Es war einmal

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GadS

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Strophe:
Ich wär’ so gerne dieser Huckleberry Finn -
Renn’ zum Ufer um mir ein kleines Floß zu bauen -
Vielleicht weiß einer der anderen wer ich bin -
Und was wurde aus meinem großen Traum -

Ich wär so gerne dieser Peter Pan,
Den ganzen Tag lang nichts tun im Nimmerland,
Und die Antwort - egal - wenn mich jemand fragt,
Sein, das ist mein Sinn verdammt -

Ich wäre so gerne dieser Winnie the Pooh,
Mit meinen Freunden da draußen im Hundertmorgenwald,
Ohne Leute die unentwegt auf wichtig tun -
Denn hier lass ich mich und all meine Sorgen fallen,

Bridge:
Immer wenn, die Dunkelheit übernimmt -
Und ich meinen Frust ertränke in trüben Gin,
Immer wenn, all meine Gefühle spinn -
Reise ich in ‘Gedanken in die Welten der Gebrüder Grimm,

Refrain:
Wenn ich nach dem Leben mit einem Atemzug greife -
Schreibe ich ganze Märchen auf meine Tagebuchseiten -
Jedes einzelne beginnt mit den drei Worten “Es war einmal” -
Denn es war einmal - Denn es war einmal -
Zu oft erlebt man da draußen ein böses erwachen -
Doch hier zieht der Held das Schwert und er tötet den Drachen -
Er heiratet die Prinzessin - es wird gefeiert bis morgen ist -
Und er lebt glücklich weiter, wenn er nicht gestorben ist -

Wenn ich nach dem Leben mit einem Atemzug greife -
Schreibe ich ganze Märchen auf meine Tagebuchseiten -
Jedes einzelne beginnt mit den drei Worten “Es war einmal” -
Denn es war einmal - Denn es war einmal - Denn es war einmal -
 
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Katz23

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Es waren einmal...zu viele unterschiedliche Handlungsstränge in einem Text. Strophe, Bridge und Refrain ergeben für mich kein schlüssiges Bild, auch wenn ich ungefähr weiß, was du sagen willst.
Die Ideen sind gut, aber das ist Stoff für 3 Lieder.
Zumal ich "Huck Finn", "Peter Pan" und "Winnie Pooh" nicht zu den Märchen der Gebrüder Grimm zählen würde :nix:

Also lieber die einzelnen Aspekte weiter ausarbeiten und 3 Texte draus machen.
 
x-Riff

x-Riff

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Hi GadS,
willkommen auf dem Musiker-Board und hier im Forum!

Grade habe ich Deinen hilfreichen post zu dem Text von einem anderen user gelesen - und da merkst Du treffenderweise an, dass die Form eine nicht unerhebliche Rolle spielt.
Die inhaltliche Grundidee von Deinem songtext finde ich spannend - wenn ich mal in kurz paraphrasiere, kommt in etwa eine Person dabei raus, die sich in ihre märchenhaften Träume flüchtet, wo alles leicht fällt, im realen Leben aber scheitert und deshalb zum Alkohol greift. Dein Text macht diese beiden Seiten der Person auf und beläßt es dabei - was völlig okay ist: ich bin nicht darauf aus, eine Lösung oder eine Moral herbeizuwünschen.

Formal allerdings komme ich auf keinen grünen Zweig bzw. ergibt sich für mich kein stimmiges Bild: drei Strophen mit der gleichen Aussage in Folge, dann eine Bridge, in der die problematische Seite geschildert wird und die Realität auf die erträumte Innenwelt trifft, als Bridge gekennzeichnet, und danach folgt einmal der Refrain, der im Wesentlichen beide Seiten noch einmal schildert bzw. einen erklärenden Charakter hat bezüglich der Situation des Ich-Erzählers.

Für mich hat Dein Text Entwurfscharakter - es sei denn, Du hast eine Musik dazu bzw. ein Arrangement, in dem dieser Aufbau funktioniert. Ansonsten wäre meine Devise, es mal mit unterschiedlichen Anordnungen auszuprobieren. Und dabei die einzige inhaltliche Ungereimtheit, die katz auch schon angesprochen hat: dass es sich bei den Beispielen nämlich nicht um Märchen von Grimm handelt, zu überarbeiten. Und dann vielleicht die ganze Bridge: die hat für mich sprachlich wenig Zugkraft - die Reime funktionieren nicht wirklich und wenn Du den Grimm wegläßt, kannst Du da noch nacharbeiten.

Der Refrain ist wiederum sehr lang und besteht aus drei Passagen - auch da könnte man ein bißchen mit rumspielen ...
Versuchsweise vielleicht so:
Strophe 1
Refrain 1ter Teil
Strophe 2
Refrain 2ter Teil
Bridge (sprachlich überarbeitet)
Refrain 3ter Teil
Strophe 3
Bridge

Ich finde das Thema und den Grundgedanken sehr stark und könnte mir vorstellen, dass man mit einem Arrangieren, Experimentieren, Ausprobieren und vielleicht mit einigen Zuspitzungen noch sehr viel mehr rausholen kann an Wirkung und Sprachmacht.

Aus dem Bauch raus mal ein Wurf in Richtung Bridge:
Immer wenn die Dunkelheit ein Faß aufmacht
ertränke ich mich mit all meinen Sinnen
dann fangen meine Gedanken an zu spinnen
und ich hab mir eine neue Märchenwelt erdacht

Gibt es schon eine Musik, eine Melodie, einen Rhytmus?
Spielst Du auch Instrumente?
Was ist der Text für Dich: Rohfassung, Experiment oder fertiger songtext?

Herzliche Grüße

x-Riff
 
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GadS

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Hi x-Riff,

ja ich habe das auf einen backing track geschrieben.
Link:

Für mich ist das noch kein fertiger Text, aber eine gute Rohfassung.
Du hast angesprochen das dir die einzelnen Strophe Teile (es ist nur eine) zu gleich sind.
Das ist extra so aufgebaut das die beiden ersten Zeilen immer einen Wunsch nach Flucht formulieren, die beiden letzten aber immer einen anderen Grund nennen.

Im ersten Teil ist das Thema eine verloren geglaubte Identität, und ein verloren geganges Ziel / Traum.
Im zweiten Teil geht es um die für die Ich Perspektive nicht zu beantwortende Frage des Sinns im Sinne der Verwertungsgessellschaft.
Im dritten geht es um ein nicht aushalten des menschlichen Umfeldes voller wichtigtuer - man will sich einfach fallen lassen können.

Die Bridge bricht thematisch und in der Reimstruktur - hier wird aus Kreuz- (ABAB) aufeinmal Kettenreim (zieht sich in den Refrain durch).
In der Bridge wird Alkohol zur ungeliebten Lösung (trüber Gin) - um eine Flucht starten zu können.

Der Refrain ist komplett anders zu interpretieren - er ist oberflächlich an die Thematik angebunden - beschreibt aber ein größeres / anderes Themenfeld.
Da lasse ich dir gerne noch mal einen zweiten Versuch ;) Würde mich interessieren ob du dahinter kommst.


Ich bin gerade an der zweiten Strophe und lasse dich wissen wenn ich die fertig habe.


Mit vielen lieben Grüßen,
GadS
 
Jongleur

Jongleur

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Strophe:
Ich wär’ so gerne dieser Huckleberry Finn -
Renn’ zum Ufer um mir ein kleines Floß zu bauen -
Vielleicht weiß einer der anderen wer ich bin -
Und was wurde aus meinem großen Traum -

Ich wär so gerne dieser Peter Pan,
Den ganzen Tag lang nichts tun im Nimmerland,
Und die Antwort - egal - wenn mich jemand fragt,
Sein, das ist mein Sinn verdammt -

Ich wäre so gerne dieser Winnie the Pooh,
Mit meinen Freunden da draußen im Hundertmorgenwald,
Ohne Leute die unentwegt auf wichtig tun -
Denn hier lass ich mich und all meine Sorgen fallen,

Bridge:
Immer wenn, die Dunkelheit übernimmt -
Und ich meinen Frust ertränke in trüben Gin,
Immer wenn, all meine Gefühle spinn -
Reise ich in ‘Gedanken in die Welten der Gebrüder Grimm,

Refrain:
Wenn ich nach dem Leben mit einem Atemzug greife -
Schreibe ich ganze Märchen auf meine Tagebuchseiten -
Jedes einzelne beginnt mit den drei Worten “Es war einmal” -
Denn es war einmal - Denn es war einmal -
Zu oft erlebt man da draußen ein böses erwachen -
Doch hier zieht der Held das Schwert und er tötet den Drachen -
Er heiratet die Prinzessin - es wird gefeiert bis morgen ist -
Und er lebt glücklich weiter, wenn er nicht gestorben ist -

Wenn ich nach dem Leben mit einem Atemzug greife -
Schreibe ich ganze Märchen auf meine Tagebuchseiten -
Jedes einzelne beginnt mit den drei Worten “Es war einmal” -
Denn es war einmal - Denn es war einmal - Denn es war einmal -

Hallo GadS,

Zusammen mit der Musik entwickelt sich in mir ein angenehmes Gefühl beim Lesen. Obwohl der Text für sich zerrissener wirkt: Die Strophe spricht über die Romantik der eigenen Kinderbücher. Die Bridge erzählt, dass das lyrische Ich ohne Alkohol nicht mehr zur Märchenwelt der Kindheit zurück findet. Im Refrain dominiert mE das mehrfach wiederholte: Es war einmal!

Ich war einmal mit einer ähnlichen Grundaussage relativ erfolgreich. Deshalb kann ich mir vorstellen und wünsch ich dir, dass der fertige Song Anhänger finden wird. Ich selber würde heute abgeklärter über Romantik und Realität denken und schreiben.

Aber fremde Inhalte kritisiere ich sowieso ungern. Wenn schon, denn schon lieber die Form. Auf den ersten Blick ist mir der Refrain zu lang. Auf den zweiten Blick stört mich, dass der Refrain noch neue (kursiv geschriebene) Argumente liefert. Neue Argumente sollte ein Autor mE in Strophen, Bridge oder einen C-Teil packen.

In den Refrain gehört bei mir eine einfache Quintessenz. Einerseits, weil ich weiß, dass das Publikum eine stabile Meinung zum Mitsingen braucht. Andererseits, und das ist mir wichtiger, weil ich beim Texten eine vertretbare Mittellinie brauche. Um zu entscheiden, was drunter, drüber oder überhaupt nicht in DIESEN Text gehört. Erst mit dieser "Mittellinie" macht mir das Texten Spaß. Denn nun bin ich Herrscher über den Text. Oder sagen wir: Nun bin ich frei. Und diese Freiheit lässt mich fliegen. Verstehst Du, was ich meine?
 
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x-Riff

x-Riff

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Der Refrain ist komplett anders zu interpretieren - er ist oberflächlich an die Thematik angebunden - beschreibt aber ein größeres / anderes Themenfeld.
Da lasse ich dir gerne noch mal einen zweiten Versuch ;) Würde mich interessieren ob du dahinter kommst.
Na dann ... ;)

Tipp auf das Sterbebett ... Vielleicht auch Demenz / Alzheimer, wo vornehmlich die frühesten Erinnerungen erhalten bleiben ... deshalb das sie wiederholende "es war einmal" ...

Bin mal gespannt auf die zweite Strophe.

x-Riff
 

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