Framus Archtop - Riss im Hals, wie dramatisch?

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Hallo alle,

mir ist heute für 39 € eine Framus Archtop (genauer Typ unbekannt weil der Firmenzettel fehlt, Baujahr vermutlich 1960er Jahre) zugelaufen und ich dachte, für den Preis mache ich nichts falsch;
Sie hat einen Riss im Hals, siehe Foto.

Ich hatte natürlich mal geschaut was man da so machen kann, je nach Rissart und -form scheint das aber extrem unterschiedlich zu sein (weswegen ich auch keinen anderen Thread kapern wollte und diesen hier erschuf).
Auch komme ich mit Anweisungen wie "Leim in den Riss füllen" nicht klar... der Riss ist eng, da läuft nix rein.
Tipps wie etwa "erfühlen ob unter Last Bewegung am Riss ist" habe ich probiert, ich fühle nichts.

Wie dramatisch schätzt Ihr die Lage ein? Wie teuer könnte eine Reparatur beim Gitarrenbauer sein?
Ich nehme an, auf Saiten (die alten sind schon unten) sollte ich erstmal verzichten, oder?
 

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Schöne Gitarre.

Du siehst ja selbst dass auch an der Leimfuge der angeschäfteten Kopfplatte Risse im Lack sind, was bei diesen Gitarren durchaus üblich ist. Der Riss im Bereich der ersten Bünde folgt dem Maserungsverlauf des Holzes und so würde ich normalerweise auch von einem Riss ausgehen der repariert werden sollte.

Mehr mag ich aus der Ferne dazu nicht sagen.

Wie teuer könnte eine Reparatur beim Gitarrenbauer sein?

Der Gitarrenbauer findet bei diesen Schätzchen immer noch weitere Mängel, aber ich würde trotzdem empfehlen einen aufzusuchen. Weingarten liegt wohl nicht in der Nähe des Ruhrgebiets?

*
 
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Kann es sein, dass der Riss bereits- wenngleich optisch schlecht - repariert wurde? Genaues kann ich auf dem Bild nicht erkennen; meine ersten Bastelversuche hatten optisch etwa dieselbe Qualität...
Grundsätzlich gilt natürlcih, was @Bassturmator oben geschrieben hat.
 
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Das Bild ist etwas unscharf
Vielleicht ist sie mal umgefallen.
Der Rissverlauf muß nicht durchgehend sein und verläuft zum Saitenzug statisch günstig.
Ich würde erst mal Saiten aufziehen.
 
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Oh, genau so eine hatte mein Vater vor 1000 Jahren…
Der Riss verläuft - so sieht es aus- wie die Risse vom Nitro Lack. Kann es sein, dass der Hals gar keinen strukturellen Schaden hat, sondern eben nur Lack abgeplatzt ist?
Ansonsten lohnt sich hier eine Reparatur nur, wenn du auf diesen besonderen Schlaggitarren Sound stehst. Der Hals ist ziemlich unförmig und ohne Stahlstab zum Einstellen. Die von meinem Vater hängt als Deko im alten Zimmer meines Bruders. Dafür ist sie gut geeignet.
 
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Wie könnt ihr auf dem zweiten Foto etwas brauchbares erkennen? Ich kann die Lagen der Sperrholzplatte im Hintergrund zählen, weil die Kamera den Fokus dorthin gelegt hat aber vorne ist doch alles verschwommen. Im Endeffekt könnte es alles sein. Ein Foto wo der Schaden scharf gestellt und somit sichtbar ist, hilft vermutlich wesentlich mehr.
 
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Wie dramatisch schätzt Ihr die Lage ein? Wie teuer könnte eine Reparatur beim Gitarrenbauer sein?
Wenn Dein Wohnort das Weingarten bei Ravensburg ist (PLZ 88250), dann empfehle ich Dir einen Besuch bei "Der Gitarrenladen" in der Waldseer Straße, wo sich Andreas Dill das Instrument einmal ansehen und etwas dazu sagen könnte.
 
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  • #8
Danke für alle Antworten!

Ja das Bild ist etwas unscharf aber ich dachte dass der Rissverlauf vor allem wichtig ist, und der ist ja sehr gut zu erkennen (und nur einseitig).
Es ist jedenfalls kein Lackriss, das Holz ist fühlbar an einer Seite des Risses etwas über der der anderen Seite erhaben.

Und ja, ich mag den Sound sehr, ich habe hier schon eine Framus Sorella - was mir leider fehlt ist eine mit Tonabnehmern.
Alles Andere an dem Ding ist halt noch richtig gut, inklusive der Saitenlage.

Den Gitarrenladen kenne ich natürlich.
Ich habe aber mal gehört dass der recht teuer sein soll bei solchen Reperaturen und da ich öfters in Reutlingen vorbeikommen gäbs als Alternative dort auch noch Gropius.
Online habe ich bei weiter weg liegenden Werkstätten Preislisten gesehen, die "Halsreperatur" mit rund 80 € auflisten.

Mir gehts eben vor allem darum, das abschätzen zu können (oder so ein Riss durch eigenen Eingriff zu fixen ist).
Ich habe nochmal ein schärferes Bild gemacht, wie gesagt ist der Riss einseitig und nicht auf der anderen Seite zu sehen.
 

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Wenn man den Bruch/Riss durch Druck auf die Kopfplatte aufweiten kann, ist es möglich Holzleim mit einer Spritze mit feiner Kanüle in den Bruch zu injektieren.
Das ist eine relativ einfache Maßnahme. Wenn man den Hals dann z.B. mit diesen Gummibänder von Fittnes-Expandern umwickelt und das unter Druck trocknen läst, ist das sehr stabil repariert.
Läßt der Riss sich nicht aufweiten, macht er (noch) keinen strukturellen Schaden/Instablität und ist nur optisch unschön.
 
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  • #11
oder so ein Riss durch eigenen Eingriff zu fixen ist
Die beiden Kopfbrüche, die ich bisher repariert hatte (allerdings bei klassischen > geringerer Saitenzug), halten nun schon einige Jahre, auch wenn sie ka... aussehen. Es waren aber auch Versuche mit Instrumenten, die ich wg. der Schäden umsonst bekam. => Wenn dir das Instrument wichtig ist, dann Profi; wenn es dir aktuell um das Experiment geht, kann man es auch selbst machen.
 
  • #12
Was da wie Faserverlauf wirkt könnten auch Lackrisse sein. Stell mal ein besseres Bild ein.
 
  • #13
Na der alte Nitrolack reißt ja immer dort wo eine zu große Bewegung stattfindet. Hier deutet der Verlauf der Risse auf einen Drehwuchs hin. Das Holz hätte besser nicht für einen Hals verwendet werden sollen.
 
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  • #14
So, ich war heute im Gitarrenladen.
Der hatte da auch mal ganz anders angepackt als ich und festgestellt, dass da unter Last durchaus eine leichte Bewegung spürbar war.
Leimen wird aber ausreichen und so ließ ich das gute Stück dort - für 60 €, was ich als prima empfinde.

Ich berichte nochmal wenn ich sie bis etwa Dienstag zurück habe.
 
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