung, sehr schön!

    Klang
    So jetzt geht es ans Eingemachte, doch zuvor kurz verbunden mit der XK3 über 11-pin Kabel.
    XK3 eingeschaltet und das Leslie startet gleich mit, so soll es ein.
    Ein positiver Nebeneffekt fällt gleich auf: das nerivge leise hochfrequente Pfeifen meiner XK 3 ist erschwunden.
    Vorweg fast schon das Fazit: es klingt endlich so wie es klingen soll bzw. wie ich es mir immer gewünscht hatte. Es fehlen mir mittlerweile zwar die direkten Vergleichsmöglichkeiten, da ich alles verscherbelt habe was so "rum stand"
    (das Ding ist ja leider recht teuer und so mussten Voce V5, Boss RT20, Hohner ORT100 und Motionsound KBR-M dran glauben) aber es ist mit Abstand das beste was ich bisher an echten und halbechten Rotoren (ORT100, R3-147, KBR-M) und Simulationen (CLS222, G4, HK Rotosphere, Digitech RPM-1, RT20) gespielt habe.
    Der direkte Vergleich mit der internen Lesliesimulation der XK3 und der meines Nord Stage fällt klar zugunsten des 3300er aus, wäre ja auch verwunderlich........allerdings muss ich sagen, dass die internen Simulationen der modernen Clones, insbesondere des Stage, besonders über PA eine wirklich gute Figur machen. Für den schnellen Gig zwischendurch oder wenn wirklich kein Platz für Orgel und Leslie vorhanden ist, allemal ein mehr als passabler Sound !!!
    Bestimmt ist ein Röhrenleslie a la 122 oder 147 noch einen Tick authentischer, aber die schönen Holzkisten finde ich einfach nicht livetauglich und auch nicht sonderlich hübsch..........und wohl auch nicht laut genug, was ich aber selbst nicht beurteilen kann.
    Wenn wir schon bei der Lautstärke sind, das Hohner war schon rech potent, aber das 3300er schiesst wohl den Vogel ab. Unserem Bassisten ist am Samstag die 4x10er abgeraucht und der Gitarrist meinte, er sei kurz vorm Hörsturz (obwohl er selbst mit 4x12 und 100Watt Röhrentopp "bewaffnet" ist).
    Der Volume Poti war maximal bei 3 von 10, ansonsten habe ich es daneben nicht ausgehalten. Reserven sollten also genug vorhanden sein. Meinen Motionsound Kombo musste ich immer am Limit fahren, was dem Klang leider nicht sehr förderlich war.
    Der Klang an sich ist sehr rund und druckvoll, von schrillen Höhen wie beim ORT100 keine Spur. Der Bass drückt ordentlich, im Bandgedöhns war ein Absenken dringend erforderlich, man fragt sich, wozu man den regelbaren Subwooferausgang eigentlich noch braucht.
    Begeistert hat mich der Röhrenpreamp. Nicht nur der Grad sondern auch die Art der Verzerrung lässt sich einstellen, von sanftem Crunch bis brachialem Brett ist alles drin. Der Drive Poti schaltet bei Linksanschlag den Preamp komplett ab.
    Es gibt noch kleine Potis für die Einstellung der Motordrehzahlen und Beschleunigung, die Grundeinstellung war meines Erachtens optimal.

    Fazit
    So, was soll ich sagen. Es gibt Dinge, die leistet man sich einmal im Leben und dann darf es auch was kosten. Da sind wir gleich bei den Minuspunkten:
    - Preis sehr hoch (obwohl: das kleine Pro145 von Motionsound ist auch nicht gerade billig)
    - Strukturlack
    Pluspunkte:
    - Klang
    - Preamp
    - Verarbeitung
    - Anschlussmöglichkeiten und Klangregelmöglichkeiten
    - Lautstärke
    Ich bin jedenfalls im Glück, wenn auch Pleite und dieser Windhauch im Rücken hat schon was ! ;-)
    Jetzt könnt Ihr fragen, hab bestimmt manches vergessen zu erwähnen.......
    Gruss
    Markus
     
  2. m-brose

    m-brose Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.03.07   #2
    Hallo Markus,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht! Klingt ja, als wäre das Teil wirklich brauchbar... Was mich aber abschreckt ist immer noch der Preis!

    Evtl. habe ich demnächt Gelegenheit einen A/B Test mit 122er und 3300er Leslie zu machen. Wenn es dazu kommt werde ich berichten.

    Viele Grüße Martin
     
  3. Thoemp

    Thoemp Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.03.07   #3
    Hallo Markus,

    bin neu hier im Forum und muss sagen, die Beiträge gefallen mir sehr gut.
    Also, nach jahrelanger Treue zu meiner XB-2, die ich auch live mit einem 251er Leslie spiele, dachte ich, ich gönne mir mal was neueres und habe mir eine gebrauchte VK-8m besorgt.
    Ich bin mit dem Sound eigentlich ganz zufrieden (besonders der Leakage-Regler sorgt für realistischen Schmutz). Ich würde mir gerne noch ein kleineres Leslie (oder nennen wir es neutral mal Rotorkabinett) zulegen, um die elende Schlepperei etwas zu erleichtern.
    Wie ich sehe, hast Du vorher schon ein ORT100 gespielt. Das ORT100 ist bei mir in der engeren Auswahl. Ich habe es bei einem Barbara Dennerlein Konzert gehört und war sehr beeindruckt. Klingt das 3300er wirklich um soviel besser?

    Gruß,
    Thomas
     
  4. M_G

    M_G Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.03.07   #4
    hallo,

    das ort100 ist klasse, keine frage. unten rum natürlich nicht so viel wumms durch den 12 zöller, macht aber im band-kontext überhaupt nichts.
    die höhen fand ich persönlich zu schrill, da musste ich mit dem eq voll rausdrehen am ort. meines war insgesamt nicht mehr ganz taufrisch, von daher trauer ich wenig hinterher.
    wenn du eines an der hand hast im ordentlichen zustand und fairem preis (unter 400 euro) dann zuschlagen !!!

    gruss
    markus
     
  5. Krauti

    Krauti Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.07   #5
    Hallo zusammen,

    ohne etwas schlecht reden zu wollen: ich hab das 3300er in Langenau im direkten A/B Vergleich zum 122XB testen können. Grundgedanke war, dass wenn es an den 122er Sound heran kommt, der Preis bei einem „Stück fürs Leben“ in Ordnung geht und ich es gleich bestellen oder sogar mitnehmen kann. Also, das 3300er ist ohne Frage ein tolles Leslie, kommt aber nach meinem Geschmack an den 122er Sound nicht heran. Für ein „Solid-State Leslie ist es aber absolut Spitze. Der Preamp kommt nicht annähernd an den Organ & Groove heran. Von daher war ich schon ein wenig enttäuscht. Zurück zu hause hab ich mich gleich mit dem guten Herrn Reußenzehn in Verbindung gesetzt, und mir einen „Organ Amplifier“ bauen lassen. Dieser wird nun an meinem umgebauten Elka 700 verwendet. OK, unten rum ist es nicht so druckvoll wie das 3300er, aber ansonsten bin ich überglücklich. In der Kombination XK-3, Organ Amplifier und Elka benutze ich nicht mal mehr den Organ & Groove. Demnächst werde ich wohl noch mein HL-822 für den Organ-Amplifier umbauen lassen (da passt`s dann wenn es sein muss auch unten rum). Vielleicht wäre das 3300er in Verbindung mit dem Organ-Amplifier das Beste. Dies ist natürlich nur mein eigener Eindruck, und daher sollte sich jeder bei einer solchen Investition die Zeit nehmen um alles anzuhören und gegeneinander abzuwägen. Schließlich läppert sich der Preis auch bei einem Leslie-Clone mit Organ-Amplifier ganz schön zusammen.

    Viele Grüße

    Volker
     
  6. stoennes

    stoennes Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.07   #6
    Volker,

    wie und was muß man umbauen, um den Organ Amplifier and einen Leslieclone anschließen zu lönnen?

    Stefan
     
  7. AdrWgl

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    Erstellt: 29.03.07   #7
    Das ist vom Leslie Clone abhängig. Im Normalfall hat ein Leslieclone ja einen eigenen Endverstärker dieser muss stillgelegt werden. Anstelle von diesem mus s dann der Neue Verstärker angeschlossen werden. Je nach Modell wird eine zusätzliche Frequenzweiche notwendig sein. Die Gebaut oder Gekauft werden muss. Wenn die Motorumschaltung innerhalb des vorhandenen Verstärkers passiert, wirds was grösseres.

    Gruss
     
  8. Helmut

    Helmut HCA-Laser HCA

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    Erstellt: 29.03.07   #8
    Ich würde mir nach einem 760/770er Leslie schauen und nicht nach irgendeinem Clone. Ich kenne keinen Clone, der wie die originalen Leslies klingt. Die 760/770er sind von der Lautsprecherbestückung gleich wie die 122er. Dies dann mit dem Organ Amp von Reußenzehn befeuert klingt schon sehr gut. Den Organ&Groove Preamp kann man sich dann sparen. Ich habe gerade eines meiner 760er so umgerüstet, man hat dann den Röhrenklang ähnlich dem 122er und man hat genügend Dampf, auch für laute Bühnen, wo das 122er wiederum nicht ausreicht.

    Gruss Helmut
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  9. m-brose

    m-brose Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.07   #9
    @Helmut:

    Ich meine ich hätte was ähnliches schonmal erwähnt:

    Dieser Organ Amp hat ja 100 Watt, da würde ich mir Sorgen um den Jensen V21 Hochtöner machen...

    Die neigen ja auch in 122er und 760er Leslies schonmal dazu, abzurauchen, wenn sie dauerhaft arg getreten werden.

    Schönen Gruß Martin
     
  10. Helmut

    Helmut HCA-Laser HCA

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    Erstellt: 30.03.07   #10
    Vielleicht hast Du recht, auf der andern Seite ist gerade das 760/770 ja ein lautes Leslie. Bislang jedenfalls lebt der V21 noch.

    Gruss Helmut

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  11. AdrWgl

    AdrWgl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.07   #11
    Man könnte das Horn auch mit 2 Treibern befeuern.
    Geteiltes Leid ist halbes Leid :rolleyes:

    Gruss
     
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