Für Klavierkabarett - Der Faktor Liebe

von pianoplayer81, 29.06.10.

  1. pianoplayer81

    pianoplayer81 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.10   #1
    Hi Leute, ich wollte euch mal einen Songtext vorstellen den ich für mein Klavierkabarett geschrieben hab. Allerdings ist er noch nicht aufgeführt worden, da ich doch sehr ungewiss bin über den "Wert" des Textes. Ist es evtl. zu hoch für die Kabarett-Zuhörerschaft?
    Nicht erstaunt sein wenn die Wörter metrisch in den Versen nicht zu passen scheinen, musikalisch umgesetzt funktioniert es ;)

    Der Faktor Liebe - Oder das Liebesleben eines Mathematikers

    Mein Leben das besteht, zum größten Teil
    Aus wirklich vielen Zahlen, nun ja weil
    ich bin ein Ziffernheld, das zu erraten ist nicht schwer,
    landläufig nennt man mich: Diplom-Mathematiker.

    Ich lebe ganz allein, und völlig abgeschieden,
    In einem kleinen Dorf, gennant: Der Zirkel der Eukliden,
    was in den großen Städten so passiert interessiert nicht mehr,
    man kann auch sagen das tangiert mich nicht mal periphär.

    Ich bin lieber im Garten, der Basis der Potenz,
    dort ruh ich gerne aus und mache mir nen lauen Lenz,
    doch so kann es nicht weitergehn, denn wie es schien
    bestand das Leben noch aus mehr als nur aus Wurzeln ziehn.

    Etwas Unbestimmtes fehlt mir, lässt mich nicht mehr los,
    eine Unbekannte in der Rechnung, was ist da los,
    wie kann das sein, was stört mich da in mein` Gefilden,
    doch nun merk ich, dass mein Garten und ich nur eine imaginäre Einheit bilden.

    Und darum such ich dich ... den Faktor Liebe

    Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich sie finde,
    die Unbekannte die gelinde meine Rechnung durcheinanderbringt,
    was bringt es mir der Mittelpunkt im Freundeskreis zu sein
    denn ohne dich fühl ich mich so ganz allein.

    Ich stell mir vor, wie wir ins Tanzhaus gehn
    Und uns dort logarythmisch zur Musik bewegn
    Grade eben ham wir uns, Grad mal angesehn,
    doch durch deine Dreiecksschenkel wars um mich geschehn.

    Du und Ich, wir sind äquivalent,
    manchmal deckungsgleich, aber oft auch kongruent,
    ich rechne mir die Chancen aus, dass es besteht,
    unser Dualsystem, dass niemals untergeht.

    Anfangs dachte ich sogar, fürs Glück gäbs eine Formel,
    man legt sie horizontal und sich darüber parallel,
    und macht zur Sicherheit, ne Stichprobe bei ihr,
    weil es doch so schön ist, wenn ich ihr was implizier.

    Doch der Beweis durch Wiederspruch, ließ nicht lange auf sich warten,
    denn sie ging in meinen Garten, mit fraulichem Spleen,
    Sagt sie: "Komm her, hier müsste man mal aufräumen,
    Oder willst du Wurzeln schlagen?"
    Worauf mir nichts bessres einfiel, als: "Nein, lieber ziehn!"

    Doch mit der Säge in der Hand, fällte sie mein Lot,
    nach einer Bruchfunktion, warn meine Wurzeln tot,
    die absolute Wahrheit ist: Ich sehe rot,
    doch sie hat noch nicht genug(ch), sie macht nen Kettenbruch

    Ich gehe innen Winkel, mit abnehmender Neigung,
    Die Potenz hat sie gekürzt, und auch deren Ursprung,
    die Stauchung meines Gartens werd ich niemals vergessen,
    aber sie macht fröhlich weiter denn indessen

    hab ich erfarhn, das sie, als ich geschlafen in der Nacht,
    mit einem fiesen Teiler das Dualsystem kaputtmacht,
    wenn sich die positiven Vorzeichen ändern,
    ja dann ist es meist ein negativer Mann,

    Und mein Freund, der Gute wusst es besser:
    er sagt: pass auf, gib ihr auf keinen Fall ein Halbmesser
    denn wer weiß was sie sonst im Durchschnitt, damit anstellt.
    Traue keiner Frau, die mit ner Säge dein Lot fällt.

    Mach die Augen auf sie hat, ne Dreiecksbeziehung,
    Woher kommt sonst der Fehler, in eurer Gleichung,
    Mach Schluss mit ihr, und ihrem Kugelkörper,
    Doch ich sagte: Hey, das zu tun ist wirklich schwer. -
    Punkt!

    Wie schön warn doch die Zeiten, als wir im Intervall,
    ein Integral, nach dem andern lösten,
    Doch sag ich zu ihr: Mein Schatz sei mir nicht bös denn,
    ich mach nun Schluss mit dir.

    Und sie wird ganz blass, und setzt sich auf`n Stuhl,
    und fragt mich: geht dein Interesse an mir, denn wirklich gegen Null?
    Ich weiß meine Körper, ist ein Bild der Asymmetrie,
    doch mit Fett-Subtraktion, seh ich aus wie Angelina Jolie!

    Hey, dein platonischer Körper, geht mir voll am Arsch vorbei,
    genau wie dein Gesülz, und ich bin-ärlich dein Geschrei,
    klingt zwar gefährlich, doch ich denk mir nichts dabei,
    denn wenn ich dich verlasse, ist's das Beste für uns zwei.

    Tja, das wars, mehr gibt es nicht zu sagen,
    und obwohl es damals hieß, in guten wie in schlechten Tagen
    will ich sie ehren, und auch begehren,
    doch das ist nicht mehr zulässig, würden wir uns dann vermehren.

    Denn die Folge, emotional stetiger Teilung,
    ist im Maximum nun mal, wie in diesem Fall die Scheidung.
    Und um nicht auszuschweifen, sag ich: Kurzum,
    was zu beweisen war, qoud erat demonstrandum!
     
  2. Benno _8)

    Benno _8) Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.10   #2
    Wie Du schon gesagt hast, wirkt das Metrum wenig eingängig, die Reime scheinen teilweise erzwungen zu sein, aber bei einem satirischen Text kann das passen.

    Die Grundidee ist originell, du verstehst es auch über weite Strecken, Aspekte einer Beziehung mit mathematischen Begriffen so zu umschreiben, daß Spaß aufkommt :great: . Auf die Dauer erschöpft sich dieses Konzept aber. Mir erscheint der Text zu lang, eine Beschränkung auf die wirklich originellen Teile täte ihm meiner Meinung nach gut.
     
  3. pianoplayer81

    pianoplayer81 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.06.10   #3
    Joa, das ist wirklich ein sehr langer Text, da die Spannung aufrecht zu erhalten ist schwierig. Aber nicht unmöglich hoffe ich. Ich hab das musikalisch auch recht abwechslungsreich angelegt damit es nicht zu langweilig wird. Werde da mal ein Link reinstellen wo ihr es anhören könnt :)
     
  4. SoleLuna_m

    SoleLuna_m Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.06.10   #4
    hi pianoplayer81

    Den Text find ich eine wirklich herrliche Idee :) entweder zu stark ausgekostet oder ich bin ein zu fauler Leser ;)

    Ich hab mich schon oft gefragt, ob Mathematiker, die doch so in ihre Zahlen verliebt sind und ständig alles so rational sehen auch romantisch und gefühlsvoll sein können?

    Er bringt mich zum Lachen dein Text :) Komödiantisch im Quadrat!

    Greez Soleluna
     
  5. pianoplayer81

    pianoplayer81 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.07.10   #5
    http://www.youtube.com/watch?v=1plPDerH3xk

    dort gibts ne kleine hörprobe für die interessierten :)

    Danke für deine Bewertung SoleLuna_m, der Song ist sogar wegen eines Mathelehrer entstanden. Das Glossar eines beliebigen Mathebuches diente dann als "Brainstorming" :)
     
  6. SoleLuna_m

    SoleLuna_m Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.07.10   #6
    hi Pianoplayer

    Ich hab mir den Song paarmal angehört, ich bin kein grosser Musikkritiker aber das klingt gut, das Pianospiel und der Gesang abwechslungsreich, überlegt zum Text, das gibt bestimmt viele Lacher :) Ich hab mir das auch so vorgestellt.

    Aber...
    Nochmals zu deiner Frage:
    "Ist es evtl. zu hoch für die Kabarett-Zuhörerschaft?"

    Also ich musste den Text konzentriert wiederholt durchlesen um etwas zu verstehen, die vielen Fachausdrücke verwirren (auch wenn sie die Komik des Textes ausmachen und herrlich eingesetzt werden), vor allem, wenn man keine Ahnung von ihrer Bedeutung hat. Also ein halbwegs intellektuelles Publikum muss das schon sein!

    Ich hab den Text so verstanden:

    Also dieser Mathematiker lebt alleine und weltfremd in seinem Häuschen mit Garten und liegt da meist faul im Garten rum und philosophiert über seine Zahlen. Er merkt aber, dass ihm etwas fehlt, nämlich der Faktor Liebe.

    Dann träumt er wenig von dieser noch nicht realen Frau, wie sie tanzen gehen und wie sie mathematisch zueinander passen würden usw...

    Und diese Frau erscheint dann tatsächlich eines Tages und platzt in sein Leben, seinen Garten und räumt da tatkräftig auf.

    Dann kommt ein Teil, den ich nur schwer verstehe:

    hab ich erfarhn, das sie, als ich geschlafen in der Nacht,
    mit einem fiesen Teiler das Dualsystem kaputtmacht,
    wenn sich die positiven Vorzeichen ändern,
    ja dann ist es meist ein negativer Mann,

    Und mein Freund, der Gute wusst es besser:
    er sagt: pass auf, gib ihr auf keinen Fall ein Halbmesser
    denn wer weiß was sie sonst im Durchschnitt, damit anstellt.
    Traue keiner Frau, die mit ner Säge dein Lot fällt.

    Mach die Augen auf sie hat, ne Dreiecksbeziehung,
    Woher kommt sonst der Fehler, in eurer Gleichung,
    Mach Schluss mit ihr, und ihrem Kugelkörper,
    Doch ich sagte: Hey, das zu tun ist wirklich schwer. -
    Punkt!"

    Sie hat noch einen andern und ein Freund des Mathematikers rät ihm Schluss zu machen?

    Na ja und dann macht er über mehrere Strophen Schluss mit ihr und sitzt wieder alleine da, was er schon von Anfang an beweisen wollte?

    Das ist ja dann doch irgendwie ne kommödiantische Tragödie :)


    Also ich befürchte, wenn du das einfach so vorträgst der grösste Teil des Publikums innhaltlich früher oder später nicht mehr nachkommt! Das wär aber schade...

    Wie wärs, wenn du den Song nach Inhalten, z.B. (nur ein Vorschlag, wie in Akte unterteilen...)

    1. Beschreibung des Mathematikers, der da so abgeschieden wohnt und von der Liebe träumt.

    2. Die Frau, die plötzlich auftaucht und seinen Garten aufräumt

    3. Die Dreiecksbeziehung

    4. Das Schlussmachen

    Und nach einem "Akt" aufhörst zu spielen, das gesungene kurz zusammenfast und ankündigst, was im nächsten Akt passiert, so als würdest du eine Geschichte erzählen? So bleibt das Publikum auf dem laufenden und versteht den Text bestimmt besser.

    Also das wär mein Vorschlag.

    Greez soleluna
     
  7. pianoplayer81

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    Erstellt: 01.07.10   #7
    Du hast den Text ganz richtig verstanden :)
    Der fiese Teiler ist ein fremder "negativer" Mann der dazwischen funkt. Das Dualsystem ist die Beziehung zu seiner Liebsten. Die Strophe mit dem "Halbmesser" und "traue keiner Frau die mit ner Säge dein Lot fällt" nehm ich evtl. ganz raus, da sie nur sein Misstrauen verdeutlichen sollen und eigentlich überflüssig ist. Jedoch ist die Wiederholung mit der Säge so passend :)

    Die Idee mit der Unterteilung in Akte ist eine suuuper Idee. Genau das werd ich mal ausprobieren. 6 Minuten lang interpretieren und zuhören ist ja auch anstrengend für den Zuhörer :) Da sind die erzählerischen Pausen eine wirklich tolle Idee!
     
  8. SoleLuna_m

    SoleLuna_m Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.07.10   #8
    "Da sind die erzählerischen Pausen eine wirklich tolle Idee!
    Evtl. machs ich sogar mit Vor- und Nachwort für jeden Akt, ohne jedoch zuviel vorwegzunehmen. Dann ist man schon ein bisschen vorbereitet und kann schneller schalten als Zuhörer."

    Also, wenn du dabei noch den Mathematiker mimst, mit einer dicken Mathematiker-Hornbrille, könnt ich mich als Zuschauer kaum mehr halten :D

    Stellst doch dann mal hier ein ;)

    Greez Soleluna
     
  9. pianoplayer81

    pianoplayer81 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.07.10   #9
    Oi, dann muss ich mal schauen wo ich so eine schöne "Mathebrille" herkriege (ohne Schärfe denn sonst seh ich nichts mehr :D )
    Das neue Video stell ich dann rein wenn es fertig ist.
     
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