Funky Spielen aber wie?

von Gatschli, 27.04.05.

  1. Gatschli

    Gatschli Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.04.05   #1
    Hallo! Wie in einem anderen Thema bereits rwähnt spiele ich jetzt seit einiger Zeit Jazzklavier.
    Aber was ich wirklich will in einer Band mit EPiano und Orgel richtig gute Funk-Musik machen.

    Aber wie????? :-(


    Ich kenen kein Buch Video, etc. wo man das lernen kann.
    Ihr Vielleicht? (Nicht nur grooves, auch Improviation und so. Also das freie Begleiten mit Solos etc. Es ist ja eine sehr sehr Groove orientierte Musik, wo im Solo oft eine Art Begleitung verwendet wird (also Rhytmische Muster, Akkord verschiebungen etc. Nur wie weiß ich welche Akkorde. (z.B: in C kann man C/C spielen F/C , bzw. Am/C oder so spielen. Das ist aber einfach 1. zu wenig und 2. klingts bei mir einfach mieß.

    Welche Voicings werden im Funk verwendet? (So Jazz Akkorde mit Tension 9 11 13 und so klingen ja nicht. Also nicht in der Art. Da gibt es doch bestimmt gezielte übliche Varianten.

    Wie kann ich mir das aneignen?

    Weil bestimmt ein Tipp hören ist gleich noch eine Frage:
    Gibt es Tips für Funk Epiano Cds??

    Hoffe es meldet sich wer!
     
  2. KnightOfCydonia

    KnightOfCydonia Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.04.05   #2
    Im Buch Rock Piano 2 von Jürgen Moser findest du einiges zu diesem Thema, einige Spielstücke, Beispiel-Grooves und Erläuterungen.
     
  3. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 27.04.05   #3
    Wenn du schreibst "einige Jahre Jazzklavier" wundert mich ein bisschen, dass das Thema nicht schon mal angeschnitten wurde.

    Grundsätzlich ist der Funk 16tel-basiert, und das musst unbedingt ausnutzen, vor allem mit der rechten Hand. Ganz wichtig ist dabei, dass du exakt im Timing bleibst, auch bei 16tel Pausen oder Vorziehern. Und hau richtig in die Tasten --> "percussives Spiel". Während nun die rechte Hand so einen 16tel Rhytmus aus Akkorden (auch mit Tensions, warum sollen die nicht passen? Im Gegenteil ...) spielt, kann die linke Hand absolut gerade durchachteln, Grundton und Quinte oder Grundton und Oktave. Als Break in Funkstücken ists immer ganz nett, eine Unisonomelodie auf beiden Händen zu spielen (quint- oder oktavversetzt).

    Als Buchempfehlungen kann ich nur auf die Rock Pianos von Jürgen Moser verweisen (beide Bände). Auch im ersten Band befinden sich bereits zahlreiche Beispiele dazu.

    Ich muss grad weg, aber wenns heut nachmittag noch gewünscht wird, kann ich auch mal ein zwei Beispiele hier reinstellen.

    Gruß,
    Jay
     
  4. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 27.04.05   #4
    Hier sind mal zwei Möglichkeiten, wie mans so machen kann. Beim zweiten stehen im Bass einfache Grundtonviertel, weil das nur ein Part ist und der eigentliche Bass natürlich vom Bassisten gespielt wird. Ziemlich gut macht sich da z.B. ein Walking Bass in 8teln.
     

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  5. Gatschli

    Gatschli Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.04.05   #5
    Danke. Dass Tensions passen ist mir schon klar, ich meine aber dass es da ja unheimlich viele Möglichkeiten gibt und es da bestimmt sehr häufige gibt.

    Das Problem ist, wie oben eben erwähntz, dass man ja nicht (in der rechten Hand) auf bloß einer Lage bleibt. Also sowohl Umkehrungen, verschiebungen, skalenmäßige Rückungen etc. Nur habe ich noch nihct herausgefunden wann man was macht.
    Auch zum Improvisieren: Immer Blues Skala klingt lahm, aber die weite Welt der Jazzskalen wird da ja nicht vollständig verwendet. Es muß irgendetwas Blues, Gospel angehauchtes sein. nur was?


    Könnt ihr mir gute Leute nennen (also Cds oder so) wo viel mit Piano oder EPiano in diese Richtung gespielt wird? (weil die Platten die ich habe, werden leider VÖLLIG von Gitarren oder Bläsern (dichte Bigbandartige Voicings) gefüllt, sodass für den Keyboarder kein Platz besteht.)

    Danke
     
  6. Jay

    Jay HCA Piano/Spieltechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 28.04.05   #6
    Das klingt für mich ein bißchen, als ob du da an was bestimmtes denkst (Stück, Gruppe)? Wenn ja, was? Weil wenn wir ein Stück ausm Realbook mal funky spielen, nehmen wir die selben Akkorde und Skalen wie normal auch, nur der Rhythmus machts.
     
  7. musicman08

    musicman08 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.04.05   #7
    Am geilsten ist immer noch Herbie Hancock.
    Zieh dir mal "Chameleon" rein! 15 Minuten Session!
    Oder die ewig lange Version von "Cantaloupe Island" mit Pat Metheny, Dave Holland.

    This is real Funk!!

    MfG!

    musicman
     
  8. emanuel

    emanuel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.04.05   #8
    an killerloop

    hab mal meine cd's durchgehört. Es gibt vieles, aber leider keine cd die ich dir als DIE funk-cd für keyboards empfehlen kann.
    ich denke auch wie jemand schon schrieb: Rockpiano Jürgen Moser ist auch meines wissens das beste.
    Die alten cd's von "level 42" geben noch viel her. besser wäre das Live-video von "musik pur" eine deutsche Fernsehserie von LiveMusik. auch gab es davon Chaka Khan. auch ser funkig und key-orientiert.
    gute Adressen sind: Mothers Finest(Funkrock, :eek: absolut geil ;-) Michael Ruff (Michael Ruff Band vormals Keyboarder bei Chaka Khan ), wie vorher gesagt LEVEL 42, Mezzoforte, Steely Dan, Larry Carlton, und viele mehr
    hoffe etwas geholfen zu haben

    :great: Mani
     
  9. Gatschli

    Gatschli Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.04.05   #9
    Danke werd mal schauen ob die Platten das halten was Ihr verspricht. :-)


    Bin natürlich trotzdem für jeden weiteren Tipp dankbar.
     
  10. Cudo

    Cudo Mitgliedschaft beendet

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    Erstellt: 02.05.05   #10
    Hallo Killerloop,
    das Thema ist hoch interessant und kann auf dem Klavier technisch sehr anspruchsvoll sein. Gute Funk-Keyboarder kommen oft auch aus dem Jazzbereich und haben so die nötigen Kenntnisse für adäquates Begleiten und Solieren.
    Ich habe Dir mal 2 Beispiele geschrieben in denen auch die linke Hand nicht zu kurz kommt. Es gibt da ein Buch von Philipp Moehrke in dem ähnliche Grooves stehen. Der Titel ist mir leider entfallen. Einer meiner Schüler hatte es einmal im Unterricht dabei. Allerdings handelt dieses Buch nicht ausschließlich von Funk, sondern meines Wissens ist auch ein Großteil der lateinamerikanischen Musik gewidmet.

    CIAO
    CUDO

    P.S.:
    Ach ja, Hansi Tietgen hat einen ausgezeichneten Workshop zu diesem Thema geschrieben. Er behandelt dort Standard funky Gitarren-Licks die mit ein bisschen Fantasie vielleicht auch auf's Keyboard (mit entsprechendem Sound) übertragen werden könnten.
    http://www.planet-guitar.de/workshop/funky_01/f_01.html
     

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  11. Gatschli

    Gatschli Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.05   #11
    Danke Euch. Ich habe mir jetzt ein Buch mit vielen Funky Grooves gekauft und werde schauen, damit möglichst bald zum üben zu beginnen!

    Aber ich habe noch eine wichtige Frage:
    Wenn ich dann ein Solo spiele: Wie macht man das wohl am ehesten?
    Ich denke (ich gehe davon aus, ich soiele mit Schlagzeug und Bassist) da gibt es ja mehrere Varianten oder?

    1.linke Hand spielt Figur weiter und in der rechten Rhytmisches Solospiel mit Akkorden (da weiß ich am wenigsten wie das gehen soll)
    2. linke Hand Akkorde (regelmäßiger Groove) und rechte Hand frei, eher Single Finger
    3.Unisono Melodien

    Stimmt das einmal als gängiste Variatioenn?

    Folgende Fragen: zu 1.was spielt man da in der rechten Hand?? Welche Akkordveränderungen? (Nur Umkehrungen und Lagenwechsel des Akkordes werden wohl eher zu wenig sein oder? Gibt es da Verschiebungen in einer Skala, oder wie geht das bitte?

    Danke
     
  12. Cudo

    Cudo Mitgliedschaft beendet

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    Erstellt: 03.05.05   #12
    Hallo Killerloop,

    zu Punkt 1.)
    „linke Hand spielt Figur weiter und in der rechten rhythmisches Solospiel mit Akkorden“, wäre zu sagen:
    Solange Du in der linken Hand eine ostinato Figur durchziehst während Du in der rechten Hand solierst, machst Du das Solo in der rechten Hand bestimmt nicht mit Akkorden. Das wäre technisch extrem schwierig. Zum Solieren spielst Du dann eher eine Singlenote Linie und setzt hin und wieder einen Akkord als Akzentpunkt.
    Dann gilt zu dieser Spielform, je einfacher die linke Hand, desto größer die Freiheit für die rechte Hand. Also mache es Dir für den Anfang nicht zu schwer, sonst verlierst Du die Lust daran. Die linke Hand der beiden von mir geposteten Beispiele wäre eventuell schon zu schwer für diesen Zweck. Da solltest Du Dir etwas Einfacheres zusammen basteln. Schau mal unter https://www.musiker-board.de/vb/showthread.php?t=47692
    Dort ist im ersten Beitrag eine Figur in der linken Hand die eventuell in Frage käme. In der rechten Hand werden dort sukzessiv „alle“ möglichen rhythmischen Figuren geübt, um Unabhängigkeit zu erlangen. Das wäre dann als Vorübung zum späteren freien Solieren gedacht. Auch die beiden Figuren von Jay sind für diesen Zweck empfehlenswert. Kombiniere einfach beide Übungen.
    Was Du allerdings mit meinen beiden Beispielen in diesem Thread machen kannst ist, sie in der rechten Hand leicht zu variieren, um sie somit richtig zum grooven zu bringen.

    Zu Punkt 2.) wäre zu sagen: das käme in etwa einem Jazz-Solo gleich, nur eben dass Du die Phrasierung binär gestaltest. Hier könnte man als ersten Ansatz die linke Hand zunächst auf die Offbeats spielen, ähnlich wie im Beitrag #3 im Thread https://www.musiker-board.de/vb/showthread.php?t=52361&highlight=freeloader . Nur eben binär, wohlgemerkt.

    Zu 3.) Beide Hände unisono gespielt kann sowohl im Thema also auch in der Improvisation vorkommen. Bei Letzterem allerdings nur in einzelne Passagen, als Effekt sozusagen.

    Zu Deiner letzten Frage, „was spielt man nun in der rechten Hand?“ die ja das Begleiten betrifft so wie ich vermute, wäre zu sagen, dass man sowohl Umkehrungen als auch Akkorde gegenteiliger Funktion benutzen kann. Je nach Situation. Diese Akkorde können sowohl leitereigenen als auch chromatischen Charakter haben. Das Kapitel heißt Reharmonisation einer Melodie und ist sehr umfangreich. Weitere Details dazu auf Anfrage.

    CIAO
    CUDO
     
  13. siuloong

    siuloong Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.05   #13
    Hi,

    Ein Buch das ich absolut empfehlen kann ist Funk Keyboards von dem Musicians Institute. Hier sind alle Übungen und alles was Funk ausmacht. Mit CD natürlich. Aber man braucht viel Zeit zum Üben.
    Ansonsten: viel Platten hören. Die alten Funk-Meister aus den 70ern. Herbie Hancock. Die neue Return of the Headhunters hat auch super Funky Clavinet.
    Immer gut staccato und in Time spielen und den Groove versuchen richtig zu spüren.

    Gruß, Siuloong
     
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