Erweiterung um die Lichtspektren Ultraviolett und Imfrarot sinnvoll?

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Hallo zusammen,
habt ihr in euren Lichtsets UV und/oder IR Scheinwerfer mit verbaut?

Welchen Nutzen bringt mir eine potentielle Erweiterung um eines der Lichtspektren?

Nach meinem Denken würde IR die warmen Töne (orange/rot) satter machen und UV die Kälteren.
Aber bringt mir das was wenn ich reine UV/IR Strahler ergänze oder sollte ich das über eine COB/Quad LED mit einmischen?

Beste Grüße
 
Y

yamaha4711

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Welchen Nutzen bringt mir eine potentielle Erweiterung um eines der Lichtspektren?
Ganz stumpf und kurz: Gar nix.
Ich verstehe hier weder den physikilaischen noch den biologischen Hintergrund dieser seltsamen Idee.

Das menschliche Auge ist weder für den IR Bereich noch für den UV Bereich empfindlich. Wir sehen im Bereich 780 - 380 nm.
https://www.google.de/search?q=wellenlänge+sichtbares+licht&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=LmnUl9QOneeyFM%3A%2CJy-WDbOOgBGDvM%2C_&usg=AI4_-kQgFisqYh8NHGo3SQYCtoI_DBXjeg&sa=X&ved=2ahUKEwiA7Ou3lungAhUHzaQKHYGXBO8Q9QEwAHoECAYQBg#imgrc=LmnUl9QOneeyFM:

Daher macht es keinen Sinn Leuchtmittel einzusetzen, welche nicht in diesem Bereich strahlen, da wir es nicht sehen.
Bienen sehen z.B. im UV Bereich. Doch wir sind nun mal keine Bienen.
Manche Schlangen sehen im IR Bereich, doch wir sind auch keine Schlangen.

Es ist also eine falsche Annahme, dass ein UV Strahler eine Lichtquelle "kälter" macht, noch dass eine IR Quelle eine Lichtquelle "wärmer" macht. Im Gegenteil. Insbesondere UV Quellen können das Auge/Netzhaut nachhaltig schädigen. Deswegen sollte man auch Sonnenbrillen mit effektivem UV Filter benutzen, wenn man sich einer UV Quelle (Sonne) aussetzt. Nicht ohne Grund haben Brenner mit einer hohen Temperatur (Halogen, MSD, HTI, Xenon) UV Filter verbaut.

IR ist einfach gesagt nur Wärmestrahlung. Man merkt es auf der Haut. Das ist aber schon alles. Aber auch IR Strahlung kkönnte mitunter schädlich sein, was aber noch näher zu verifizieren wäre.

Daher bringt es erst mal rein gar nichts irgendwelche IR/UV oder sonstige Quellen zu nutzen, da sie nichts bringen. Auch nutzt das überhängige Spektrum einer Standardlichtquelle nichts, da wir es nicht sehen. Auch bedenken, dass LED nichts mit einem kontinuierlichen Strahler und dessen Spektrum zu tun hat. In der Regel ist das Spektrum bei LED sehr eng begrenzt. Auch das Spektrum von anderen, nicht thermischen Strahlern ist in der Regel diskret. Einzig thermische Strahler wie Glühlicht (also auch Halogen) und Lichtbogenlampen (MSD, HTI, Xenon) besitzen ein mehr oder minder breites und kontinuierliches Spektrum, was je nach Farbtemperatur eben auch in den IR oder UV Bereich ragt.

Dass wir etwas als "wärmer" oder "kälter" empfinden hängt von der Farbtemperatur ab, welche eben auch ein kontinuierliches Spektrum abzielt. Je mehr Rotanteile enthalten sind, desto wärmer erscheint uns eine Quelle, im Gegensatz zu einer Quelle, welche mehr Blautanteile enthält. Aber nochmal: Das hat nichts mit dem IR Bereich oder UV Bereich zu tun. Es ist lediglich so, dass ein kontinuierlicher Strahler eben immer deutlich mehr IR (was wir nicht sehen) abgibt, je wärmer er uns vorkommt und eben auch mehr UV (was wir auch nicht sehen), je kälter er uns vorkommt. Das dazumischen von diesen beiden Spektrualbereichen würde aber immer noch nichts bringen, sofern man den sichtbaren Bereich ausblenden würde.

Kommen wir nun zu sogenannten UV Quellen, auch Schwarzlicht genannt. Ja, hier wird überwiegend Licht im UV Bereich abgestrahlt, was wir ja nicht sehen, immer noch nicht. Was bringt das? Erst mal gar nichts, da wir es ja nicht sehen. Wozu das ganze dann?
Hier kommt der Effekt der Fluoreszenz zu Zuge, das umwandeln von eingestrahltem Licht in Licht längerer Wellenlänge. Wie das ganze funktioniert bitte Google fragen. Das würde den Rahmen sprengen. Kurz gesagt: Durch die hohe Energie einer UV Quelle werden Elektronen angeregt. Diese angeregten Elektronen fallen dann wieder auf ihren Ruhezustand zurück (meist in Stufen) und geben dabei diese Energie in Form von Lichtquanten wieder ab, nur eben in geringerer Energie, also mit einer höheren Wellenlänge und damit wird das für uns sichtrbar. Deswegen "leuchten" z.B. Kleidungsstück bei Schwarzlicht, da im Waschmittel sogenannte Weißmacher enthalten sind, welche eben diesen Effekt inne haben. Die Sonne aussen macht auch nichts anderes und daher erscheinen solche Kleidungsstücke auch "weißer" oder heller, da der UV Antei der Sonne in sichtbares Licht umgesetzt wird, was wir dann sehen. Aber immer noch nicht die UV Strahlung an sich.

Bei IR gibt es ähnliche Phänomene. Es gibt z.B. Folien, welche auf IR Strahlung reagieren. In diesen Folien sind Flüssigkristalle eingearbeitet, welche auf Temperatur, also IR Strahlung reagieren. Ein Beispiel sind diese lustigen Folienthermometer, welche z.T. farbig die Raumtemperatur anzeigen. Der Effekt ist aber ein anderer als beim UV.
https://experimentis-shop.de/thermometer-mit-fluessigkristallen-detail-415.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Flüssigkristall

sollte ich das über eine COB/Quad LED mit einmischen?
Der Hintergrund, dass man statt stumpf RGB zu nutzen auch "weiße" LEDs und Bernsteinfarbene LEDs verbaut ist eben der, dass man das Spektrum etwas kontinuierlicher gestalltet. Nochmal: LED hat ein diskretes, bisweilen sehr enges Spektrum. Deswegen sehen Personen bei LED Licht auch immer krank aus. Auch gibt es keine weiße LEDs. Das sind UV LEDs, welche einen entsprechenden Filter vorgeschaltet haben. Dieser Filter setzt die Wellenlänge herunter (besser herunter), damit wir es überhaupt erst sehen. Leider sind bei Budget LEDs diese Filter sehr schlampig ausgeführt, was dann zu der Blue Hazard Diskussion geführt hat, die aber nicht nur auf UV abzielt und bisweilen auch umstritten ist.

Ich hoffe das hat nun sichtbar den UV und IR Bereich Beleuchtet und du konntest deine Denke neu justieren.
 
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Sinphonic

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Danke für die super ausführliche Antwort :)
Mit dem Lichtspektrum kenne ich mich aus, daher war es mir nicht ganz schlüssig wie das mit den RGBIR/RGBUV oder reinen UV/IR Strahlern gehen soll bzw. Was es bewirkt.

Mit der "Blue Hazard" Thematik beschäftige ich mich in gewissem Rahmen derzeit beruflich da Büros momentan auf LED umgerüstet werden.
Entsprechend oft messen wir derzeit mit einem Spektrophotometer die Räume durch.

Vlt reicht die Zeit noch aus die Tage meine beiden CW/WW strahler mal zu testen was die so raus hauen?!

Werde das Geld dann doch lieber in MH anlegen... Oder mal wieder ne neue Gitarre :D
 
chris_kah

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LED hat ein diskretes, bisweilen sehr enges Spektrum. Deswegen sehen Personen bei LED Licht auch immer krank aus. Auch gibt es keine weiße LEDs. Das sind UV LEDs, welche einen entsprechenden Filter vorgeschaltet haben.
Zuerst mal :claphands: für die ausführliche Zusammenstellung!

Bei den "weißen" LEDs werden heute überwiegend blaue LEDs verwendet zusammen mit einem "Leuchtphosphor", der für den Rest der Wellenlängen zuständig ist. Durch den Anteil des direkten blauen Lichts und dem "Rest" aus dem angeregten Leuchtstoff wird die Farbtemperatur festgelegt. Wenn man Datenblätter anschaut, dann sind allermeistens die kaltweißen Leuchtmittel die mit der höheren Lichtleistung. So ein Leuchtstoff muss immer mit eienr kürzeren Wellenlänge angeregt werden, kann dann aber längere Wellen (je nach Material) abgeben. Bei aktuellen LED Leuchtmitteln war ich erstaunt, wie gleichmäßig das Spektrum dieser Leuchtmittel ist. Das ist tatächlich eher so gelichmäßig wie eine Halogenlampe. Wenn man das mit Leuchtstofflampen vergleicht (bei denen UV Licht aus der Röhre den Leuchtstoff anregt), da sind WElten dazwischen (sehr diskrete Linien bei Leuchtstofflampen, fast glichmäßiges Spektrum bei modernen LED Leuchtmitteln).

Für "weißes" Licht ist mein Favorit inzwischen eine Farbtemperatur von etwa 4000K. Das ist ein schönes Arbeitslicht und auch zur Ausleuchtung von Bühnen ist es schön. Warmweiß (2700K ... 3000K) ist eher was für gemütliche Stimmung und Kaltweiß (6000K ... 6500K) würde ich verwenden um eine kühle Mondacht als Stimmung zu vermitteln.

Und es gibt sogar LED Leuchtmittel, die beim Dimmen ihre Farbtemperatur richtugn Warmweiß verschieben, um die Glühlampencharakteristik zu imitieren.

In der Grundaussage sitmme ich voll zu: IR braucht man gar nicht, UV höchstens für den Schwarzlichteffekt. Farbtemperatur kann man mit CW/WW Strahlern ganz gut einstellen.
 

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