Fingertechnik für den Bass-Einstieg

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HeavyHamster
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Nach 4 Jahren die ich E-Gitarre spiele habe ich mir gestern relativ spontan nen Bass gekauft (Ibanez 4-Saiter mit aktiven Humbuckern <3 ), dachte es wäre gut auch noch ein 2. Instrument zu lernen (wie seht ihr das ? ) habe aber absolut keine Ahnung wie das Teil zu spielen ist. Ich habe mich also hingesetzt und mit dem Gitarrenplektrum erstmal ein Stück von den Peppers gespielt (Soul to Squeeze), bald aber festgestellt das sich der Sound nicht weich und dynamisch genug anhört und viel besser klingt wennn ich mit den Fingern spiele (könnte auch daran liegen das ich über einen Röhren Gitarrenamp gespielt habe ?! ). Doch wie stell ich das an ? Ich habe jetzt die tiefste Saite (nennen wir sie die 1. ) immer mit dem Daumen angespielt während ich die anderen Saiten mit dem Zeigefinger angespielt habe. Das scheint mir aber irgendwie total uneffektiv zu sein :). Vor allem bei schnelleren Passagen gerate ich dann ins Stocken, bei der linken Hand ist alles klar aber rechts ?..... :confused: Ich habe mir dann die Spieltechnik von Robert Trujilo (Metallica ) auf YouTube angeschaut, aber wurde auch nicht so richtig schlau daraus wie er das anstellt. Was empfehlt ihr mir als EInsteiger und Gittarist für eine SPieltechnik zu verwenden, ich will nämlich noch etwas anderes können als immer nur mit nem Plek zu spielen. Ich freue mich schon auf eure Antworten und Tipps ! Ach ja, ich spiele hauptsächlich Rock, Metal und Red Hot Chilli Peppers :D, vielleicht hilft das ja.
 
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gib einfach bei YouTube 'bass fingerstyle lesson' in das Suchfeld ein...
und für Fleas Geschichten 'bass chili cover', da wird dir die Slap-Technik mit dem 'dengelnden' Daumen auffallen
für Details dann 'bass slap lesson' oder so ähnlich... das dürfte dich eine Woche beschäftigen :D
(liefert aber einen guten Überblick - die Techniken lassen sich mit Worten nur sehr schwer beschreiben, wenn du bei null anfängst)

cheers, Tom
 
Nach 4 Jahren die ich E-Gitarre spiele habe ich mir gestern relativ spontan nen Bass gekauft (Ibanez 4-Saiter mit aktiven Humbuckern <3 ), dachte es wäre gut auch noch ein 2. Instrument zu lernen (wie seht ihr das ? )

Sehr wahrscheinlich hast du keinen mit aktiven Humbuckern, sondern passiven Humbuckern und aktiver Klangelektronik. Aber grundsätzlich ist Basslernen natürlich immer eine gute Entscheidung :D Bedenke allerdings, dass das kein Stückchen leichter ist als Gitarre zu spielen, je nach Anspruch ggf sogar etwas schwerer (im Profi-Bereich) und du wegen dem Unterschied zur Gitarre quasi wieder fast bei Null anfangen musst!

habe aber absolut keine Ahnung wie das Teil zu spielen ist. Ich habe mich also hingesetzt und mit dem Gitarrenplektrum erstmal ein Stück von den Peppers gespielt (Soul to Squeeze), bald aber festgestellt das sich der Sound nicht weich und dynamisch genug anhört und viel besser klingt wennn ich mit den Fingern spiele (könnte auch daran liegen das ich über einen Röhren Gitarrenamp gespielt habe ?! ).

Ja, tatsächlich verwenden sehr viele Bassisten kein Plek. Für Rock natürlich nicht verboten, aber dennoch eher verpönt, da es eben nicht "der" Bass-Sound ist. Zur Technik sage ich gleich was, zum Amp: In der Theorie sollte auch der halbwegs weich klingen können, sofern du natürlich nicht den Gain-Regler folterst. Wenn du ernsthaft dabei bleibst, solltest du aus verschiedenen Gründen (Auslegung des Speakers, Frequenzbänder des EQ, ...) aber über eine Basscombo nachdenken.


Doch wie stell ich das an ? Ich habe jetzt die tiefste Saite (nennen wir sie die 1. ) immer mit dem Daumen angespielt während ich die anderen Saiten mit dem Zeigefinger angespielt habe. Das scheint mir aber irgendwie total uneffektiv zu sein :). Vor allem bei schnelleren Passagen gerate ich dann ins Stocken, bei der linken Hand ist alles klar aber rechts ?..... :confused: Ich habe mir dann die Spieltechnik von Robert Trujilo (Metallica ) auf YouTube angeschaut, aber wurde auch nicht so richtig schlau daraus wie er das anstellt. Was empfehlt ihr mir als EInsteiger und Gittarist für eine SPieltechnik zu verwenden, ich will nämlich noch etwas anderes können als immer nur mit nem Plek zu spielen. Ich freue mich schon auf eure Antworten und Tipps ! Ach ja, ich spiele hauptsächlich Rock, Metal und Red Hot Chilli Peppers :D, vielleicht hilft das ja.

Das, was du da versuchst, ist wahrscheinlich das Konzertgitarrenfingerpicking :D Für Anfänger relativ uninteressant, wenn man es nicht von der Gitarre her kann und adaptiert. Was du suchst, ist der Wechselschlag! Einfach Googlen, du findest sehr sehr viele Anleitungen dazu. Die meistverwendete Version: Der Zeige- und Ringfinger schlagen abwechselnd(!) über die Seite, "laufen" quasi darüber, während der Daumen auf der nächsttieferen Saite oder dem Pickup ruht. Natürlich kannst du wie bei der Gitarre auch den Anschlagsort variieren (Hand mehr zum Hals oder zur Brücke) für einen anderen Ton, kräftiger und weniger kräftig schlagen usw.
Dabei achtest du darauf, dass die Seite horizontal, nicht vertikal zum Pickup schwingt, da sie sonst auf's Griffbrett knallt und dass Ring- und kleiner Finger nicht versehentlich mit einbezogen werden!

Dennoch: Ich glaube, auch deine linke Hand benutzt du falsch, wie gleicht nämlich nicht der Gitarrenhand! Beim Bass bleibt der Daumen (außer in den ganz hohen Lagen) immer in der Mitte des Griffbretts und in gegenüber vom Mittelfinger. Er guckt nicht wie bei der Gitarre über das Griffbrett, das verhindert die weite Spreizung, die du auf dem Bass brauchst! Und wo wir schon dabei wären: Du musst dich dran gewöhnen, dass du in den tieferen Lagen (meist 9. Bund abwärts) mit dem Zeigefinger einen Bund greifst, mit dem Mittelfinger den nächsten und mit Ringfinger und Pinky den dritten. In höheren Lagen kriegt jeder Finger einen Bund. Es liegen dabei grundsätzlich alle Finger, die die tieferen Bünde drücken würden auf! Sprich wenn der Pinky liegt, müssen Ring- Mittel- und Zeigefinger auch liegen. Willst du mit dem Ton runter gehen, werden die entsprechenden Finger angehoben.



Sehr viele Infos zu dem Thema findest du auf diversen Seiten bei Google ;)
 
Ja, krass ! Erstmal danke an euch beide, das hilft mir schon um einiges. @huntertech Also Fingerpickin auf der GItarre behersche ich schon einigermaßen, aber auf dem Bass ist das ja etwas ganz anderes. Ich hatte schon geahnt das ich das Instrument unterschätze, als ich es mir zugelegt habe :great:, jetzt hab ich den Salat... Aber dieses "laufende" (nennt man das walking bass XD ? ) bekomm ich dank deiner Anleitung schon ganz gut hin, ich mute jetzt halt immer die unterste Saite, sofern ich sie nicht spiele mit dem Daumen, benutze aber Ring und Mittelfinger um sie anzuspielen. Und ja, ich hab die linke Hand tatsächlich völlig falsch gehalten, sieht jetzt bei mir ein bisschen spastisch aus:hat:. Dann werd ich mal YouTube durchforsten ! Danke für alles, hätte nicht gedacht das der Bass Teil des Forums so fähig ist ;D !
 
im Bass steckt eine Menge Vielfalt...
vereinfacht könnte man 2 Spielweisen unterscheiden: 'Linie' ('walking') und perkussiv
letzteres reicht von 'klackern' (Flea) bis Muting, was oft mit der Greifhand ausgeführt wird
man drückt dann entweder nicht richtig runter oder legt zusätzlich Finger locker auf die Saite
(vor dem gegriffenen Bund wenn man es aus der Anschlagsposition betrachtet)
Rocco Prestia ist da der Musterknabe, interessant: er spielt Linien, aber so gedämpft, dass sie oft wie percussion klingen), die Übergänge sind also fliessend.
beim Stil den Flea pflegt wird häufig mit dem Mittelfinger voll auf die Saite geklatscht, ein extremes hammer-on
gern kombiniert mit dem Slap Anschlag aus dem Daumengelenk und rhythmischem Abdämpfen
wichtig: es geht dabei nicht um die Wucht des Anschlags, sondern ausschliesslich um das Tempo mit dem der Daumen das letzte Bundstäbchen trifft. Kraft ist da total kontraproduktiv.
Gerade perkussive Techniken sind sehr gewohnheitsbedingt und erfordern ausgesprochen viel Übung
solltest du aber ruhig immer mal locker zwischendurch probieren, es vermittelt ein gutes Gefühl für das Instrument. Also jetzt nicht im Sinn von korrekt covern, sondern mehr experimentell.
Wenn du auf der Gitarre vom timing her sauber picken kannst, kommt das dem Bass-Spiel sehr zugute
(damit ist jetzt aber ein schon fast mechanisch präzises Anschlagen gemeint)
der Automatismus gibt dir auf dem Bass eine Idee mehr Zeit, deinen groove anzupassen.

cheers, Tom
 
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Aber dieses "laufende" (nennt man das walking bass XD ? ) bekomm ich dank deiner Anleitung schon ganz gut hin, ich mute jetzt halt immer die unterste Saite, sofern ich sie nicht spiele mit dem Daumen, benutze aber Ring und Mittelfinger um sie anzuspielen. Und ja, ich hab die linke Hand tatsächlich völlig falsch gehalten, sieht jetzt bei mir ein bisschen spastisch aus:hat:. Dann werd ich mal YouTube durchforsten ! Danke für alles, hätte nicht gedacht das der Bass Teil des Forums so fähig ist ;D !

Wieso sollten wir denn unfähig sein? :D

Walking Bass ist etwas vollkommen anderes, eine Art von Basslines um genau zu sein, das hat nichts mit der Anschlagstechnik zu tun :D Die Technik nennt sich "Pizzicatotechnik" ;) Und tatsächlich hat es auch einen Grund, warum man den Zeigefinger nutzt und nicht den Ringfinger. Letzterer ist (untrainiert) sehr abhängig vom kleinen Finger und wird generell auch weniger genutzt, ist daher ungeübter. Du solltest dir direkt den richtigen Anschlag mit Zeige- und Mittelfinger angewöhnen!

Wobei jede Technik - sofern der Grundsatz korrekt ist - natürlich mit Feinheiten variiert werden kann, wie Telefunky schon schrieb ;) Aber da hast du ja bestimmt auf der Gitarre schon einige Erfahrungen mit Muting usw. machen können, das kannst du größtenteils übertragen. Was Tele mit "slapping" meinte: Das ist eine weitere Anschlagstechnik, mit der du dich gern beschäftigen darfst, wenn du die Pizzicatotechnik einigermaßen gut beherrscht :D

Wenn du des englischen mächtig bist: Scott Devine hat eine sehr saubere Technik und eine gute Art, etwas zu erklären, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen ;)this
 
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das Slappen habe ich hauptsächlich wegen Flea erwähnt - bei den Chillies kommt er da kaum dran vorbei
wobei da imho weniger eine saubere Technik als der 'Alarm' Effekt im Vordergrund steht...
ich würde das aber nicht an das Beherrschen irgendwelcher Grundtechniken koppeln
dazu ist es zu 'eigenständig', die Koordination ergibt sich eher aus Intuition und Gewohnheit
(im Gegensatz zum sauberen Stil eines Marcus Miller)
man muss einfach das eigene Körpergefühl auf die Reaktion des Instruments abstimmen
ich würde die Technik auch nicht als besonders 'schwierig' einstufen
(eher als krampfig zu lernen, wenn man sich gleich am Anfang ein ganz bestimmtes Stück vornimmt)
deswegen der Hinweis, erst mal die Reaktion des Basses auf alle möglichen und unmöglichen Klopfattacken auszutesten...

cheers, Tom
 
Na gut, das sehe ich wiederum ein wenig anders... Ich würde zunächst einmal die linke Hand auf das Bassspielen umstellen, die Fehler beim Pizzicato ausbügeln und mich an das Instrument an sich gewöhnen. Slapping ist nun einmal vom Einstieg weg deutlich schwieriger als der Fingeranschlag und wenn man die linke Hand dann schon Intuitiv sitzen hat, geht das auch alles viel leichter von der Hand, als wenn man zu viel auf einmal lernen will, dann noch ohne Lehrer und sich viel zu viele Fehler aneignet...
 
Gut, das hat mich schon um einiges weitergebracht. Hört sich bei mir alles noch ein bisschen unsauber an, aber ich werde jetzt mal die Woche einfach jeden Tag 2 Stunden die Pizzicato-Technik üben und mich dann an Slappen begeben wenn ich sie behersche :whistle:, ich lerne generell ein bisschen langsamer bei sowas aber wenn mans erstmal draufhat macht mans hoffentlich automatisch richtig.
 
Klingt doch schon garnicht so schlecht! Und immer brav drauf achten, dass beide Handgelenke so gerade sind wie nur möglich, die Finger nahezu senkrecht auf die Saiten gehen (v.a. links!) und der linke Daumen da ist, wo er hingehört :D


Ich würde aber dennoch empfehlen, dass du dir einen Lehrer suchst. 5 Stunden für das sichere antrainieren der Basics (1-2 dann vllt. für slapping?) können schon echte Wunder bewirken und sind definitiv ihr Geld wert, weil du einfach viel weniger falsch lernen kannst, was du dann aber erst später und gar nicht merkst...
 
Ja, tatsächlich verwenden sehr viele Bassisten kein Plek. Für Rock natürlich nicht verboten, aber dennoch eher verpönt, da es eben nicht "der" Bass-Sound ist.
Das halte ich so für ein wenig fragwürdig. Eigentlich kommt das "Plec ist pöhse und voll nicht true und so!"-Mimimi nur von Leuten, die es einfach nicht können, es nicht besser wissen oder einfach nur gerne einen auf pseudo-elitär machen (oder eine Kombination daraus). Das hängt natürlich auch ein wenig von der Musikrichtung ab, aber per se gilt: Wenn der Song Plec-Sound braucht, dann kriegt er Plec, besonders im Studio - Ende der Diskussion. Ob man nun persönlich ungern mit Plec spielt oder es nicht dem eigenen Soundideal entspricht ist natürlich eine ganz andere Sache und solche persönlichen Entscheidungen sind völlig legitim. Plecs generell zu verteufeln, weil sie angeblich "nicht 'der' Bass-Sound" seien (Hint: "der" Bass-Sound existiert genau so wenig wie "der" Gitarren-Sound), ist einfach nur kindisches Gehabe. Ganz davon abgesehen kenne ich mehr Bassisten, die Plec nutzen, als solche, die es nicht nutzen.

Und wo wir schon dabei wären: Du musst dich dran gewöhnen, dass du in den tieferen Lagen (meist 9. Bund abwärts) mit dem Zeigefinger einen Bund greifst, mit dem Mittelfinger den nächsten und mit Ringfinger und Pinky den dritten. In höheren Lagen kriegt jeder Finger einen Bund.
Nein, musst du nicht. Was huntertech da beschreibt, ist der Kontrabass-Fingersatz, den kann man benutzen - muss man aber nicht. Man kann durchaus auch in den tiefen Lagen den "normalen" Fingersatz mit einem Finger pro Bund verwenden, auch von Anfang an. Man muss halt aufpassen, dass man nicht verkrampft, aber das ist ja bei jedem Instrument und jeder Spieltechnik so. Und die Spreizung muss man ja selbstverständlich auch nicht dauerhaft aufrecht erhalten, wenn du lange auf einem Ton bleibst, dann kannst du deine Hand auch völlig entspannt halten und die Spreizung (sofern nötig) nur zum Tonwechsel hin ausführen. Und: Man muss sich nicht stoisch an ein Konzept halten. Je nach Aufbau der Basslinie greift man 2 Bünde höher halt auch einfach mal mit dem kleinen statt dem Ringfinger, wenns gemütlicher ist, je nachdem wie die Linie danach weitergeht. Da ist einfach viel Ausprobieren und Eingewöhnen angesagt, dann passiert das irgendwann alles von selbst.

Es liegen dabei grundsätzlich alle Finger, die die tieferen Bünde drücken würden auf! Sprich wenn der Pinky liegt, müssen Ring- Mittel- und Zeigefinger auch liegen. Willst du mit dem Ton runter gehen, werden die entsprechenden Finger angehoben.
Muss man auch nicht machen, kann nämlich auch völlig unnötig anstrengend sein und einen im Spielfluss behindern. Würde ich persönlich nur machen, wenn es das jeweilige Riff merklich einfacher macht.


Und immer brav drauf achten, dass beide Handgelenke so gerade sind wie nur möglich, die Finger nahezu senkrecht auf die Saiten gehen (v.a. links!)
:eek:
Das ist - mit Verlaub - Blödsinn. Die Handgelenke dürfen sogar im nahezu 90°-Winkel sein, solange sich das für dich gut anfühlt und du nicht verkrampfst. Ein gerades Handgelenk sorgt an sich zwar erstmal dafür, dass man weniger leicht verkrampft, an sich sollte man aber so viel Kontrolle über sein Spiel haben, dass das nicht passiert. Rumkrampfen bei einer gewissen Torsion und Abwinklung des Handgelenks kann dir innerhalb kürzester Zeit eine fiese Sehnenscheidenentzündung bescheren - ganz besonders in der Greifhand. Bei geradem Handgelenk ist verkrampfen aber auch nicht viel weniger schädlich bzw. gefährlich.
Dazu kommt: Je nach Instrument, präferierter Höhe des Instruments und gespielter Figur ist eine Abwinklung und eine gewisse Torsion der Greifhand unvermeidbar und eine Abwinklung der Schlaghand deutlich bequemer und weniger krampfig.
Kleines Extrembeispiel: Ich hab meinen 6-Saiter so halb vor Brust und Bauch hängen, das Griffbrett ist also ziemlich breit, der Bass hat eine extra lange Mensur (35") und er hängt recht hoch, damit ich auch in den höchsten Lagen (24 Bünde) noch bequem Akkorde greifen kann. Daraus folgen direkt mehrere Sachen bei Greifhand und Schlaghand: In den tiefen Lagen, besonders auf den tiefen Saiten, ist mein Greifhandgelenk gezwungenermaßen leicht verdreht, um noch Linien spielen zu können und entsprechend angewinkelt, um ordentlich an die tiefen Saiten ranzukommen. Je höher ich wandere, desto gerader wird es. Gleichzeitig ist das Handgelenk meiner Schlaghand die meiste Zeit locker abgewinkelt. Hielte ich es die ganze Zeit gerade, dann müsste ich Arm und Schulter die ganze Zeit unnatürlich nach vorne und oben halten, was nicht nur unbequem und auf Dauer anstrengend ist, sondern im Endeffekt auch wieder dazu führen kann, dass man krampft - diesmal halt in der Schulter.
Na ja, und das mit dem Finger aufsetzen ist so eine Sache. Zum einen ist senkrechtes Aufsetzen wie bei der Konzertgitarre auf einem Bass unnötig anstrengend, wegen der deutlich höheren Saitenspannung. Zum anderen raubt man sich dadurch die Möglichkeit, mit der Greifhand nebenbei die höheren Saiten, die gerade nicht mitklingen sollen, zu dämpfen - was für einen sauberen Klang ziemlich wichtig ist. Deshalb nutzt man ja auch den Daumen der Schlaghand, um die tiefen ungespielten Saiten zu dämpfen. Spätestens bei mehr als 4 Saiten führt das sonst nämlich unweigerlich zu Matsch und Dröhnen. Je nach Breite des Halses und Komplexität der Linie kann man dafür übrigens beim Spielen mit dem Plec auch mal ganz gitarristisch den Daumen der Greifhand nehmen, der an der Schlaghand ist ja mit Plec halten beschäftigt und Dämpfen mit dem Handballen ist auch nicht immer die beste Option. ;)
 
Ich habe das Plecspiel ja nicht generell verteufelt, ich bin nur der Meinung, dass es eben ein anderer Sound ist ;) Wer's mag, darf natürlich!

Zum Fingersatz: Natürlich muss man das nicht. Dennoch: Wenn man nicht überstrecken muss, ist es sinnvoll, es auch nicht zu tun. Und gerade für den Einstieg, wenn die Finger den Kraftaufwand von Basssaiten nicht gewohnt sind, würde ich es doch sehr empfehlen, den Kontrabassfingersatz zu benutzen.

Dann finde ich das Anheben von Fingern auf gar keinen Fall verkehrt und empfehlenswert. Viele Bassschulen/-lehrer lehren so, weil es einfach schnelle Licks stark vereinfacht und sauberer spielen lässt. Natürlich muss man auch hier nix, aber sinnvoll ist es trotzdem.

Und - pardon - ist es nicht. Auf der Unterseite der Handgelenke verlaufen Sehnen. Knickst du die Gelenke zu stark, scheuern diese nicht nur stärker über die Knochen im Handgelenk, du überdehnst auch die Sehnen auf der Oberseite. Ich sprach nicht von gar keiner Torsion, aber 90° definitiv nicht!

Über den Aufsatzwinkel der Finger haben wir dann einfach andere Meinungen. Ich kann nur weitergeben, was ich selbst erfahren und gelernt hab, wie jeder andere auch ;)
 
Ne hast du nicht, hab ich auch nicht behauptet, aber du hast es so dargestellt, als würden die meisten das tun. Das wollte ich nur richtig stellen, weil ich nämlich mal ne Phase hatte, wo ich quasi fremd indoktriniert so gedacht hab - und solches Gedankengut nützt einfach niemandem. ;)

Was den Fingersatz angeht: Klar, Basssaiten erfordern etwas mehr Kraft als Gitarrensaiten. Aber als Gitarrist hat man an sich ja schon eine trainierte Greifhand, die man nur noch ein wenig verstärken muss. Außerdem sollte man als Gitarrist auch schon eine gewisse Dehnbarkeit bzw. Spreizfähigkeit in der Hand haben. Da halte ich es dann durchaus für sinnvoll, direkt auf 1FpB hinzuarbeiten. Für einen total blutigen Anfänger auf der anderen Seite könnte das aber schon schwierig sein. Und wie gesagt: Man muss sich eh nie stoisch an eine Technik halten, sofern es das Riff erlaubt, ist an sich jede Gemütlichkeit gestattet.

Das grundsätzliche Greifen mit allen Fingern gleichzeitig, so wie du es zuerst beschrieben hast, schränkt aber gleichzeitig auch die Mobilität der Hand ein und kann (wenn man nicht aufpasst) auch zu völlig übertriebenem Kraftaufwand und in der Folge wieder zu Rumgekrampfe führen. Wenn ich Grundtöne durchachtele z.B., dann greift i.d.R. nur ein einziger Finger, die restlichen liegen ganz entspannt zur Dämpfung über den anderen Saiten. Würde ich die restlichen Finger unnötiger Weise auch auf der gerade gespielten Saite parken, dann würde ich wie oben beschrieben nur Energie verschwenden. Was sich natürlich anbietet ist - sofern in Reichweite - den nächsten Ton schon zu greifen, bevor der letzte Ton endet, weil man dann einfach flüssiger spielen kann. Und so nutze ich dann auch das "Anheben von Finger" bei schnellen Läufen abwärts - aber oft nicht so, dass ich alle Finger auf einmal auf die nächst tiefere Saite rüberbewege, sondern einen nach dem anderen, da mir das mehr Zeit für meine Bewegungen gibt. Das ist aber ne Sache, die bei der Gitarre meinem Kenntnisstand nach an sich auch nicht anders gemacht wird. Man muss dann halt genau im richtigen Moment anschlagen, sonst hat man den Pull-Off-Klang mit drin.

Stimmt, 90° sind übertrieben, zumindest bei meinem Körper. Wenn ich das Handgelenk meiner Schlaghand entspannt hängen lass, dann ist das ungefähr ein 135°-Winkel zwischen Arm und Hand, also genau zwischen 90° und gerade. Stichwort: Bei meinem Körper - ich hab nämlich auch schon mehr als genug (auch professionelle) Bassisten gesehen, die ihre Schlaghand fast im 90°-Winkel abknicken und den Unterarm dann auf der Korpuszarge ablegen. Wenn ich versuche, so zu spielen, dann merk ich sofort: "Aua, nicht gut!" Wie spitz der Winkel zwischen Unterarm und Hand in Ruhestellung ist, hängt nun mal vom Körperbau des jeweiligen Bassisten ab. Deshalb schrieb ich ja auch: "Wenn sich das für dich gut anfühlst und du nicht verkrampfst." Man muss eben genau den persönlich optimalen Mittelweg zwischen angewinkelt und gerade finden, gerade als die absolute Maxime anzupreisen ("so gerade [...] wie nur möglich") find ich aus im Vorpost genannten Gründen genau so unsinnig, wie Leuten zu erzählen, dass sie auf jeden Fall ihr Handgelenk abknicken und den Arm auf der Zarge parken müssen, wie das [erfolgreicher Jazz-Bassist XY] macht.

Zum Aufsatzwinkel: Wenn ich meine Finger genau senkrecht auf die Saiten setzen will, dann muss ich die Finger krümmen. Dadurch werden sie "kürzer" und ich muss die Hand weiter vorschieben, um ordentlich an die Saiten zu kommen, wodurch ich dann das Handgelenk stärker abknicken muss - was laut deiner vorherigen Aussage grundsätzlich schlecht ist. Ja, was denn nun?
Außerdem ist da wie gesagt die Problematik des Dämpfens. Der klangliche Unterschied zwischen gedämpften und ungedämpften Saiten ist schon ziemlich eklatant, solange man also nicht darauf aus ist maximalen Lärm zu erzeugen, ist es entsprechend wichtig zu dämpfen. Wie dämpfst du die höheren Saiten, wenn du die Finger der Greifhand ganz senkrecht aufsetzt?
Na ja, und was die Richtung der anschlagenden Finger angeht: reine Soundfrage. Will ich dengelnden Sound, dann hau ich die Saiten eher Richtung Bundstäbchen, für smoothe Töne schlag ich parallel zum Griffbrett an. Will ich einen sehr knackigen Ton, dann schlag ich nur mit der Fingerkuppe an, will ich einen dicken, saftigen Ton, dann geh ich mit dem halben Fingerglied und viel Fleisch in die Saite. :nix:
 
Also, ich werd mal meinen Bandcoach drauf ansprechen, er kann ziemlich gut Bass spielen (auch slappen ) und hat mir auch das Gitarre spielen beigebracht, ich hatte mir den Bass zwar nur geholt weil ich den Klang liebe und einfach ein wenig klimpern wollte aber ein paar Basstunden sind da glaube ich hilfreich =). Mit der linken Hand komme ich soweit ganz gut zurecht, ich setze nur manchmal den linken Ringfinger nicht rund genug auf, sondern mit dem unteren Teil der Fingerkuppe (also dem Fingerabdruck :bad:), aber das versuche ich mir grade abzugewöhnen. Soiele halt immer die selben 2 Riffs (Feel Good Inc und Soul to Squeeze) und versuche sie perfekt hinzukriegen. Ich muss als Gitarrist offen gestehen Bassisten unterschätzt zu haben :). Ich bleibe auch erstmal bei der Finger Technik, schließlich habe ich bei der Gitarre wenn ich nicht rumzupfe schon genug mit Plektren zu tun ;D !
 
@Fingersatz und Greifhand: Na das klingt doch schon eher so, wie ich das gemeint habe :D Habe ja auch nie behauptet, dass eine Technik unbedingt durchgezogen werden muss, es ist lediglich üblich, zumindest für den Einstieg ohne Überstreckung und mit dem Kontrabassfingersatz zu arbeiten, daher meine Empfehlung. Und auch den Saitenwechsel gestalte ich so, wie du das beschrieben hast, einfach für die Gleichmäßigkeit und den fließenden Übergang der Noten. Aber eben für diese schnellen Läufe, zur Vermeidung von Slide-Geräuschen und unnötigem Herumgerutsche, nutzt man eben so viele Noten, wie man in einer Lage kriegen kann und arbeitet dafür mit dem hinzunehmen und wegtun von Fingern. Die Technik, alle darunterliegenden Finger (sollte man die Saite nicht wechseln wollen) mit aufzulegen, dient der Kraftersparnis und schont den "greifenden" Finger, es kostet keine zusätzliche Kraft, da die Finger ja einfach ruhig liegen!

Ganz gerade hat es wohl keiner, auch ich nicht. Nun gut, man könnte sich nun ewig über den optimalen Winkel streiten und letztendlich muss es jeder - wie du schon sagtest - selbst entscheiden und herausfinden. Ich würde nur bei meiner Warnung bleiben wollen: Wenn es nicht irgendeinen Grund hat, nicht zu stark anwinkeln, das ist nicht gut für die Sehnen! Wie so oft, finde man ein gutes Mittelmaß. Nach meinen Erfahrungen hat sich meine Haltung deutlich verbessert, als ich angefangen habe, darauf zu achten, dass ich nicht zu stark anwinkel.

Beim Aufsatzwinkel kommt es ganz darauf an. Mein Basslehrer bestand darauf, dass ich die Finger so senkrecht wie möglich aufsetze, um eben nicht beim Dämpfen versehentlich die oberen Saiten mit herunterzudrücken. Gedämpft wurde dann mit den anderen Fingern. Ich finde auch, dass sich das wesentlich sauberer anfühlt beim Spielen. Mmn ist der Unterschied in der Handkrümmung nicht so der Bringer, als dass ich deswegen fast waagerecht auf die Saiten greife.


Und was schließlich die Spieltechnik angeht:
Wobei jede Technik - sofern der Grundsatz korrekt ist - natürlich mit Feinheiten variiert werden kann
 
Wenn ich die Finger krümme, um sie senkrecht aufzusetzen, dann kann ich die nicht greifenden Finger nicht bequem über die hohen Saiten legen, um diese zu dämpfen, sondern muss die Fingerkuppen ganz gezielt irgendwie auf ihnen parken. Das ist für mich deutlich aufwändiger und die Dämpfung ist meiner Wahrnehmung nach auch weniger gut bzw. weniger vollständig. Ersteres ist aber vielleicht auch nur ne Sache der Gewöhnung.
Wenn ich flach greife, dann ist meine Hand aber auf jeden Fall deutlich entspannter. Und ich habe nie das Problem gehabt, versehentlich die hohen Saiten mit runterzudrücken. :nix:

Im Zweifelsfall gilt hier aber (@HeavyHamster): Ausprobieren. Die eine, reine Lehre gibts beim Bass nicht wirklich, weil sehr viel von den jeweiligen körperlichen Gegebenheiten abhängt.
 
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Mkay, danke für alles was ihr hier in diesem Threa gepostet hat, hat mir sehr geholfen. Ich habe jetzt erstmal einfachere Stücke gecovered und mir eine Basstunde genommen, wo mir die grob die Grundlagen des Slappings beigebracht wurden. Nochmal eine Frage : Kann ich wenn ich möchte auch mit drei Fingern á la Robert Trujilo spielen, oder wird mir das später Probleme machen, wenn ich irgendwie falsch mache ?:) Die Bassecke des Forums darf sich übrigens aufs nächste darauf eintellen mit weiteren Bassfragen gelöchert zu werden, da dieses Instrument einfach nur Awesome ist, hab jetzt noch nen günstigen Orange Transistor Amp in mein Wohnzimmer geladen um die Nachbarn zu beschallen !
 
Hi,
mit drei Fingern würde ich frühestens dann anfangen, wenn du das Spielen mit zwei Fingern schon gut und ohne Probleme kannst. Am besten auch dann die Technik noch perfektionieren und danach dann mit drei Fingern anfangen. Das Spielen mit drei Fingern ist eine spezielle Technik und man braucht sie äußerst selten. Vor allem am Anfang wird dir das eher noch mehr Probleme als Vorteile einbringen.

Grüße
Lucas
 
Also das Spiel mit 2 Fingern behersche ich schon relativ gut (so würde ich es mal ganz bescheiden als Einsteiger-Bassist formulieren ;D ). Wann genau benutzt man den das Spiel mit 3 Fingern ? Oder werde ich es im Rock,Funk, Nu-Metal berreich gar nicht gebrauchen ?

- - - Aktualisiert - - -

Mir geht es vor allem um die Geschwindigkeit =D, ändert sich da was ?
 
Also so wie ich diesen Thread gerade überflogen und verstanden habe, spielst du gerade mal seit ca. 2 Wochen ordentlich mit den Fingern? Sorry, aber da wage ich jetzt mal zu bezweifeln, dass du das schon wirklich gut kannst :D
Klar sind drei Finger schneller als zwei. Aber auch mit zwei Fingern bekommt man, mit genügend Übung, eine ordentliche Geschwindigkeit hin.
Das Spiel mit drei Fingern gibt es in vielen Genres (v.a. Metal und so Zeug, was ich selber gar nicht spiele). Im Funk ist es mir bisher aber kaum bis gar nicht untergekommen. Im Rock auch nicht.

Nach wie vor wäre mein Tipp: Spiel mal ein halbes Jahr (mindestens) mit Zwei fingern. Dabei täglich üben, am besten einmal pro Woche in den Bass-Unterricht, damit du dir keine falschen Techniken angewöhnst. Wenn du mit zwei Fingern bereits fortgeschrittener Spieler bist, dann kannst du über die drei Finger nachdenken.
Forgeschrittene Lieder (hier jetzt mal aus dem bereich Funk, weil ich das am meisten Spiele) wären zum Beispiel:


Bzw. generell fast jedes Incognito-Lied.



Oder auch sowas hier:


Das geht alles auf jeden Fall mit zwei Fingern. Wenn du jetzt unbedingt schon solche Metal-Lieder spielen möchtest, bei denen du bei 220bpm noch Zweiunddreißigstel spielst, dann schau dir die drei Finger an. Empfehlen kann ich das aber definitiv für dein Stadium nicht!

Viele Grüße,
Lucas
 

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