Frequenzbereiche analysieren?

von TheGreatCornholio, 15.03.17.

  1. TheGreatCornholio

    TheGreatCornholio Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.17   #1
    Servus,

    ich habe irgendwo mal aufgeschnappt, dass es, um zb. die Bass Drum und die Bass Guitar im Mix besser raushören zu können, hilfreich ist, bei beiden Tracks Frequenzen entweder an oder abzuheben- also bei der Kick hebt man zb. bei 80Hz an und senkt bei 120 ab und bei der Bass Gitarre genau andersrum.
    Das hat mir eigentlich auch immer weiter geholfen, aber heute kam mir die Idee, dass es doch eigentlich ziemlich dämlich ist, blind Frequenzen anzuheben und abzusenken, ohne dass man weiß, WO genau sich die beiden Instrumente eventuell "schädlich" überlappen...
    Deswegen wollte ich mal wissen, ob es vielleicht Plugins gibt, die den Frequenzbereich von den aufgenommenen Tracks anzeigen oder analysieren ? Oder die vielleicht sogar zwei Tracks im Vergleich zueinander analysieren können?
    Das Standart EQ Plugin von Reaper hat zwar diese "gelbe Kurve", die erscheint wenn das Instrument erklingt und einem (glaube ich) anzeigen soll, in welchen Frequenzbereichen wie viel Signal durchkommt, aber irgendwie hilft mir das nicht weiter... Die Kurve hat einfach bei JEDEM Track und Instrument wo ich bis jetzt drauf geachtet habe extrem viel Low end gehabt... auch bei Gitarren Parts die sich nur in den oberen 12 Bünden der hohen E sAite der E Gitarre abgespielt haben... und dann kann ich mir einem HPF trotzdem bis zu 250+ Hz gehen,ohne dass sich da klanglich etwas tut, obwohl die Wellen der Gelben Kurve bereits weit unterhalb extremst ausschlagen. (Keine Angst, ich achte beim Mixen schon mehr auf meine Ohren als auf die Augen, aber ich schein beim dem Thema irgendetwas grundlegendes nicht verstanden zu haben :confused:)

    Hoffe ihr könnt helfen :D
     
  2. Signalschwarz

    Signalschwarz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.17   #2
    Ja, das ist eine Technik. Mir persönlich hat sie nie sonderlich viel gegeben, vor allem würde ich sie nicht als eine Art Standard um ein gutes Ergebnis zu erzielen ansehen.
    --- Beiträge zusammengefasst, 15.03.17 ---
    Ja, die gibt es. Diese Pluginspezies nennt sich, und jetzt Trommelwirbel ;) "Frequenz-Analyzer" (oder auch einfach nur "Analyzer").
    --- Beiträge zusammengefasst, 15.03.17 ---
    Nun, viele Signale haben einen tieffrequenten Anteil den man nicht erwartet hätte. Das wäre das eine. Das andere ist, dass Frequenzanalyser durchaus unterschiedliche Formen der Darstellung aufweisen, man muss also lernen die Optionen/Einstellungen zu verstehen und/oder zumindest die Darstellungen wie sie aus den vorgegebenen Einstellungen resultiert zh interpretieren.
    --- Beiträge zusammengefasst, 15.03.17 ---
    Schau mal hier rein

    https://www.musiker-board.de/threads/analyzer-shootout.658359/

    Da geht's gerade auch um das Thema. :)
     
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  3. TheGreatCornholio

    TheGreatCornholio Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.17   #3
    Ja, genau das selbe habe ich mir auch gedacht. Ich habe in den letzten Monaten extrem viel Halbwissen in Youtube Videos etc. aufgeschnappt und das dort gelernte, weil es nach erstmaligem probieren eben relativ gute Ergebnisse erzielte, zu so etwas wie "Standards" erklärt, die ich dann einfach immer blind auf jeden Mix angewendet habe.
    Aber damit stoße ich langsam an meine Grenzen^^
    --- Beiträge zusammengefasst, 15.03.17 ---
    Werde ich auf jeden Fall tun, vielen Dank!
     
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  4. Mr. Bongo

    Mr. Bongo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.17   #4
    der Reaper Analyzer im EQ ist untenrum sehr grob aufgelöst, bzw zeigt auch bei klar definierten Sinussignalen um zB 80Hz eine recht breite Glockenkurve. Zur ganz groben Orientierung ist das okay, aber da gibts besseres. Einfach mal suchen, da gibts auch kostenfreie VST.

    Ich würde sogar so weit gehen, das als völligen Schwachsinn zu bezeichnen ;)
    Das E auf dem Bass wird dann nämlich kastriert, während alle Noten drumherum immer noch voll durchbollern (von schmalbandigem Eingriff ausgehend). Das erzeugt ein tonales Ungleichgewicht und zerstört jeden Bass-Sound
     
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  5. chaos.klaus

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    Erstellt: 15.03.17   #5
    Die selbe Idee hatte wohl jemand bei Izotope. Das neue Mixing-Plugin von denen kann zwei Spuren analysieren und Frequenzbereiche finden in denen sie sich gegenseitig maskieren.

    https://www.izotope.com/en/products/mix/neutron.html
     
  6. The_Dark_Lord

    The_Dark_Lord HCA Recording HCA

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    Erstellt: 15.03.17   #6
    bietet aber auch die Möglichkeit, dies mit DYNAMISCHEM EQ zu bekämpfen - damit tritt dann das Problem nicht auf das Mr.Bongo anspricht - es werden nicht die Grundtöne einzelner Noten abgezwickt, sondern nur dann wenn zB die Kickdrum auch tatsächlich spielt, und dann fehlt der Frequenzbereich natürlich nicht mehr, während gleichzeitig das Frequenzbild klarer wird.

    Schon ein tolles Werkzeug, Neutron! Verwend ich sehr gerne und sehr oft mittlerweile.
     
  7. TheGreatCornholio

    TheGreatCornholio Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.03.17   #7
    ok^^
    Danke sehr !!!
    Dynamisches EQ? Was genau ist das^^ Und was unterscheidet es von anderen EQ Arten?
     
  8. The_Dark_Lord

    The_Dark_Lord HCA Recording HCA

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    Erstellt: 25.03.17   #8
    Dafür reagiert er sehr schnell auf Signale.

    Das ist halt der Tradeoff bei einer Fourieranalyse - entweder man muss das Signal sehr lange analysieren (also mehrere Sekunden aufnehmen) und bekommt dann eine relativ genaue Analyse von mehreren Sekunden des Signals, oder man bekommt eine recht ungenaue Analyse dafür (fast) in Echtzeit.
    So ganz grob erklärt :)

    Ein "normaler" EQ kann gewisse Frequenzbänder absenken oder anheben, und zwar um einen fixen (einstellbaren) Betrag.

    Bei einem dynamischen EQ ist dieser Betrag nicht fix, sondern wird durch eine Kompressorsektion bestimmt.
    Stell's dir vor wie ein Kompressor der nur in einem bestimmten Frequenzbereich wirkt.

    Wenn man das dann noch mit Sidechain-Input kombiniert kann man zB den Bassbereich (40-80 Hz) des E-Basses genau dann absenken wenn die Kickdrum spielt - so kommen sich die beiden nicht in die Quere, und der Bass verliert trotzdem keine Energie unten, weil er nicht statisch abgesenkt wird.
     
  9. Signalschwarz

    Signalschwarz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.03.17   #9
    Bei den mir bekannten DynEQs sind einfach Zeitparameter vorhanden, was mMn nicht einfach mit einem Kompressor gleichzusetzen ist.
     
  10. The_Dark_Lord

    The_Dark_Lord HCA Recording HCA

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    Erstellt: 25.03.17   #10
    Die dynamischen EQ die ich kenne (iZotope Neutron und Ozone, brainworks, die Zusatzbänder von Waves C6) sind exakt das - eine Kompressorsektion in einem EQ-Band.

    Neutron ist dabei am flexibelsten, man kann statisch anheben oder absenken ("Gain"), und zusätzlich noch einen Dynamic Mode aktivieren, der dann entweder den Pegel in diesem Frequenzband wieder absenkt (bei positiver Gain Einstellung), so dass die Gain-Anhebung nur wirksam ist solang der Threshhold unterschritten bleibt
    ODER (bei negativem Gain) erst absenkt wenn der Threshhold überschritten wird (und zwar maximal bis zum Gain-Wert). Wenn der Threshhold nicht überschritten wird, wird nicht abgesenkt
    Im Expand-Modus ist das umgekehrt - bei positivem Gain wird erst angehoben wenn der Threshhold überschritten wird, bei negativem Gain wird fix abgesenkt, die Absenkung aber zurückgenommen wenn die Threshhold überschritten wird.

    Enorm vielseitig und sehr hilfreich.
    Für alle Zwecke ist das aber nicht verwendbar, es gibt Situationen in denen ich die Dynamic-Sektion völlig deaktiviere und ganz normal mit dem statischen EQ arbeite.

    Bei dem dynamischen EQ von Izotope Ozone ist das ähnlich, allerdings sind die Parameter etwas anders beschriftet. "Expand" heißt hier "Inverse Mode", beim Brainworks dynEQ heißt das auch wieder anders.


    Bildschirmfoto 2017-03-25 um 12.45.43.png
     
  11. Zelo01

    Zelo01 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.03.17   #11
    Hab das Ding erst kürzlich kennengelernt. Bin begeistert davon, obwohl ich normalerweise "automatischen Tools" sehr skeptisch gegenüber stehe. Was Neutron mir aber für Vorschläge macht, wenn ich die Masking-analyse starte ist echt beeindruckend. Geht gezielt die Resonanzen an, und holt die Transienten nach vorn, ohne das Signal zu entfremden. Natürlich ist Neutrons Vorschlag nicht immer ganz genau was ich will, aber ich kann ja problemlos manuell Einfluss nehmen. Das schöne dabei finde ich, dass man grafisch gut erkennen kann, was er genau macht/korrigiert. Ich will ja nicht, dass der mir einfach automatisch mein Signal "verbessert". Ich möchte in erster Line mal wissen, was mit meinem Signal nicht in Ordnung ist, bzw wo die Resonanzen sind. (naja ich hab nicht sooo viele Erfahrungen, natürlich weiss ich was Resonanzen sind, jedoch die zu hören ist manchmal schon ne echte Herausforderung für mich, und auch meine Abhörsituation ist nicht unbedingt gänzlich resonanzfrei^^) Ich finde dabei kann ich ne Menge lernen, warum und wieso mein Signal besser klingt, wenn man zB die Frequenz X absenkt.
     
  12. The_Dark_Lord

    The_Dark_Lord HCA Recording HCA

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    Erstellt: 25.03.17   #12
    Nicht zuviel von dem "Automix"-Feature blenden lassen - in erster Linie ist Neutron einfach ein gutes Werkzeug das sehr flexible Eingriffe in das Signal zulässt und sehr viel ermöglichst, so dass man (außer einem Hall) eigentlich kaum mehr andere Werkzeuge braucht.
    Dass es viele Einstellungen auch automatisch machen kann heißt ja nicht, dass man das ständig so macht - ich verwende den Auto-Modus bei Neutron eigentlich nie.
     
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