Fulltone '69 - Große Enttäuschung!

von K-J, 03.07.07.

  1. K-J

    K-J Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.07   #1
    Hallo!

    Ich wollte mir schon seit längerer Zeit ein Fuzz anschaffen. Es sollte richtig schön nach 60er/70er klingen (Stichwort Hendrix).
    Die ursprünglichen Originale ("Dallas Arbiter Fuzz-Face") werden ja schon lange nicht mehr hergestellt, also suchte ich nach guten Kopien/Reissues.

    Nach sehr langer Recherche schien mir das "Fulltone '69" recht attraktiv zu sein und für einen stolzen Preis von satten 209,-€ sollte man da meiner Meinung nach auch ein absolutes Spitzengerät erwarten können.
    Eine Möglichkeit, es irgendwo anzuspielen, bot sich mir nicht, also hatte ich mich auf die 100+ sehr postiven Wertungen bei Harmony-Central & Co. verlassen und es dann schließlich vor einigen Tagen "blind" bei eBay für ca. 160,-€ ersteigert.
    Es ist mein erstes Fuzz.

    Mein Amp ist übrigens ein 'Marshall JCM800' Klon (Preamp) mit ~18 Watt 6V6GT Endstufe (also Vollröhre, was ja bekanntlich für ein Fuzz die Idealbedingung darstellt).

    Als das "Fulltone '69" dann bei mir ankam, hatte ich es sofort voller Freude an mein Setup angeschlossen (zunächst nur zwischen Gitarre und Amp, ohne weitere Effekte) und erwartete einen brachial/dreckigen "Foxy Lady" Fuzz... Doch nach dem Einschalten des Effektes schlug die Vorfreude schnell in große Enttäuschung um, denn das sog. "Fuzz" klingt lediglich genau wie mein Amp, wenn Gain und Master-Volumen weit aufgedreht werden! :confused:

    Soweit ich weiß, sollte ein klassisches Fuzz eher wie ein Speaker klingen, der zu sehr belastet wird und dadurch anfängt zu zärren/klippen - halt brachial und dreckig, gepaart mit einem "sägenden" Charakter...
    Aber mein "Fulltone '69" klingt eher wie ein übersteuerter Röhren-Amp... genauer gesagt wie mein Röhren-Amp.
    Ich habe schon alle möglichen Einstellungen durchprobiert, auch am internen Trimmpoti, doch ich bekomme einfach keinen amtlichen Fuzz-Sound herraus.
    Da habe ich nun ~160,-€ ausgegeben und im Endeffekt eine Verzerrung erhalten, die ich ohnehin schon hatte!... :\

    Und nicht nur das... Es kommt noch schlimmer:

    Ich habe schon 1000x gelesen, das ein Fuzz angeblich am besten klingt, wenn man seinen Röhren-Amp dazu noch weit aufreißt, also dass er schon angezerrt ist (bei Hendrix & Co. hatte das ja auch traumhaft geklungen), aber wenn ich das mache, dann kommt nur noch extrem dumpfer Matsch aus dem Speaker (es klingt einfach nicht Fuzz-typisch, sondern einfach nur nach unbrauchbarem Matsch).

    Des weiteren habe ich es auch mal mit meinem "VOX 847 Wah-Wah" kombiniert, doch wenn ich das Wah-Wah dann einschalte, ertönt jedes mal ein unaufhörlicher, lauter, Piepton, wenn das Wah-Wah Pedal in die hintere Position gedrückt wird. - So kann ich das einfach nicht verwenden!
    Ich habe das Wah-Wah schon sowohl vor, als auch hinter, das Fuzz geschaltet... alles zwecklos.


    Bei diesen Ergebnissen kann ich mir beim besten Willen nicht erklähren, wie all diese supertollen Bewertungen zu dem Pedal zu Stande gekommen sind...:confused:
    Für das Pedal, was hier gerade vor mir liegt, sind 209,-€ jedenfalls nicht gerechtfertigt, denn das, was es machen soll, macht es in meinen Augen nicht richtig.

    Eventuell habe ich ja auch ein "Montags-Modell" erwischt, oder etwas anderes ist damit nicht in Ordnung (Grund des Verkaufes bei eBay!?)... Deshalb habe ich diesen Thread eröffnet, der sich an dieser Stelle an all diejenigen unter euch richtet, die ebenfalls ein "Fulltone '69" besitzen.
    Könnt ihr meine Erfahrungen mit diesem Gerät bestätigen? Klingt eures so, wie man es sich von einem amtlichen Fuzz wünscht?

    Ich wäre auch sehr dankbar, wenn mir jemand selbstaufgenommene Soundsamples seines '69 schicken würde, bzw. hier posten würde, damit ich meines damit vergleichen kann.

    Bei meinem war auch keine Beschreibung dabei, eventuell könntet ihr mir ja auch Einstellungstipps geben (sowohl für das Pedal, als auch für den Amp), so wie es in der Gebrauchsanweisung angegeben wird...


    Ich bin dankbar für jede konstruktive Antwort...


    MfG
    K-J
     
  2. PerregrinTuk

    PerregrinTuk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.07   #2
    Hallo KJ,

    deine Beschreibung ist vom Sound her richtig. Ein Dalls Arbiter mit Germanium Transistoren klang übrigens genauso. Das klingt einfach wie ein etwas kratziger Overdrive und nicht nach mehr und nicht nach weniger. Es ist einfach DER 60er Fuzz Sound.

    Das was du meinst ist ein Silikon Transistoren Fuzz, aggressiv, sägend und kompremierend. Dazu solltest du mal nach der Z.Vex Fuzz Factory schauen, die macht genau das was du willst.

    Das 69' ist einfach die Vintage 60er Wahl und gar nicht das, was du suchtest.

    LG

    Flo
     
  3. K-J

    K-J Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.07   #3
    Aha, so ist das also... Dann wäre da wohl im Falle "Fulltone" das '70 die bessere Wahl gewesen.
    In diesem Fall muss ich meinen Kommentar im letzten Post zurück ziehen, denn das "Fulltone '69" scheint dann doch perfekt zu arbeiten.

    Na da habe ich mir ja einen schönen Bock geschossen...
    Da befasse ich mich nun schon so lange damit, ein passendes Fuzz zu finden, und am Ende greife ich dann doch wieder daneben... Sowas kann auch echt nur mir passieren. :o

    Naja, vielen Dank für die Aufklährung... Nun weiß ich zumindest, was genau es mit dem Soundunterschied zwischen Germanium- und Silicium-Transistoren auf sich hat.


    P.S:
    Falls jemand ein "Fulltone '69" in tadellosem Zustand sucht, kann er sich an mich wenden. :D

    Ansonsten geht's die nächsten Tage wieder zur Versteigerung in die Bucht... Und vom Erlös wird dann ein schönes Silicium-Fuzz gekauft. :)


    Gute Nacht
    K-J
     
  4. Hans_3

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    Erstellt: 03.07.07   #4
    Stümmt. Für die aggressive Säge sind die Germaniums nicht so geeignet. Die sind ja sozusagen die "Röhren" unter den Transistoren und liefern eine eher weichere Zerrung. Die positiven Berichte über das 69er kommen denn auch aus dieser Ecke: Sehr dynamisch im Anschlagverhalten und smoothe, harmonische Betonung und ZErrung der Obertöne. Ich selbst benutze das Teil ausschließlich, um Clean- bis Crunchsounds damit zu veredeln. In diesem Bereich ist das 69 jeden CEnt wert - mit hohem Suchwert. Da klingt dann selbst der Roland Cube in Zimmerlaustärke fast nach Röhrenboutiqe.
     
  5. tng

    tng Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.07   #5
    Jep. Zumal man in amerikanischen Communities munkelt, die Produktion sei eingestellt worden. Mangel an Germanium Transistoren...

    Cheers,
    Tobi
     
  6. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 03.07.07   #6
    Oh, sorry, da habe ich kleinen, aber entscheidenden Tippfehler gemacht: es sollte Suchtwert heißen :)
     
  7. meckintosh

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    Erstellt: 03.07.07   #7
    Hi,

    also ich kann dir dann auch nur zum 70er raten denn dein 69er macht schon direkt alles was es soll.

    ich hab das teil auch und liiiieeebe diese weiche übersteuerung. einfach voll aufdrehen und dann über das volumepoti steuern. saaaahhhhnig weich und einfach geil...

    das 70er ist dann schon eher die kreissäge die du suchst. frag doch mal den user "patzwald"..der hat eins mein ich.
     
  8. K-J

    K-J Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.07.07   #8
    Hallo noch mal,

    ich habe mich nun doch dazu entschlossen, das Pedal vorerst noch zu behalten und noch etwas damit rum zu experimentieren.
    Außerdem wird es nun ja auch nicht mehr hergestellt, und wer weiß, ob ich später nochmal eines finden würde...

    Wie ich bereits erwähnt hatte, habe ich das Gerät leider ohne die Anleitung ersteigert. Ich würde nun aber gerne mal die Settings ausprobieren, die Mike Fuller darin aufführt. Unter anderem soll da wohl auch ein "Hendrix Setting" gezeigt werden, dass dem modifizierten Fuzz-Face entsprechen soll, welches Hendrix live benutzte...

    Könnte eventuell jemand von euch so nett sein, und die Settings aus der Anleitung in diesen Thread übertragen? Eventuell einscannen?
    Das wäre wirklich super...
    Ich habe schon danach gegoogelt, aber ohne Erfolg. Und auf der Fulltone Homepage werden die Manuals leider auch nicht zum Downlaod angeboten.


    MfG
    K-J
     
  9. meckintosh

    meckintosh Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.07.07   #9
    ich bin leider mitten im umzug und hab keine ahnung wo der karton vom 69`er abgeblieben ist..
    aber sobald ich den finde scanne ich das papier mal ein und lade das hier hoch!
     
  10. Hans_3

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    Erstellt: 10.07.07   #10
    Kann ja nicht so schwer sein, selbst an den Reglern zu drehen und zu hören, was dabei rauskommt... Jeder hat eine zwei Hände und zwei Ohren. Laut "Anleitung" "HEndrix ca. 1967":

    12 Uhr/ Full / 12 Uhr / Full

    dazu braucht man letztlich keine Anleitung, ebensowenig für alle anderen Stellungen.

    "Star"-Presets muss man bei allen Geräten eh immer mit Vorsicht genießen. Das geht immer nur mehr oder weniger in die Richtung. Es stellt ja aus gutem Grund auch keiner eine Tabelle mit Fuß- und Handstellungen auf, damit man auf Hockenheim Kurve 7 so fahren kann wie Schumacher bei der Formel 1. Nur Gitarristen halt fragen ständig nach sowas :D

    Das 69er hat seine Stärke eh im dynamischen Übergangangsbreich von clean und crunch und weniger im Brutalbereich. Meine derzeitige Lieblingsstellung dafür ist:

    12 / 9 / 14 / 15

    Audiobeispiel - wobei da noch nicht mal ein Gitarrenamp im Spiel ist!

    Am empfindlichsten ist der Bias-Regler, der macht den Schmutz. Je weiter links, desto klarer bleibt der Ton. Je weiter rechts, desto mehr nimmt "VErschmutzung" im BAssbereich zu. Die macht nur Sinn vor einem Amp mit sehr klarer und starker Basswiedergabe (idealerweise alter 100er Marshall, deren Endstufen sind nicht zum Zerren zu kriegen, weshalb ja Fuzz-Geräte seinerzeit überhaupt erst erfunden wurden ;))

    Der Fuzz-Regler rechts hat eine hohe Sensiblität erst ab ca. 15 Uhr bis Full (17 Uhr). Zwischen 15 und 16 Uhr ist ein entscheidener Punkt für den Crunch, da muss man in VErbindung mit der Anschlagstärke sehr filigran zu Werke gehen.

    Der Vol-Regler macht erfreulicher Weise nur das, was er soll: den Output leiser oder lauter. Er hat keinen klanglichen Einfluss auf die anderen Regler im Sinne einer Vorverstärkung.
     
  11. wogawi

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    Erstellt: 10.07.07   #11
    danke für die tolle aufnahme!! ich finde am ende hört man den typischen "fuzz-charakter" schon raus ;)

    schade, dass es das ding nur noch übern gebrauchtmarkt zum testen gibt
     
  12. YouTube

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    Erstellt: 10.07.07   #12
    Wow, das hört sich wirklich gut an ... Bei Fuzz denk ich eigentlich immer direkt an Säge :D

    Aber 220€ für die paar Bauteile, die da drin sind :o Steht zumindest nun bei mir hinten auf der DIY-Liste :) (Gott sei dank ist bald der 15. :D)
     
  13. Namenlos

    Namenlos Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.07   #13
    Hallo,
    nur mal als Berichtigung, die Fuzz Factory ist Germanium und klingt in den klassischen/brauchbaren Einstellungen auch danach. Die anderen "wilden" Einstellungen sind Imho nicht so brauchbar.

    Grüße
    Henning
     
  14. K-J

    K-J Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.07   #14
    Da hast du schon recht. Aber mir ging es auch darum zu wissen, in wiefern Hendrix sein Fuzz-Face modifizieren ließ.

    Wenn meine Informationen stimmen, hat man bei dem '69 die gleichen soundtechnischen Spezifikationen wie bei dem alten originalen 'Dallas Arbiter Fuzz-Face', wenn man es folgendermaßen einstellt:

    VOLUME: Nach Geschmack
    BIAS: Bis zum Anschlag rechts
    CONTOUR: Bis zum Anschlag links
    FUZZ: Voll aufgedreht (bzw. nach Geschmack)

    Und wenn man dieses "Original-Setting" nun mit folgendem Setting vergleicht..:

    ...so lässt sich erkennen, dass Hendrix sein Fuzz-Face so modifizieren ließ, dass es mehr "Boost", bzw. mehr Mitten hatte.

    Jedoch verwundert mich dieses Setting etwas, da das '69 mit dieser Einstellung in meinem Fall extrem heult und pfeift, wenn ich das Wah-Wah einschalte... Aber bei Hendrix war das eben nicht der Fall.
    Folglich bin ich mir nicht sicher, ob man dem "Hendrix-Setting" so wirklich 100%ig trauen kann, wie es von Herrn Fuller angegeben wird.
    Andererseits könnte das natürlich auch mit meinem Amp zusammen hängen... Oder vielleicht hatte der gute Hendrix ja auch sein Wah-Wah irgendwie modifizieren lassen (so wie fast alles aus seinem Equipment).


    Das klingt schon ganz gut... Nur liefert mein Amp eben auch ohne Fuzz diese klassischen "Little Wing"-Klänge, wenn ich Gain und Master auf etwa 14 Uhr aufdrehe (mein Amp hat außerdem ein integriertes Power-Soak, also kann ich solche Sounds auch bei sehr geringer Lautstärke ohne die Hilfe eines Fuzzes genießen).
    Vor allem, wenn ich den Amp dann noch weiter aufdrehe, werden speziell die Bassbereiche genauso "schmatzig" komprimiert, wie beim '69.
    Leider habe ich keine gescheite Aufnahmemöglichkeit, sonst hätte ich mal 2 Soundsamples aufgenommen, die den direkten Vergleich zwischen aufgerissenem Amp und '69 zeigen... Ein gewisser Unterschied ist zwar zu hören, jedoch ist der wirklich sehr gering.
    Soweit kann ich also aus dem '69 keinen besonderen Nutzen ziehen, weshalb ich zu Anfangs nicht ganz so zufriedem mit dem Gerät war. Denn wie gesagt, hatte ich eher den Klangcharakter eines Silicium-Fuzzes erwartet, den mein Amp eben nicht bieten kann (letztendlich war halt das Problem, dass ich über die Fuzz-Technologien nicht richtig informiert war).

    Dennoch bietet das '69 noch einige Vorteile gegenüber der Situation, wenn ich nur meinen Amp zur Verzerrung nutzen würde:

    1) Ich kann per Fußschalter schnell zwischen Clean/Crunch und starker Verzerrung wechseln.

    2) Das interne Trimmpoti - ein, wie ich finde, sehr wichtiges Future des '69.
    Denn damit kann man den Fuzz-Charakter auch noch mal von kratzig-rauh bis zu feinem "Bienen-Summen" beeinflussen, wodurch sich eben doch noch ein paar Sounds erzeugen lassen, die mein Amp nicht liefern kann (und diese Sounds haben auch wirklich eine verdammt gute Qualität).
    Ich fände es jedoch besser, wenn dieses Poti auch auf der Außenseite angebracht worden wäre, da es ziemlich nervig ist, jedes mal das Pedal zu öffnen, um es zu verstellen (denn ich verstelle das öfters mal).

    Ich werde das '69 wie gesagt vorerst noch behalten, denn irgendwie hat es Charakter und Stil...
    Dennoch werde ich mir auf jeden Fall auch noch ein Silicium-Fuzz anschaffen.


    Haben die denn wirklich so wenig, bzw. keine, Verzerrung??
    Ich hatte leider noch nie die Gelegenheit, über so einen alten 1959SLP aus den 60'ern zu spielen, aber zumindest die Re-Issues von den Teilen haben doch eigendlich schon recht viel Zerre, wie man u.a. in diesem Video sehen/hören kann (hier erst ab 02:10 zu hören, wenn er das Volumen-Poti an der Gitarre ganz aufdreht):

    http://www.youtube.com/watch?v=3vOK7G4UYhU




    Du hast natürlich Recht wenn du sagst, dass die technischen Bauteile nicht so viel wert sind... Jedoch kommt der hohe Preis beim '69 eher durch andere Faktoren zu Stande (neben der Tatsache, dass die Teile in den USA auch schon wieder viel weniger kosten als in Deutschland).

    Bei dem '69 (oder generell allen Fulltone-Produkten) handelt es sich um einen sog. "Boutique-Effekt" (ich habe in mehreren Berichten auch schon den Begriff "Edel-Fuzz" gelesen), d.h. sie werden alle in Handarbeit zusammen gesetzt und wenn man der Aussage von Herrn Fuller trauen kann, hat er im Fall der '69 Pedale die NKT275 Germanium-Transistoren für jedes einzelne Pedal persönlich ausselektiert und überprüft. Da kommen halt jede Menge Arbeitsstunden zusammen, die eben auch Geld kosten (dafür bekommt man aber auch eine wirklich gute Qualität mit Liebe zum Detail).

    Des weiteren wird jedes Fulltone-Produkt von Mike Fuller handsigniert und auch das Produktionsdatum, sowie die Seriennummer, werden von ihm persönlich auf die Geräte geschrieben.
    Zwar ist Mike Fuller kein Star wie Michael Jordan, bei dem ein handgeschriebenes Autogramm viel wert ist, jedoch ist das in meinen Augen ein Zeichen dafür, dass seine Produkte während der gesamten Produktion von seinem geschulten Auge überwacht und kontrolliert werden... Da wird sich wirklich um jedes einzelne Stück gekümmert.

    Ein weiterer Punkt ist halt der Support, den man bei ihm bekommt.
    Wenn du an 'Fulltone' eine eMail schreibst, wird sie i.d.R. auch immer von Mr. Fuller persönlich beantwortet... Du kommunizierst quasi direkt mit dem Hersteller (er bekommt wohl ziemlich viele Mails, weshalb es manchmal etwas dauern kann, bis man eine Antwort bekommt. Aber dafür ist diese Antwort dann auch sehr kompetent).


    Und das alles findet man eben bei 'Dunlop', 'BOSS' und Co. nicht... Da wird der ganze Kram nur in maschineller Massenproduktion hergestellt und eine ausführliche Endkontrolle findet dort (wenn überhaupt) nur stichprobenweise statt.
    Von dem Support mal ganz zu schweigen... Da wird deine eMail in 99% der Fälle in irgend einem Callcenter landen, wo man sich eher mit Schreiben und Telefonieren, als mit der Technik, auskennt.

    Das soll natürlich nicht heißen, dass diese Firmen nur Schrott bauen... Aber bei 'Fulltone', 'Sweetsound', 'Z.Vex' usw. bekommt man imo doch noch die bessere Qualität (ich kann ohnehin nicht verstehen, wieso in Deutschland so ein Hype um 'BOSS'-Produkte betrieben wird. So toll finde ich die gar nicht... Geschmackssache).


    Und der wichtigste Faktor ist natürlich immer noch der SOUND!
    Ich kenne wirklich keinen großen Hersteller, der es mit dem Sound solcher Boutique-Produkte aufnehmen kann (man vergleiche z.B. nur mal das 'BOSS RT-20' mit dem 'Fulltone Deja-Vibe' oder dem 'Sweetsound Mojo-Vibe! - Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht!).
    Da muss letztendlich jeder selbst entscheiden, wie viel ihm ein guter Sound wert ist...

    Ich persönlich bin jedenfalls gerne bereit, etwas mehr Geld für derartige Qualität und einen guten Support auszugeben (wobei man es natürlich auch nicht übertreiben muss... So Kram wie Kabel mit vergoldeten Klinken halte ich z.B. für vollkommen überflüssig).
    Und ich werde mir bestimmt noch mehr Effekte von 'Fulltone' zulegen...


    Eines möchte ich aber zum Abschluss noch betonen:

    Diese Aussage kann ich so nicht unbedingt unterstreichen...
    Ich habe das '69 auch mal kurz an eine kleine 15 Watt Transe angeschlossen (einen 'Crate GX15R') und das klang einfach nur grauenhaft!

    Wenn jetzt also jemand aufgrund dieser Aussage meint, er könne seinen kleinen Transistor-Übungsamp mit dem '69 auf die Soundqualität eines guten Vollröhren-Amps aufwerten, so wird derjenige in den meisten Fällen wohl eher enttäuscht werden, da er eher das Gegenteil erreichen wird (Transistor-Amp + Fuzz ist i.d.R. eher eine suboptimale Kombination!).


    MfG
    K-J
     
  15. Hans_3

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    Erstellt: 11.07.07   #15
    Doch, oft genug hört man das auf Live-Aufnahmen. Meist jedoch hat er das im Ansatz mit Vol-Poti, veränderter Wah-Stellung und Winkeländerung der Gitarre kompensieren können.

    Danke für den wichtigen und völlig richtigen Einwand. Ich hatte vergeesen zu erwähnen, dass ich meine Aussage auf Clean-Einstellung plus eine Prise Hall mit Zimmerlautstärke bezogen habe. So entstand ja auch mein Hörbeispiel. Laut/im Bandgefüge funktioniert das natürlich nicht ohne Verstärkung mit großem Headroom.

    Ich auch. Ich hatte mir schon überlegt, eine Loch in die Bodenplatte zu bohren, dass man wenigstens mit nem Schraubenzieher reinkommt. Aber das Gestocher im Trüben ist ja nicht unbedingt was Sicheres.

    Sehr späte Sättigung bei hoher Laustärke. Wobei noch zu bedenken ist:

    # Die damaligen Lautsprecher (4 x 25 Watt pro Box) gingen früher in die Sättigung

    # In dem Video schaltet er zusätzlich auf den Steg-Humbucker um, den damalige Stratspieler nicht hatten. MAn stelle sich das mit einem SC vor, dann ist außer "angezerrt" wirklich nicht mehr drin.
     
  16. schandmann

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    Erstellt: 11.07.07   #16
    Sorry für OT, aber Hans_3, wie hast du das Sample aufgenommen?
    Software-Amp?:confused:
    Ich bin nämlich grad auf der Suche nach einer Möglichkeit, den Sound meiner Treterchen möglichst neutral in Samples zu verpacken...
     
  17. Hans_3

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    Erstellt: 12.07.07   #17
    Ich weiß es nicht mehr. Auf jeden Fall ist einer Speaker-SIM dazwichen. Da wären bei mir Behringer Ultra-G, Roland Cube 30 Rec-Ausgang oder M-Audio Blackbox. Vermutlich letzteres.

    Neutral gibt es letztlich nicht, da beim Aufnahmeprozess zwangsläufig immer Simulatoren, Amps, Mikros, PC-Audiokarten beteiligt sind. Deren Eigenschaften und Einstellungen sind immer auch Teil eines Klangs.

    UNd beim Sampling selber kommen weitere Faktoren ins Spiel wie Auflösung (BIT), optimale Aussteuerung und so weiter. Ein par db zu leise aufgenommen, schon fehlen einige Bits und damit Klangdichte.
     
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