Filmmusik Studium - was würdet ihr empfehlen?

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BraunerSenf
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Hallo allerseits,

ich bin momentan in der 11. Klasse und werde im nächsten Schuljahr also Abi machen. Deshalb kommt nun immer mehr die Suche nach nem späteren Wunschberuf auf, in letzter Zeit ist das immer und immer mehr der Beruf eines Filmmusikkomponisten. Nun habe ich schon etwas herumgeschaut im Internet und bin zu dem Schluss gekommen, dass man eigentlich immer erst "normal" Musik studieren muss auf den Bachelor und den Master dann erst in Filmmusik machen kann. Der einzige Gegensatz dazu ist die Musicube Academy, bei der man von Anfang an Filmmusik studieren kann. Jetzt wollte ich mir möglichst viele Meinungen zu dieser Hochschule einholen, ob sie das viele Geld wirklich wert ist, ob man mit dem Basic Filmmusic Composer anfangen sollte und dann den Bachelor und Master machen, ob diese Hochschule einen guten Ruf hat und schon viele erfolgreiche Filmkomponisten hervorgebracht hat, etc. Oder ob man nicht eher doch ein stink normales Musikstudium vorher machen sollte (wovon ich eher weniger begeistert wäre).

http://www.musicube-academy.de/

Grüße,

Julian
 
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Naja wir haben uns ja schon drüber unterhalten per Mail. Meine "Argumente":

Studier' stinknormal Musik. Es ist billiger und die Ausbildung ist umfassender. Es gibt Pop und Klassik-Kombinationsstudiengänge.
Um Filmmusik zu schreiben musst Du es nicht studieren. Es reicht wenn Du Tonsatz und Komposition/Arrangement an ner stinknormalen Uni hast. Und vor allem lernst Du dort viel mehr Musik kennen und profitierst für Deine eigenen Interessen davon.
Was der Abschluss an ner Musicacademy wert ist weiß ich nicht, ich persönlich denke aber dass jeder stinknormale Musikbachelor höher angesehen ist. Warum man für die Zulassung zum Studium "Filmmusik" ein Musikdiplom braucht will sich mir nicht erschließen. Es ist aber so.... stimmt! Vielleicht will man aussieben, vielleicht auch Anspruch suggerieren? Immerhin kosten alle Filmmusicstudiengänge gut 400 Euro / Monat zuzüglich eventuell Unterrichtsmaterialien, wohnen Essen, Auto, Parties....

Mir erschließt sich der Sinn eines so eng gesteckten Studiums, dass Dir maximal in Sachen Filmmusic Vorteile bringt, nicht. Da ein stinknormales Musikstudium dich in allen Bereiche ausbildet Theorie (Harmonielehre/Komposition) und Praxis (Instrumental, Konzertpraxis). Das erhöht Deine Jobchancen enorm und auf dem Arbeitsmarkt der Filmcomposer sind die Hörproben und Beziehungen sowieso viel wichtiger als irgendein Abschluss.
Und ich weiß auch nicht wieviele Absolventen der Academy unter denen sind, die das Internet voll posten mit "Biete freie Musik" Threads. Ist nur so ein Gedanke...

An ner Uni an der ich öfter mal verkehre haben die Dozenten meine Kompositionen immer angenommen und mir Tips gegeben. Die sind immer froh gewesen wenn man zum Kreativen übergeht anstatt wie 80% der Studenten reiner Interpret oder Lehrer sein zu wollen. Also Komposition kann man überall erlernen. Mit unter sogar besser an ner "konservativen" Uni...

Naja soweit kennst Du das ja schon. Mal sehen was die anderen dazu sagen.

ps: hab mir mal die Videos der Academy angesehen. sieht echt nett aus alles.
Im ersten sagt er "ic h finde es toll dass hier auf jeden Studenten individuell eingegangen wird"
=> geschenkt. das passiert eigentlich an jeder Musikuni. Deswegen gibts ja die harten Aufnahmeprüfungen - damit die Dozenten sich wirklich um jeden individuell kümmern können. Zumindest ist das das Ziel.
 
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Haha ich bin komischerweise genau heute auf diese Uni aufmerksamn geworden. Wollte mich auch mal im Interntet schlau machen, wie man denn eigentlich Komponist wird. Ich meine wie hat Hans Zimmer das gemacht. Bei Wikipedia steht er war vorher auch in Bands und dann aufeinmal hat er Jingles gemacht. Ich weiß noch gar nicht mal wie ich überhaupt in den Jingle Bereich komme. Ich denke wenn man den Sprung mal geschafft hat und im Geschäft ist, geht der Rest bei ausreichendem Ehrgeiz und Talent ganz von alleine.

Meine Frage aber: Wie kommt man denn überhaupt in den Jingle/Werbe-Bereich? Ich kann ja nicht einfach eine Firma anschreiben und ihnen meine Stücke anbieten oder?

LG

---------- Post hinzugefügt um 19:15:29 ---------- Letzter Beitrag war um 19:11:42 ----------

Würde ich in der Nähe von Bonn wohnen und hätte 350€ im Monat nur für die Studiengebühren, würde ich wahrscheinlich eher die Schule machen. Auf der HP steht auch, dass sie jedes Jahr zusammen mit Filmstudenten aus Amerika arbeiten, die ein Jahr in Europa verbringen. Ist da einer drunter, der mal ein dickes Geschäft in Hollywood macht und er weiß, dass du damals gute Stücke für ihn komponiert hast, wird es leichter für dich in das Geschäft einzusteigen.
 
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Martinus
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Also ich glaub einige Sachen müssen hier ins richtige Licht gerückt werden.

1.) Keineswegs reicht es aus einfach "nur" Musik zu studieren, die Anforderungen bei Filmmusik sind KOMPLETT anders als wenn Du z.b. klass. Violine studierst, und auch Tonsatz ist zwar näher dran, aber auch immer noch sehr weit weg von der Realität. Also sorry, aber das stimmt SO nicht. In Lübeck meine ich, wäre das Kompositionsstudium etwas näher an der Realität (mit DAWs etc.), aber war nie dort und hab mich auch nicht informiert.

2.) Und ja, es ist ärgerlich, es gibt so einige Master Studiengänge für Filmmusik aber praktisch keine Bachelor die einen auf diese vorbereiten, ich hab wirklich intensiv gesucht und am Ende blieb als einzige Möglichkeit trotzdem nur die Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf über. Alles andre kannste knicken, meiner Meinung nach. Und ich habe mich da wirklich ausgiebigst informiert.

3.) Priv. Institute kann ich nur dringenst von abraten, warum sollte jedem klar sein der weiss wie unsere "Welt funktioniert".
In München gibt's noch Filmmusik, aber da gibts wohl nur 1-2 Plätze pro Jahr und ist wohl eher was, wo man seinen Master macht.


Was würde ich empfehlen ?
11. Klasse ist genug Zeit, um sich auf eine Aufnahmeprüfung in 2-4 Jahren vorzubereiten.
 
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@Martinus- das heißt, die Musiccube Academy würdest du nicht empfehlen? Auf der HP steht nämlich auch folgendes:

Zu den akademischen Studiengängen gehört die Ausbildung 'Bachelor of Arts Filmmusic Composition' und 'Master of Arts Filmmusic Composition'. Diese Studiengänge werden mit der ArtEZ Hogeschool v/d Kunsten in Arnhem (NL) durchgeführt und dauern in der Regel vier Jahre ('Bachelor of Arts Filmmusic Composition') und ein Jahr ('Master of Arts Filmmusic Composition'). In besonderen Fällen bei entsprechend nachgewiesener Qualifikation kann der Studiengang 'Bachelor of Arts Filmmusic Composition' auch abgekürzt werden.

Das heißt einen Bachelor gäbe es in die Richtung schon. Und dann noch das hier:

Ist die musicube academy eine staatliche Hochschule?
musicube academy ist ein privates Bildungsinstitut, die Bachelor und Master Studiengänge werden aber an einer staatlichen Hochschule durchgeführt. Daher sind die Abschlüsse in diesen Studienrichtungen auch staatlich anerkannt.

Staatlich anerkannt ist es also. Die Gebühren von etwa 460 € PRO MONAT (inkl. geliehener DAW) sind halt übelst teuer.

Ich bin aus Wien und hab auch schon meine 21 Jahre, was zwar nicht alt ist, aber in diesem Sinne vielleicht schon. Wahrscheinlich müsste ich erstmal ein Jahr warten, da dieses Jahr die Kurse sicher schon belegt sind. Ich müsste nach Bonn umziehen, da erstmal den Grundkurs machen, um überhaupt die Aufnahmeprüfung zum Bachelorstudiengang zu bestehen (ich spiele zwar Drums, Gitarre und Klavier, hab aber keinerlei Kenntnisse über die Dinge, die bei der Aufnahmeprüfung gefragt werden). Grundkurse gibt es zwei. Einmal den "Media Music Lehrgang" und einmal den "Basic Filmmusic Composer Lehrgang). Damit wären 2 Jahre verstrichen und ich wäre schon 24, wenn ich das richtige Bachelorstudium beginnen würde!! Das heißt ich wäre erst mit 29 fertig studiert. Das ist halt schon krass.
 
Fastel
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1.) Keineswegs reicht es aus einfach "nur" Musik zu studieren, die Anforderungen bei Filmmusik sind KOMPLETT anders als wenn Du z.b. klass. Violine studierst, und auch Tonsatz ist zwar näher dran, aber auch immer noch sehr weit weg von der Realität. Also sorry, aber das stimmt SO nicht. In Lübeck meine ich, wäre das Kompositionsstudium etwas näher an der Realität (mit DAWs etc.), aber war nie dort und hab mich auch nicht informiert.
Das Arbeiten mit DAWs bringt sich doch heute schon jeder Teenager selbst bei. Tontechnikseminare gibts in jedem Pop-Music Studiengang. Das liegt der Schwerpunkt in Recording und Produktion.

Was wollen die einem da beibringen? Wie man MIDI Daten programmiert? Wie man mit Notensatzprogrammen arbeitet?
Das einzig wirklich "andere" ist wohl die Tatsache, dass studentische Projekte sich auf Filmmusik konzentrieren (man könnte auch sagen "beschränken"). Dass man also anhand von Filmmusik bewertet wird. Es ist aber nicht so, dass man bei normalem Musikstudium nicht auch nebenbei Filmmusik machen kann und an fast jeder Uni erhält man dann von den Profs Feedback. Und sicher könnte ein vertonter Film auch eine größere Arbeit sein.
Ein weiterer Vorteil ist das Knüpfen von Kontakten - auch das ist kein Ding der Unmöglichkeit wenn man dort nicht studiert.

Naja ich will Euch das nicht madig machen! Für mich ergibts fürs handwerkliche nur kaum Vorteile sich im Studium auf Filmmusic zu beschränken.

Ich meine wie hat Hans Zimmer das gemacht. Bei Wikipedia steht er war vorher auch in Bands und dann aufeinmal hat er Jingles gemacht. Ich weiß noch gar nicht mal wie ich überhaupt in den Jingle Bereich komme. Ich denke wenn man den Sprung mal geschafft hat und im Geschäft ist, geht der Rest bei ausreichendem Ehrgeiz und Talent ganz von alleine.

Meine Frage aber: Wie kommt man denn überhaupt in den Jingle/Werbe-Bereich? Ich kann ja nicht einfach eine Firma anschreiben und ihnen meine Stücke anbieten oder?
Ändere doch Deinen Namen in "Hans Zimmer". Oder ziehe nach Amerika wie er... wenn Du ihn so gut es geht nachmachst wirds vielleicht was ;)
Nein im Ernst, warum willst Du seinen ausgelatschten Weg nachgehen. Der Jinglemarkt ist umkämpft mit guten Leuten - da landen sicherlich auch viele "Bachlor of Filmcomposer" :D
Und Zimmer lebte in ner anderen Zeit, und bloß weil er es so gemacht hat muss es kein 2. mal klappen.

Was Zimmer in erster Linie geschafft hat ist, sich mit den Jingles Geld zu verdienen (was heute extrem schwierig ist - siehe XSound Jingle"wettbewerb"), und 2. er hat die richtigen Leute auf sich aufmerksam gemacht. Er hatte dabei die bekannte Portion Glück dass jemand, der jemanden kannte, der Zimmer kennt ihm ne Chance gegeben hat. Die Chance hat er genutzt und die Sache lief. Auf diesen Punkt kann man auch ewig warten. Vor allem wenn man nur einer von 30 Filmmusicabsolventen ist, die sich auf einen Film bewerben. Da zählt - "Wer kennt wen und was hat er schon so gemacht?".
 
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@Fastel- Ich wollte mich damit nicht nur auf Hans Zimmer beschränken ;) Mir geht es nur darum irgendwie ins Geschäft zu kommen. Ich denke, wenn man einmal drinnen ist, ist es viel leichter weitere Schritte zu machen. Doch wie kommt man aus seinem Zimmer, wo man alleine Lieder für sich komponiert (was ja sehr toll ist, aber hört ja keiner) irgendwohin, sodass man es beruflich ausüben kann. Jingleschreiber schien mir da halt irgendwie der erste Schritt, anstatt gleich nen ganzen Film zu vertonen. Und um überhaupt an nen Film ranzukommen, braucht man ja auch ein paar Kompositionen zum vorweisen, die man schon für andere gemacht hat.

Und selbst wenn ich für den Rest meines Lebens erfolgreicher Jingleschreiber wäre, wäre ich doch näher an meinem Traumberuf als jetzt.
 
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Ich empfehle dir, dich auf diversen Filmerseiten wie Slashcam, Hackermovies, Filmerforum (etc) anzubieten, oder wenn Freunde mal was drehen.
Ich glaube, der "einfachste" Einstieg ist beim Kurzfilm, nur kann man meißt leider kein Geld erwarten, aber gut Erfahrungen sammeln.

Vielleicht nimmst du dir ein paar vorhandene Kurzfilme, oder Werbespots, schneidest den Ton einfach weg, und machst alles neu. Zum Üben, und darbieten (natürlich mit Erlaubnis), falls jemand was sehen will. Einen vollkommenen Neuling wird keiner buchen. :redface:
 
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@.S- Super, danke für die Antwort. Ich werd mich auf den Foren mal umschauen :)
 
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BraunerSenf
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Also gibt es überhaupt keinen Bachelor Studiengang in Sachen Filmmusik?! Die Robert Schumann Hochschule in Düsseldorf hab ich mal eben gegooglet, da heißt es u.a.:
Künstlerischer Studiengang Musik und Medien (Bachelor of Music) mit den Schwerpunkten:
Medienkomposition, Musikinformatik, Musikproduktion, Musik und AV-Produktion, Musik- und Medienmanagement, Musik und Text, Klassische Musikaufnahme, Visual Music
Auch wenn hier die Filmmusikkomposition nicht explizit erwähnt wird, ist das wohl der Bachelorstudiengang, der sich noch am weitesten an letztere orientiert (?)


Was würde ich empfehlen ?
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Eine Aufnahmeprüfung zu was jetzt?
 
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Es ist einfach so das der Filmmusik Markt wirklich übersättigt ist...
In einem englischen Forum hat jemand mal erzählt er hätte eine Announce reingesetzt in der er nach einem Filmkomponisten für seinen Film gesucht hat. Da haben sich innerhalb von 2-3 Tagen um die 50 (!!) Leute gemeldet, die ihm gerne die Musik machen würden, für lau wohlgemerkt! (solche Huren ;))

Also, ob man diesen Kampf aufnehmen will muss jeder für sich selbst entscheiden, man muss halt letzendlich nur sehr gut sein und sich irgendwie von der Masse die größtenteils nur Zimmer/Epic/Trailer-Müll produziert abgrenzen können.

Und wer sagt man hätte in diesem Markt gar keine Chance (das habe ich heute mal wieder von jemandem gehört) hat einfach keine Ahnung...wie gesagt man muss halt nur sehr gut sein und das erreicht man nur durch Jahre langes knallhartes lernen (Studium kann auch nicht schaden)
 
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Leider aber auch durch gaaaaanz viel Vitamin B.
Kontakte sollte man nie unterschätzen. Das gilt nicht nur für die Filmmusik.
 
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Ich kenne einen der Gast-Dozenten der "musicube academy", da ich früher mal länger mit ihm zusammengearbeitet habe. Das ist ein feiner Kerl und auch sehr kompetent. Hat zwei Studiengänge hinter sich (Instrument auf Jazz, Filmmusik in München), viel Konzerterfahrung, sehr gutes, relatives Gehör, etc., den würde ich uneingeschränkt empfehlen.

Ich habe mir eben das Video "Interview mit Arbeitsbeispiel" angesehen, das haut mich dann doch um: Einen Trailer als Diplom(!)-Arbeit, die "einen insgesamt 3 Monate beschäftigt"?! Wenn ich mir den Trailer anschaue und -höre, dann ist das eigentlich eine ziemliche Themaverfehlung und etwas, das nicht mal als Arbeitsprobe für ein Aufnahmegesuch reichen würde, da es überhaupt nichts über die kompositorischen Fähigkeiten aussagt. Ich kenne ja nun die genaue Aufgabenstellung nicht (vielleicht durften ja keine Samples verwendet werden, dann wär's wenigstens irgendwo eine Sounddesign-Leistung), aber als markt- und konkurrenzfähig sehe ich weder das Ergebnis, noch den Weg dorthin an. Ein echter Kunde wird spätestens nach Sichtung der ersten 30 Sekunden anrufen und sich beschweren, dass er einen packenden Trailer will und kein musikalisches Schlafmittel. Und 3 Monate Zeit? :rofl: 3 Tage wären realistischer.
 
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Ich habe mir eben das Video "Interview mit Arbeitsbeispiel" angesehen, das haut mich dann doch um: Einen Trailer als Diplom(!)-Arbeit, die "einen insgesamt 3 Monate beschäftigt"?!
Das fand ich auch sehr seltsam. Sowas reicht man allerhöchstens zur Aufnahmeprüfung ein.

Fürs Diplom denke/dachte ich, müssen die bestimmt einen kompletten Film vertonen. Stattdessen wieder nur Klischees...
 
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Das fand ich auch sehr seltsam. Sowas reicht man allerhöchstens zur Aufnahmeprüfung ein.

Fürs Diplom denke/dachte ich, müssen die bestimmt einen kompletten Film vertonen.

Gut, man weiß nicht von welchem Diplom er spricht, ist mir noch aufgefallen. Vielleicht geht's ja um das "kleinste" interne Diplom. (Da stößt mir aber der Begriff Diplom sehr übel auf.) Wenn das jetzt ein 'Media Music Composer' ist, der vor den zwei Semestern "Studium" nur seine Powerchords auf der E-Gitarre kannte und gerade mal wusste, wo man einen Rechner einschaltet, dann könnte man von einer akzeptablen Entwicklung sprechen.


Stattdessen wieder nur Klischees...

Eher der Versuch des Klischees. ;) Leider höre ich eben da viel zu wenige Trailer-Klischees, v.a. auch was die Form angeht. Den Begriff des Klischees sehe ich in sämtlicher F-Musik übrigens völlig neutral. F-Musik ist halt meist zu 90% sogar das regelrechte zelebrieren des Klischees. Das kann man aus künstlerischer Sicht natürlich kritisieren, aber damit wird man dem Dienstleistungscharakter der Branche wenig gerecht.

Also ich will die Schule keinesfalls grundsätzlich bashen, das meiste hängt wohl - wie so oft - eher davon ab, ob der Student mit den richtigen Fragen hingeht.
 
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Es gibt ein paar Studiengänge, die Medien und Musik heißen - z.B. in Berlin, oder Hannover. In Paderborn sogar populäre Musik und Medien. Mancherorts lassen sich Medien- und Kommunikationswissenschaften mit Musikwissenschaften kombinieren.
Ich denke, dass man am leichtesten in die Ecke der Filmmusik rutscht, indem man versucht, welche zu machen - das geht gut, wenn man den Film dazu gleich auch noch machen muss, und um sich rum noch weitere 40 Studenten an Filmen arbeiten, die unbedingt mit GEMA-freier Musik gemacht werden müssen.
Wie man mit ner DAW umgeht, sollte man vorher schon wissen - Praktika während des Studiums gut wählen und dann darauf hoffen, einen tollen Masterstudiengang draufzusetzen und bei möglichst vielen kleinen Produktionen mit zu machen.
 
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Hallo Leute, nur weil ich das hier alles gerade lese: Filmmusik lässt sich in Deutschland auch an 2 Filmhochschulen studieren, in Ludwigsburg und in Potsdam-Babelsberg. Sind jeweils klassische Hochschulstudiengänge und kosten demnach beide nichts, in Potsdam nur als Master, in Ludwigsburg soweit ich weiß grundständig. Lohnen sich beide absolut, Ludwigsburg hat einige der inzwischen renommiertesten deutschen Filmkomponisten hervorgebracht, Potsdam gibt's noch nicht so lang, hab den Studiengang aber jetzt fast hinter mir und war absolut begeistert. Super Unterricht, z.T. großartige Gastdozenten, Filmprojekte mit ambitionierten Hochschulregisseuren und fast monatliche Orchesteraufnahmen inklusive. Setzt allerdings einen Musikbachelor oder -diplom voraus, insofern stimme ich einigen Vorrednern zu, ein vorheriges Musikstudium welcher Art auch immer kann nicht schaden und ist auf jeden Fall sinnvoll. Insofern studiere erstmal was, was du gut kannst - Komposition, Klavier, Jazz, was auch immer, auch Schulmusik bietet in jedem Fall eine zumindest breitgefächerte Grundausbildung, wenngleich es nicht so sehr spezialisiert ist. Von privaten Hochschulen würd ich ehrlich gesagt die Finger lassen, die Dozenten sind oft nur zweite Wahl, das Studium kostet viel Geld und ist evtl. nicht staatlich anerkannt. Das macht es hinterher umso schwerer. Beste Grüße und viel Erfolg!

---------- Post hinzugefügt um 01:41:48 ---------- Letzter Beitrag war um 00:54:42 ----------

hier ein paar nützliche links:
http://www.filmakademie.de/studium/studiengang-filmmusik-sounddesign/filmmusik/

http://filmmusik.hff-potsdam.de/index.php

http://www.hff-potsdam.de/de/studienbewerbung/ma-studiengaenge/filmmusik0.html

Viel Spaß beim Durchklicken--
 
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Kurzer, arg verspäteter Einwand:

In Ludwigsburg kann man Filmmusik nicht ohne Grundstudium (Bachelor in Musik / Musikwissenschaft oder z.B. Vordiplom) studieren!

Alternative: Musikhochschule München.. der einzige Ort, andem man Filmmusik von Grund auf studieren kann.. und dementsprechend mit harten Bedingungen...
 
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interessanter thread.

ich spiele ja auch mit dem gedanken, irgendwas richtung soundtrack/komposition/produktion zu machen. ich habe mir ein paar studiengänge für komposition angeschaut, die sind allerdings alle schwerpunktsmäßig mehr auf klassische konzertation, orchestersachen, musizierpraxis und irgendwelche theoretischen analysen ausgelegt, welche mich alle eher weniger interessieren. für die komposition von filmmusik wichtige praktische sachen wie produktion, tontechnik, digital music workstations, filmdramaturgie (wie mache ich, dass meine musik auch auf den film und zur jeweiligen szene passt ...), habe ich da allerhöchstens ansatzweise im semesterplan gesehen, weswegen das für mich alles etwas an meinen zielen vorbeigeht.
der einzige wirkliche bachelor-studiengang für soundtracks in deutschland scheint wohl eben jener auf der musicube academy zu sein, das andere sind alle masterstudiengänge.

andererseits denke ich, dass auch ein ähnliches studium, z.b. im bereich tontechnik, produktion, arrangements, film.... , ausreicht, wenn man dadurch die nötigen kontakte zu den wichtigen leuten aufbauen und diese leute von den eigenen fähigkeiten und erfahrungen überzeugen kann und auch gelegenheiten bekommt, soundtracks in einigen projekten unterzubringen. setzt natürlich vorraus, dass man sich harmonielehre, gehörbildung und wissen in stilrichtungen etc selbst beigebracht und schon genügend stücke selbst fertiggestellt hat.
 
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