[FAQ] Was ist "brücken" bei ner Stereo Endstufe? Das hier!

von EDE-WOLF, 07.08.08.

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  1. EDE-WOLF

    EDE-WOLF HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 07.08.08   #1
    Guten Tag, vielleicht interessiert ja jemanden wie brücken funktioniert :)

    Darüber hinaus wird dieser "Artikel" :-)D) zeigen wie man einen Amp brückt, der weder Bridge-Schalter noch Bridge-Output hat.

    Nun gut, was brauchen wir?

    1. Eine 2-Kanal endstufe
    2. je nach situation angemesse kabel (wird ausgeführt)
    3. Ein Manual des Amps/eine Info vom Hersteller oder ein Multimeter
    4. Einen Lautsprecher der Betrieben werden soll


    Wir haben eine 2-kanalige endstufe vor uns liegen. Wie der Name schon sagt beinhaltet dieses Dingen 2 Kanäle. Man kann es als als 2 seperate Endstufen begreifen, die 2 verschiedene Signale unabhängig von einander verstärken können. Normalerweise verwendet man sowas ja für Stereosignale, eben links und rechts (oder die Bassisten eben um 2 Boxen mono zu befeuern). Wann brauchen wir einen Brückenbetrieb?
    Naja brückenbetrieb macht dann sinn, wenn wir zwar eine 2-kanal endstufe haben, aber nur eine box befeuern wollen, die dazu noch eine doppelt so hohe impedanz hat, wie die mindestimpedanz eines kanals!
    Klassischer fall bswp:

    Wir haben einen 18" subwoofer mit 1000Watt und 8ohm und möchten diesen an einer TA1400 betreiben, die 2x700watt an 4ohm hat.

    Normalerweise funktioniert sone endstufe ja so:

    [​IMG]

    ich schicke ein signal mit kleiner amplitude rein, und bekomme eins mit größerer amplitude raus.

    Hier könnte ich jetzt meinen subwoofer an kanal 1 anschließen, klar geht das, ich verliere allerdings durch die 8ohm schon nahezu 30-40% (in der Theorie sinds genau 50%) der leistung (der amp liefert dann bspw. 2x450Watt an 8ohm) und kanal 2 bleibt völlig ungenutzt.

    Nun kommt trick 1:
    Wir schicken auf Kanal 2 ein verpoltes Signal:
    [​IMG]

    würden wir nun bspw. 2 lautsprecher anschließen, würden sie sich weitestgehend gegenseitig auslöschen. Während nämlich die membran des einen rausgedrückt würde (positive spannung) würde die andere reinzeihen (negative spannung)...
    aber das wollen wir ja gar nicht, wir wollen ja EINE Box betrieben.

    Und nun kommt Trick 2:

    Anstatt nun wie üblich, den lautsprecher an 1+/1- eines speakon anschlusses anzuschließen, schließen wir ihn an 1+ von kanal A und 1+ von Kanal b an.
    Nun passiert es, dass während kanal A eine positive eingangssapnnung positiv verstärkt, kanal B das gleiche signal invertiert ins negative verstärkt.

    Um das besser zu begreifen hier das bild dazu:

    [​IMG]

    wie erwähnt ist es dabei wichtig, dass zwischen 1- an kanal 1 und 1- an kanal 2 keinerlei spannung messbar ist. dazu nimmt man das multimeter, das manual oder eben eine herstellerauskunft zur hand.

    Schließen wir nun einen lautsprecher so an, bekommt dieser soppelte spannung ab. Das bedeutet der Stromfluss verdoppelt sich und das bedeutet nach P=U x I: die leistung vervierfacht sich gegenüber eine 1-kanal betriebes mit glleicher impedanz (also wenn ich den 8ohm subwoofer nur an kanal 1 anschließen würde). In der realtität ist weniger als 4 fache leistung. Das hat Schaltungstechnische gründe, auf die ich nicht weiter eingehen will.


    Sollte zwischen 1- an kanal 1 und 1- an Kanal 2 eine spannung messbar sein, also ein Potenzial vorliegen sollte MAN ES UNBEDINGT AUF JEDEN FALL UNTER ALLEN UMSTÄNDEN unterlassen den amp zu brücken, warum seht ihr im folgenden Bild:

    [​IMG]

    1. klingt das scheiße --> immenser klirrfaktor
    2. killt das die endstufe schneller als man hören kann....

    Ergo gilt hier: vorsicht walten lassen!

    Viele der heutigen amps haben einen "bridge" schalter, der eben genau das, was ich oben beschrieben hab tut: er invertiert das inputsignal auf kanal 2.

    darüber hinaus haben viele amps einen "Bridge-Out". Das ist dann ne Speakonbuchse deren belegung nach außen hin zwar wie normal 1+/1- beinhaltet, im inneren aber halt durch hot von kanal 1 und hot von kanal 2 gespeist wird.

    Wichtig ist noch zusagen, dass das NICHT INVERTIERTE signal an den Positiven Pol des lautsprechers muss...
    sonst bekommt man in system halt eben böse Auslöschungen!


    Gut, wenn fragen, fehler oder sonstwas sind! Kritik bitte :)

    Gute nacht!
     

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  2. EDE-WOLF

    EDE-WOLF Threadersteller HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 07.08.08   #2
    Kleines "Addon" zu digitalamps: (Danke raumklang)

    Zumindest bei den Digimods die ich (und er :D) haben ist das so, dass das mit der brückung anders funktioniert, da die amp kanäle standardmäßig schon invertiert laufen:

    Da wird das inputsignal auf kanal B von naturaus phasengedreht und am ausgang wieder verpolt.
    Davon merkt man im Stereobetrieb nichts.


    Wenn man son ding brücken will dreht man das signal NICHT auf Kanal B sondern macht n ganz normalen Y-Split und greift am ende das signal zwischen "1+ Kanal A" und "2- Kanal B" ab!
     
  3. Mathesm

    Mathesm Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.08.19   #3
    Hallo,
    so das habe ich ausprobiert. Hat nicht funktioniert.
    Wenn ich die kabel vom Lautsprecher an die beiden + Pole anschließe kommt gar nichts raus, nicht das leiseste Rauschen.
    Auch wenn ich bei einem der beiden chinch Kabel die Adern vertausche.
    Da kommt gar kein ton raus.
    Die beiden Minus Pole sind übrigens wiederstands frei, gehen also letzten endes auf eine gleiche Masse.
    Also Humbug was da oben steht.
    MFG
     
  4. SB

    SB Licht | Ton | Elektro Moderator HFU

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    Erstellt: 15.08.19   #4
    Das sind ja wieder steile Thesen hier. Obwohl du dem sehr geschätzten Kollegen EDE-WOLF unterstellst, dass er hier Blödsinn von sich gibt, unterstelle ich dir jetzt trotzdem mal nicht, dass du nicht in der Lage bist, ein Multimeter zu bedienen, und deute dein "wiederstands frei" mal vorsichtig als 0 Ohm.

    Also, wenn die gemeinsame Masse offensichtlich gegeben ist (was passiert denn eigentlich, wenn du den Lautsprecher zwischen Pluspol von A und Minuspol von B anschließt?), wo kann dann noch der Fehler liegen? Wahrscheinlich bei einer Endstufe aus der eBucht-Grabbelkiste, deren Bezeichnung du uns gekonnt verschweigst. Da ein Cinchkabel im Spiel ist, weiß ich aber ungefähr, wo man die vermutlich einsortieren kann.

    Und da sind wir halt beim entscheidenden Punkt: Bei einem unsymmetrischen Cinchkabel Signal und Schirm zu drehen ist etwas völlig anderes, als bei einem symmetrischen Eingang Hot und Cold zu tauschen.

    Warum eine Invertierung der Polarität notwendig ist, sollte einem nach Sichtung der geposteten Grafiken klar sein. Gibt man auf Eingang A und B das gleiche Signal, hat man keinerlei Spannungsdifferenz zwischen den beiden Pluspolen der Ausgänge. Wenn ich an einen Drehstrommotor drei mal L1 anlege, rührt sich da ja auch nix, obwohl ganz offensichtlich am Gerät Spannung anliegt...

    So, jetzt tauschst du am Eingang B Signal und Masse vom Cinch. Was liegt jetzt am Eingang B an? Überhaupt nix natürlich, denn du hast ja das Quellsignal an der Endstufe grade astrein auf Masse gelegt. Und auf dem Schirm kommt logischerweise nix daher, der liegt ja im Quellgerät auf Masse.
     
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  5. MrC

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    Erstellt: 15.08.19   #5
    Lieber Mathesm,

    wenn Du a) nicht verstehst, was der Thread-Ersteller schreibt, und/oder b) nicht nachvollziehen kannst, warum die Vorgehensweise in Deinem Fall nicht funktioniert - dann frag' doch bitte einfach höflich nach.

    Als kompletter Neuling hier im Board das Geschriebene einfach als Humbug abzustempeln, finde ich, ehrlich gesagt, reichlich unverschämt.

    Trotzdem bässte Grüße

    MrC
     
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  6. EDE-WOLF

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    Erstellt: 15.08.19   #6
    Gut dass das nach 11 Jahren endlich Mal jemand merkt dass das Humbug ist :D :D

    EDIT: Musste übrigens ein bisschen lachen, weil ich mich partout nicht mehr erinnern konnte diesen Beitrag geschrieben zu haben...
     
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  7. Mathesm

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    Erstellt: 16.08.19   #7
    Hallo, ich habe versucht ein mono Signal zu nutzen, bei diesem habe ich auf der einen Seite + mit + bzw - mit - verbunden, auf der andern seite - mit + bzw + mit -, also genau Phasen verdreht.
    Der Verstärker ist analog, da sind 2 Ringtraffos drin.
    Funktioniern, von der Technik her tuen die alle sehr ähnlich.
    An den Lautsprecherausgängen sind die beiden - Pole zusammenlaufend und leiten den Strom zurück und ergeben eine gemeinsame Masse.
    Die + Pole hängen also an jeweils einem Verstärker im Gehäuse.
    Egal wie ich die Stecker des Chinch Kabel drehe, es kommt nichts raus wenn ich den Lautsprecher an beide + Pole hänge.
    Dies ergibt sich auch sehr logisch, verglichen mit 2 batterien, wenn ich an einer Baterrie den + Pol nutze und an einer anderen den -Pol kann ja auch kein Strom fließen.
    Es funktioniert halt leider nicht was hier beschrieben steht.
    Tut mir echt leid, allerdings hat das nicht funktioniert und nach ansehen der Technologie ist auch leicht zu verstehen warum nicht.
    Letzten endes sind im Verstärker 2 Systeme (2 Verstärker) für jeden Kanal ein Verstärker.
    Ergebniss, das vorgestellte Verfhren kann gar nicht funktionieren.
     
  8. EDE-WOLF

    EDE-WOLF Threadersteller HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 16.08.19   #8
    Ne das funktioniert schon... keine Sorge ;)

    Dein "Fehler" liegt vermutlich im Cinchteil... Deine Annahme, du würdest das Signal verpolen, indem du die "Cinchkontakte" tauscht ist falsch.

    Falsche Interpretation von Cinch: Bei Cinch ists nicht "+" und "-" (eigentlich nutzt man hier die Bezeichnung "hot" und "cold"... "+" und "-" suggeriert eigentlich schon was falsches... wobei auch "hot" und "cold" Unsinn ist.. )
    Bei Cinch ist der "Pin" das Signal und der der äußere Kontakt (wo üblicherweise ein Schirm drauf liegt) immer Masse.
    Ferner ist an einem Cincheingang der äußere Kontakt auch immer Masse...
    Wenn du da also "rumtauschst" verpolst du nichts... zu schließt nur die Quelle kurz.

    Das ganze oben bezieht sich auf (halbwegs vernünftige) Verstärker aus dem PA-Sektor, die eigentlich immer mit symmetrischen Eingängen daher kommen. In diesem Falle müsste man den "Hot" und den "Cold"-Leiter tauschen. Masse bliebe auch da Masse!
    Ein asymmetrisches Signal zu verpolen (im obigen Sinne) geht gar nicht mal so einfach...
     
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  9. EDE-WOLF

    EDE-WOLF Threadersteller HCA Bass/PA/Boxenbau HCA

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    Erstellt: 16.08.19   #9
    Aber sicher doch.. wenn eben die beiden anderen Pole elektrisch verbunden und auf gleichem Potential liegen... das findest du in fast allen Geräten, die mit mehr als einer Batterie betrieben werden....

    Was du beschreibst ist ne Reihenschaltung von Batterien -> Doppelte Spannung...

    Und mit viel gutem Willen kann man das "Brücken" als eine Art "Reihenschaltung" der Endstufen verstehen!

    (Achtung: REIHEN(!)schaltung nicht KETTEN(!)schaltung... siehe Zweitortheorie)
     
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