[Gitarre] Höfner Club Solid CT Black Cherry

  • Ersteller StraightEdge
  • Erstellt am
StraightEdge
StraightEdge
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
09.12.19
Registriert
23.10.12
Beiträge
157
Kekse
0
Ort
Zittau
Hey Leute.
Da es zu dieser wunderschönen Gitarre noch kein Review gibt
nehm ich das jetzt einmal selbst in die Hand. :)

Ich bin jetzt seit ein-einhalb Jahren im Besitz der "Club Solid CT" im Black Cherry Finish aus dem Hause Höfner,
die es zur Zeit für 399€ auf dem deutschen Markt gibt.

Erstmal ein paar allgemeine Fakten zur Ausstattung und den Features:
- Solid Body
- Original Club Shape (Les Paul ähnlich)
- Mahagony Korpus, Fichtendecke, Palisander Griffbrett, einteiliger eingeleimter Hals
- 22 Bünde
- Stripe Inlays
- Mensur ist 628mm, Sattelbreite 44mm
- 2 Höfner Hi-Power Diamond Nickel Pick ups (passiv)
- Trapez-Tremolo, 2 Vol. Potis, 1 Tone Poti, 3-Weg-Schalter, Cutaway

Verarbeitung

Auf den ersten Blick macht die Gitarre einen super Eindruck, und ganz ehrlich: Das tut sie auch noch nach dem 100sten Blick!
An der Verarbeitung ist kein einziger Mangel zu entdecken! Der Hals ist super verleimt und geht übergangslos in den Korpus über.
Der Hals und das Griffbrett - 1A! Der Hals ist sehr handlich und die Rundung passt sich gut der Handfläche an. Ein einfaches
"herumgreifen" ist auch gegeben. Die Bundstäbchen sind millimeter genau aufgebracht und an den Enden abgerundet.
Die Inlays sind nicht aufgeklebt und lackiert sondern mit, ich glaube Perlmutnitrat, in den Hals eingearbeitet. An der Kopfplatte
mit den Mechaniken gibt es auch nichts auszusetzen. Das Stimmen der Saiten ist sehr komfortabel, da nur wenig an den Stimmschrauben
gedreht werden muss um den Ton zu ändern und die Gitarre sich nach 1 -2 Wochen auch sehr sehr langsam verstimmt. Die Pickups sind
auch sehr gut eingebaut bekommen aber relativ schnell optische Kratzer. Potis und 3Weg Schalter - nix auszusetzen.
Das Binding ist auch sehr exakt, außer bei dem Korpus Hals übergang ist es 3-4mm schief, aber wen juckts ;)
Lackierung ist makellos und frei von allen unebenheiten, Farbverläufen und co.

Optik

Optisch macht sie auch ganz schön was her. Vorallem die Black Cherry Lackierung sieht extrem gut aus!
Die Farbe ist, wie der Name schon sagt, Kirsch - Weinrot und enthält horizontale schwarze relativ transparente Stripes.
Das Binding ist ein Creme Ton, von mir aus auch ein sehr helles Gelb. Zusammen gibt das Binding mit der Lackierung einen super Kontrast.
Die Inlays sind ebenfalls in dem Binding Ton, sind aber in der Mitte nochmal durch einen eingezogenen Cherry-Streifen geteilt.
Auf der Kopfplatte befindet sich der Höfner Schriftzug und dessen Zeichen: Zwei verwurzelte Blumen mit 2 Blättern, in einem leicht silbernen Ton gehalten.
Die Form ist nahezu die selbe wie bei dem 1960er Club Modell und ähnelt einer Les Paul

Spielgefühl

Da ich vorher noch nie eine Höfner Club Gitarre in der Hand hatte, hab ich die Gitarre sozusagen blind gekauft
und auf das gute Image der Firma vertraut. Und ich habe es nicht bereut.
Die Saitenlage ist sehr gut, der Abstand zwischen den einzelnen Saiten auch. Akkorde lassen sich sehr
flüssig greifen und auch Solos sind gemütlich spielbar. Sliden und Benden macht sich auf dem Griffbrett auch sehr gut.
Durch das Cutaway lässt sich alles bis zum 17. Bund leicht spielen. Ab dem 17. Muss man bei Akkorden etwas umgreifen.
Tapping macht sich auch sehr gut. Man braucht auch gar nicht allzu hart draufhämmern, die Bundstäbchen regeln das von allein :D

Sound

Jetzt zu dem wichtigsten Punkt. Der Sound.
Die Höfner Club Solid CT Black Cherry ist eigentlich für die Blues Rock Schiene gedacht.
Aber sie lässt sich auch super auf andere Bereiche anwenden, von Hardcore über Metall bis zu Jazz ist alles drin.
Außer bei Country Musik klingt sie nicht besonders attraktiv.
Der Sound ist im allgemeinen sehr warm, sustainreich (!) und sehr klar! Die Pickups machen ihren Job super,
die Abnahme ist sehr exakt! Auch verzerrt (okay das kommt ja größtenteils auf das Pedal an) klingt sie sehr druckvoll
und gerade im Metallbereich durch den Mahagony Korpus sehr tief und voluminös ;)

Kritik

Das einzige was ich zu bemängeln hab ist das Trapez "Tremolo". Es ist eigentlich völlig unnötig und lässt sich auch
nicht allzu gut einsetzen :/ Außerdem ist es ein wenig schief, weil die tiefe E saite ja mehr Spannung drauf hat.
Das lässt sich auch leider nicht einstellen.

Fazit

Die Höfner Club Solid CT ( Black Cherry ) ist eine super Gitarre.
Für den Preis (aktuell 399€) liegt die Leistung meiner Ansicht nach darüber.
Die Verarbeitung ist spitzenklasse und auch der Sound ist sehr stark!
Auch die Vielseitigkeit des Sounds will ich nochmal erwähnen.
Ich würde sie mir 90%ig wieder kaufen

Alles in allem :great:

http://www.hofner-guitars.com/electric-guitars/club-guitars/club-solid.html
 
Eigenschaft
 

Anhänge

  • 20121115_182326.jpg
    20121115_182326.jpg
    171,1 KB · Aufrufe: 708
  • 20121115_182440.jpg
    20121115_182440.jpg
    192,1 KB · Aufrufe: 407
  • 20121115_182621.jpg
    20121115_182621.jpg
    174,2 KB · Aufrufe: 482
  • Gefällt mir
Reaktionen: 4 Benutzer
S
Seven 11
Gesperrter Benutzer
Zuletzt hier
24.09.19
Registriert
20.01.08
Beiträge
1.824
Kekse
17.642
Ort
München
Deutsche Instrumenten geht es so, wie dem Propheten im eigenen Land. Sie können noch so gut und/oder hochwertig sein, sie werden nicht angemessen beachtet.

Wenn deren Firmengründer in die Staaten emmigrieren passiert ihnen nicht selten das was Rickenbacher, Gretsch und Martin vorgemacht haben, nämlich der ganz große Wurf, oder die komfortable Nische. Dabei hat Höfner in den Staaten einen guten Ruf. Die Jungs wissen, zu was deutschstämmige Instrumentenhersteller fähig sind. Meine Höfner New President ist so ein Beispiel, eine äusserst schlichte, aber sehr gut klingende Jazzgitarre.

Aber zunächst mal vielen Dank für das Review. Komisch dass keiner drauf einsteigt, denn die Gitarre hat richtig "Nerdiges" Potenzial. Sie vereint in sehr positivem Sinne das, was heute amerikanischen Kaufhausgitarren zu Kultstatus und Wertsteigerung verhilft, dies aber bei wesentlich besserer Fertigungsqualität. Mit gefällt sie sehr gut, noch besser, wenn man den günstigen Preis dazu berücksichtigt.

Ich selbst hab nun mit Rock nix am Hut, insofern wäre sie nichts für mich. Mal ein paar Zeilen zugunsten eines mehrere Dekaden am Markt befindlichen deutschen Traditionsunternehmens zu verfassen war mir aber ein Bedürfnis. Es wäre schade, wenn solch individuelle Instrumente von der Mainstream Massenware völlig verdrängt würden. Für mich bleiben sowohl Höfner, als auch Framus weiterhin eine ernsthafte Option zu den marktbeherrschenden Produkten, auch wenn diese ihren Status teils völlig zu Recht haben.
 
StraightEdge
StraightEdge
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
09.12.19
Registriert
23.10.12
Beiträge
157
Kekse
0
Ort
Zittau
Danke für die positive Resonanz.
Das ist mein erstes Review ;)

Ja zum Hersteller hätte ich noch etwas sagen können.
Höfner produziert auch den Großteil per Hans! Aber
ich würde jetzt nicht unbedingt den deutschen Standort
als Ursache für die Qualität ansehen. Abgesehen davon
hat Hörner auch noch einen Standort in Peking :)

Gruß Toni
 

Ähnliche Themen


Neue Themen

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Oben