Flying V mit Tremolo und one-piece-maple-neck (Git-Bau)

  • Ersteller Titan-Jan
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So nun Frage an die Gemeinschaft: Was mache ich für eine Elektrik?

Fest steht: Sie bekommt zwei passive Humbucker. Ich verbaue sonst meistens eher P90 habe auch schone in paar Humbucker verbaut (auch mit allen Rafinessen, splitbar, Parallel- und Reihenschaltung, out-of-phase, C-Switch,...). Bei dieser Gitarre möchte ich es allerdings gerne möglichst schlicht/"simplified" halten. Meistens nutzt man den ganzen Schnickschnack ja eh nicht... Die Gitarre soll einfach ein ordentliches Blues/Rock-Feeling vermitteln. Wird wahrscheinlich nicht unbedingt oft clean gespielt aber auch nicht High-Gain eher so von Crunch bis ordentlich rockig.

Überlege, ob ich Humbucker von Rockinger nehme (wegen des Preisleistungsverhältnisses und weil ich noch einen Gutschein bei Rockinger habe) und vlt einfach nur einen Toggle-Switch und ein Master-Volume. Oder doch ein Push-Pull-Vol zum splitten der Humbucker? Oder noch ein Bridge-Tone? Oder die "normale" Flying V-Schaltung von Gibson? Oder, oder...?

Das E-Fach will ich bald angehen, das ist dann der letzte wirklich "große" Arbeitsschritt danach geht's schon Richtung Details, Feinschliff und Finish. Aber bevor ich das E-Fach fräse, wollte ich gerne die Elektrik grob klären...

So, was denkt ihr?
So sieht momentan das CAD mit Schlagbrett aus. Die Elektronik könnte teilweise ins Schlagbrett und teilweise auch unterhalb ins E-Fach. Das ist noch offen.
2021-01-15.JPG
 
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Also...
Willst Du, dass die Gitarre andere Gitarren substituieren kannst, musst Du sie flexibel machen.
Ich würde persönlich die Elektrik wie folgt ausführen:
3-Wege-Toggle, 1x Mastervolume, 1x Mastertone, 2x Miniswitch zum Splitten der Humbucker.
Ob ein Mastertone notwendig ist, ist Geschmachssache, bei manch Blueslick klingt ein höhengeraubter OD aber sehr cool.
 
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Also...
Willst Du, dass die Gitarre andere Gitarren substituieren kannst, musst Du sie flexibel machen.

Nein, nein... hab genug Gitarren (und baue ständig neue) da darf jede außergewöhnlich sein und muss nicht "alles" abdecken. #luxusproblem ich weiß ;-)
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Also...
bei manch Blueslick klingt ein höhengeraubter OD aber sehr cool.

Sorry, bitte hilf mir kurz, was meinst du genau mit "OD"?
 
ich denke er meint für Blues klingt ein, mit zugedrehter Höhenblende, angeblasener Overdrive cool ;)
 
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ich denke er meint für Blues klingt ein, mit zugedrehter Höhenblende, angeblasener Overdrive cool ;)

Ah prima danke, macht Sinn ;-)

Und hat man das Tone-Poti dann lieber nur für den Bridge-PU oder für beide?
 
Wenn Du es einfach halten willst, dann würde ich bei der klassischen Bestückung mit Mastervolume/-tone und 3-Way-Toggle bleiben. Sollte Coil-Split doch noch auf die Wunschliste kommen, würde ich entweder zwei Mini-Switches nehmen oder die beiden Potis als Push/Pull bzw. Push/Push auslegen.

Eine mögliche Empfehlung für Pickups, allerdings etwas teurer: Suhr SSV+ Bridge mit SSV Neck. Beides eher moderater Output in Richtung PAF, der "+" ist dabei etwas heißer. Wenn es doch noch eine Ecke rockiger werden soll, dann könnte an der Bridge auch das Doug Aldrich Modell in Frage kommen.
 
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Ich habe eine Gitarre mit Push-Pulls bauen lassen, das mache ich nicht noch mal. Daher habe ich beim neuen Projekt Miniswitches gewählt.
Wenn man mal nicht die üblichen Tonabnehmerverdächtigen anruft, würde ich durchaus mal TV Jones in Betracht ziehen oder Railhammers.
 
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Danke für die guten Anregungen! Im Moment denke ich über so etwas nach:
36_BoltPlusWiringDiagAnnotated2_1.jpg


Nun grüble ich schon länger über die Position der Ausgangsbuchse...
Die klassische Flying V - Position also einfach an der unteren Spitze vom Horn scheint mir möglicherweise etwas störend zu sein, wenn man die Flying V so mit dem rechten Oberschenkel zwischen die beiden Hörner nimmt (wisst ihr was ich meine?). Stört das das Klinkenkabel nicht an der rechten Wade? :D
Wäre ein Strat-Buchsenblech da unten geschickter? Bin mir nicht sicher...

Hier mal beide Optionen, damit ihr wisst, was ich meine:
2021-01-19.JPG

Die obere Korpushälfte kommt für die Buchse nicht in Frage, da ich das E-fach nicht bis da hoch ausweiten möchte und eine lange Bohrung mir an der Stelle nicht möglich erscheint.
 
Hi @Titan-Jan, versprech' dir nicht allzuviel von der N1+B2-Serienschaltung. Ich hab' das mit Sidewinders bei meinem Jazzmaster realisiert. Die Mittelposition wirkt eher wie eine Tonblende zwischen Bridge- und Neck-PU oder wie ein harmonisch abgestimmter mittlerer Humbucker bei einer HHH-Gitarre. Ich würde das so nicht mehr machen, weil zwei parallel geschaltete Humbucker eine deutlich andere Klang-Facette bieten.
 
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Bei den gezeigten Varianten würde ich eher die Buchse in der Zarge nehmen, denn für die normale Spielposition könnte die Buchse im "Gibson Style" zu weit außen im Horn sein. Bei Gibson ist die -so sieht es für mich zumindest aus- etwas weiter oben:


Dann klappt es auch mit der Spielposition. Wäre die Buchse etwas weiter rechts/unten, dann könnte es schwieriger werden:

 
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Ich würde die Buchse vielleicht in die Innenseite des unteren Horns legen und einen abgewinkelten Stecker nehmen. Dann stört es auch nicht so, wenn man in das V kriecht. Ich selbst baue gerade einige V's und verwende daheim hauptsächlich den HB-Funksender. Dafür werde ich die Gitarren designen.

Grüße, Marc
 
Hi @Titan-Jan, versprech' dir nicht allzuviel von der N1+B2-Serienschaltung. Ich hab' das mit Sidewinders bei meinem Jazzmaster realisiert. Die Mittelposition wirkt eher wie eine Tonblende zwischen Bridge- und Neck-PU oder wie ein harmonisch abgestimmter mittlerer Humbucker bei einer HHH-Gitarre. Ich würde das so nicht mehr machen, weil zwei parallel geschaltete Humbucker eine deutlich andere Klang-Facette bieten.

Ja... da gebe ich dir Recht, das habe ich auch schon hin- und herüberlegt. Ich will jetzt einen 5-Wege-Schalter (wie bei der Strat) nehmen und das mal testen. Wenn's mir nicht gefällt, nehme ich ganz unkompliziert stattdessen einen 3-Wege-Schalter (wie bei der Tele) und habe die "übliche" 2xHumbucker-Schaltung. So muss ich dann nur kurz umlöten und nichts anderes bohren oder fräsen. Und mit dem Eyb-Megaswitch in der Hinterhand könnte ich dann zukünftig sowieso wieder alles mögliche machen. Deswegen also kein Toggle-Switch.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Das Thema mit der Klinkenbuchse habe ich noch etwas hin- und herüberlegt. Habe mir auch verschiedene Varianten 1:1 ausgedruckt und mit Tesafilm auf den Body geklebt und dann mal simuliert:
20210121_182126.jpg 20210121_182142.jpg
Außerdem habe ich mir noch von einem guten Freund die Epiphone "Joe Bonamassa Signature" Flying V genauer angeschaut. So fiel dann die Entscheidung, dass die Klinkenbuchse auf die Innenseite des unteren Flügels kommt. Ich denke, das ist am besten. (Danke für den Input @firestormmd und @dingens2k)
Außerdem habe ich auch die Gurtpins platziert, es sollen die Dunlop Flush Mounts verbaut werden.

Dann habe ich noch das E-Fach konstruiert und werde es bald fräsen. Ich wollte die Form sowohl technisch als auch organisch machen und so gefällt's mir ganz gut:
2021-01-24_2.JPG
Der Deckel wird relativ groß (darum auch etwas stabiler konstruiert mit umlaufendem Rand) und soll mit Magneten befestigt werden und durch Kippen zu öffnen sein. Das muss ich noch austüfteln. Der Deckel sieht dann so aus:
2021-01-24_3.JPG
Und so sieht das dann insgesamt mit Klinkenbuchse und Gurtpin-Buchsen aus:
2021-01-24.JPG


2021-01-24_1.JPG
 
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Zwischenzeitlich habe ich noch das Holzbinding angebracht. Ich hatte es ja schon vor 2-3 Monaten vorgebogen und in einem vorangegangenen Beitrag hier dokumentiert.

Leimzulagen habe ich mir schnell mit CNC, Dekupiersäge und Handwerkzeug hergestellt. Die Holzstreifen sind ja vom Holzrohling abgeschnitten. Die Länge ergab, dass ich drei Teile brauchte. Also einen Mittelteil:
20210116_083716.jpg 20210116_084058.jpg
Und dann die beiden symmetrischen Seitenteile:
20210116_094514.jpg 20210116_100712.jpg 20210118_091630.jpg
Dann die Oberseite gehobelt:
20210118_092506.jpg

Und seitlich auch:
20210118_092647.jpg
Dabei war ist wieder was Dummes passiert. Der Hobel hat ein paar üble Macken reingehauen. Voller Leidenschaft habe ich die wieder rausgehobelt und dann war auf einmal das Binding zu dünn:
20210118_095852.jpg
Also an der Oberfräse den Falz neu gefräst und ein neues Stück eingeleimt. Ärglich ist, dass ich jetzt noch eine zusätzliche Trennstelle bekommen habe. Andererseits war ich froh, dass es mir auf der Geraden passiert ist, in den Kurven wäre es schwierig geworden (habe gar keinen Falzfräser, den Bindingkanal hatte ich ja auf der CNC gefräst und so nachträgliche Verschlimmbesserungen sind damit ungeheuer aufwändig...).

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Außerdem habe ich noch zwei kleinere Baustellen erledigt.

Bünde abgerichtet und verrundet:
20210123_112849.jpg

Und den Kabelkanal gebohrt, um das Kabel vom Hals-PU zum Bridge-PU zu verlegen.
20210203_221044.jpg 20210203_221439.jpg 20210203_221457.jpg 20210203_221502.jpg


War eine spannende Sache aber mit dem richtigen Bohrer eigentlich ganz easy. Diese Handbohrer habe ich noch aus meiner Anfangszeit, als ich (zur Freude meiner Frau) noch im Wohnzimmer und am Esstisch Gitarren gebaut habe. Inzwischen habe ich eine Werkstatt und eine Bohrmaschine im Bohrständer und diese Handbohrer brauche ich nur sehr, sehr selten. Aber jedes Mal, wenn ich sie benutze, freue ich mir ein Loch in den Bauch. Das geht so schön flott und leise und gefühlvoll... Habt ihr auch so "Lieblingswerkzeug", was ihr viel zu selten benutzt? :lol:
 
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Nun musste ich noch ein letztes Mal die Gitarre unter die CNC legen, um das E-Fach zu fräsen. Hätte ich lieber gleich machen sollen aber anfangs war ich mir noch nicht sicher, wie das E-Fach aussehen soll. Eine fast fertige Gitarre unter die CNC zu legen ist jedenfalls eine riesige mentale Hürde und kostet ganz schön Überwindung. Aber es ist alles gut gegangen :)

Zuerst habe ich den E-Fach-Deckel gefräst:
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Da der Deckel relativ groß ist, wollte ich ihn auch stabil machen. Deswegen hat er den umflaufenden Rand. Außerdem hatte ich noch Mahagoni-Restholz aus der gleichen Treppenstufe in entsprechender Dicke übrig, weil ich das ganz am Anfang von Bodyrohling runtergesägt hatte (Die Treppenstufe war ca. 55mm dick, meine Endstärke vom Body beträgt 35mm).


Dann den Body eingespannt, Nullpunkt gesetzt und das E-Fach grob mit einem 20er Fräser vorgefräst. Einmal in der Tiefe und dann noch die Stufe, wo der Deckel aufliegen soll.
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Parallel dazu eine schräge Rampe an den Deckel gesägt.
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Und dann die endgültige Außenkontur des E-Fachs gefräst. Immer noch ein paar Zehntel größer gefräst und immer wieder eine Passprobe mit dem Deckel gemacht, bis er gut reinpasste.
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Jetzt brauche ich eben schon die Schräge am Deckel, sonst hätte ich ihn gar nicht mehr rausbekommen...
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Puh, da war ich erleichtert, als das soweit geklappt hatte.
Dann noch in aller Ruhe das E-Fach in der Tiefe fertig gefräst und mich über das Wiedersehen vom Kabelkanal gefreut :)
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Oh man Leude, da macht man was mit... :-D

Aber der Reihe nach:
Die Lieferung von Rockinger kam. Große Freude!
20210206_120326.jpg

Die Tonabnehmer habe ich ohne Kappen gekauft und dafür die Kappen extra. Konnte mich nämlich noch nicht entscheiden. Der Rest der Hardware ist Nickel (neuwertig). Ich mag Nickel lieber, weil es vom Farbton her etwas wärmer ist als Chrom und weil ich die leichte Patina mag, die da mit der Zeit entsteht. Bei den Humbucker-Covern gab es halt Nickel neu und Nickel aged. Hab ich mal beide bestellt. Die Entscheidung fällt mir schwer. Für sich betrachtet gefallen mir die aged Covers (ist auch nur so ein ganz kleines bisschen matter, nicht wirklich "geaged") besser. Gerade auf der großen ebenen Fläche sieht das einfach natürlicher und schöner aus als der "reine Spiegel". Aber die neuen Cover passen halt besser zum Rest der Hardware.
Den Rest der Hardware mit Eisenchlorid angleichen will ich nicht. Da habe ich schon mal Versuche gemacht gehabt, die nicht sooo erfolgreich waren. Dafür ist mir die Hardware zu schade... was würdet ihr machen?

Neue Cover:
20210206_120346.jpg

Aged Cover:
20210206_120527.jpg


Ansonsten habe ich mich noch geärgert, weil ich den Korpus wohl NOCH EIN MAL unter die CNC legen muss. Die Humbucker-Ausfräsungen zu eng für die Cover. Ich habe auf 42mm Breite gefräst. Das passt auch super für die PUs aber mit mit dem Cover klemmt's. Muss ich wohl auf 44mm auffräsen. Ich dachte, 42mm wäre üblich? Man darf sich eben einfach auf nichts verlassen, sondern muss IMMER mit den eigenen Teilen nachmessen...

Das Kabelmanagement ist schon recht ausgereift ;-)
20210207_173645.jpg 20210207_173653.jpg
 
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Die Bridge ist aber doch von Guitar Fetish. Simpel, aber sehr gut. Wenn Du die Bridge mit den Schrauben fest auf die Studs schraubst, ist das eine absolut starre Konstruktion.
 
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Nimm die neuen Kappen und lasse sie gemeinsam mit dem Rest der Gitarre altern.
 
Die Bridge ist aber doch von Guitar Fetish. Simpel, aber sehr gut. Wenn Du die Bridge mit den Schrauben fest auf die Studs schraubst, ist das eine absolut starre Konstruktion.

Gut erkannt! Hast du die auch schon mal verbaut?
Es ist die hier von guitarfetish:
https://www.guitarfetish.com/XGP-SOLID- ... _4219.html

Die will ich schon seit Jahren verbauen und habe erst jetzt die Gelegenheit. Gibt's auch ohne finish in reinem Messing, hätte aber dann nicht zum Rest gepasst. Gibt's so ähnlich auch als Wraparound, das würde ich auch mal probieren wollen.

Ich finde diese Bridge ist OPTIMAL (wenn man unbedingt eine TOM braucht).
- preisgünstig, obwohl sehr hochwertig
- aus massivem Messing gefräst
- schön konstruiert, der Verstellmechanismus ist gut versteckt
- es gibt sie in allen finish-Optionen
- mit Locking Studs, lustigerweise genauso, wie ich das vor einigen Jahren schon mal auf eigene Faust bei einer Skateguitar umgesetzt hatte, es könnte so einfach sein... Warum machen das nicht alle?
- und nun, da ich sie bei mir habe, muss ich noch ergänzen, dass das Gewinde zwischen Gewindehülse und den Bolzen sehr eng toleriert sein muss. Es läuft sauber aber fast spielfrei, also auch diese Verbindung wirkt längst nicht so klapprig wie sonst in der Regel
 

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