Bei klassischer Null löst der FI normalerweise sofort aus.
Wieso, warum sollte er?
Der FI wertet eine mögliche Differenz im Stromfluss zwischen L und N aus. Wenn irgendwo an einem vom FI überwachten Stromkreis Strom nach irgendwo abfließt der den Auslösestrom überschreitet, z.B. wenn jemand an ein metallenes Gehäuse greift wo durch einen Defekt im Gerät eine Spannung anliegt (aber ohne Kurzschluss, der Leitungsschutzschalter löst daher nicht aus!) und dadurch ein Ableitstrom möglich ist, der
über dem Auslösestrom des FI liegt, dann trennt dieser den Stromkreis.
Das funktioniert im Prinzip auch bei der "klassischen Nullung".
Nicht zulässig ist ein FI dort nur deshalb, weil er sowohl L als auch N trennt. Durch die Doppelfunktion des N bei der klassischen Nullung als N+PE (als "PEN") und mangels eines separaten Schutzleiters hängt das angeschlossene Gerät damit sozusagen elektrisch "in der Luft". Sollte dann wegen des erwähnten Doppelfehlers auf irgendeine Weise doch noch bzw. wieder Phase am Gerät ankommen (z.B. durch einen Fehler im FI selber, weil der z.B. den L nicht korrekt abschaltet), dann läge am Gehäuse wieder Netzspannung an, aber ein LS würde nicht auslösen. Die Berührung könnte daher tödlich enden.
Bei korrekter dreiadriger Installation mit separatem Schutzleiter bleibt dieser auch nach dem Auslösen des FI mit dem Gerät verbunden (der FI trennt den PE
nicht) und somit dessen Schutzfunktion erhalten.
Wegen der bei der klassischen Nullung
in der Steckdose üblichen Brücke zwischen den Kontakten von N und PE funktioniert nur der Test des FI mit einer an die Steckdose angelegten Brücke nicht. Da die Brücke intern schon da ist, macht die externe Brücke zur Prüfung schlicht gar nichts, sie kann keinen Ableitstrom provozieren.