Gema Benefiz-Konzert

von Orgeltier, 04.08.07.

  1. Orgeltier

    Orgeltier Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.07   #1
    Hallo,
    ich habe folgendes Problem. Ich organisiere mit einer bekannten ein Benefiz-Konzert. Sie stellt die Räumlichkeiten (Innenhof eines großen Gestüts) und ich kümmere mich um die Musik (wir spielen ausschließlich Jazz-Standarts). Soweit ist alles klar, bis das Stichwort Gema aufkahm. Ich als Mucker hab bis jetzt noch nie viel damit zu tun gehabt, und Sie hat auch keine Erfahrung mit solchen Veranstaltungen.
    Ich habe im Hinterkopf, dass sich die Gema-Kosten aus dem Eintritt und der Fläche der Location zusammensetzt. Da das Wort Benefiz aber schon beinhaltet, dass die Einnahmen eine Spende für den guten Zweck sind, kann man hier doch eigentlich nicht von einem Eintrittsgeld sprechen. Außerdem ist die Fläche des Innenhofes viel zu groß für die Anzahl der Leute, die wir erwarten. In wiefern kann man durch "absperren" eines bereiches die Gema-Kosten minimieren? Gibt es evtl. Sonderregelungen für Benefiz-Veranstaltungen?

    Es wäre schön, wenn ihr mir irgendwie helfen könntet, die kostengünstigste Möglichkeit zu finden, die Gema zufrieden zu stellen, da diese Ausgaben ja im Endeffekt von den Spenden abgezogen werden müssen.

    Schon im Vorraus vielen Dank...

    Das Orgeltier
     
  2. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 04.08.07   #2
    Bei Benefizkonzerten ist die GEMA leider auch mit im Boot - so leid es mir tut, Dir das sagen zu müssen. Denn gerade, wenn man einen guten Zweck mit der Mucke erreichen möchte, hofft man natürlich, dass auch andere sich diesem Zweck unterordnen.

    Anders bei der GEMA!
    Selbst wenn die beteiligten Autoren (als GEMA-Mitglieder) nur ihre eigenen WErke aufführen können Sie diesen Benefizanlass nicht einmal mehr selbst von der GEMA freistellen.
    (EDIT: außer, die Musiker haben bei ihrem Berechtigungsvertrag die sog. Aufführungsrechte nicht an die GEMA abgetreten, was aber meiner Erfahrung nach fast nur bei Volksmusikern der Fall ist, die wollen, dass ihre Stücke möglichst oft und ohne Lizenzen gespielt werden können)

    Für Benefizkonzerte gibt es aber einen (kleinen) Sonderrabatt bei den GEMA-Gebühren. Ich kannte aus eigener Erfahrung die Werte 20 % Rabatt für Benefiz allgemein und 25 % Rabatt, wenn auch die Künstler auf ihre Gagen verzichten.

    M-Zee kennt sich hier auch sehr gut aus und hat mich zuletzt bei einem ähnlichen Thread korrigiert. Danach gibt es jetzt innerhalb der GEMA eine Vereinbarung, wonach es bei Benefizkonzerten nur noch 10 % Rabatt geben soll. Geblieben scheint aber der "Höchstsatz" von 25 %, wenn auch die Künstler wieder auf ihre Gagen verzichten. Also am besten gleich am Montag bei Deiner GEMA-Bezirksdirektion anrufen und nachfragen.

    Zum Stichwort BERECHNUNGSBASIS.
    Klar kann man ein Areal abgrenzen und dann nach diesem abgesperrten Publikumsbereich gegenüber der GEMA abrechnen.
    Ist keine Absperrung möglich, gibt es auch die Möglichkeit, mit der GEMA-Bezirksdirektion nach der so genannten "Gesamtbesucherregelung" abzurechnen. Da wird die von Dir angegebene Besucherzahl durch den Faktor 1,5 (= 1,5 Besucher pro Quadratmeter) geteilt. Daraus errechnet sich dann wieder die fiktive Quadratmeterzahl für die entsprechende Tabelle des U-VK-Tarifs, nach dem auch Jazz-Konzerte abgerechnet werden.

    Überlegenswert wäre natürlich auch ein Konzert bei freiem Eintritt - um dann die Besucher zu einer Spende für den guten Zweck zu animieren. Da musst Du aber selbst einschätzen, ob die Besucher dann auch so spendabel sind, um ein ähnlich gutes Ergebnis zu erzielen, wie bei einem vorgegebenen Eintritt.

    Zwar wird auch bei Null Euro Eintritt eine GEMA-Abgabe fällig, aber die hält sich natürlich wesentlich in Grenzen.

    Hoffe, ich konnte Dir etwas den Frust nehmen, der Deine gute Aktion hoffentlich trotzdem zum Gelingen trägt!

    lg.
     
  3. Orgeltier

    Orgeltier Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.07   #3
    danke für die schnelle antwort...
    mal was ganz blödes... wenn man einfach aufs plakat schreibt, dass eine spende von 10 euro erwartet wird, ist das dann ein eintritt?
     
  4. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 04.08.07   #4
    Ich würde sagen JA! Inkl. höherer GEMA-Lizenz!

    Aber Ihr Musiker habt doch auf der Bühne einen Mund und könnt reden! ...nämlich den Leuten ins Gewissen! Und je nach Benefizgrund, würde ich sagen, dass es an Euren Moderationen liegt, wieviel Ihr einem Publikum aus dem Geldbeutel "kitzeln" könnt.

    lg.
     
  5. Boomshop

    Boomshop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.12.08   #5
    Hallo zusammen.
    Oh waia.. ich war ja schon eeeewig nicht mehr hier :rolleyes:
    Deswegen gleich mal viele Grüße in die Runde.

    Auf jeden Fall habe ich gerade recherchieren müssen, wie das nun wirklich mit den GEMA-Tarifen für Benefit-Konzerte aussieht und in der Tat gibt es Neuigkeiten zu Euren Ergebnissen hier:

    Die 25% Nachlaß für Benefitkonzerte ohne Gagen für die Künstler wurde nämlich von der GEMA abgeschafft! Es gilt lediglich ein Preisnachlass von 10%, wenn der gesamte Erlös gespendet wird.

    Schade, aber leider wahr. Ich hab mich nämlich auch ganz schön verkalkuliert bei ner kommenden Show, denn auch ich hab noch mit fetten 25% gerechnet :(

    Wollt nur die Infos hier aktualisieren und sende noch viele Grüße,
    Martin
     
  6. Mona25j

    Mona25j Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.06.09   #6
    Hallo,
    wir machen jetzt im August ein Benefiz mit bekannten künstlern, die alle Playback auftreten. Gibt es einen weg um um die Gema drum rum zu kommen ??? wir hatten schonmal überlegt das wir 1 € Eintritt nehmen und 13,50 € Vorverkaufsgebühr. Ist das erlaubt ??? Möchten im endeffeckt 14,50 € pro Person haben aber bei dem Preis schlägt die Gema ja gnadenlos zu. Und dann bleibt ja nicht für den guten Zweck übring. Gruss
     
  7. M-Zee

    M-Zee Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.06.09   #7
    Drum herum kommst Du bei öffentlicher Wiedergabe GEMA-pflichtiger Musik nicht. Die Vorverkaufsgebühr... klar ist das erlaubt, aber zum Eintrittsgeld hinzuzurechnen, denn es heisst im GEMA-Tarif "Eintrittsgeld oder sonstiges Entgelt". Dazu würde auch Deine VVK Gebühr gehören.

    Die einzige Möglichkeit ist, eine freiwillige, nicht bezifferte Spende zu "erbitten", alles andere hat die Berücksichtigung als Eintrittsgeld zur Folge. Das macht die GEMA nicht aus Bosheit, sondern, weil sie sich den Mitgliedern gegenüber dazu verpflichtet hat, deren Rechte gemäß ihren Tarifen abzurechnen.

    Im Übrigen prüft die GEMA auch, ob auch die Künstler ihre Gagen dem sozialen Zweck zur Verfügung gestellt haben. Haben sie das nicht, gibt es auch die 10% nicht.
     
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