Frage zur Keyboard-Steuerung (Set mit 3 Keyboards)

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Hallo,
ich bin neu hier in diesem Forum und habe folgende Frage :
Ich spiele in einer Rockband und habe ein 3-er Set (Yamaha Motif 6 / Roland XP 30 und Roland JP 8000).
Nach jedem gespielten Titel muß ich immer bei allen 3 Keyboards die Sounds einzeln umstellen und das dauert!
Jetzt sagte mir ein Kollege, dass es da Steuergeräte gibt, die alle 3 Keyboards über Midi steuern, d.h. ich drücke z.B. im Steuergerät auf Song 1, dann habe ich sofort die benötigten Sounds der einzelnen Keyboards, dann drücke ich auf Song 2 und schon sind alle Sounds eingestellt. Was muss ich da für ein Steuergerät kaufen und kann mir mal jemand das Prinzip in einfachen Worten erklären (Ich habe von Midi und so keinerlei Ahnung).
Ich komme aus dem Großraum Rostock!
Ich danke schon mal im Voraus für hilfreiche Antworten und schaue dann morgen hier wieder rein.

MfG

Ebi
 
Eigenschaft
 
Die Geräte können bestimmte Sounds aufrufen, wenn sie die richtigen MIDI-Daten empfangen. Das sind in der Regel drei Befehle: Continuous Controller (="CC") #0, CC#32 und ein Program-Change-Befehl. Du musst also erst mal ein Gerät auswählen, das die Daten sendet und die anderen per MIDI verbinden. Der Motif 6 erscheint mir am leistungsfähigsten, was die Masterkeyboardfähigkeiten angeht. Also brauchst du zwei MIDI-Kabel: Motif MIDI OUT -> XP30 MIDI IN und XP 30 MIDI THRU -> JP 8000 MIDI IN. Damit sendet der Motif an den XP und der XP reicht die empfangenen Daten weiter an den JP.

Dann musst du dafür sorgen, daß XP und JP nur auf einem individuellen MIDI-Kanal zuhören (damit sie nicht die Daten des jeweils anderen Geräts ausführen), also setze den MIDI Receive Channel im XP z.B. auf 2 und im JP auf 3. Dazu sollten diese beiden Geräte erst mal im Patch Mode laufen. Performance Mode geht zwar auch, macht es aber etwas schwieriger.

Den Motif solltest du im Master Mode betreiben, dann kannst du dir die Master so programmieren, wie es im Handbuch ab S. 270 beschrieben ist. Für jedes anzusteuernde Gerät musst du eine Zone opfern. Auf S. 272 ist der Abschnitt "● [F4] Zone Preset" entscheidend, da trägst du die BankMSB (=CC#0)-, Bank LSB (=CC#32)- und Program-Change-Werte ein, die du an XP und JP senden willst. Welche das sind, steht in deren Handbüchern. Mit dem CC0- und CC#32 wählst du eine Soundbank aus, mit dem Program-Change-Befehl wählst du einen Sound innerhalb dieser Bank.

Du würdest dann also am Motif ein Master anwählen, das dir XP und JP umschaltet. Weitere Hardware dafür brauchst du nicht, außer den zwei MIDI-Kabeln.

Moduswechsel, also z.B. zwischen Patch- und Performance-Mode bei den Roland-Geräten sollte man vermeiden, das kann zu Timingproblemen führen. Das heißt im Umkehrschluss, daß du am besten den XP im Patch-Modus laufen lassen solltest. Wenn du den Performance Mode dringend brauchst, schreib das mal hier, dann kommen die unangenehmen Details ;).

Harald
 
Danke Dir für die umfassende Antwort - theoretisch kann ich mir das Ganze jetzt vorstellen, aber praktisch eben noch nicht. Ich drucke mir Deine Antwort aus und hebe sie auf, aber ich werde alles wohl so lassen - von Keyboard-Programmierung habe ich keine Ahnung - auch sind die Handbücher für mich böhmische Wälder.
Einen schönen 2. Advent wünsche ich.
Schade, dass es hier im Rostocker Raum keinen Kollegen gibt, der sich damit auskennt.

MfG

Eberhard
 
Hallo Eberhard,

sich anfänglich in MIDI reinzudenken ist gar nicht so einfach, das stimmt. Dafür ist es ein logisches System, das genau für solche Aufgaben gestrickt ist. Wenn du das ein mal kapiert hast, was zugegeben erst mal knifflig ist, dann ist die entsprechende Programmierung ein Kinderspiel. Gib dem Forum etwas Zeit zum reagieren, vielleicht meldet sich noch jemand aus deiner Gegen, der sich damit auskennt und dir persönlich unter die Arme greifen kann. Ansonsten ist das Forum in den meisten Fällen hilfsbereit (dauert manchmal halt manchmal ein bisschen) oder du kontaktierst direkt den geschätzen Swagger Jacky für alle Motif-bezogenen Fragen, dafür ist er genau der richtige Ansprechpartner.

Viele Grüße vom HammondToby
 
Ist ja alles echt interessant, aber trotzdem blöd, wenn man keine Ahnung hat - ich kann eben nur spielen, von Technik Null Ahnung.
Ein Kollege meinte nämlich neulich, dass es ein externes Speichergerät gibt, eine sogenannte Midileiste, die alle Sounds umschaltet, aber das hat hier noch keiner gesagt.
Harald meint, ich soll alles mit dem Motif steuern, aber das kann ich eben leider nicht!

MfG

Eberhard
 
Harald meint, ich soll alles mit dem Motif steuern, aber das kann ich eben leider nicht!
Wenn dein technisches Verständnis nicht ausreicht, um das ganze über den Motif zu steuern, wirst du mit jeder anderen Lösung auch nicht glücklich werden - außer eben alles von Hand umzuschalten. MIDI-Leisten müssen auch erstmal programmiert werden und ich würd mal sagen dass das eher noch schwerer ist als am Motif. Auch jede andere Lösung wird mindestens so viel Wissen benötigen wie du für den Motif brauchst. Keyboards sind nunmal Instrumente mit einer großen technischen Komponente.
 
Ein Kollege meinte nämlich neulich, dass es ein externes Speichergerät gibt, eine sogenannte Midileiste, die alle Sounds umschaltet, aber das hat hier noch keiner gesagt.
Was Dein Kollege meint ist so eine Art MIDI Merger/Matrix. Das ist ein Gerät, dass Deine MIDI fähigen Geräte incl. Expander, Effekte, MIDI fähiges Mischpult etc. verwalten kann. Üblicherweise hat so ein Gerät einige MIDI INs und mehrere OUTs. In Deinem Fall würde es reichen, wenn Du eine MIDI Mergebox mit 3 Ausgängen hast. Von jedem OUT in den MIDI IN der einzelnen Keyboards. Dann programmierst Du im MIDI Merger ein Programm, das festlegt: Keyboard A = Programm 152, Keyboard B = Programm 21, Keyboard C = Programm 71. Fertig. Wählst Du nun an dem Merger diesen Programmplatz, werden über die MIDI OUTs an die einzelnen Keyboards die festgelegten Program Change Befehle übertragen und damit die vorgegebenen Programme aufgerufen. Das machst Du für jeden Song, also für jeden Song ein Programm im MIDI Merger. Du siehst aber auch hier, dass es ohne MIDI nicht geht, aber das ist nun mal die einzige Schnittstelle, die alle Deine Geräte verstehen, auch wenn Du, wie ich im Moment vermute, bisher noch nicht eines Deiner Geräte via MIDI mit einem der anderen verbunden hast. Dass Du mit solch einem MIDI Merger noch viel mehr machen könntest, wie festlegen, mit welchem Synthi Du einen einen Sound eines der anderen spielen kannst, aber auch dass Du Controller einstellen udn zuweisen, und/oder Transpose definieren kannst etc. willst Du vermutlich gar nicht wissen, must Du auch gar nicht :D

Die nächste Frage: Wo gibt es solche Geräte? Antwort eigentlich so gut wie gar nicht mehr. Ich wüsste z.B. keinen in einem aktuellen Programm eines Herstellers.
Warum? Weil die zu einer Zeit gefragt waren, als man noch mit einer großen Anzahl von Expandern losgegangen ist, die von wenigen Keyboards aus angesteuert werden mussten. Und genau hier war zum einen die MIDI Matrix wichtig, damit man nicht ständig umstecken musste, sondern man quasi digital Eingänge zu Ausgängen umschalten konnte. Desweiteren wr hier das Problem mit dem Umschalten der einzelnen Geräte noch umständlicher, woraufhin die reine Matrix noch durch eine MIDI Controller Einheit ergänzt worden ist, die nämlich genau diese MIDI Befehle zum Umschalten und vieles mehr generiert und geschickt hat.
Aber da gibt's ja noch die Bucht... Typische Geräte waren z.B. MIDITEMP, z.B: PMM88, Yamaha MEP4, Digital Music Corp. MX-8, Waldorf Patchbay, Roland A-880. Ein MIDITEMP nutze ich selber noch dann und wann, eine Matrix von Peavey hab ich noch rumliegen, die ich aber noch nie genutzt hab. Von AKAI hab ich sowas auch schon mal gesehen. Alternativ wäre die Steuerung über einen PC mit MIDI Interface, der braucht auch nur einen Ausgang zu haben, von dort dann in Keyb 1, über Thru weiter nach Keyb 2 und von dem dann auch wieder über Thru an Keyb 3. Am PC nutzt Du dann ein einfaches Sequenzerprogramm, in dem Du einfach drei Spuren definierst, für jedes Keyb eine, die auch nur einen Programm Change mit dem gewünschten Programm beinhaltet. Jede Spur hat einen MIDI Kanal, jedes Keyboard wird so eingestellt, dass es nur Programm Changes von diesem MIDI Kanal empfängt. Dann könntest Du dir winzigste MIDI Files erstellen, einzig fürden Zweck, die Programm Changes für deine drei Keyboards zu senden. Das ganz könnte über ein Netbook mit MIDI Interface laufen. Dann nur Doppelklick auf den für den Song zugeschnittenen MIDI file und Deine drei Keyboards sind eingestellt.
Klingt kompliziert, ist es aber nicht, wenn Du es erst einmal gemacht hast. Allerdings können das im Grunde auch Deine Geräte ohne zusätzliche Hardware, s. Harald's Ausführungen.
 
PMM 88 bei ebay gefunden. Nun meine Frage : Beim Song CHILD IN TIME von Deep Purple brauche ich auf dem YAMAHA Motif 2 Sounds, einmal die Click-Orgel des Vorspiels und dann die Zerrer-Orgel. Kann ich diese beiden Sounds dann trotzdem umschalten, oder ist das ganze System dann durch den PMM 88 blockiert?

MfG

Eberhard
 
Du kannst nachwievor die sounds auch direkt am Keyboard umschalten. Kein Problem!
 
Hallo, Dr. Rollo,
ich habe mir Deine Fotos angesehen und bin buff. In Deiner Fußleiste habe ich ein Rotary-Gerät entdeckt. Nimmst Du das noch zusätzlich für Orgel-Sounds? Das würde mich interessieren, dan könnte ich meine Orgeln im Motif vielleicht auch noch schärfer machen.
Und Du hast das PMM-88 ja auch. Wenn ich mir das jetzt kaufe, könntest Du mir dann dabei helfen? Ich weiß aber nicht wie - Hannover und Rostock ist ja doch ne Ecke weg, oder willst Du mal im Frühling ein paar Tage an die Ostsee kommen - ich lade Dich ein - nur so ein paar Gedanken von mir - allein packe ich das ganze Technische bestimmt nicht!

MfG

Eberhard
 
Vorsicht, das originale PMM-88 (nicht PMM-88E) unterstützt Bank Select Befehle nur über die generischen "SEND DATA"-Funktion. Da muss man sich schon genau mit den Details von MIDI auskennen, um zu wissen, welche Werte man da eintragen muss. Man muss dann z.B. den MIDI-Kanal im ersten Byte (dem Statusbyte) selbst dazu addieren und die Werte für Bank MSB und LSB u.U. auch selbst ausrechnen. Das ist nix für Technik-Novizen!

Das PMM-88E hat wahrscheinlich Unterstützung für Bank Select, da es neuer ist. Dafür ist es aber auch um etliches teurer. Ich glaube nicht, dass du wirklich ein PMM-88(E) oder ähnliches brauchst. Wie Harald sagt, kannst das alles auch mit dem Motif machen und wahrscheinlich sogar benutzerfreundlicher. Das PMM-88 ist zwar nützlich kann noch viel mehr, aber eigentlich braucht man sowas erst, wenn kompliziertere MIDI-Routings will als bei dir.

Chris
 
Das PMM-88E hat wahrscheinlich Unterstützung für Bank Select, da es neuer ist. Dafür ist es aber auch um etliches teurer.
Doch, geht. Man kann sowohl MSB als auch LSB eintragen und damit die Bank umschalten.


Martman
 
Ich halte Haralds Rat für den mit Abstand sinnvollsten. Das vorhandene Equipment erlaubt es locker, Eberhards Anforderung zu bewältigen. Harald schreibt sogar, wie es zu bewerkstelligen ist. Das mag sich für einen Anfänger vielleicht zunächst befremdlich lesen, sollte sich direkt an den Geräten aber leicht nachvollziehen lassen. Die Investition beschränkt sich auf zwei MIDI-Kabel und ein paar Minuten Handbuchstudium.

In diesem Fall die potentielle Fehler- und Verwirrungsquelle MIDI-Matrix einzusetzen (er ist technischer Laie), geht übers Ziel hinaus und ist meiner Meinung nach unnötig.
 
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