Frage nach Bluesstil

von BonZotheDog, 04.08.07.

  1. BonZotheDog

    BonZotheDog Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.07   #1
    hallo,

    ich bin relativ unerfahren in der blueswelt und hab da noch einige veständnisprobleme bezüglich des genres.

    also ich kenne z.b. den 12 bar blues und den 8 bar blues.
    aber ich empfinde das ganze, was sicherlich als universelle improvisationsgrundlage gedacht war doch recht einschränkend.
    denn wenn ich ständig songs höre die solch radikalem schema folgen wird es doch schnell langweilig.

    allerdings höre ich z. b. liebend gerne songs von hendrix. seine musikrichtung wird doch ganz klar dem blues zugeordnet, oder? aber ich finde sein spiel vile freier und spannender und erkenne keine festgelegten schemata.

    ist dies eine andere art des blues (weiterentwicklung) oder gibt es auch bei ihm z.b. schemata die ich nur einfach nich erkenne.

    danke und ciao
     
  2. _redwing_

    _redwing_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.08.07   #2
    also zu der ganzen theorie kann ich dir leider nicht viel sagen.
    nur, dass hendrix "ganz klar" dem blues zuzuordnen ist, muss ich ebenso "ganz klar" widersprechen. seine züge gehen zwar oft in bluesige richtung, aber mindestens genauso oft auch in die rock bzw. 60ies psychedelicrock richtung. gerade bei electric blues driftet man halt schnell in härtere gefilde und das ist dann (denke ich) kein "ganz klarer" blues mehr :)

    soviel dazu, kommen wir zu schemata. auch wenn sich das jetz schön fein schmalzig anhört, aber der blues beginnt in deinem herzen und nicht in einer tonleiter oder in einem schema.

    klar, jeder versucht sich an der und der sache, aber wie noel gallagher von oasis sagte, "versuch dich nicht an hendrix oder clapton oder was weiß ich wem. spiel ramones, nirvana am anfang und entwickel deinen eigenen stil mit der zeit." daran ist so einiges wahres...

    das nachspielen ist zwar eine tolle erfahrung, die einem selber wohl selbstvertrauen in dem gibt, was man da gerade tut, da man etwas wiedererkennt, aber noch schöner ist es, wenn man selber etwas erfindet und es nachher wiedererkennt... wie so oft fängt das natürlich sehr klein an... aber es wird größer - bestimmt :)

    aber eins, was du angesprochen hast ist ganz wichtig: das zuhören. und anschauen. kein (blues-)musiker hat keine einflüsse, die ihn die entsprechende muse gegeben haben so zu klingen wie er/sie eben jetzt klingt :)

    insofern kann also auch nachspielen keine "sünde" sein - irgendwann kommt eh der punkt, an dem du dein eigenes ding drehst. :)

    genug der philosophiererei :D das könnte man ewig ausbauen ^^
    auch wenn ich wohl ziemlich am thema vorbei bin :D ...
    vielleicht hats ja ein bisschen geholfen... =)
     
  3. Djangoausberlin

    Djangoausberlin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.07   #3
    Hi,

    ja eigentlich ist das ne sehr interessante Frage. Ich glaube das ergibt sich einfach dadurch, dass

    1. Das man wenn man dann eines fernen Tages so gut ist wie Clapton oder B.B. King dann kann man eben auch auf 2 verschiedene Akkordfolgen so vielseitg spielen, dass es nicht langweilig wird.
    2. Außerdem werden diese Schemen ja auch varriiert. Dadruch wird die Musik vielseitiger. Natürlich nur vom Standpunkt der Bluesgitarristen:D.

    Und außerdem laufen 100m Sprinter auch immer die gleiche Strecke und dennen macht das auch Spaß.

    Aber ich gebe dir Recht, Django Reinhardt z.B. hat ein vielseitigeres Solospiel, hör dir den mal an!:great:

    Es grüßt
    Django
     
  4. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.08.07   #4
    Die beiden Blues-Schemata sind die bekanntesten.

    Sie sind tatsächlich nur Schemata - die man variieren kann - und es gibt weitere (eine wäre der Quick Change beispielsweise).

    Also benutze sie als Orientierung - mehr sollen sie nicht sein. Bei Sessions ist es halt praktisch, wenn jemand sagt: lass mal einen Blues in A spielen - und alle wissen sofort Bescheid und können mitjammen. Ist doch cool.

    Wenn Du Dir das Schema harmonisch anschaust, dann ist das schon eine pfiffige Form, die erhebliches an Dynamik und Steigerungen zuläßt, insbesondere wenn es dann noch um Septim-Akkorde geht. Da ist auch innerhalb eines recht starren Schemas bei einigem Beherrschen des Handwerks mächtig was drin.
    Im Übrigen: die meisten Volkslieder, Schlager und Rocksongs beruhen auf 3 Akkorden - also: so what?

    Ich würde sagen: Hendrix kommt aus dem Blues.
    So wie Rock, Funk, Jazz, Soul etc. sich auf den Blues beziehen. Und je nachdem als Erweiterung, fortführung oder eben - klar: die trve-Fraktion gibts überall - als Verwässerung des "reinen" Blues gesehen wird.

    Also nutze die Vielfalt des Blues aber lass Dich nicht einschränken.

    x-Riff
     
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