Gesangstechnik / Klangfärbung in den Höhen

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Hallo liebe Musikboarder,

ich beschäftige mich seit ein paar Tagen mit der Frage, ob ich an den Höhen meiner Stimme arbeiten sollte.

Und zwar insofern, dass ich mehr Brustanteile hinzubekomme. Ich frage mich hin und wieder, ob das meiner Stimme im Gesamtbild fehlt, oder ob das so passend klingt. Darüber hinaus neige ich immer zu einem extremen Vordersitz in den Höhen und weiß nicht, wie ich das wegbekommen kann.

Falls ihr findet, dass die Stimme in den Höhen zu dünn klingt, würde ich mich freuen ein paar Tipps zu bekommen, wie man das ändern könnte.

Anbei ein Sample:

https://soundcloud.com/besoul-1/gesangstechnikfrage-processed

https://soundcloud.com/besoul-1/gesangstechnikfrage-dry

Liebe Grüße

Soul B
 
Eigenschaft
 
Das würde wohl eher in den Hörproben-Bereich gehören.
Dennoch mein Senf :) : Ich finde die Höhen gut so wie sie sind. Das ist klar und offen und die Dünne ist angemessen. Ich habe nicht den Eindruck, daß du die extremen Höhen (00:38 "you will always") fetter bekämst. Du würdest dadurch Höhe einbüßen/Flexibilität sowieso. Aber wie gesagt, es ist auch nicht notwendig, das paßt so.
Wenn du was verbessern willst, solltest du eher an den tiefen Stellen arbeiten (00:09 "the coldness in my heart" vor allem "heart", aber auch die tiefe Hälfte von Give Me All Your Love am Ende. Das kann noch ein Stück präziser und die Silbenformung ist noch nicht optimal. Kümmer dich lieber darum, so manch einer würde dich um deinen hohen Gesang beneiden :)
 
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Lieber Reisbrei,

hab' vielen Dank für deine Rückmeldung :) Ich werde dann meine Gedanken zu den Höhen verwerfen, die so hinnehmen, wie sie sind, und mich um die Tiefen bzw. Silbenformung kümmern. Da ich sie so sachte singen musste, wackelst bei mir natürlich. Versuche dort nicht zu kräftig zu klingen, damit die Lautstärke oder das Volumen zur Höhe irgendwie erhalten bleibt. Leise singen ist ja bekanntlich am schwierigsten, also werd' ich das für die Tiefen künftig mal in Angriff nehmen :)

Eine letzte Frage noch, würdest du denn sagen, dass ich Tenor bin oder Bariton? Da ich ja nicht die Kraft (Bruststimmenanteile) in den Höhen besitze wie ein Tenor, aber auch nicht so die warmen kräftigen Tiefen wie z. B. David Coverdale, weiß ich gar nicht so recht, wo ich mich da einordnen soll. Der Coverdale klingt ja z. B. durchweg "kräftig", auch wenn viel durch die Verzerrung der Stimme in den Mitten bzw. Höhen kommt.

Liebe Grüße
 
Da fragst du den falschen, ich halte von dieser Schubladeneinteilung im Contemporary überhaupt nix. Warum willst du dich denn irgendwo "einteilen"?
 
Lieber Reisbrei,

wäre ggf. gut für Übungen oder Coversongs zu wissen oder auch für eigene Lieder, sodass ich nicht immer an meine Grenzen komme bzw. sie übertrete, was ich aber immer erst viel später feststelle, wenn's passierte.

Liebe Grüße
 
Hi Soulless B!

Starke Hörprobe! :great: Ich würde mich reisbrei anschließen: Du hast kein Problem in den Höhen, klingt alles sehr rund, sonor und kraftvoll. Ich wundere mich, dass Du Dich um mangelnde Fülle sorgst, das ist wirklich nicht der Fall.

Umgekehrt, auch da gebe ich reisbrei Recht, bist Du eher in der Tiefe etwas sachte unterwegs. Und Deine Befürchtung, dass Du zu laut werden könntest, halte ich für unbegründet - im Moment ist es eher umgekehrt, dass die hohen Töne sehr viel mehr Intensität haben.


Auch wenn reisbrei Recht damit hat, dass Stimmfächer im Popgesang irrelevant sind, würde ich eine Einschätzung wagen und sagen, dass Du eher Tenor als Bariton bist.

Aber ob Du an Deine Grenzen kommst oder nichst, merkst doch sowieso nur Du selbst. ;)
 
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wäre ggf. gut für Übungen oder Coversongs zu wissen oder auch für eigene Lieder, sodass ich nicht immer an meine Grenzen komme bzw. sie übertrete, was ich aber immer erst viel später feststelle, wenn's passierte.
Ob die Einteilung da so hilft? Zumal man sich nicht immer so anhören muss, wie man eingeteilt ist ;)
Ich bin eigentlich kein Sopran und singe aber fleißig in einem Chor dort mit. Stücke sind Einzelfallentscheidungen - manche gehen im Sopran, manche nicht. Und nicht immer sieht man das an den Noten. Ich singe z.B. gerade eine Messe, da wollte ich mich erst in den Alt setzen. Die geht aber doch ganz gut im Sopran, obwohl einige Stellen drin sind, die unangenehm ausgeschaut haben. Eine andere Messe, die ähnlich ausschaut, geht gar nicht.
Darüber hinaus neige ich immer zu einem extremen Vordersitz in den Höhen und weiß nicht, wie ich das wegbekommen kann.
Wieso willst Du das denn wegbekommen? Es soll Leute geben, die daran arbeiten, den zu bekommen...
 
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Ich find´s super und bitte bitte bitte murkse nicht an deiner Höhe herum, egal welch abstrusen Tipps hier jetzt kommen mögen. Das passt alles wunderbar, laß es wie es ist!
 
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Ich weiß schon was du meinst, aber ich würde mich den anderen Anschließen. Deine Höhen sind super ausbalanciert und ich würde die genau so lassen. Ich finde auch nicht, dass du zu extremem Vordersitz neigst. Im Grunde gibt es nur zwei Möglichkeiten mehr Fülle in die Höhen zu bekommen, aber ich würde es dir wie gesagt nicht empfehlen:

1. Du kannst den Kehlkopf absenken in der Höhe, das platziert den Klang noch weiter hinten (wobei ich wie gesagt nicht finde, dass er bei dir zu weit vorne sitzt). Das macht den Klang voller, aber auch "klassischer" und ist möglicherweise nicht das, was du suchst.

2. Du könntest "belten", d.h. dass du die Resonanz im Mund behältst (Schneidezähne) anstatt sie in den Kopf wandern zu lassen. Das kostet aber sehr viel Stütze und belastet den Stimmapparat stärker. Und der klangliche Effekt ist im Verhältnis dazu meistens nicht wirklich stark.

Was das Stimmfach angeht würde ich fast wagen zu vermuten, dass du ein Tenor bist. Ich kenne genau das, was du hier zeigst, tendenziell von Tenören. Die Höhen sind super ausbalanciert, aber sie sind nicht zufrieden, weil es ihnen nicht "fett" genug klingt. Aber hör dir mal die berühmten Tenöre an. Die erreichen einen "fetten" Klang in der Höhe immer entweder über Belting (wie sagen wir mal Freddie Mercury) oder über eine klassische dunklere Klangformung (wie Pavarotti). Mit einer ausbalancierten Contemporary-Technik klingt ein Tenor eben "leicht" in der Höhe (wie sagen wir mal Adam Lambert).

Bei der Tiefe wäre ich vorsichtig. Es kann sein, dass sie bei dir dünn (und etwas "mumpfig") klingt, weil es für dich eben schon ziemlich tief ist. Gerade der Part bei 1:30 kommt mir nach Tenor vor, der im Bariton-Bereich wildert.
 
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Der TE sagte ja, daß die tiefen Passagen deshalb wackelig sind, weil er sie absichtlich sachte gesungen hat. Wir wissen also nicht, wie sie denn 'normal' klingen würden.

Und mAn würden beide 'möglichen Varianten' hier in den höchsten Passagen nicht funktionieren. Ich denke, daß der offene, vordersitzige, sehr nicht-klassische Klang gerade dafür sorgt, daß diese Höhe so balanciert erreicht wird. Für's Belting ist es in meinen Ohren zu hoch und dem Kehlkopf sollte man ohnehin nicht in's Handwerk pfuschen.

@Soulless B Laß deine Höhen so :great:
 
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du wolltest also nur demonstrieren, was du alles weißt....?
Ich wollte einfach nur die Frage beantworten. Ich hoffe zumindest, dass es so rübergekommen ist: "Das kann man machen, würde ich aber nicht empfehlen". Aber umgekehrt kostet ausprobieren natürlich auch nichts. Und vielleicht möchte er ja eher ein Belter sein als ein "Kopfstimmen-Typ". Umgekehrt könnte man den Eingangspost natürlich so interpretieren, dass er nur Tipps haben will, wenn man auch findet, dass er brustiger singen sollte ;), aber ich finde dass muss eh jeder für sich herausfinden.

@reisbrei Ja in den höchsten Passagen würde sich da nicht mehr viel tun, aber gerade im Bereich G4-C5 gibt es da schon noch etwas Spielraum in Sachen "brustiger" singen. Seine Technik ist definitv "light mass". Mir gefällt das, muss aber natürlich nicht jedem gefallen.
 
Wenn er brustiger nach oben geht, dann die höchsten Passagen aber quasi so läßt, entstünde ein deutlich hörbarer Übergang. Also das, was viele, viele andere jahrelang versuchen, wegzubekommen.
 
Wenn er brustiger nach oben geht, dann die höchsten Passagen aber quasi so läßt, entstünde ein deutlich hörbarer Übergang. Also das, was viele, viele andere jahrelang versuchen, wegzubekommen.
Ja, genau, das ist quasi unvermeidbar beim Belten, deshalb würde ich es auch nicht empfehlen. Mir gefällt eine balancierte, dafür leichtere Stimme viel viel besser, auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Noten im Passaggio dann natürlich nicht mit "maximaler Power" gesungen werden können. Es gibt natürlich auch Sänger die (wie etwa Freddie Mercury) je nach Song (oder Verfassung der Stimme) beide Ansätze benutzen.

Ein gewisser Reizfaktor ist ja immer wieder das sagenumwobene "vollstimmige hohe C", dass zumindest nach meinen Ohren auch die meisten Tenöre bei balancierter Stimme nicht haben und dass sie sich erst "erbelten" müssen, notfalls auf Kosten der sauberen Verbindung zur Randstimme. Meiner Meinung nach ist es das in den allermeisten Fällen klanglich aber nicht wert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn er brustiger nach oben geht, dann die höchsten Passagen aber quasi so läßt, entstünde ein deutlich hörbarer Übergang. Also das, was viele, viele andere jahrelang versuchen, wegzubekommen.

Jupp, aus dem brustigeren Rufbelt kommt er nicht mehr so bruchlos in die Kopfstimme, die er für die höchsten Töne aber zwingend braucht.
Ein gewisser Reizfaktor ist ja immer wieder das sagenumwobene "vollstimmige hohe C", dass zumindest nach meinen Ohren auch die meisten Tenöre bei balancierter Stimme nicht haben und dass sie sich erst "erbelten" müssen [...]
Klar, weil die Mischstimme mit weniger Atempower gesungen wird, kann man sie nicht so "hochprügeln" wie den Belt.
 
Klar, weil die Mischstimme mit weniger Atempower gesungen wird, kann man sie nicht so "hochprügeln" wie den Belt.
Genau. Der kräftige Klang in dieser Lage wird mMn auch von Tenören auf Kosten von etwas Balance "erkauft". Ich hab halt schon öfter sowas gehört/gelesen wie hier vom TE-Ersteller. "Ich bin zwar irgendwie hoch von der Stimme, aber bei Freddie Mercury/Chester Bennington/... klingt die G4-C5-Lage irgendwie viel kräftiger". "Mein GL sagt ich wäre Tenor, aber ich glaube ich bin Bariton, weil ich das nicht so kräftig singen kann und in die Kopfstimme/Randstimme muss." Und meistens klingt deren Stimme dann super balanciert mit astreiner Verbindung von Voll- und Randstimme zur höhe hin.

Ich hoffe meine Antwort ist auch so rübergekommen: Es gibt zwar Möglichkeiten diese Lage kräftiger klingen zu lassen und die werden auch von bekannten Sängern benutzt (nichtmal nur von Tenören), aber die kommen eben auch nicht ohne Preis.

Es kommt mir manchmal so vor, dass der Eindruck vorherrscht, diese hohen Brustanteile in der Höhe wären typisch/normal für einen Tenor. Ein Tenor muss vielleicht etwas weniger hart "prügeln" als ein Bariton oder Bass, aber "geprügelt" ist es eben trotzdem.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja Leute, dann ist das doch jetzt geklärt. Wenn Soulless jetzt anfängt herumzumurksen, ist der schöne Klang womöglich dahin. Wie und ob Pavarotti und Mercury das hohe Tenor-C belten oder nicht, ist doch für ihn vollkommen irrelevant! Bei der Hörprobe passt alles.
 
Mir kräuseln sich die Fußnägel nach innen, wenn ich lese, daß klassische Tenöre "sich ein c'' erbelten". Das ist sowas von gar nicht gewusst wie, daß es echt wehtut...
 

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