Gema - Monopol brechen!

von M@xxx, 25.02.06.

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  1. M@xxx

    M@xxx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.02.06   #1
    Hallo zusammen,

    ich habe mal ein paar weiterführende Fragen an die Experten im Thema Verwertungsgesellschaften:

    Inwiefern ist die faktische Monopolstellung der GEMA in Deutschland gesetzlich geregelt?
    Damit meine ich die Tatsache, dass jede Musik-CD vor ihrer Pressung - auch mit nicht-GEMA Inhalt - von der GEMA freigestellt werden muss, bevor eine Presserei sie herstellen darf.

    Zudem wird ein Teil der Gebühren, die bei der Herstellung von Geräten der Musikverfielfältigung erhoben werden, indirekt an die GEMA abgeführt.
    Nach dem GG und dem Urheberrechtsgesetz ist es wie schon oft besprochen ja jedem Musiker freigestellt, mit der Urheberschaft verbundene Rechte an Verwertungsgesellschaften abzutreten.
    In den USA existieren ja parallel zwei große Verwertungsgesellschaften (ASCAP und BMI), in Deutschland haben andere Gesellschaften als die GEMA in der Geschichte ja nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

    Wieso gibt es dann bei aller Kritik an die GEMA keine andere Verwertungsgesellschaft? Ist für jene eine besondere Rechtstellung vorgesehen?

    Meine Hauprkritikpunkte an die GEMA sind:
    - Der Urheber muss für eigene öffentliche Nutzung Gebühren bezahlen.
    - Ein Mitglied kommt aus den Verträgen zu mindest kurzfristig nicht mehr heraus und muss die Verfielfältigungsrechte für alle seine Werke abtreten!
    - Kleine (unbekannte) Gruppen können sich wegen der geringen Nutzung und Tantiemen im Vergleich zu den Gebühren oft nicht leisten, Mitglied zu werden.
    - Die Organisation der GEMA ist undurchsichtig, ebenso der Fluss der Gebühren.
    - Der GEMA-Vorstandschef vergleicht legales Kopieren zum privaten Gebrauch mit Kinderschändung und Kinderpronografie und deshalb
    > Mancher Musiker fühlt sich durch die GEMA schlecht vertreten und tritt auf Grund der Alternativlosigkeit natürlich bei. Einer will zum Beispiel bloß seinen Lebensunterhalt durch Musik finanzieren, bei der GEMA gibt es wie bereits beschrieben nur topp oder flopp:
    Entweder, man verdient (zu :) ) viel oder nichts und kann nichts dagegen tun.
    > Die GEMA kriminalisiert jeden Urheberrechtsverstoß, was gegen die "Philosophie" eines Musikers verstoßen kann. Wie soll ein Musiker zum Beispiel von der Freiheit der Musik singen, wenn er dafür dann gleichzeitig Gebühren abkassiert bekommt.
    Eine solche "Perversion" ist meiner Ansicht nach nicht legitim und macht den Musiker, den die GEMA eigentlich schützen will, lächerlich.

    Mit einem Satz: Die GEMA ist eine Gesellschaft für Dieter Bohlen und ähnliche.

    Andererseits spricht gegen eine zweite Gesellschaft, dass die Verwaltung der Rechte vor allem international in so einem Falle mit größerem Organisationsaufwand verbunden wäre.

    Trotzdem finde ich es an der Zeit, die Musik und den Musiker wieder in den Vordergrund vor das Geld zu stellen.

    Meine Forderung an eine neue Verwertungsgesellschaft wären:
    - Freier Beitritt jeden Musikers und Aufnahme der Lieder einzeln oder albenweise.
    - Der Verwaltungsaufwand wird durch die Nichtkontrolle von Konzerten und die Nichtverfolgung von Hobbykopieren möglichst gering gehalten.
    - Die Tantiemen werden so ausgeschüttet, dass bloß diejenigen mit hohen Tantiemen für die Verwaltungskosten aufkommen müssen.
    - Die Gesellschaft ist demokratisch organisiert, jeder, der Verwertungsrechte abtritt, hat bei besonderen Entscheidungen ein Stimmrecht.
    - Die Rechte können vom Urheber jederzeit wieder angenommen werden.
    - Das "Covern" von Liedern bei unkommerziellen Konzerten, im Privatrahmen, in Kneipen oder zu wohltätigen Veranstaltungen soll gebührenfrei sein.
    - Die Gesellschaft enthält sich jeder Vergleiche von anderen Straftatbeständen mit Verstößen gegen das Urheberrechtsgesetz und verfolgt nur durch den Urheber.

    Ich bin für jede Kritik zu meinen Ausführungen und dem Projekt sehr dankbar!
    Postet wenn ihr wollt alle Vorschläge und Ideen, die euch dazu einfallen...

    Viele Grüße,
    Maximilian
     
  2. topo

    topo HCA Recording Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 25.02.06   #2
    - Von befreundeten Musikern aus den USA habe ich gehört, dass das mit den 2 Organisationen nicht gut funktioniert - die haben gerade bei Auftritten in bestimmten Locations teilweise erhebliche Probleme.

    - Du suchst Dir bei Deinen Forderungen nur die "Rosinen" raus. Eine nach Deinen Vorschlägen aufgestellte Organisation könnte IMO nicht lange überleben.

    - Ich glaube, man sollte mal ganz ernsthaft darüber nachdenken, wie man die GEMA, auch mit politischem Druck, reformieren kann.

    - Es sind IMHO zu viele "Professoren" in den Gremien dabei - dadurch ist die GEMA in ihrer jetzigen Form "viel zu weit weg von der Strasse".

    PS : wenn Herr Prof. Dr. Jürgen Becker, als Vorstandssprecher der GEMA, so eine Äusserung gemacht haben soll (Wo hast Du das her ? Quelle ?), disqualifiziert ihn das für seinen Job.
    IMHO hat so eine Äusserung sogar eine strafrechtliche Relevanz.


    Topo :cool:
     
  3. Lite-MB

    Lite-MB Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 25.02.06   #3
    ich möchte im großen und ganzen topo zustimmen!
    ...eine "andere GEMA" fordern, die kostenlos für einen arbeitet finde ich schwer unsozial gegenüber der gesamten Musikerschaft, irgendwer muß das ganze ja bezahlen - ...ich unterstütze ganz sicherlich nicht Leuten wie Bohlen und Konsorten, aber irgendwie machen die geschäftlich (nicht musikalisch!) was richtig - wenn das "blöde Volk" denen das Geld hinterherschmeißt, sollte man am "Volk" arbeiten nicht an der GEMA...

    Die GEMA ist aber in keinster Weise effektiv, da stimme ich der Kritik zu! Das liegt daran, daß die intern viel zu viel Geld verbraten, die gleiche Arbeit wäre locker mit einem Drittel, vielleicht sogar einem Viertel der Menschen zu schaffen, besonders im oberen Management-Bereich sollten dringenst ganze Verwaltungshierachien ersatzlos gestrichen werden - aber das ist eine politische Angelegenheit. Solange da Ruheposten für ausgemusterte Politiker, Wissenschaftler, etc. geschaffen werden, wird sich das nicht ändern.
     
  4. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 25.02.06   #4
    Kann TOPO nur beipflichten: Du willst nur die Rosinen.

    Andererseits: Die GEMA-Mitgliedschaft beruht noch immer auf der Freiwilligkeit! Keiner zwingt Dich dort Mitglied zu sein/werden!
    Es wurde hier in diversen Threads mehrfach wiedergekäut, dass die GEMA-Mitgliedschaft sich für die brachiale Masse der Musiker nicht im mindesten rechnet!
    Was zieht Dich dann dort hin!
    Reg' ich mich auf, dass ich bei BAyern München nicht in der Bundesligamannschaft auflaufen darf? Ich würde da auch nie hin wollen! Was oder wer aber zieht Dich!

    Es ist hinlänglich bekannt, dass sich die GEMA-Mitgliedschaft nur rechnet, wenn man als Autor Airplays oder eine entsprechend hohe Anzahl von Auftritten (in mögl. zahlreichen Bezirksdirektionsbereichen) hat.

    Für alle anderen ist die GEMA kein Thema - oder sollte es zumindest nicht sein.

    GEGENFRAGE: Warum bist Du denn offensichtlich Mitglied geworden?

    Dass das sog. PRO-Verfahren ungerecht ist, muss an dieser Stelle nicht nochmals vorgekaut werden. ABER: keiner zwingt einen, seine Verwertungsrechte an die GEMA zu übertragen!!! Außer der ERFOLG! Aber dann ist man ja eh auf der ersten Stufe zu Dieter Bohlen.

    Was hindert Dich daran? Sollte es die GEMA-Mitgliedschaft sein, weil Du zu wenig auftritts, dann gäbe es ein einfaches Mittel: kündige Mitgliedschaft und Berechtigungsvertrag. Die Veranstalter werden es Dir danken!
     
  5. M@xxx

    M@xxx Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.02.06   #5
    vielen Dank für eure Meinungen!

    bezüglich des GEMA-Monopols hab ich entdeckt, dass es zwar schon Versuche gab, eine zweite Verwertungsgesellschaft zu gründen, das deutsche Patentamt dies jedoch abgelehnt hat.
    Nachzulesen ist das in folgendem Artikel:
    http://www.heise.de/tp/r4/artikel/7/7586/1.html
    Darin wird auch der Verteilerschlüssel beschrieben. (vielleicht etwas rosinenhaft)

    Das Problem dabei ist eben, dass die Politik gegenüber der Politik keine Weisungen erteilen kann, die einzige Möglichkeit wäre, sich für eine gesetzliche Regelung des Verteilungsschlüssels einzusetzen, der auch den Verwaltungsanteil begrenzt.
    Gelichzeitig müsste man (wie es in einem französischen Urteil mal stand) Kopierschutz verbieten und die Privatkopien ausnahmslos erlauben.

    Darin sehe ich auch ein großes Problem: Dass sich da ein "Staat im Staate" oder wie man es auch nennen mag, bildet, auf den Volk und Regierung, vor allem die Musiker keinen Einfluss mehr haben.

    :rolleyes: Ich bin doch kein GEMA-Mitglied. Ich spiele noch nicht einmal in einer Band, noch habe ich ernstzunehmende Songs geschrieben.

    > Also zusammenfassend könnte man sagen, der einzige Weg, eine gerechtere Verteilung und eine Verwertung im Sinne der Musiker zu erreichen, ist, Musiker dabei zu unterstützen und gegebenenfalls dazu aufzufordern, nicht zur GEMA zu gehen.

    Hilfreich dabei wäre sicherlich eine Liste der Notare, die Urheberrechte an Liedern beglaubigen, damit der Weg zur GEMA nicht wegen der Angst vor"Liederklau" gegangen wird, denn ansonsten würde die GEMA eventuell noch Musiker anheuern, die dies tun, weil dann die Gerichte ja davon ausgehen, diese seien die wahren Urheber.

    Grüße,
    Max
     
  6. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 26.02.06   #6
    Zum 397. Male: die GEMA "schützt" keine Songs!!! Und sie hält sich bei Urheberrechtsstreitigkeiten geflissentlich auch heraus!

    Wenn Du hier wieder so einen abstrusen Weg anschneidest, dann führst Du damit erneut unbedarfte Mucker auf die falsche Spur! Das wurde hier in diversen Threads schon wiederholt richtig beschrieben.

    Sorry, so ein Quatsch!
     
  7. x-Riff

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    Erstellt: 26.02.06   #7
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  8. M@xxx

    M@xxx Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.02.06   #8
    aber bei Streitigkeiten über die Urheberrechte nimmt der Richter normalerweise doch an, wenn die Rechte eines Liedes von Writer A in der GEMA-Liste eingetragen wurden, Writer B das Lied abervorher geschrieben, jedoch nicht veröffentlicht hat, dass A der wahre Urheber ist

    > B könnte vorher beim Notar die Urheberschaft beglaubigen lassen
     
  9. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 27.02.06   #9
    Sorry, "normalerweise" ist in der Rechtssprechung überhaupt nichts. Du setzt immer Deine hypothetischen Parameter als allgemeingültig. Das mag Deine Welt sein und bleibt Dir unbenommen. Die Realität aber sieht anders aus.

    Ich frage mich aber, welchen Hintergedanken Du hinter all Deinen Theorien trägst!

    Und damit gebe ich bei Dir auf und schließe mich x-Riffs Meinung an!!!!!!
     
  10. M@xxx

    M@xxx Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.02.06   #10
    Das macht doch gar nichts!
    Mit so Leuten wie dir muss ich öfters klarkommen.
     
  11. Whych

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    Erstellt: 02.03.06   #11
    Ich denke hier ist alles gesagt.
     
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