[Feedb.] Kompo und Arra

Fastel
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Hi, würde mich mal interessieren ob das Arrangement gut so aussieht (bin da nicht so firm) und ob die Komposition funktioniert und ob es was zu kritisieren gibt. Hab mich da auf so ein Gebiet gewagt ohne große harmonische Folgen und ohne (ein) deutliche(s) Thema das ins Ohr geht. Geht so in die Soundtrackrichtung. Brauch mal n Feedback ob das irgendwie gut ist oder nicht :redface:

https://dl.dropbox.com/u/3094444/komisch.mp3
 
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klaus111
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Geht so in die Soundtrackrichtung.

Das war nach dem Anhören klar, denn es gibt kein Thema, das verarbeitet wird und im Film können solche Aneinanderreihungen von Ideen am ehesten einen Sinn machen. (Wobei natürlich in der Filmmusik sehr oft Themen ausgiebig verarbeitet werden.)

Als erstes fiel auf, daß das Klavier ungewöhnlich leise ist. Es wird später praktisch nicht mehr wahrgenommen. Macht es dann einen Sinn? Wenn schon leise, dann vielleicht eher einen durchdringenderen, höhenbetonten Sound, wie den eines Cembalos, der im Frequenzspektrum immer noch einen Teil besetzt, auch wenn andere Instrumente erklingen.

Ansonsten klingen die einzelnen Klangelemente recht gut, man empfindet auch keine unbeabsichtigten Brüche. Eher ist es so, daß man durch eine musikalische Landschaft geführt wird, in der mal hier, mal dort unterschiedliche Elemente Eindruck machen.

Es wären prinzipiell Filmszenen vorstellbar, wo sie zu den Geschehnissen passen. Schade, daß es kaum freie Filmszenen gibt, an denen man übern kann.
Die ersten Werke dürfte ja schon frei sein, z.B. The Great Train Robbery (1903) und die Parodie The Little Train Robbery (1905). Aber natürlich hat man da keine große Auswahl. Der Knackpunkt bei Filmmusik ja, wie gut passt die Musik zum Film und nicht umgekehrt.

Auf mich macht die Komposition eher den Eindruck, daß es sich um eine Studie handelt, um Übung im Gebrauch der Handwerkszeuge zu bekommen. Und diese werden schon recht geübt gebraucht.

In die 110 Sekunden wurde für mein Empfinden relativ viel Unterschiedliches hineingepackt. Vielleicht wäre es einmal interessant, sich auf weniger zu beschränken, dieses dann aber tiefer auszuloten? Also Varitionen von einmal Vorgestelltem, z.B. zwei oder drei Motive, die dann immer wieder anders miteinander interagieren, so daß die Motive und daran gekoppelte Stimmungen in immer wieder neuem Licht erscheinen.

Viele Grüße
Klaus
 
Fastel
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In die 110 Sekunden wurde für mein Empfinden relativ viel Unterschiedliches hineingepackt. Vielleicht wäre es einmal interessant, sich auf weniger zu beschränken, dieses dann aber tiefer auszuloten? Also Varitionen von einmal Vorgestelltem, z.B. zwei oder drei Motive, die dann immer wieder anders miteinander interagieren, so daß die Motive und daran gekoppelte Stimmungen in immer wieder neuem Licht erscheinen.
Ziemlich gut durchschaut. :)
(Nur als kleiner Hintergrund:)
Ich meinte nur es gibt ja auch Filmmusik die so ähnlich funktioniert
http://www.youtube.com/watch?v=jLduxBQ7_jo
http://www.youtube.com/watch?v=9-jGrL7U09Y&feature=related => grade hier gibt es viele klare Linien aber kein wirklich richtiges Thema. Diese Komposition ist sowieso ein riesen Vorbild für mich, aber nicht unbedingt für dieses Stück. Zumindest im weitesten Sinne.
Wichtig wäre mir vor allem, dass es irgendwie einheitlich wirkt. Un das ist beim Alien-Theme trotz weniger Wiederholungen der Fall.

Das genaue Gegenteil von dem was ich anstrebe ist zum Beispiel:
http://www.youtube.com/watch?v=2l9Ah8APaeo

Zum Klavier: Also das Klavier sollte eigentlich das einzige rhytmische Element im ganzen sein und ähnlich wie eine Spieluhr als ewig tickendes Metronom im Hintergrund bleiben, von Zeit zu Zeit hervorstechen wenn sich der Rest der Komposition beruhigt. Aber Du hast Recht momentan macht es wenig Sinn. Bin grade ein wenig an ner Klangbearbeitung dran (ist bereits im Eingangspost auf Version 2).
Vielleicht doch besser Glockenspiel oder etwas ähnliches als Sound...

Danke soweit :)
 
klaus111
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Vorab: Kinofilme können meine Aufmerksamkeit nur noch recht selten binden und interessieren mich als Konsumenten kaum. Daher kannte ich auch beide Soundtracks nicht.

Bei "Cube" finde ich nur die ersten 44 Sekunden gut, den permanten Rhythmus der dann folgt, finde ich weniger interessant - irgendwie zu bekannt. Das Stück ist natürlich mit elektronischen Mitteln gemacht. Letztere haben in diesem Genre ganz gute Karten, da man die noch fremde, weit entfernte Zukunft durch neu synthetisierte und fremd klingende Sounds recht gut darstellen kann.
Ist natürlich ein Handwerk für sich.

Dieses "Aliens- Main Theme" finde ich viel besser. Obwohl es langsamer ist, steckt mehr Phantasie in dem Stück. Die elektronische Einleitung läßt die Streicher in einem anderen Licht erscheinen. Einzig die Melodie ab 1:30 klingt zu bekannt und stört die bisher erzeugte Atmosphäre. Die Bläser sind wieder ganz gut. Insgesamt wird der Hörer viel behutsamer durch die Stimmungslandschaft geführt als das bei Cube der Fall ist.

So eine Behutsamkeit, in der der Zuhörer Zeit hat, bestimmte Stimmungen aufkommen zu lassen, würde m.E. Deiner Musik auch gut tun.

Übrigens haben es auch Ur-Rockmusiker hin und wieder geschafft, durch elektronische Klänge einen Song überzeugend in ein Sciene Fiction Licht zu tauchen: 2000 Light Years From Home

Jurassic Park: John Williams ist natürlich ein prima Filmmusiker für Kinohits, doch ich kann voll verstehen, wenn man nicht das Ziel hat, diesen Stil nachzuahmen. Nach Jahrzehnten bewährter Filmmusik dieser Art hat man das Bedürfnis nach anderen Klangschaften.

Daß man aus traditionellen Instrumenten immer noch einiges an neuen Möglichkeiten herausholen kann, zeigte z.B. Ligeti in Ramifications oder Continuum for harpsichord.

Bei der elektronischen Musik á la Stockhausen oder Gottfried Michael König hatte ich immer das Gefühl, daß die Komponisten die (damals) neuen Mittel noch nicht richtig einsetzen konnten. Sie waren noch nicht Herr der neuen Möglichkeiten in dem Sinne, daß sie eine größere Zuhörerschaft in den Bann ziehen konnten, wie das früher den großen Komponisten immer wieder in ihrer Zeit (und danach) gelungen ist.

Heute sind die Mittel praktisch unbegrenzt und kostengünstig. "Nur" die geeignete, bedachte und befühlte "Zusammensetzung" der Bausteine zu größeren Einheiten - Komposition im eigentlichen Sinne - ist ein Schwachpunkt. Da kann noch viel bedeutendes geschaffen werden und zwar Musik, die eben nicht zusammengesetzt wirkt, sondern als große Gestalt.

Vielleicht doch besser Glockenspiel oder etwas ähnliches als Sound...

Glockenspiel statt des Klaviers ist eine gute Idee. Es hat, wie das Cembalo einen hohen Klang, ist perkussiv, d.h. es schafft viel eher eine Hintergrundatmosphäre, die immer präsent ist, aber einem nicht unbedingt so sehr bewußt wird.

Viele Grüße
Klaus
 

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