Explosionen aufnehmen

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Harmonix
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Es gibt da zwei Typen, der eine Sprengmeister, die einen Schuppen auf ihrem Grundstück in die Luft jagen wollen, wenn sie auf ihrer Webseite 1.000.000 Klicks erreicht haben. Die Aktion ist witzig, aber was ich mich dabei gefragt habe: Wie nimmt man eigentlich eine Explosion möglichst gut auf? Klar, die beiden Typen werden das wohl mit ner normalen Cam und integriertem Mikro machen, da geht's ja auch nicht um Qualität. Aber zum Beispiel beim Film: Wie machen die das da? Ich denke vor allem an das Problem, den "explosionsartigen" (!) Pegel zu kontrollieren. Einpegeln per Testsprengung geht ja wohl nicht. Aber übersteuert dann nicht alles automatisch?

Schon mal besten Dank für Antworten!
Gruß
 
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naja beim film sind die meisten geräusche nicht so entstanden wie du denkst..
pferdegalopp wird mit zwei ton töpfen erzeugt, und so weiter

diese klang tüftler sind ständig auf der suche nach geräuschen die gebrauchen könnte
ich glaube dass das explosionsgeräusch mit irgendetwas anderem simuliert wird
 
monsy
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Das denk ich auch.. zumal es wohl schwer sein KÖNNTE eine größere Explosion "raumfrei" aus der Nähe aufzunehmen
 
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natürlich mit 100 lagigem poppschutz und titan-membran
 
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Mal wieder eine Domäne eines alten Bekannten: dem EV RE20 sagt man nach das so ziemlich einzige Mikro zu sein, mit dem man Dinge wie Schüsse und Explosionen aufnehmen kann, ohne dass das Mikro selbst dabei übersteuert. Was man dann aber da dran hängt, sollte man natürlich schon vorher passend dämpfen. Das kann man sich auch in etwa ausrechnen, wieviel Pegel das Setup verkraften können muss. Ich denke mal, ohne Pad(s) wird man kaum auskommen, aber so dramatisch ist das ganze garnichtmal. So ein Mikro verkraftet sehr viel mehr Pegel als ein Ohr, wenn letzteres keinen Schaden nehmen soll. Schon interessanter ist es da, ein Aufnahmemedium mit ausreichender Dynamik zu finden... bei ca 115db ist auch bei guten Wandlern bald Schluß, also kommt man wohl auch nicht um einen Kompressor oder Limiter herum.
 
Stifflers_mom
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grobe schätzung

heutzutage sind Explosionen und Schüsse etc. folgendermaßen erzeugt:
95 % synthetisch
4,9 % mit Hilfsmitteln akustisch erzeugt (Papier zusammenknüllen, auf Metallplatte schlagen, andere kreative Lösungen...)
0,1 % live bzw. mit echte Explosionen.

wobei die Tendenz eher noch mehr Richtung synthetisch geht, je älter die Filme sind, natürlich noch eher die kreative Nachvertonungslösung :D


ich rede jetzt von Kinofilmen. Bei dokus usw siehts natürlich etwas anders aus.
 
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Vor allem kommt dazu dass Explosionen und Schüsse die aufgrund ihres mörderischen Pegels in Echt ziemlich dick klingen aufgenommen und leise angespielt zu einem recht dünnen Piff werden.

Da aber die Heimkinoanlage nicht eben 140 dB raushauen kann und das auch so wirklich keiner will (wer hat schon gerne ein Knalltrauma und zerissene Trommelfelle nach dem Genuss einer DVD?) muss man diesen Effekt eben Psychoakustisch erzeugen.
 
peter55
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Als alter "Tonbandamateur" mit Erfahrungen in Hörspielen kann ich sagen, dass wir Explosionen früher z.T. einfach durch blasen in ein empfindliches Mikro erzeugt haben. Schüsse wurden mit einem Lineal, das auf die Tischplatte geschlagen wurde erzeugt und Regen u.a. durch Erbsen in einer Schüssel, Autotür zuschlagen durch Zuklappen eines dicken Buches und was es da noch an weiteren Tricks so gab.
 
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ich würde es mal mit einer nachträglichen vertonung versuchen, oder der pegel bei der soundaufnahme muss extrem niedrig sein.
 
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Wow, sehr interessante Antworten. Danke! Lag ja gar nicht so falsch, dass das unter Umständen gar nicht so leicht ist, die Dynamik einer Explosion einzufangen.

Zwei kleine Fragen:
Beim synthetischen Erstellen, was nimmt man denn da als Vorbild, also was wird da synthetisch emuliert?
Und was bedeutet "psychoakustisch"? Klingt spannend, aber ich hab davon noch nie gehört.
 
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Beim synthetischen Erstellen, was nimmt man denn da als Vorbild, also was wird da synthetisch emuliert?

da gibts verschiedene Ansätze. Man kann versuchen, die physikalischen vorgänge näherungsweise zu modellieren, je exakter, desto rechenaufwändiger. oder man überlegt sich grob, in welche klanglichen Phasen man die Explosion zerlegen kann und versucht diese mit verschiednen Rauschen, Tönen, Modulationen etc. hinzubasteln.


Und was bedeutet "psychoakustisch"? Klingt spannend, aber ich hab davon noch nie gehört.

http://de.wikipedia.org/wiki/Psychoakustik
 
boccherini
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Ich glaube ihr meint Ollie und Gerd, die momentan diese Sprengung online organisieren möchten, das habe ich über YouTube gesehen und dann wurde ich auf ihren Blog weitergeleitet. http://www.wegmitdenschuppen.de/;)
Die Vorbereitungen laufen, es ist aber ein Weile noch abzuwerten, bis die beiden soweit sind:
 
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@Stifflers_mom
Thx, da werd ich gleich mal reinlesen! :)
 
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die billigvariante ist natürlich eine sounddatenbank zu finden wo es explosionen in guter soundqualität gibt, also nur für den fall das die explosion sich nicht gut aufnehmen lässt
 
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@workaholic

Auch ne gute Idee. Aber ob die beiden Typen mit ihrem Schuppen das machen werden...? Könnte evtl. total übertrieben klingen, wenn die so eine Hollywood-Explosion von einer Sample-CD nehmen und man aber nur einen Schuppen sieht, der hochgeht. Ausserdem soll die Sprengung ja auch "live" sein.
 
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Wenn man es denn wirklich aufnehmen will dann braucht man zum einen ein Mikrofon das richtig Pegel verzerrungsfrei machen kann und eine Soundkarte die mit hohen Peakwerten klar kommt.

Für ersteres kommen im Grunde so einige Dynamische Mics in Frage, da ist es erstaunlich welche abartigen Pegel man relativ verzerrungsfrei aufgenommen bekommt. Letzteres ist leider teuer, allerdings kann man da sicher was mit Dämpfungsgliedern machen. Man müsste da mal ein paar Datenblätter wälzen und mal überschlagen was da am Ende für Pegel wo anliegen.
Ich hab mal in einer AES Ausgabe einen kleinen Artikel gelesen wo mit Sennheiser Mics ein Raktenstart aus nähster Nähe aufgenommen wurde. Vielleicht finde ich das ja nochmal.

Dann möglichst weit ran mit dem Mikrofon, zusätzlich kann man ja noch immer noch ein wenig weiter weg den Nachhall seperat aufnehmen.



Wie sinnvoll das für Film ist sei mal dahin gestellt bzw. wurde ja schon geklärt. Als Projekt als solches ist es natürlich interessant.
 
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eventuell gibt es auch aufsätze für das mikro wie z.b. bei wind. die müsste recht günstig zu leihen sein.
auf jeden fall wird auch die pegeleinstellung in dem moment der aufnahme wichtig sein, da auf keinen fall übersteuern.
 
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Für ersteres kommen im Grunde so einige Dynamische Mics in Frage, da ist es erstaunlich welche abartigen Pegel man relativ verzerrungsfrei aufgenommen bekommt. Letzteres ist leider teuer, allerdings kann man da sicher was mit Dämpfungsgliedern machen. Man müsste da mal ein paar Datenblätter wälzen und mal überschlagen was da am Ende für Pegel wo anliegen.
Ich hab mal in einer AES Ausgabe einen kleinen Artikel gelesen wo mit Sennheiser Mics ein Raktenstart aus nähster Nähe aufgenommen wurde. Vielleicht finde ich das ja nochmal.

Ja, das wäre interessant: Ein Raketenstart! Wow! Was heisst denn da "aus nächster Nähe"?

Dann möglichst weit ran mit dem Mikrofon, zusätzlich kann man ja noch immer noch ein wenig weiter weg den Nachhall seperat aufnehmen.

Hehe, ja, möglichst weit ran – nur übertreiben darf man das wohl dann auch nicht, zumal wenns so ein teueres Mic ist und die Explosion unter Umständen ausser Kontrolle gerät... :D
 
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MatthiasT
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Hehe, ja, möglichst weit ran - nur übertreiben darf man das wohl dann auch nicht, zumal wenns so ein teueres Mic ist und die Explosion unter Umständen ausser Kontrolle gerät... :D
Die Mics die da mutmaßlich brauchbar wären haben alle den Vorteil dass sie nicht sonderlich teuer sind. Man stellt da ja kein Neumann hin.
 
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achn inder ausleihe ist so ein neumann gar nicht so teuer wie man es vom kaufpreis her denken könnte.
 

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