"Tanzszenen die bei den Vorberreitungen auf die Flucht eine wichtige Rolle spielen werden wiederum in Kämpfe verwandelt dessen Settings aus dem Hirn eines Pulp-Autoren auf LSD entsprungen zu sein scheinen."
Pulp-Autor auf LSD? Wenn das keine der "Nerd-Fantasien" ist, was dann?
"Ist denn die Ausarbeitung von Charakteren das Einzige für das das moderne Kino gut sein soll?"
Nein, aber sie ist das Fundament. Sonst verliert man den Bezug und es passieren beliebige Dinge zu beliebiger Zeit.
James Cameron schreibt auch nicht die originellsten Drehbücher, aber die Charaktere sind solide. Darüber hinaus kann er inszenieren, weshalb er so erfolgreich ist.
So eine Figur muss ja nichtmal ne Entwicklung durchmachen oder ein Mensch sein, um Glaubwürdigkeit zu erlangen. Können ja auch andere Sachen passieren, auf die die Figur kaum oder gar keinen Einfluss hat (zB The Big Lebowski).
"Und wenn das ein Film mal bietet, dann will ich mir das nicht durch superkomplexe Storylines und ewigen Charakteraufbau verwässern lassen."
Dass eben das nicht passiert, ist ja gerade die Kunst dran. Bei Matrix kommen die Effekte (auch heute noch, wie ich finde) so geil, weil die Filmemacher nicht damit angeben wollten, sondern sich überlegt haben, wo man die sinnvoll einsetzen kann. Durch diesen eher sparsamen Einsatz bekommen die ne ganz andere Wirkung (bei den beiden Sequels ist das ne andere Geschichte...). Wenn man sowas inflationär einsetzt, gewöhnt sich der Zuschauer ja mit der Zeit daran und dann muss man immer mehr und immer schneller machen und dann explodiert der Kopf. So ungefähr habe ich Transformers 2 in Erinnerung.
Ich habe lieber ein bisschen Wasser (kann ja auch Wein sein

) zwischendurch, bevor ich Brocken um Brocken vorgesetzt bekomme bis es nicht mehr schmeckt.
Zuckerpunsch hätte meinetwegen auch komplett aus Action bestehen können, tat er aber nicht. Da war genug Zeit um ein bisschen Inhalt entstehen zu lassen.
Dabei meine ich schon, dass Zack Snyder das versucht hat. Sonst hätte er diese komischen Voiceovers ja auch einfach weglassen können.

Und am Ende werden ja auch lauter Dinge gesagt, die sich auf eine Figur beziehen, die ich als Zuschauer als solche nie kennengelernt habe. Ich weiß nur, wie sie aussieht und was für Waffen sie benutzt.
Wenn ein Film eben nur Optik hat, guckt man zwar amüsiert zu, baut aber keine persönliche Verbindung zu dem Film auf.
Und diese graubraune Farbgebung und der maßlose Einsatz von Zeitlupe (ohne den der Film wahrscheinlich nur 40 Minuten dauern würde) waren die einzige persönliche Note. Der Rest war plot-technisch sowieso austauschbar (Die hätten auch ein Tee-Service zusammensuchen können: Erst den Löffel, dann die Tasse..., es wäre nicht wirklich ein anderer Film gewesen.) und diese Nerd-Themen kann man auch ohne Probleme nachgoogeln, da muss man selber kein Filmgeek sein. Meine Mutter weiß auch was Orks sind. Das Kompositum aus "Nazi" und "Zombie" dürfte auch wenig schwer zu begreifen sein.
Inception hat sich zwar auch nicht der speziellsten Ästhetikvorbilder bedient, aber es war stimmig und nicht einfach nur so viel wie möglich. Ich glaube Snyder ja, dass er die ganzen Sachen da cool findet, aber Tarantino hat auch nicht alle seine Filme auf einmal gemacht.
Bei Inception war auch die Reihenfolge der Szenen immerhin von Bedeutung. Es war nicht so ein belangloses Nach- bzw. Durcheinander (Das fand ich bei Watchmen schon komisch. Besonders beim Ultimate Cut). Und der Film hat sich immerhin die Mühe gemacht, zu erklären, welchen Regeln der Film folgt bzw. die Welt, in der der Film spielt. Auch wenn das Einzige war, was sich da in den Dialogen abgespielt hat.
Bei Sucker Punch spielt sich so viel außerhalb der Realität ab, dass es dadurch an Bedeutung verliert, dass man den Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Ebenen nicht kennt. Interpretation hin oder her, ich konnte mir auf den Film so gut wie keine Meinung bilden (ob nun bewusst oder unbewusst), weil ich nicht wusste, was ich da jetzt gerade gesehen habe - abgesehen von rumballernden Weibsbildern in knappen Outfits.
Zu Kino gehört natürlich mehr als nur ne Story, ebenso gehört auch mehr dazu als nur visuelle Ästhetik. Welche Zack Snyder ganz klar meisterhaft beherrscht.