Excelsior (3 chörig, 96 Bass): Lohnt sich noch eine Überholung ?

von Brevis, 28.01.17.

  1. Brevis

    Brevis Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.01.17   #1
    Guten Abend, habe eine Excelsior quasi geschenkt bekommen, 3 chörig , 96 Bass, leider kein casotto, was mich besonders begeistert ist das gewicht nur c.a. 9 Kg.
    der Vorbesitzer hat damit Strassenmusik gemacht , beim näherem betrachten sieht mann das Zelluloid völlig hin ist , ich habe es versucht die Flecken weg zu putzen- leider ohne erfolg .
    Der Balg ist dicht , aber an den Ecken sind die Metall Teile verrostet , gestimmt werden muss es auch.
    Positiv überrascht war ich als ich mir das Instrument von Ihnen angesehen habe, da sah es meiner ungeschulten Meinung nach , nicht so schlecht aus.
    da ich schon immer ein leichtes Instrument für unterwegs - Camping haben wollte , passt das alles sehr gut , nur ... es kommen auch Fragen wie;
    Loht sich der aufwand überhaupt ?
    Kriege ich die Flecken irgent wie selber ab ? es muss von aussen nicht perfekt aussehen, die Funktionalität und klang sind mir aber wichtig.
    muss der Balg auch komplett erneuert werden?
    wie soll gestimmt werden? sind die Stimmplatten noch in ordnung?
    was konnte ich da selber machen,um kossten zu sparen, den etwas handwerklich basteln kann ich schon ( meine ich jedenfalls so:) )

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  2. accordion

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    Erstellt: 29.01.17   #2
    Hallo Brevis
    meine unerhebliche Meinung: von aussen nach innen wird's immer besser!
    Zelluloid: matt und fleckig -> ev. mit Polierpaste versuchen, die Flecken weg zu kriegen. Bei der Bassplatte müsste die Mechanik ausgebaut werden.
    Balg: zwar dicht, aber der kam wohl in den Regen-> Würde ich so lassen. Unschön, aber erzählt die Geschichte des Instrumentes
    Mechanik: ziemlich verdreckt -> mit Staubsauger und Wattestäbchen lässt sich da viel erreichen.
    Stimmplatten: rostfrei, zT verstimmt -> Schau mal unter die Bassventile, ob die Stimmen dort auch ohne Flugrost sind. Mit ein bisschen Reinigen wird die Stimmung vielleicht auch besser.

    Vieles kann man selbst machen, dann sieht das Ding schon viel besser aus. Lohnt sich auf jeden Fall, falls Du das selbst machen kannst. Je nachdem wie die Stimmung ist, kommt da ein Betrag zusammen.
    Grüsse, accordion

    Nachtrag: ich hab auch mal eine Verdi II quasi geschenkt bekommen: aussen hui, innen pfui. Offenbar nie gespielt, die Stimmen waren leider mit Rost besprenkelt, sonst alles blitzblank. Merke: Instrumente wollen gespielt werden....
     
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  3. Brevis

    Brevis Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.01.17   #3
    das habe ich auch gemacht bin sogar etwas weiter gegangen, habe alle Knöpfe abgemacht (Finger krumm geschraubt ), das verdeck im Diskant hinten und vorne ab und gründlich mit Stäbchen Staubsaugen und kompressor vorsichtig gereinigt, das klapte
    aber die ekligen Flecken auf Zelluloid kriege ich mit Polierpaste und co leider nicht weg, habe schon alles versucht. ich dachte schon an s eifach mit feinem Schmirgelpapier abschleifen ..., oder gut abkleben und mit klavierlak oder ähnlichem überstreichen ?
    Das stimmen werde ich wohl dem Fachmann überlassen, die Frage ist wie soll ich das stimmen lassen , damit ich möglichst beides -Jazz und Müsette spielen kann,geht das überhaupt bei 3 Chören ?
     
  4. polifonico

    polifonico Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.01.17   #4
    Guten Morgen,

    das ist doch ein schönes Instrument , einem geschenkten Gaul....
    Es ist natürlich fürchterlich staubig , da reicht vielleicht so ein bisschen staubsaugen nicht.
    Ich würde auch die Stimmstöcke herausnehmen und auch die Registerschieber aufwendig reinigen.
    Da das Instrument offensichtlich lang offen gestanden hat, wird der Staub sich jetzt beim
    Spielen auch hinter den Registerschiebern verteilen. Das könnte dazu führen, daß die Register klemmen oder nur schwer zu schalten sind.
    Ich vermute nicht, daß sie sich noch in einer Nut im Stimmstockfuß befinden. Dann hätte man sie einfach herausziehen können.
    Sie werden eher im Gehäuse fest verbaut sein.

    Das Gehäuse scheint nicht nur vom Staub so angegriffen. Wenn sich das gar nichts polieren lässt, würde ich vermuten, daß in der Vergangenheit mit einem scharfen
    Reiniger oder einer Verdünnungsflüssigkeit herumgewerkelt wurde. Die Celluloid Oberfläche hat sich angelöst und den Dreck und Staub mit gebunden.
    Die Werkstätten haben dafür grosse Poliermaschinen , ohne die kommst Du hier nicht weiter.
    Solange es keine Schadstellen oder Risse gibt, sollte man versuchen, daß Gehäuse noch zu retten.
    Lackieren ist da nur die letzte Lösung und auch nur nach Volldemontage möglich.

    Für die Knöpfe habe ich schon einmal einen Aufsatz für einen Akkubohrer gesehen -
    da kommt ja einiges an Geschräubsel zusammen.

    Musette und Jazz passen doch ganz gut zusammen, sie teilen sich ja nicht notwendigerweise die selben Register.
    Beinharte Jazzer spielen ohne Schwebung , bei den Franzosen sind da die Grenzen eher fließend.

    Ich würde das Akkordeon erst einmal sorgfältig reinigen und eine Zeit spielen.
    Oft bessert sich die Stimmung noch , wenn die lange unbewegten Ventilleder wieder aktiviert werden
    und auch die letzten Staubreste rausgespielt sind.

    Viel Spass,

    Ludger
     
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  5. Brevis

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    Erstellt: 26.02.17   #5
    Hallo zusammen,
    Habe mich doch entschieden mit dem Instrument zum Fachmann zu gehen , der meinte mann sollte es komplett neu stimmen , also wurde es auch gemacht. Habe sie vor einer Woche abgeholt , konnte es kaum erwarten sie zu spielen, und bin etwas enttäuscht...
    ich weis es nicht vielleicht ist es aber nur mein empfinden , vielleicht habe ich zu fiel vom Stimmer erwartet , vielleicht sollte ich es auch mit meiner Öllerer nicht vergleichen, aber ganz zufrieden bin ich mit dem Ergebnis nicht.
    Heute habe ich mal ins innere reingeschaut , weil bei manchen Tönen so ein unangenehmes "schnaren " beim balgwechsel zu hören ist, ein ton spielt nur auf zug , bei einer taste klappert es ungewohnt laut, und habe gesehen das nur einzelne Lederventile durch neue Plastickventile ersetzt wurden, ich meine schon mal gelesen zu haben das mann beim neu stimmen auch alle Ventile erneuern sollte , oder gehört das nicht zusammen?
    der Meister hat mir eigentlich gesagt das die Ventile auch erneuert wurden, aber wie es aussieht hat er das nur bei einzelnen Tönen gemacht.
    Auch habe ich auf Empfehlung vom meister für das beschädigte Zelluloid eine Tube Polierpaste besorgt die auch absolut nichts brachte.
    Ergebnis: mit dem nicht so gutem Äußerem kann ich noch leben aber der klang ist echt Gewöhnungsbedürftig -)

    Grüße , Brevis
     
  6. Ippenstein

    Ippenstein Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.02.17   #6
    Zuerst: Ein reines Nachstimmen ist etwas völlig anderes als eine Überholung. Die Überholung ist viel aufwendiger: Da werden die Stimmplatten abgenommen, gereinigt, neu ventiliert, aufgewachst und reingestimmt.
    Beim reinen Nachstimmen wird die Stimmung in Ordnung gebracht und nur fehlerhafte Ventile gewechselt. Das spiegelt sich dann auch im Preis wider.
    Wenn Dir die Leistung Deines Stimmers nicht gefällt, solltest Du mit ihm darüber sprechen und er wird Dir zu Deinen einzelnen Punkten entsprechend erklären können, was geht und was nicht möglich ist.

    Bei den Verschmutzungen des Zelluloids kommt es darauf an, ob es nur Verschmutzungen auf der Oberfläche sind oder ob sich da eine Flüssigkeit eingebrannt hat. Alkohol (z.B. Spiritus) brennt sich ins Zelluloid rein.

    Polituren helfen nur, um den Oberflächenglanz wiederherzustellen. Leichte Oberflächenkratzer bekommt man mit der Poliermaschine weg. Tiefere Kratzer müssen aufwendig durch Auffüllen, Schleifen und Polieren entfernt werden. Und diese Arbeiten sollte nur der Fachmann machen, da das Zelluloid nicht dicker als 0,2 - 0,5 mm ist. Da ist man schnell bis aufs Holz durch.

    Wie gesagt: Sprich mit Deinem Stimmer über das, was Dich stört. Nur so kannst Du alles klären.

    Viele Grüße

    Ippenstein
     
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