Fragen+Aufschlüsselung überprüfen!

von Theroux, 26.07.10.

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  1. Theroux

    Theroux Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.07.10   #1
    Hallo,
    ich hab mich seit kurzem mit ein wenig Musiktheorie beschäftigt und wollte wissen, ob ich das ganze richtig aufgeschlüsselt habe!

    http://www.ultimate-guitar.com/tabs/l/lady_gaga/paparazzi_ver2_crd.htm

    Code:
    Tonart= G-Dur
    
             1  3  5
    G-Dur  - G  B  D  (Tonika)
    C-Dur  - C  E  G  (Subdominante)
    D-Dur  - D  F# A  (Dominante)
    
             1  3b 5
    E-Moll - E  G  B  (Mollparallele zu G-Dur)
    B-Moll - B  D  F# (Mollparallele zu D-Dur)
    
    Bei der Aufschlüsselung sind mir so paar Fragen eingefallen..

    1. Kann die Tonart innerhalb eines Liedes wechseln? (z.b. Strophe in G-Dur und im Refrain dann A-Dur)

    2. Gibt es noch andere Kadenzen als I,IV,V?

    3. Ist man gezwungen mit Kadenzen zu arbeiten damit ein Lied gut klingt oder gibt es Lieder die anders aufgebaut sind?

    4. Ich habe daraufhin einmal die Töne von F-Dur herausgearbeitet, um
    mein Akkordwissen,das ich anhand eines Klaviers gelernt habe auf mein eigentliches Instrument (Gitarre) einmal zu übertragen.

    Code:
             1  3  5
    F-Dur  - F  A  C 
     
    Als Barre Akkord sieht das dann ja so aus von den Tönen her:

    Code:
    1: -F-
    2: -C-
    3: -A-
    4: -F-
    5: -C-
    6: -F-
    
    Nun gibt es ja die sog. Powerakkorde wo nur F,C,F gespielt wird und da fängt die Verwirrung bei mir an!

    F ist ja der Grundton und C die Quinte und das andere F die Oktave...
    Es fehl hierbei ja irgendwie die große Terz, die den Dur klang erst so richtig erzeugt...
    Handelt es sich dabei nicht mehr um ein Dur Akkord sondern um ein neuen Akkord?
    Warum heisst der Akkord F5

    5. Welche Pentatonik verwende ich dabei, wenn ich ein Solo improvisieren will?
    Die der Tonart oder zu jedem Akkord die jeweilige?
     
  2. turko

    turko Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 26.07.10   #2
    Kleine Korrektur:

    Die Subdominante von G-Dur ist C-Dur, mit Dreiklang C-E-G (und nicht C-F-G) ...

    Was Powerakkorde betrifft: Das sind weniger Akkorde, als eigentlich mehr eine "Spieltechnik". Will heißen, es ist so, wie Du richtig erkannt hast: Es fehlen die Terzen, sie sind somit weder Dur noch Moll. Aber das heißt ja nicht, daß nicht das restliche Umfeld der Musik (= die anderen Instrumente) ein Dur oder ein Moll vorgeben könnten. Powerchords sind ein bestimmter Gitarren-SOUND, der in vielen Situationen halt einfach gut klingt und paßt. Viel weniger sind sie wirklich ein Begriff, der harmonische Aussagekräft hätte ... Man kann mit einem Powerchord - harmonisch gesehen - also oft gar nicht viel falsch machen. Die Frage ist, ob es Soundmäßig und stilistisch passend ist ...

    LG, Thomas
     
  3. LordAbstellhaken

    LordAbstellhaken HCA Tonsatz HCA

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    Erstellt: 26.07.10   #3
    Ja, an einer Stelle ist dir wahrscheinlich ein Schreibfehler unterlaufen. C-Dur ist C E G.

    Zu den Fragen:
    1. Ja klar ist das Möglich. Das geht durch Modulation, durch Rückung etc.
    Die Liedform hat zwar in manchen Fällen auch ihre Regeln, aber im Kunstlied und in der Rockmusik (theoretisch) bricht man auch aus solchen Formen aus.
    Zu Tonart innerhalb eines Liedes wechseln: Betrachte mal "Der Zwerg" von Franz Schubert. Da wechselts teilweise wild hin und her.

    2. Natürlich. Es gibt jede Menge erweiterte Kadenzen, in denen du andere Stufen dazu nehmen kannst, auch kurz verwandte Tonarten anschleifen kannst, etc.
    Gott sei Dank gibt es noch mehr als I, IV, V :D
    Bei Gelegenheit versuche ich mal ein paar erweiterte Kadenzen aufzuschreiben.

    3. Nein ist man natürlich nicht ausschließlich. Man muss auch nicht immer tonal arbeiten, aber das führt wieder in einen erweiterten Bereich.
    Kadenzen sichern Abschnitte, aber ein Stück muss nicht ausschließlich aus Kadenzverbindungen aufgebaut sein.

    4. Dummerweise nennt man Powerchords Akkorde. Allerdings macht die Terz erst einen Akkord aus in der Harmonielehre.
    Es ist aber so, dass ein Stück ja in einem tonartlichen Rahmen gespielt werden kann.
    Nehmen wir an du befindest dich in c-moll:
    Wenn dem Ohr klar ist, dass wir uns in c-moll befinden, dann wird bei F5 die fehlende Terz wahrscheinlich als Mollterz wahrgenommen (also As).
    Die Quintklänge sind aber leere Klänge, es fehlen die Terzbezüge um sie deutlich zu machen, da hast du Recht.
    Aber wie gesagt: Im tonalen Umfeld sind sie durchaus Funktionsbezogen.

    5. Da musst du Jazzer fragen. Mir hat mal einer erklärt, dass das varriieren kann. Entweder man nimmt über mehrere Akkorde eine Pentatonik, oder man nimmt von Akkord zu Akkord verschiedene, je nach Funktion und Umfeld.
     
  4. Theroux

    Theroux Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.07.10   #4
    Danke für die ausführlichen Antoworten!
    Ich werde das mit C-Dur korregieren!
     
  5. Theroux

    Theroux Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.07.10   #5
    Ich habe noch eine zusätzliche Frage betreffend des Liedes...
    Bin mir allerdings nicht sicher ob ich thematisch hier noch richtig bin :p

    Geht um Zweistimmig singen, wobei mir nur die Theorie von den Tönen her wichtig ist.

    Das Lied ist ja in der Tonart G-Dur und so wie ich das gelesen habe ist die gängigste Form der zweiten Stimme eine Ober- oder Unterterz.
    Gehe ich recht in der Annahme, dass man bei Liedern die in Dur geschrieben sind die große Terz und die in Moll geschrieben sind die kleine Terz verwendet um die jeweilige Stimmung des Liedes intensiver hervorzuheben?
    Für leichtverständliche Lektüre/Videos/Guides wie man sowas aufbaut anhand einer bereits existierenden Melodiestimme wäre ich dankbar... :p
     
  6. langhaar!

    langhaar! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.07.10   #6
    Du wählst die Terzen so, dass du die Tonart nicht verlässt. Somit werden kleine und große Terzen einem Dur wie auch einem Moll-Stück verwendet.
     
  7. cikl

    cikl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.07.10   #7
    Oft werden für die zweite Stimme auch einfach Quinten genommen, ggf. auch mal ne Quarte. Quinte ist imho noch etwas einfacher zu singen und ist tongeschlechtsneutral.
     
  8. LordAbstellhaken

    LordAbstellhaken HCA Tonsatz HCA

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    Erstellt: 26.07.10   #8
    Für die zweite Stimme kann jedes Intervall genommen werden. Es muss im Kontext passen. Im richtigen Kontext kann jedes Intervall wunderbar passen.
    Vor allem kann es nicht schaden verschiedene Intervalle für eine zweite Stimme zu verwenden, genauso verschiedene (sich ergänzende) Rhythmen, um die zweite Stimme abwechslungsreicher zu machen.
    Auf einen Ton in der ersten Stimme, können zwei Töne in der zweiten fallen und so weiter.

    Ich hab mal vor längerer Zeit eine Melodie von Händel für zwei Sängerinnen ausgesetzt.
    Man kann wie gesagt mehrere Intervalle nutzen.
    Vor allem, wenn man eine vorgegebene Harmonie hat, kann man sich bei der Aussetzung der zweiten Stimme daran orientieren
     

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  9. Theroux

    Theroux Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.07.10   #9
    Hm stellt sich für mich doch noch relativ schwer da eine Spur drüber zu schreiben die verschiedene Intervallabstände benutzt, da ich dafür irgendwie noch nicht so das Gefühl/Wissen für habe welches Intervall da besser reinpasst!
    Daher beschränke ich mich doch lieber auf ein Intervallabstand!
    (Refrain 0.55min)
    http://www.youtube.com/watch?v=we3MPMVJHbk

    Mal abgesehen davon, dass sich in dem Video hier warscheinlich durch den Capo die Tonart usw ändert und vielleicht irgendwelche Akkorde verwendet werden die ich noch nicht kenne.
    Wäre das so ein Beispiel von verschiedenen Intervallabständen in der 2ten Stimme?
    Meine Gehörbildug reicht leider nicht aus um sowas rauszuhören :(
    Würde behaupten, dass die tiefere Stimme, die 2te ist, da die höhere doch eher nach der originalen Melodie klingt.
    Ich behaupte auch das sie über eine Oktave hinaus nach unten wandert von den Tönen her und wieder hoch.
    Könnte jedoch nicht sagen ob es dabei die ganze Zeit bei einem Intervall bleibt...Vom Gefühl her schätze ich mal eher nicht!
     
  10. klaus111

    klaus111 Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 28.07.10   #10
    Ein prima Beispiel für verschiedene Intervallabstände zwischen den Gesangsstimmen! Sogar gegenläufige Stimmführung kommt vor, was mir besonders gut gefällt. Ich höre Intervalle von der Prim bis zur Septim, also alles noch innerhalb einer Oktave.

    Kompliment an die beiden für ihre Leistung!

    Gruß
    Klaus
     
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